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Sklaven in der Gesellschaft des römischen Kaiserreiches

Title: Sklaven in der Gesellschaft des römischen Kaiserreiches

Scientific Essay , 2004 , 28 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Ivonne Schrobenhauser (Author)

World History - Early and Ancient History
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Einleitung

Wer sich mit der Sklaverei in der römischen Kaiserzeit beschäftigt, hat es nicht mit dem Sklaven (servus) zu tun, sondern mit verschiedenen Sklaven. Denn ihre Welt war nur bezüglich weniger Faktoren einheitlich. 1 Die prägnanteste Eigenschaft, die alle Sklaven zusammen verband, war ihr rechtlicher Status. Dieser grenzte sie streng von den Freien in der Gesellschaft ab und machte sie zum Besitz Fremder.

Hingegen gab es eine große Anzahl von Merkmalen, welche die Sklaven als eine heterogene Gruppe innerhalb der römischen Gesellschaft charakterisierte. So unterschieden sich ihre Lebens- und Arbeitssituationen sowie ihre wirtschaftliche Lage teilweise deutlich voneinander, wobei ein großes Gefälle zw ischen Stadt und Land vorhanden war. Daher hatte es keinesfalls automatisch zu bedeuten, dass sich ein Mensch der Antike in einer elenden Lage befand, wenn er ein Sklave war. Nicht alle Sklaven mussten „Sklavenarbeit“ ve rrichten, denn sie wurden für die unterschiedlichsten Arbeiten eingesetzt.2 Die Spannweite reichte dabei von Sklaven, die in Bergwerken schuften mussten bis zu solchen, die als Geschäftsführer tätig waren. Da im Römischen Reich fast jeder arbeitete und Sklaven in nahezu allen Tätigkeitsbereichen vertreten waren, teilten sie ihr Berufsleben nicht selten mit Freigeborenen (ingenui) und Freigelassenen (liberti). Auch nach der Arbeit waren Sklaven teilweise in das Alltagsleben der Freien integriert. In den Städten hatten sie Zutritt zu Kulten, Massenunterhaltungen und Freizeit-Aktivitäten, an denen auch Freie teilnahmen, vorausgesetzt sie erhielten die Erlaubnis ihres Herrn (dominus).3 Zudem waren viele Sklaven äußerlich nicht von den Freien zu unterscheiden, da das einfache Volk die gleiche Kle idung trug wie sie.4

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Juristische Position

2. Arbeits- und Lebensbedingungen

2.1. Landsklaven

2.2. Haussklaven

2.3. Privatsklaven in anderen Bereichen

2.4. Öffentliche Sklaven

3. Ansehen und soziale Stellung

Zusammenfassung

Anhang

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht die heterogene Lebens- und Arbeitssituation von Sklaven im Römischen Kaiserreich und analysiert, wie sich ihr rechtlicher Status als "Sache" zu ihrer tatsächlichen sozialen Einordnung verhielt. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwieweit soziale Mobilität und unterschiedliche Tätigkeitsbereiche den Status der Sklaven zwischen völliger Rechtlosigkeit und relativer Privilegierung prägten.

  • Rechtliche Grundlagen und der Status der Sklaven im römischen Zivilrecht
  • Differenzierung der Arbeitsbereiche: Land-, Haus-, Gewerbe- und öffentliche Sklaven
  • Die Auswirkungen der Gesetzgebung auf den Sklavenschutz
  • Soziologische Modelle zur Einordnung der Sklaven in die römische Gesellschaft
  • Der Einfluss von Herrschaftsstrukturen und der Hausgemeinschaft (familia) auf die Lebensbedingungen

Auszug aus dem Buch

1. Juristische Position

Das römische Recht vereint das Naturrecht (ius naturale), welches für alle Lebewesen gültig ist, das Völkerrecht (ius gentium), das für die Menschen verbindlich ist und das Zivilrecht (ius civile), welches nur für die römischen Bürger Relevanz hat.5 „Die Sklaverei ist eine Einrichtung des Völkergemeinrechts, durch die jemand entgegen dem Naturzustand dem Eigentum eines anderen unterworfen wird.“6, erklärt der römische Jurist Florentinus (2. Jh. n. Chr.). Die Sklaverei ist demnach eine Institution des Völkerrechts, das im Gegensatz zum Naturrecht, in dem alle Lebewesen gleich sind, den Besitz von Menschen legitimiert und somit die Erdenbürger in Herren und Sklaven unterteilt.

Ein häufiger Grund für den Verlust der Freiheit in der Antike war die Kriegsgefangenschaft, denn nach dem Völkerrecht durften die Sieger ihre Gefangenen (captivi) zu Sklaven machen. Auf diese Weise haben die Römer seit dem 3. Jh. v. Chr. große Menschenmassen versklavt. Ferner gerieten wenige Bürger durch Strafe in Sklaverei (servus poenae), wenn sie ein besonders schweres Verbrechen begangen hatten. Die Sklaven wurden auf Sklavenmärkten verkauft, welche zudem durch Seeräuber und verarmte Leute, die ihre Kinder veräußerten oder aussetzten, beliefert wurden. 7

Der Sklavenstatus beschränkte sich nicht nur auf den Einzelnen, sondern wirkte sich auch auf die folgenden Generationen aus, denn nach der Geburt eines Kindes wurde der Status der Mutter automatisch auf das Neugeborene übertragen. Diese gesetzliche Regelung galt nicht nur, wenn der Vater ein Sklave war, sondern auch, wenn er ein römischer Bürger war.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung verdeutlicht, dass Sklaven keine homogene Gruppe bildeten, sondern in ihren Lebens- und Arbeitsbedingungen sowie ihrem rechtlichen Status stark differierten.

1. Juristische Position: Dieses Kapitel erläutert den rechtlichen Status des Sklaven als Objekt und Eigentum eines Herrn, der ihn von der freien Bevölkerung trennte.

2. Arbeits- und Lebensbedingungen: Das Kapitel analysiert die verschiedenen Einsatzgebiete von Sklaven, von der harten Arbeit in der Landwirtschaft und im Bergbau bis hin zu administrativen Aufgaben im städtischen oder öffentlichen Dienst.

2.1. Landsklaven: Dieser Abschnitt thematisiert die oft prekären Bedingungen auf landwirtschaftlichen Gütern und die Abhängigkeit von der patriarchalen Gewalt des Herrn.

2.2. Haussklaven: Hier wird das Leben von Sklaven in städtischen Hausgenossenschaften beleuchtet, die häufiger direkten persönlichen Kontakt zu ihren Besitzern hatten.

2.3. Privatsklaven in anderen Bereichen: Dieser Teil beschreibt den Einsatz von Gewerbesklaven in Handwerksbetrieben und ihre Rolle bei der Sicherung der wirtschaftlichen Einkünfte der Bürger.

2.4. Öffentliche Sklaven: Das Kapitel beschreibt den Status öffentlicher Sklaven, die im Dienst von Städten standen und oft eine Sonderstellung mit festem Gehalt innehatten.

3. Ansehen und soziale Stellung: Hier werden soziologische Modelle diskutiert, um die Einordnung von Sklaven in die römische Gesellschaftsstruktur und ihre soziale Mobilität darzustellen.

Schlüsselwörter

Sklaverei, Römisches Kaiserreich, servus, Rechtsstellung, Landsklaven, Haussklaven, öffentliche Sklaven, Arbeitsbedingungen, Sklavenschutz, familia, Sozialpyramide, Gesellschaftsstruktur, Rechtlosigkeit, Eigentum, manusmissio.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Situation von Sklaven im Römischen Kaiserreich und untersucht, wie deren Leben trotz eines einheitlichen rechtlichen Status als "Sache" durch unterschiedliche Arbeitsumfelder und soziale Einflüsse geprägt war.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die juristische Definition der Sklaverei, die Lebens- und Arbeitsbedingungen in verschiedenen Bereichen (Land, Haushalt, Handwerk, öffentlicher Dienst) sowie die gesellschaftliche Einordnung der Sklaven durch soziologische Modelle.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass die Sklaven keine gleichartige Gruppe bildeten, sondern eine heterogene Gesellschaftsschicht mit sehr unterschiedlichen sozialen Perspektiven und Lebensrealitäten darstellten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse antiker Quellen und juristischer Texte sowie auf die Auswertung moderner Forschungsliteratur, um die soziale Struktur mittels spezifischer Gesellschaftsmodelle zu veranschaulichen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des rechtlichen Status, die detaillierte Beschreibung verschiedener Sklavenkategorien wie Land- und Haussklaven sowie die Analyse der sozialen Stellung anhand theoretischer Modelle von Forschern wie Alföldy und Vittinghoff.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Sklaverei, Römisches Kaiserreich, Rechtsstellung, Sklavenschutz, familia und die Einordnung in die soziale Pyramide der römischen Gesellschaft charakterisiert.

Wie unterschied sich die Lage von Landsklaven von der von Haussklaven?

Landsklaven waren oft harten, physischen Bedingungen und ständiger Kontrolle ausgesetzt, während Haussklaven in Städten häufiger von einer gewissen Nähe zu den Herren und anspruchsvolleren, teils geistigen Tätigkeiten profitierten.

Welche Rolle spielten die sogenannten öffentlichen Sklaven?

Öffentliche Sklaven befanden sich im Besitz der Stadtgemeinden, übten oft administrative Tätigkeiten aus, erhielten teils ein Gehalt und verfügten über Privilegien, die sie von der Masse der privaten Sklaven abhoben.

Warum verbesserte sich die Situation der Sklaven im Laufe der Kaiserzeit?

Durch neue philosophische Einflüsse und kaiserliche Edikte, die besonders grausame Behandlungen unter Strafe stellten, verbesserte sich der Schutz der Sklaven sukzessive, auch wenn die grundlegende rechtliche Unterordnung erhalten blieb.

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Details

Title
Sklaven in der Gesellschaft des römischen Kaiserreiches
College
University of Rostock
Grade
1,0
Author
Ivonne Schrobenhauser (Author)
Publication Year
2004
Pages
28
Catalog Number
V37569
ISBN (eBook)
9783638368667
Language
German
Tags
Sklaven Gesellschaft Kaiserreiches
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ivonne Schrobenhauser (Author), 2004, Sklaven in der Gesellschaft des römischen Kaiserreiches, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/37569
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