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Das Herr-Knecht-Verhältnis aus Hegels "Phänomenologie des Geistes" bei Jean-Paul Sartre

Titel: Das Herr-Knecht-Verhältnis aus Hegels "Phänomenologie des Geistes" bei Jean-Paul Sartre

Hausarbeit , 2014 , 11 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Dr. Anton Stengl (Autor:in)

Philosophie - Philosophie des 19. Jahrhunderts
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Mein reines Für-sich-Bewusstsein (der ´Herr´) hängt von einem anderen Bewusstsein (dem ´Knecht´) ab, mit dem ein dialektisches Verhältnis der Einheit der Gegensätze als bestimmend für mein Selbstbewusstsein eingegangen wird. Davon abgeleitet lässt sich sagen, dass mein Für-sich-sein überhaupt vom Anderen abhängt. Das heißt, es ist von seiner Anerkennung abhängig. Dies gilt reziprok auch für den Anderen, für sein Für-sich-sein.
Für jeden ist der Andere also der ´Knecht´ und er selbst ist der ´Herr´ in dem gleichen Verhältnis, in dem die beiden Teile des jeweiligen, verdoppelten Selbstbewusstseins zueinander stehen.
„Der geniale Einfall Hegels besteht also darin, mich in meinem Sein vom Anderen abhängig sein zu lassen.“1
Der Andere kann daher in seiner Existenz logischerweise gar nicht mehr angezweifelt werden, weil dieser Zweifel Ausdruck eines Ich-Bewusstseins wäre, das ohne die vorhergehende Anerkennung des Anderen gar nicht zustande gekommen wäre!

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Das Selbstbewusstsein: das ´Herr und Knecht´- Bild bei Hegel

2. Sartre und Hegel

3. Äußerungen zu Sartre-Hegel

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rezeption und kritische Weiterentwicklung des Hegelschen Herr-Knecht-Verhältnisses im philosophischen Denken von Jean-Paul Sartre. Dabei wird analysiert, wie Sartre Hegels Konzept nutzt, um das Problem der Intersubjektivität zu beleuchten und gleichzeitig von einer erkenntnistheoretischen zu einer ontologischen Perspektive überzugehen.

  • Die Analyse der Dialektik von Herr und Knecht bei G. W. F. Hegel.
  • Die Integration und Modifikation des Hegelschen Modells in Sartres Ontologie.
  • Die Problematik der Intersubjektivität und der solipsistischen Position.
  • Der Übergang vom Herr-Knecht-Verhältnis zum Konzept des „Blicks“.
  • Die Rezeption der Thematik in der Literatur und zeitgenössischen Philosophie.

Auszug aus dem Buch

Sartre und Hegel

Die philosophischen Ausgangspunkte des Existentialismus von Jean-Paul Sartre sind nicht nur Descartes und Husserl, sondern auch Hegel. In seinem Buch ´Das Sein und das Nichts´ von 1943, Untertitel: ´Versuch einer phänomenologischen Ontologie´, folgt auf die Behandlung der Themen Sein und Nichts, sowie ´Das Für-sich´ der Teil ´Das Für-andere´ (Dritter Teil), in dem es um die „Fremdexistenz“ geht und den „Seinszusammenhang mit dem Sein Anderer“. Hier bringt Sartre das Herr-Knecht-Beispiel im Zusammenhang mit seiner Überlegung zum Solipsismus.

Die Frage ist folgende: Wie können wir zweifelsfrei wissen, dass andere menschliche Wesen existieren, ausgehend von uns als Subjekt? Das einfache ´Erkennen´ wird von Sartre nicht akzeptiert, denn für das Funktionieren einer Erkenntnistheorie wird die von uns unabhängig existierende Umwelt vorausgesetzt, in der die einzelnen Personen (Subjekte) nicht anders zueinander stehen als wie raum-zeitlich existierende Gegenstände, also in einer an-sich seienden Beziehung. Dieses Verhältnis der ´Exteriorität´ zu den Anderen entspräche einem Verhältnis „zweier getrennter Substanzen“. Es gibt keine Auskunft darüber, ob es sich um ´Andere´ handelt, die als solche Einfluss auf mich nehmen können, in Sartre´s Terminologie: von denen ich ´affiziert´ werden kann. Dieser Effekt der ´Affizierung´ ist bei Dingen natürlich nicht möglich, er ist anderen Personen vorbehalten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Das Selbstbewusstsein: das ´Herr und Knecht´- Bild bei Hegel: Dieses Kapitel erläutert die Hegelsche Dialektik der gegenseitigen Abhängigkeit zwischen Herr und Knecht und die Bedeutung der Arbeit für die Entwicklung des Selbstbewusstseins.

2. Sartre und Hegel: Hier wird untersucht, wie Sartre Hegels Herr-Knecht-Dialektik in seine existenzialistische Ontologie integriert, um das Problem der Intersubjektivität jenseits des Solipsismus zu adressieren.

3. Äußerungen zu Sartre-Hegel: Dieser Abschnitt analysiert die literarische und philosophische Auseinandersetzung mit dem Herr-Knecht-Verhältnis, insbesondere unter Berücksichtigung der Kommentare von Debbie Evans und Alfred Betschart.

Schlüsselwörter

Herr-Knecht-Verhältnis, Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Jean-Paul Sartre, Existentialismus, Intersubjektivität, Solipsismus, Phänomenologie, Selbstbewusstsein, Anerkennung, Für-sich, Der Blick, Fremdexistenz, Verdinglichung, Ontologie, Bewusstsein.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der philosophischen Rezeption des berühmten Hegelschen Herr-Knecht-Verhältnisses durch den französischen Existenzialisten Jean-Paul Sartre.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den zentralen Themen gehören die Intersubjektivität, das ontologische Verhältnis zum Anderen, die Kritik am Solipsismus und die moralphilosophische Konsequenz der menschlichen Freiheit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Sartre Hegels Modell als Ausgangspunkt nutzte, um die Existenz des Anderen zu beweisen und wie er diese Dialektik später durch sein eigenes Konzept des „Blicks“ weiterentwickelte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine philosophische Textanalyse, die Primärquellen von Hegel und Sartre in einen Vergleich setzt und durch die Einbeziehung zeitgenössischer Sekundärliteratur kontextualisiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Hegelschen Position, deren Übernahme und Kritik durch Sartre sowie die kritische Reflexion des Themas durch Forscher wie Debbie Evans.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Intersubjektivität, Herr-Knecht-Dialektik, Ontologie und Existentialismus geprägt.

Inwiefern unterscheidet sich Sartres Blick vom Hegelschen Herr-Knecht-Verhältnis?

Sartre löst die dialektische Gegenseitigkeit des Herrn und Knechts auf und ersetzt sie durch das asymmetrische Verhältnis des Blicks, bei dem das Subjekt zum Objekt für den Anderen wird.

Wie bewertet die Arbeit Sartres Verhältnis zu Hegel?

Die Arbeit stellt fest, dass Sartre zwar Hegels Begriffe aufgriff, um sein eigenes System zu erklären, jedoch kein „Hegelianer“ war und Hegels idealistische Schlussfolgerungen ablehnte.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Herr-Knecht-Verhältnis aus Hegels "Phänomenologie des Geistes" bei Jean-Paul Sartre
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Note
2,0
Autor
Dr. Anton Stengl (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
11
Katalognummer
V375682
ISBN (eBook)
9783668548053
ISBN (Buch)
9783668548060
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hegel Sartre
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dr. Anton Stengl (Autor:in), 2014, Das Herr-Knecht-Verhältnis aus Hegels "Phänomenologie des Geistes" bei Jean-Paul Sartre, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/375682
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Leseprobe aus  11  Seiten
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