Das "Financial Fairplay" in der UEFA und eine Analyse der Auswirkungen auf den deutschen Profifußball

Der deutsche Profifußball und das Financial Fairplay. Ein Konzept der UEFA


Bachelorarbeit, 2016

75 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

II
Inhaltsverzeichnis
Seite
Abbildungsverzeichnis ... IV
Tabellenverzeichnis ... V
Abkürzungsverzeichnis ... VI
1
Einleitung ... 1
1.1
Zielsetzung und Aufbau der Arbeit ... 1
1.2
Der Wettbewerb im Profifußball ... 2
2
Grundlagen zum Fußballmanagement ... 6
2.1
Definitionen und Abgrenzung ... 6
2.2
Die Organisationsstruktur im internationalen Fußball ... 9
3
Der Lizenzierungsprozess in Deutschland ... 11
3.1
Das ,,Financial ­
Fairplay" Konzept der UEFA
... 11
3.1.1
Hintergrund ... 11
3.1.2
Klublizenzierung ... 12
3.1.3
Rechnungslegungspflichten der Klubs ... 13
3.1.4
Klub-Monitoring und Break-Even-Vorschrift ... 16
3.1.5
Kritik ... 20
3.2
Weitere Richtlinien ... 22
3.2.1
Das Lizenzierungsverfahren der DFL ... 22
3.2.2
Die ,,50+1" ­
Regel ... 25

III
4
Auswirkungen auf den deutschen Profifußball ... 28
4.1
Maßgebliche Gesellschaftsformen von Profifußballklubs ... 28
4.1.1
Der Fußballklub als e.V. ... 29
4.1.2
Der Fußballklub als GmbH ... 32
4.1.3
Der Fußballklub als AG ... 34
4.1.4
Der Fußballklub als GmbH & Co. KGaA ... 36
4.2
Relevante Finanzierungsoptionen im Profifußball ... 38
4.2.1
Erwartungen und Einfluss der Stakeholder von Fußballklubs ... 38
4.2.2
Die Innenfinanzierung von Fußballunternehmen ... 44
4.2.3
Die Außenfinanzierung von Fußballunternehmen ... 48
5
Wirtschaftliche Analyse deutscher Fußballklubs ... 53
6
Schlusswort und Entwicklungstendenz ... 58
Quellenverzeichnis...
..62

IV
Abbildungsverzeichnis
Seite
Abb. 1: Sportlicher vs. Wirtschaftlicher Erfolg
4
Abb. 2: Übersicht Finanzierungsarten 8
Abb. 3: Organisationsstruktur der Fußballadministration
10
Abb. 4: Konzernstruktur Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA
15
Abb. 5: Szenarien hinsichtlich der Break-Even-Vorschrift
19
Abb. 6: Liquiditätsberechnung i.S.d. LO
24
Abb. 7: Einfluss der Stakeholder auf die Finanzierung des Klubs
43
Abb. 8
: Umsatzwachstum der 1. Bundesliga in Milliarden
44
Abb. 9: Bundesliga Einnahme-
Mix 2014 / 2015 in Mio.
45
Abb. 10: Außenfinanzierungsinstrumente von Fußballklubs
50

V
Tabellenverzeichnis
Seite
Tab. 1: Berechnung des FFP-Break-Even-Ergebnisses
18
Tab. 2: Rechtsformen von Profiabteilungen in Deutschland
29
Tab. 3: Rangfolge Umsatzerlöse absolut
53
Tab. 4: Rangfolge Schulden/Fremdkapital absolut
54
Tab. 5: Rangfolge Jahresüberschuss
54
Tab. 6: Rangfolge Eigenkapitalquote
54
Tab. 7: Rangfolge Umsatzrentabilität
55
Tab. 8: Abschlusstabelle zur wirtschaftlichen Situation
55

VI
Abkürzungsverzeichnis
AG
Aktiengesellschaft
AO
Abgabenordnung
AktG
Aktiengesetz
BGB
Bürgerliches Gesetzbuch
DFB
Deutscher Fußball-Bund e.V.
DFL
DFL Deutsche Fußball Liga GmbH
ECA
European Club Association
e.V.
Eingetragener Verein
FFP
UEFA Club Licensing and Financial Fair Play Regulations
FIFA
Fédération Internationale de Football Association
FKKK
UEFA-Finanzkontrollkammer für Klubs
GmbH
Gesellschaft mit beschränkter Haftung
GmbHG
GmbH-Gesetz
HGB
Handelsgesetzbuch
IFRS
International Financial Reporting Standards
KGaA
Kommanditgesellschaft auf Aktien
LO
Lizenzierungsordnung der DFL
UEFA
Union of European Football Associations

1
1 Einleitung
Der Fußballsektor ist eine seit Jahren stark wachsende Branche und mittlerwei-
le ein durchaus bedeutender Wirtschaftsfaktor in Deutschland. So erwirtschafte-
ten die 18 Bundesligak
lubs mit 2,62 Milliarden in der Saison 2014/2015 den
elften Umsatzrekord in Folge und verzeichneten ein Umsatzwachstum in Höhe
von 6,94% im Vergleich zum Vorjahr.
1
Allerdings ist das wirtschaftliche Ausmaß
und das schnelle Wachstum der Branche für die Fußballklubs mit hohen Risi-
ken und finanziellen Unsicherheiten verbunden, weshalb viele dieser Klubs mit
Investitionsfallen, hohen Schulden und Finanzierungsschwierigkeiten zu kämp-
fen haben. Um die Risiken einzudämmen, die Klubs zu einem solideren Wirt-
schaften zu bewegen und um den Wettbewerb zu erhalten und nachhaltig zu
fördern, müssen die Klubs sich einigen finanziellen Richtlinien unterwerfen.
Hierzu zählt insbesondere das UEFA Club Licensing and Financial Fair Play
Regulations
­
Konzept (FFP) der Union of European Football Associations
(UEFA), welches der Hauptuntersuchungsgegenstand dieser Arbeit ist.
1.1 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
Das Ziel dieser Arbeit ist die Untersuchung der Inhalte des FFP und insbeson-
dere die Analyse der Auswirkungen auf den deutschen Profifußball. Um den
gesamten Rahmen darstellen zu können, in dem die Klubs sich innerhalb ihrer
Finanzierung bewegen können, ist es außerdem wichtig, die zusätzlichen wirt-
schaftlichen Regularien des Deutschen Fußball-Bundes e.V. (DFB) bzw. der
DFL Deutschen Fußball Liga GmbH (DFL) und den Einfluss der Stakeholder auf
die Klubs zu analysieren.
Um die ausufernden Investitionen der Klubs und die damit verbundenen Risiken
zu verstehen, die der Grund für die Einführung des FFP waren, ist es notwen-
dig, die Wettbewerbsstrukturen im Profifußball darzustellen, welche im folgen-
den Abschnitt behandelt werden. Anschließend werden in Kapitel 2 die Grund-
lagen zum Fußballmanagement dargelegt. Hierzu werden die wichtigsten Be-
1
Vgl. DFL 2016, S. 10.

2
griffe definiert und abgegrenzt. Weiterführend wird die Organisationsstruktur im
Profifußball dargestellt, um zu verstehen, welchen Organen sich die Klubs hin-
sichtlich finanzieller Vorschriften unterwerfen müssen. Kapitel 3 stellt den Li-
zenzierungsprozess in Deutschland dar. Zunächst wird das FFP
­
Konzept aus-
führlich erläutert und hinsichtlich der Lizenzierung, der Rechnungslegungs-
pflichten für die Klubs und dem zentralen Element, dem Klub-Monitoring, unter-
sucht. Außerdem werden die Lizenzierungsvorschriften der DFL und die so ge-
nannte 50+1
­
Regel aufgezeigt. In Kapitel 4 werden die Auswirkungen dieser
Regularien auf den deutschen Profifußball analysiert. Die Thematik wird zu-
nächst hinsichtlich der unterschiedlichen gesellschaftsrechtlichen Formen der
Klubs gegliedert. Es soll festgestellt werden, für welche Klubform das FFP sich
aus welchen Gründen eher positiv oder eher negativ auswirkt. Im zweiten
Schritt werden die Auswirkungen des FFP auf die Innen- und die Außenfinan-
zierung der Klubs untersucht. Zusätzlich wird der Einfluss der Stakeholder auf
die Fußballklubs und die Gestaltung ihres Finanzierungsmixes erklärt. Das Ziel
dieses Abschnittes ist die Feststellung der effektivsten und erfolgverspre-
chendsten Instrumente der Fußballklubfinanzierung innerhalb der gegebenen
Rahmenbedingungen, insbesondere im Rahmen des FFP. Kapitel 5 beinhaltet
die praktische Untersuchung der Jahresabschlüsse von verschiedenen deut-
schen Klubs anhand von Kennzahlen aus der Bilanzanalyse. Innerhalb dieser
Methodik wird die wirtschaftliche Lage der Klubs durch ein Punkteschema be-
wertet und es wird ein Ranking erstellt, welches die Klubs hinsichtlich der An-
forderungen des FFP abschließend bewertet.
1.2 Der Wettbewerb im Profifußball
In der freien Wirtschaft verfolgen Unternehmen traditionell das Hauptziel der
langfristigen Gewinnmaximierung, um nachhaltig erfolgreich zu sein und
Wachstum zu ermöglichen. Um dieses Ziel zu erreichen sind die Nebenbedin-
gungen der Liquidität, Produktivität und Rentabilität zu erfüllen.
2
Die Ziele eines
Fußballklubs heben sich jedoch stark von den Formalzielen anderer Wirt-
schaftssubjekte ab, da der sportliche Erfolg vor dem wirtschaftlichen Erfolg
2
Vgl. Varian, H. R. 1994, S. 23 ff.

3
steht. Allerdings ist die Erreichung der wirtschaftlichen Ziele eine wesentliche
Voraussetzung, um die sportlichen Ziele zu erreichen.
3
Es herrscht also eine
starke gegenseitige Abhängigkeit der beiden Ziele voneinander.
4
Eine höhere Positionierung in der nationalen Meisterschaft führt zu deutlichen
Mehreinnahmen an Fernsehgeldern und Übertragungsrechten, da diese über
einen Verteilungsschlüssel gemäß der Tabellenposition an die Klubs ausgezahlt
werden. Diese so genannte Leistungskomponente wurde von der DFL Deut-
sche Fußball Liga GmbH (DFL) im Zuge der Zentralvermarktung der Fernsehr-
echte der Bundesliga festgelegt.
5
Ebenso ermöglicht eine höhere Positionierung
in der Tabelle die Teilnahme an internationalen Wettbewerben wie die von der
UEFA ausgerichteten Champions League und Europa League. Durch das star-
ke nationale und internationale mediale Interesse ist die Teilnahme für die ent-
sprechenden Klubs wiederum mit wesentlichen Mehreinnahmen über die Über-
tragungsrechte, Sponsoring, Werbung, Ticketverkäufe und Merchandising ver-
bunden.
6
Wirtschaftlicher Erfolg dagegen begünstigt die Aussicht auf zukünfti-
gen sportlichen Erfolg, da nur durch ausreichendes Kapital die erforderlichen
Investitionen in den Spielerkader und das sportliche Umfeld, z. B. Trainer, Ärzte
und Betreuerstab, finanziert werden können. Somit wird die Qualität der Mann-
schaft gesteigert, welche letztlich für die Erzielung des sportlichen Erfolges ver-
antwortlich ist.
7
Die gegenseitige Abhängigkeit der Hauptziele im Zielsystem der
Fußballunternehmen wird in Abbildung 1 verdeutlicht.
3
Vgl. Erning, J. 2000, S. 191.
4
Vgl. Augustin, J. 2008, S. 28.
5
Vgl. Quitzau, J. 2015, S. 1
­
2.
6
Vgl. Franck, E. 1995, S. 165.
7
Vgl. Chemnitzer et al. 2015, S. 8.

4
Abb. 1: Sportlicher vs. Wirtschaftlicher Erfolg
Quelle: Eigene Darstellung
Ein weiteres kennzeichnendes Merkmal für das Fußballgeschäft ist der beste-
hende und systemimmanente Verdrängungswettbewerb. Dieser zeichnet sich
dadurch aus, dass "marktbeherrschende Unternehmungen u.a. dazu tendieren,
schwächere Konkurrenten vom Markt zu verdrängen."
8
Die Bundesliga ist in-
nerhalb ihres Reglements
­
wie jede Tabelle im Sport
­
ein Markt, der sich nicht
ausdehnen kann, da die Anzahl der Klubs, die in einer Liga spielen können, be-
grenzt ist. Ein Klub kann nur auf Kosten eines anderen Klubs einen höheren
Tabellenplatz erreichen. Daher müssen die Klubs jede Saison um die Plätze in
der Tabelle kämpfen, um ihre selbst definierten sportlichen Ziele zu erreichen.
Der sportliche Erfolg als Primärziel der Unternehmen und die herrschende
Wettbewerbsform des Verdrängungswettbewerbs führen im Fußballgeschäft zu
einem hohen Investitionsdruck und der Gefahr einer sehr hohen, wenn nicht
8
Vgl. Woll, A. 2008, S. 786.

5
sogar existenzbedrohenden Verschuldung, um kurzfristige Erfolge zu erzwin-
gen. Dieser hohe Investitionsdruck zwingt in Verbindung mit der engen Ver-
knüpfung von sportlichem Erfolg und dessen Basis - den wirtschaftlichen Mög-
lichkeiten der Klubs zur Innenfinanzierung - zu der der Aufnahme von externem
Kapital.
9
Aus diesem Grunde sind viele Klubs in Europa heutzutage in einer
wirtschaftlich sehr schlechten Verfassung. Einerseits befinden sie sich in einer
Investitions- und Schuldenfalle, andererseits sind sie in hohem Maße abhängig
von externen Kapitalgebern. Die UEFA hat daher Richtlinien in Form ihres Fi-
nancial Fairplay
­
Konzepts eingeführt, um die fortschreitenden Ausmaße die-
ser Problematik zu kontrollieren und die Klubs zu einem soliden Finanzma-
nagement hin zu führen.
9
Vgl. Chemnitzer et al. 2015, S. 8
­
9.

6
2 Grundlagen zum Fußballmanagement
2.1 Definitionen und Abgrenzung
In diesem Abschnitt werden relevante Grundbegriffe der Thematik definiert und
in den Kontext eingeordnet. Außerdem wird erklärt, wie die Begriffe in dieser
Arbeit diskutiert werden.
Fußballklub
Ein Fußballklub im
Sinne der UEFA ist gemäß Art. 12 Abs. 1 FFP ,,
eine rechtli-
che Einheit, welche die alleinige Verantwortung für eine Fußballmannschaft
trägt, die an nationalen und internationalen Wettbewerben teilnimmt, und die:
a) registriertes Mitglied eines UEFA-Mitgliedsverbands und/oder von dessen
angeschlossener Liga ist (nachfolgend: registriertes Mitglied); oder
b) die in einer Vertragsbeziehung zu einem registrierten Mitglied des Verbands
steht
[...]
.
"
10
In dieser Arbeit
benutzt der Autor bewusst den Begriff ,,Fußballklub"
od
er ,,Fu
ß-
ballunternehmen", da der oftmals gebrauchte Begriff ,,Fußballverein" fälschl
i-
cherweise impliziert, dass es sich bei allen Klubs noch um Vereine handelt.
Heutzutage sind allerdings viele professionelle Fußballmannschaften von ihren
Muttervereinen ausgegliedert worden und in der Form einer Kapitalgesellschaft
organisiert. Diese Thematik wird in Kapitel 4.1 eingehend erläutert.
Fußballmanagement
Der Begriff Management beinhaltet die Funktionen Zielsetzung, Planung, Ent-
scheidung, Organisation, Führung und Kontrolle. Das Fußballmanagement be-
schreibt demnach das Management eines Fußballklubs. Es ist unter anderem
verantwortlich für Investitions- und Finanzierungsentscheidungen, die in dieser
Arbeit thematisiert werden.
10
UEFA 2015a, S. 15.

7
Investition
,,Der Investitionsbereich b
einhaltet alle Maßnahmen zur Bindung finanzieller
Mittel bzw. zur Anlage von Kapital in Vermögen bzw. Geldkapital. Ziel von In-
vestitionen
ist es, neue Gewinne oder höhere Gewinne zu erwirtschaften."
11
Für
Fußballklubs sind neben Investitionen in die Infrastruktur wie ein Stadion oder
Trainingszentren insbesondere Investitionen in den Spielerkader über Transfer-
zahlungen von hoher Bedeutung. Der Investitionsdruck der Klubs ist der Grund
für die hohe Verschuldung, den vielfältigen Finanzierungsbedarf und letztlich für
die Einführung der zu thematisierenden Finanzregulierungen.
Investor
Ein Investor ist eine
,,Person oder Unternehmung, die eine Investition b
e-
treibt.
"
12
Demzufolge bindet ein Investor eines Fußballklubs Kapital im Unter-
nehmen. Betrachtet werden in dieser Arbeit Investoren im Sinne der Eigenfi-
nanzierung (z.B. über Klubeigentümer), der Beteiligungsfinanzierung (z.B. über
neue Gesellschafter des Klubs) und der Fremdfinanzierung (z.B. über Banken).
Finanzierung
,,Die Finanzierung beinhaltet sämtliche
Maßnahmen der Beschaffung finanziel-
ler Mittel, die zur Leistungserstellung im Unternehmen benötigt werden sowie
deren Rückzahlung.
"
13
Dabei wird zwischen der Innen- (Finanzierung aus
Geldmitteln, die von der Unternehmung selbst erwirtschaftet wurden) und der
Außenfinanzierung (Finanzierung aus Geldmitteln, die der Unternehmung von
außen zufließen) unterschieden.
14
In der Kategorisierung der Innenfinanzierung
spricht man von der offenen Selbstfinanzierung (Finanzierung über einbehalte-
ne, erwirtschaftete Überschüsse aus der Leistungserstellung des Unterneh-
mens) und der verdeckten Selbstfinanzierung (Finanzierung über stille Reser-
ven des Unternehmens). Die Außenfinanzierung unterteilt sich in die Eigenfi-
nanzierung (Finanzierung über die Zuführung von Kapital durch die Eigentümer
11
Schmitz et al. 2012, S. 195.
12
Arentzen, U. / Winter, E. 2013, S. 2033.
13
Schmitz et al. 2012, S. 194.
14
Vgl. Perridon, L. / Steiner, M. 2002, S. 464.

8
bzw. Gesellschafter), die Beteiligungsfinanzierung (Finanzierung über die Ei-
genkapitalbeteiligung von neuen Gesellschaftern am Unternehmen oder durch
die Schaffung von neuem Eigenkapital) und die Fremdfinanzierung (Finanzie-
rung über Fremdkapital durch Dritte).
15
Die relevanten Finanzierungsinstrumen-
te für Fußballklubs werden im Kapitel 4.2 ausführlich dargestellt. Abbildung 2
zeigt eine Übersicht über die Finanzierungsarten.
Abb. 2: Übersicht Finanzierungsarten
Quelle: Weidtmann, B. 2014, S. 71.
Lizenz
Eine Lizenz im Sinne der UEFA ist ein
,,vom Lizenzgeber erteiltes Zertifikat, das
im Rahmen des Zulassungsverfahrens für die UEFA-Klubwettbewerbe die Erfül-
lung aller Mindestkriterien durch den Lizenzbewerber bestätigt."
16
Der Lizenzie-
rungsprozess wird ausführlich in Kapitel 3 diskutiert.
15
Vgl. Schmitz et al. 2012, S. 194
­
195.
16
UEFA 2015a, S. 6.

9
2.2
Die Organisationsstruktur im internationalen Fußball
Die Organisationsstruktur des Weltfußballs weist eine Pyramidenstruktur auf.
An der Spitze steht der Fußballweltverband Fédération Internationale de Foot-
ball Association (FIFA), welcher für die Organisation von internationalen Wett-
bewerben wie der Fußball-Weltmeisterschaft verantwortlich ist.
17
Der FIFA un-
terstehen sechs Kontinentalverbände, von denen einer der europäische Konti-
nentalverband UEFA ist, welcher ebenfalls selbstständig Wettbewerbe wie die
Fußball-Europameisterschaft auf Ebene der Nationalmannschaften oder die
Champions League und Europa League auf Ebene der Klubs veranstaltet.
18
Außerdem ist die UEFA neben den Nationalverbänden verantwortlich für die
Klublizenzierung in Europa, indem sie flächendeckende Bedingungen und Auf-
lagen zur Lizenzvergabe erstellt hat. Diese Thematik wird im folgenden Kapitel
eingehend beleuchtet.
Der UEFA unterstehen 54 Nationalverbände, zu denen der Deutsche Fußball-
Bund e.V. (DFB) gehört. Für die Organisation und Abwicklung der Wettbewerbe
in der Bundesliga und 2. Bundesliga ist die DFL verantwortlich, eine Tochter
des Ligaverbandes, welcher der Zusammenschluss aller Klubs in der Bundesli-
ga und 2. Bundesliga ist.
19
Neben der UEFA ist auch der DFB bzw. die DFL für
die Lizenzvergabe an die deutschen Klubs zuständig und hat daher ein eigenes
Lizenzsystem entwickelt, welches in Kapitel 3.2.1 erläutert wird. Deutsche Fuß-
ballklubs müssen sich daher zunächst den Lizenzierungsanforderungen der
UEFA unterwerfen und anschließend zusätzlich die Auflagen von DFB bzw.
DFL erfüllen, um voll lizenzfähig zu sein. Die Gesamtadministration des Welt-
fußballs wird in der nachfolgenden Pyramide dargestellt.
17
Vgl. hierzu ausführlich www.fifa.com.
18
Vgl. hierzu ausführlich www.uefa.com.
19
Vgl. Küting, K. / Strauß, M. 2011, S. 65.

10
Abb. 3: Organisationsstruktur der Fußballadministration
Quelle: Küting, K. / Strauß, M. 2011, S. 65.
Ende der Leseprobe aus 75 Seiten

Details

Titel
Das "Financial Fairplay" in der UEFA und eine Analyse der Auswirkungen auf den deutschen Profifußball
Untertitel
Der deutsche Profifußball und das Financial Fairplay. Ein Konzept der UEFA
Hochschule
Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg in Sankt Augustin
Note
1,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
75
Katalognummer
V375717
ISBN (eBook)
9783668533097
ISBN (Buch)
9783668533103
Dateigröße
1441 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Financial Fairplay, Fußball, Sportmanagement, Fußballmanagement, UEFA, 50+1, DFB, Finanzierung, Investition, Marketing, Vermarktung, Sponsoring, Betriebswirtschaft
Arbeit zitieren
Henning Althoff (Autor), 2016, Das "Financial Fairplay" in der UEFA und eine Analyse der Auswirkungen auf den deutschen Profifußball, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/375717

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