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Küsse, Bisse. Zur Liebestragödie in Heinrich von Kleists "Penthesilea"

Title: Küsse, Bisse. Zur Liebestragödie in Heinrich von Kleists "Penthesilea"

Term Paper (Advanced seminar) , 2017 , 20 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Tara Shawket (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Heinrich von Kleist war ein polarisierender Schriftsteller, dessen Werk „Penthesilea“ gerade sein Zeitgenosse und Helios Goethe mit Abscheu begegnete. Kleist war viel daran gelegen, dass seine Werke Johann Wolfgang von Goethe gefallen, aber erfahren durfte Kleist nur kühle Ablehnung.

Wenn also die Koryphäe deutscher Literatur ein Werk so inbrünstig ablehnt, stellt sich die Frage, was an Kleists Stück, den Goethe ja durchaus als Genie benannte, so grässliche Empfindungen bei seinen Rezipienten auslösen kann?

Außerdem ist der Tod ein ständiger Begleiter in Kleists Literatur, aber gerade in „Penthesilea“ scheint er sein Grausamstes zu zeigen, passiert er doch nicht aus Hass, sondern aus Liebe.
Trotzdem ist es nicht das Ziel meiner Arbeit das Augenmerk auf die Ermordung Achills durch Penthesilea zu richten, sondern herauszufinden wieso, obwohl der Tod doch eigentlich das bittere Ende und den nicht-heroischen Untergang der Helden bedeutet, der Ausgang des Stückes vollkommen befriedigend ist und sich kein treffenderes Ende vorstellen lässt?

Um davon überzeugt zu sein, dass der Tod das Richtige für die Heldenfigur der Penthesilea ist, gilt es zuvor ihre Person und ihre sozialen Rollen genauer zu betrachten.
Eine besondere Faszination geht von Penthesilea auch aus, weil Kleist ihr Wesen mit seinem Innersten beschrieb und er sein eigenes Leben wie das Leben der Titelgeberin in einem Selbstmord enden lässt. Beide Seelen erfahren Demütigungen sowie Kränkung und sind, jeglichem gesellschaftlichen Prestige und allen Bemühungen zum Trotze, nicht in der Lage ihr Glück auf Erden zu finden.

Weil, wie der Dichter selbst angibt, in „Penthesilea“ Heinrich von Kleist zu finden ist, möchte ich der Frage auf den Grund gehen, ob sich des Autors „innerstes Wesen“ auch im Ausgang des Stücks wiederfinden lässt und auf Kleists noch bevorstehenden Suizid deutet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Autor und Zeit

2.1 Historische Kontexteinbettung

2.2 Charakterisierung der Protagonisten

3. Penthesilea

3.1 als Amazone

3.2 als Königin

3.3 als Liebende

3.4 Schmerz, Gefühl und Wahnsinn als Wesensmerkmale

4. Katharsis

4.1 Ambivalenz der Gesetzesordnung

4.2 Die Funktion der absoluten Liebe

4.3 Der Tod als Doppelschluss

5. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Heinrich von Kleists „Penthesilea“ als Liebestragödie und analysiert, inwiefern der Tod der Protagonistin nicht nur als gewaltsames Ende, sondern als notwendige Konsequenz ihrer existentiellen Zerrissenheit und als Spiegel von Kleists eigenem inneren Wesen zu verstehen ist.

  • Die psychologische Verbindung zwischen Autor und Werk.
  • Die Spannung zwischen gesellschaftlichen Normen und individuellem Begehren.
  • Die Transformation von Schmerz, Liebe und Wahnsinn in der Tragödie.
  • Die Funktion des Liebestodes als Beweis absoluter Hingabe.
  • Das Verhältnis zwischen Autorität, Gesetz und individueller Freiheit.

Auszug aus dem Buch

3.4 Schmerz, Gefühl und Wahnsinn als Wesensmerkmale

Es wurde viel darüber diskutiert in wie weit das Schmerzgefühl der Protagonistin den Schmerz Kleists verkörpert. Penthesileas Schmerz beginnt als ihre Mutter Otrere im Sterben liegt. Die Todesstunde ihrer Mutter bewegt die Amazonenprinzessin weitaus mehr als der Trojanische Krieg.

„Du wirst den Peleiden dir bekränzen: Werd eine Mutter, stolz und froh, wie ich -“

Mit dieser Prophezeiung verstirbt die Mutter und Penthesilea wird zur Königin der Amazonen, die ihren eigenen Kummer im Jubel des Volkes über ihre neue Königin verstummen lassen muss.

„- Lange weint ich, Durch einen ganzen kummervollen Mond, An der Verblichnen Grab, die Krone selbst, Die herrenlos am Rande lag, nicht greifend, Bis mich zuletzt der wiederholte Ruf Des Volks, das den Palast mir ungeduldig, Bereit zum Kriegeszug, umlagerte, Gewaltsam auf den Thron riss. Ich erschien, Wehmütig strebender Gefühle voll, Im Tempel Mars’, den Bogen gab man mir, Den klirrenden, des Amazonenreichs, Mir war, als ob die Mutter mich umschwebte, Da ich ihn griff, nichts schien mir heiliger, Als ihren letzten Willen zu erfüllen.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die literarische Bedeutung von Heinrich von Kleist und stellt die Forschungsfrage nach der Notwendigkeit des tragischen Ausgangs in „Penthesilea“ im Kontext des Autors.

2. Autor und Zeit: Dieses Kapitel bettet das Werk in die Biografie Kleists ein und untersucht, wie gesellschaftliche Umbrüche sowie Kleists persönlicher Lebenskontext das Drama beeinflussten.

3. Penthesilea: Das Kapitel analysiert die verschiedenen Facetten der Protagonistin, von ihrer Rolle als Amazone und Königin bis hin zu ihrem emotionalen Verfall durch Schmerz und Wahnsinn.

4. Katharsis: Die Untersuchung befasst sich mit der dramentechnischen Grenzüberschreitung, der Ambivalenz von Gesetzen, der absoluten Liebe und dem Tod als finales Mittel der Erlösung.

5. Schluss: Das Fazit resümiert, dass das Drama als Manifest der Grenzüberschreitung zu lesen ist, und zieht Parallelen zwischen dem Suizid der Figur und dem des Autors.

Schlüsselwörter

Heinrich von Kleist, Penthesilea, Liebestragödie, Wahnsinn, Katharsis, Amazonen, Achill, absoluter Liebestod, Staatskritik, gesellschaftliche Normen, psychologische Deutung, Schmerz, Identitätskonflikt, Suizid, Geschlechterrollen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Heinrich von Kleists Drama „Penthesilea“ und untersucht die tiefe Verbindung zwischen den zentralen Motiven des Werkes und dem inneren Wesen sowie der Biografie des Autors.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die Ambivalenz von gesellschaftlichen Gesetzen, die Zerstörungskraft einer von gesellschaftlichen Normen isolierten Liebe und die literarische Darstellung von Schmerz und Wahnsinn.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es zu begründen, wieso der Tod der Heldin Penthesilea für das Werk nicht nur notwendig, sondern als befriedigender und „richtiger“ Ausgang der Tragödie zu verstehen ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse angewandt, die psychologische Ansätze nutzt und das Werk intensiv mit Kleists Briefen und biographischen Daten in Beziehung setzt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Rolle der Protagonistin in ihrer gesellschaftlichen Struktur, die Funktion der absoluten Liebe als Gegenentwurf zum Gesetz sowie die Bedeutung von Katharsis und Tod analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich besonders durch Begriffe wie Liebestragödie, Grenzüberschreitung, Identitätskonflikt und existenzielle Verzweiflung beschreiben.

Inwiefern beeinflusste die Mutter-Tochter-Beziehung Penthesileas Handeln?

Das Werk zeigt, dass Penthesileas gesamtes Handeln, insbesondere ihr Streben, Achill zu bekränzen, auf den Versuch zurückgeht, den letzten Willen ihrer verstorbenen Mutter zu erfüllen, was sie in Konflikt mit den Gesetzen der Amazonen bringt.

Warum wird der Selbstmord der Heldin als „Doppelschluss“ bezeichnet?

Der Begriff beschreibt, dass Penthesilea durch den Tod sowohl der irdischen Schuld und dem gesellschaftlichen Zwang entkommt als auch eine ewige Verbundenheit zu ihrem geliebten Achill erreicht.

Welche Rolle spielt die „dritte Instanz“ im Drama?

Die „dritte Instanz“, etwa staatliche oder gesellschaftliche Regeln, fehlt oder wird von den Protagonisten negiert, was die Liebe in einen absoluten, aber auch hochgradig unsicheren und zerstörerischen Raum führt.

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Details

Title
Küsse, Bisse. Zur Liebestragödie in Heinrich von Kleists "Penthesilea"
College
LMU Munich
Grade
2,0
Author
Tara Shawket (Author)
Publication Year
2017
Pages
20
Catalog Number
V375632
ISBN (eBook)
9783668545939
ISBN (Book)
9783668545946
Language
German
Tags
Penthesilea Heinrich von Kleist deutsche Literatur Tod Hass Liebe Dichter Suizid Goethe Katharsis
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tara Shawket (Author), 2017, Küsse, Bisse. Zur Liebestragödie in Heinrich von Kleists "Penthesilea", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/375632
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