Diese Arbeit will herausfinden, ob Digital Storytelling als Kommunikationsmethode eine Chance in der Unternehmenskommunikation hat. Mit Hilfe eines individuell erstellten Pilotprojekts und einer empirischen Analyse, basierend auf einer Pilotstudie, wird der Erfolg der Methode überprüft. Die an das Pilotprojekt anschließende Pilotstudie umfasst einen mündlichen und schriftlichen Pretest der digital Story "360° through the Jefferson City News Tribune", eine schriftliche Befragung von 25 Testteilnehmern und vier telefonisch durchgeführten Experteninterviews. Anhand dieser Rückmeldungen soll das Projekt evaluiert werden.
Das Pilotprojekt wird in Zusammenarbeit mit der amerikanischen Tageszeitung "Jefferson City News Tribune" angefertigt. Die Jefferson City News Tribune ist als eine Art Platzhalter für alle Unternehmen anzusehen, die auf dem Onlinemarkt anzutreffen sind und die eine Geschichte zu erzählen haben.
Motivationsgrundlage der Arbeit ist die Erkenntnis, dass sich digital Storytelling, multimedia Storytelling und VR bislang im Journalismus kaum durchsetzen konnten. Zwar gibt es einige Arbeiten, die es zu Popularität innerhalb der Journalismuswelt geschafft haben, nach wie vor ist diese Form des Geschichtenerzählens aber zu wenig bekannt und dementsprechend kaum verbreitet. Die Investition von Zeit und Geld sowie die Schnelllebigkeit von Journalismus und das veränderte Medienkonsumverhalten der Nutzer/Nutzerinnen, stehen noch als kaum überwindbare Hürden zwischen Storyteller und User. Diese Barrieren hat die Organisationskommunikation hingegen weitestgehend nicht...
In der Arbeit soll deshalb überprüft werden, inwiefern ein Interesse der Kunden/Kundinnen und Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen an Unternehmensstorytelling besteht. Könnte dies eine Möglichkeit zur Reputationssteigerung des Unternehmens darstellen? Wäre es eine Möglichkeit, die Kunden/Kundinnen direkt anzusprechen und einzubeziehen? Würde durch die Simulation von Wirklichkeit das Unternehmensprodukt besser dargestellt und verstanden?
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Ausgewählte Theorien der Kommunikations- und Medienwissenschaft
2.1 Narratologie – Erzähltheorie
2.2 Infotainment nach Postman
2.3 Stimulus-Response-Theorie und Uses-and-Gratifications-Approach
2.4 Der dynamisch-transaktionale Ansatz nach Früh und Schönbach
2.5 Kommunikationsmodell nach Shannon und Weaver
2.6 Kommunikationsmodell nach Schulz von Thun
3 Forschungsthema: Storytelling
3.1 Digital Storytelling
3.2 Kommunikationsmethode
3.3 Interne und externe Bezugsgruppe
3.3.1 Internes Anwendungsfeld – Mitarbeiterkommunikation
3.3.2 Externes Anwendungsfeld – Kundenkommunikation
3.4 Empirische Analyse in Bezug auf Storytelling
3.5 Chancen und Risiken von Storytelling
4 Forschungsstand
5 Pilotprojekt und Pilotstudie: Storytelling in der Jefferson City News Tribune
5.1 Unternehmensauswahl
5.2 Umsetzungstools
5.3 Methodisches Vorgehen
5.4 Evaluation der digital Story durch Kunden/Kundinnen, Mitarbeitende und Experten/Expertinnen
6 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Masterarbeit untersucht, inwiefern Digital Storytelling als Kommunikationsmethode in der Unternehmenskommunikation eingesetzt werden kann, um Zielgruppen effektiv anzusprechen, Wissen zu vermitteln und die Reputation eines Unternehmens zu steigern. Anhand eines Pilotprojekts in Form einer 360°-Tour durch die „Jefferson City News Tribune“ wird empirisch geprüft, welche Chancen und Risiken mit diesem Format verbunden sind.
- Theoretische Fundierung durch kommunikationswissenschaftliche Modelle (Narratologie, Infotainment, etc.)
- Analyse von Digital Storytelling als Instrument der internen und externen Unternehmenskommunikation
- Konzeption und Durchführung eines Pilotprojekts zur 360°-Tour
- Empirische Evaluation der Nutzerakzeptanz mittels quantitativer Befragung und Experteninterviews
- Identifikation von Erfolgsfaktoren für multimediale Storytelling-Formate
Auszug aus dem Buch
2.1 Narratologie – Erzähltheorie
Die Narratologie oder auch Narrativik genannt, ist die Technik und Theorie des Erzählens.
Sie wurde erstmals Anfang des 20. Jahrhunderts vom russischen Philologen Propp in die moderne Wissenschaft eingeführt. In Wirklichkeit war die Narratologie aber eine uralte Kulturtechnik und schon seit der griechischen Antike Forschungsgegenstand. Doch erst Propp verschriftlichte seine Ergebnisse in dem Werk „Morphology of the Folk Tale“ und beförderte die Erzähltheorie somit in die Sprach- und Literaturwissenschaft. Propp hatte Märchen auf ihre Erzählstruktur hin untersucht und festgestellt, dass sie allesamt eine ähnliche Handlungsstruktur gemein hatten. Die Märchen waren in seinem Fall das Narrativ oder auch Narration genannt. Dieser Begriff stammt vom lateinischen Wort „narratio“ ab und bedeutet „Erzählung“. Was aber genau unter die Begrifflichkeit „Erzählung“ fällt, darüber gibt es bis heute in der Wissenschaft keine Einigkeit. Einige Wissenschaftler sagen, dass es sich lediglich um die Wiedergabe einer Gegebenheit handeln muss, andere unterstellen dem Narrativ die Notwendigkeit von Kausalität, wiederum andere fordern die gleichzeitige Gegenwart des Erzählers.
Je uneiniger sich die Forscher bei der Definition sind, desto mehr stimmen sie überein, wenn es um die gemessenen Effekte geht: Attraktivität und leichte Verständlichkeit durch Narration. Wenn beides auftritt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es sich um ein Narrativ handelt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Hinführung zum Thema Digital Storytelling als Methode der Unternehmenskommunikation und Erläuterung der Zielsetzung der Arbeit.
2 Ausgewählte Theorien der Kommunikations- und Medienwissenschaft: Darstellung theoretischer Grundlagen wie Narratologie, Infotainment-Theorie und dynamisch-transaktionaler Ansatz zur Einordnung von Storytelling.
3 Forschungsthema: Storytelling: Definition von Begriffen, Analyse des internen und externen Anwendungsfeldes sowie Diskussion der Chancen und Risiken von Storytelling.
4 Forschungsstand: Überblick über existierende Arbeiten und Erkenntnisse zu digitalem und multimedialem Storytelling.
5 Pilotprojekt und Pilotstudie: Storytelling in der Jefferson City News Tribune: Detaillierte Beschreibung der praktischen Konzeption, Umsetzung und Evaluation der 360°-Tour.
6 Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse hinsichtlich der Eignung von Storytelling für die Unternehmenskommunikation.
Schlüsselwörter
Digital Storytelling, Unternehmenskommunikation, 360°-Tour, Medienwirkungsforschung, Narratologie, Infotainment, Multimediastory, Interne Kommunikation, Kundenkommunikation, Empirische Analyse, Storytelling-Tools, Mediennutzung, Reputation, Usability, Multimedia Storytelling
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Masterarbeit?
Die Arbeit untersucht das Potenzial von Digital Storytelling als Kommunikationsmethode in der Unternehmenskommunikation anhand eines Pilotprojekts bei der „Jefferson City News Tribune“.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit verknüpft theoretische Kommunikationsmodelle mit der praktischen Anwendung von 360°-Touren und multimedialen Storytelling-Elementen zur Steigerung der Unternehmensreputation.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es zu evaluieren, ob Digital Storytelling bei ausgewählten Bezugsgruppen (Kunden und Mitarbeiter) als Mittel zur Informationsvermittlung und Unterhaltung erfolgreich ist.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?
Es werden eine Literaturrecherche zu relevanten Theorien sowie ein Pilotprojekt durchgeführt, welches durch eine quantitative Befragung der Nutzer und Experteninterviews empirisch evaluiert wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretische Einbettung, die Definition der Begriffe, die Beschreibung der technischen Umsetzung der 360°-Tour und die methodische Auswertung der Pilotstudie.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind Digital Storytelling, Unternehmenskommunikation, 360°-Tour, Medienwirkungsforschung und empirische Analyse.
Wie wurde die Wirksamkeit der 360°-Tour geprüft?
Durch einen Pretest mit ausgewählten Personen und eine anschließende Testrunde mit 75 Probanden, deren Feedback mittels Fragebögen und Experteninterviews ausgewertet wurde.
Welche Rolle spielt die Software „Pageflow“ in dieser Arbeit?
Pageflow dient als zentrale Online-Plattform zur technischen Zusammenführung der multimedialen Inhalte wie Videos, Texte und 360°-Bilder im Rahmen des Pilotprojekts.
Wie lautet die zentrale Schlussfolgerung hinsichtlich des Unterhaltungswerts?
Die Analyse zeigt, dass eine hohe Akzeptanz für das neue Format besteht, wenn die Inhalte einen echten Mehrwert bieten und durch eine nutzerfreundliche Gestaltung (Usability) gestützt werden.
- Arbeit zitieren
- Vanessa Schweinshaupt (Autor:in), 2017, Digital Storytelling als Methode der Kommunikation mit ausgewählter Bezugsgruppe. Chancen und Risiken, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/375605