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Natur- und Heimatschutz in Deutschland und der Kolonie Deutsch-Ostafrika. Ernst Rudorffs Essay „Über das Verhältnis des modernen Lebens zur Natur“ und die Reiseberichte Hans Meyers von 1911

Ein Vergleich

Title: Natur- und Heimatschutz in Deutschland und der Kolonie Deutsch-Ostafrika. Ernst Rudorffs Essay „Über das Verhältnis des modernen Lebens zur Natur“ und die Reiseberichte Hans Meyers von 1911

Term Paper (Advanced seminar) , 2017 , 23 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Falk Eckhoff (Author)

History of Europe - Modern Times, Absolutism, Industrialization
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Am 06. Oktober 1889 bestieg der deutsche Afrikaforscher Hans Meyer als erster Mensch erfolgreich die Spitze des Kilimandjaro, nachdem ein erster Versuch wenige Jahre zuvor scheiterte. Den Erfolg der Expedition zelebrierte Meyer postwendend mit der Taufe des Kraterrandes auf den Titel „Kaiser-Wilhelm-Spitze“. Für die Zeit, die die Kolonie Deutsch-Ostafrika bestand, stellte der Kilimandjaro eine wichtige Bedeutung für die imperialistische Ideologie des Kaiserreiches dar; als „ferner Berg Deutschlands“ in Afrika. 22 Jahre später bereiste Hans Meyer die Gebiete Ruandas, die um den Kilimandjaro liegen und hielt seine Forschungsergebnisse über die Geografie, Flora, Fauna, Land und Leute in mehreren Reisetagebüchern fest. Seine Beschreibungen werden dabei von Eindrücken, die die Natur auf Meyer ausübte geschmückt. 9 Jahre vor der Besteigung verfasste der deutsche Hochschulmusiklehrer Ernst Rudorff einen Essay, in welchen er die touristische Erschließung und die Verdrängung der Natur des Siebengebirges bei Bonn kritisierte und für eine Zurückbesinnung des Menschen zur Natur und gegen die Modernisierung plädierte.

Ziel dieser Arbeit ist es, den Diskurs, den Ernst Rudorff in seinem Essay „Über das Verhältnis des modernen Lebens zur Natur“ auf den Reisebericht Hans Meyers zu übertragen, Parallelen und Unterschiede zu finden und romantische Einflüsse aufzudecken.

Die Herangehensweise gestaltet sich dabei wie folgt, zunächst erhält die Gesellschaft zwischen dem ausgehenden 18. und dem beginnenden 21. Jahrhundert, in Bezug auf die Modernisierungsprozesse Deutschlands, Betrachtung. Daraufhin erfolgt ein kurzer biografischer Einschub zu Ernst Rudorff und der Romantik. Zusätzlich erhält der „Bund Heimatschutz“ eine kurze Betrachtung, da Ernst Rudorff maßgeblich an der Entstehung des Vereins zu Beginn des 20. Jahrhunderts mitwirkte. Der Bund befasste sich mit dem Erhalt der Natur und war einer der wichtigsten deutschen Vereine in dem Bereich. An die Kontextualisierungen findet dann Rudorffs Essay Betrachtung und abschließend der Reisebericht Hans Meyers. Im Resümee werden dann beide Schriften in Zusammenhang gesetzt.

Besonders hilfreich für die Ausarbeitung waren die deutschsprachigen Werke von Richard Hölzl, Klaus Bergmann, Thomas Bogner, Rolf Peter Sieferle und Andreas Knaut (uvm.). Aus dem englischsprachigen Raum war besonders der Aufsatz Thomas Lekans hilfreich.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Industrialisierung-Verstädterung-Bevölkerung-Natur

Über die Heimatschutzbewegung im Kaiserreich und Ernst Rudorff

Der „Bund Heimatschutz“

Hans Meyer und seine Afrikareise

Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Verhältnis von Natur- und Heimatschutz im Kaiserreich anhand des Essays „Über das Verhältnis des modernen Lebens zur Natur“ von Ernst Rudorff und vergleicht dieses mit den Landschaftsbeschreibungen in Hans Meyers Reiseberichten von 1911, um Parallelen sowie Unterschiede in der romantischen Naturwahrnehmung aufzudecken.

  • Die Auswirkungen der Industrialisierung auf Landschaft und Gesellschaft.
  • Ernst Rudorffs Ideologie des „Naturdenkmals“ und die Anfänge des Heimatschutzes.
  • Die Entstehungsgeschichte und Ziele des „Bund Heimatschutz“.
  • Hans Meyers romantische Wahrnehmung der afrikanischen Landschaft.
  • Der Vergleich von Rudorffs Theorie mit Meyers praktischen Reiseeindrücken.

Auszug aus dem Buch

Über die Heimatschutzbewegung im Kaiserreich und Ernst Rudorff

Die Natur- und Heimatschutzbewegung des 19. Jahrhunderts verankerte ihren Ursprung in der zunehmenden Industrialisierungsphase des Kaiserreichs. Während das ausgehende 18. Jahrhundert bis in die 1840er Jahre noch von einer frühindustriellen Phase geprägt war, setzte mit den 1840er Jahren und der auflebenden Wirtschaft die Phase der industriellen Blütezeit ein. Diese Periode sollte bis zum ersten Quartal des beginnenden 20. Jahrhunderts andauern.

Die Industrialisierungsphase ist hierbei vor allem von der Umstellung auf fossile Brennstoffe gekennzeichnet. Gerade die Verwendung dieser Brennstoffe führte zu einer schnell steigenden Verbreitung. Diese Verbreitung von wachsenden Industrieparks kann besonders auf den enormen Anstieg der Bevölkerung, der Landwirtschaft, den sich ausbreitenden Städten und der daraus resultierenden Verdrängung der Landschaft zurückgeführt werden. So lebten zunächst zu Beginn des 18. Jahrhunderts, ca. 24 Millionen Menschen auf dem deutschen Hoheitsgebiet. Zu Beginn des 1. Weltkrieges waren es bereits 65 Millionen. Franz-Josef Brüggemeier bezeichnet diese Entwicklung als „für die Umwelt wichtigste Veränderung im 19. Jahrhundert.“

Die wachsende Bevölkerung steht im direkten Zusammenhang mit der zunehmenden Urbanisierung der Städte, welche von der Abwanderung der Menschen aus den ländlichen Teilen des Landes und den Fortschritten der Hygiene und Medizin begünstigt wurde. Als Beispiel kann hier die Stadt Berlin dienen, deren Einwohnerzahl zwischen 1875 und 1900 von 966.859 auf 2.071.257 anstieg (114,2%). Die Städte Süddeutschlands, wie Bayern und Nürnberg verzeichneten zur selben Zeit einen Anstieg von 209% und 266% ihrer Bevölkerung.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Thematik der Verbindung von Natur- und Heimatschutz im Kaiserreich und Vorstellung der zu analysierenden Schriften von Ernst Rudorff und Hans Meyer.

Industrialisierung-Verstädterung-Bevölkerung-Natur: Untersuchung der gesellschaftlichen und industriellen Umbrüche des 19. Jahrhunderts und deren Einfluss auf die Umwelt und das Naturverständnis.

Über die Heimatschutzbewegung im Kaiserreich und Ernst Rudorff: Analyse der Ursprünge der Heimatschutzbewegung und der romantischen Ideologie von Ernst Rudorff als Gegenbewegung zur Moderne.

Der „Bund Heimatschutz“: Darstellung der Gründung und der Ziele des „Bund Heimatschutz“ als wichtigste Institution zur Bewahrung der deutschen Eigenart.

Hans Meyer und seine Afrikareise: Analyse der Reisetagebücher Hans Meyers und Vergleich der dort beschriebenen Landschaftseindrücke mit dem theoretischen Diskurs von Rudorff.

Resümee: Zusammenfassende Bewertung, ob Hans Meyers Naturwahrnehmung als „Naturdenkmal“ im Sinne Rudorffs interpretiert werden kann.

Schlüsselwörter

Heimatschutz, Ernst Rudorff, Hans Meyer, Industrialisierung, Romantik, Naturdenkmal, Landschaftsschutz, Kaiserreich, Kulturlandschaft, Modernisierung, Urbanisierung, Deutsch-Ostafrika, Naturschutz, Identität, Volkskultur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung des Natur- und Heimatschutzes im deutschen Kaiserreich und vergleicht hierbei theoretische Ansätze mit praktischen Reiseberichten.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zu den zentralen Themen gehören die Industrialisierung und Urbanisierung im 19. Jahrhundert, die Philosophie der Romantik, der Naturschutzdiskurs sowie die koloniale Reisekultur.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage zielt darauf ab, ob sich das theoretische Konzept des „Naturdenkmals“ von Ernst Rudorff auf die konkreten Reisebeschreibungen von Hans Meyer übertragen lässt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine diskursanalytische Untersuchung, bei der essayistische Schriften und Tagebuchaufzeichnungen in einen historischen und ideengeschichtlichen Kontext gesetzt werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Kontextualisierung der Industrialisierung, die Analyse der Ideologie des Heimatschutzes, die Vorstellung des „Bund Heimatschutz“ und die empirische Betrachtung der Reiseberichte von Hans Meyer.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Heimatschutz, Romantik, Naturdenkmal und moderne Landschaftsveränderung charakterisiert.

Was genau verstand Ernst Rudorff unter einem „Naturdenkmal“?

Rudorff definierte Naturdenkmäler als unberührte, ästhetisch wertvolle Landschaften, die frei von künstlichen Eingriffen und zweckrationalen Umgestaltungen der modernen Industrie sein sollten.

Gab es bei Hans Meyer explizite Kritik an der touristischen Erschließung?

Nein, im Gegensatz zu Rudorff finden sich bei Hans Meyer keine kritischen Äußerungen zur modernen Erschließung oder Zerstörung von Natur, da dieser Aspekt in seinem Fokus auf die Erkundung der Region keine Rolle spielte.

Welche Rolle spielt die Romantik in dieser Untersuchung?

Die Romantik dient als ideologischer Rahmen, aus dem heraus die Kritik an der Industrialisierung und der Wunsch nach einer Rückbesinnung zur Natur sowie zum „national-völkischen Wesen“ begründet wurden.

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Details

Title
Natur- und Heimatschutz in Deutschland und der Kolonie Deutsch-Ostafrika. Ernst Rudorffs Essay „Über das Verhältnis des modernen Lebens zur Natur“ und die Reiseberichte Hans Meyers von 1911
Subtitle
Ein Vergleich
College
Ruhr-University of Bochum  (Historische Fakultät)
Course
Hauptseminar
Grade
1,7
Author
Falk Eckhoff (Author)
Publication Year
2017
Pages
23
Catalog Number
V375740
ISBN (eBook)
9783668531079
ISBN (Book)
9783668531086
Language
German
Tags
Hans Meyer Kilimandscharo Ernst Rudorff Naturschutz Romantik Industrialisierung Bund Heimatschutz Drachenfels Natur Heimat
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Falk Eckhoff (Author), 2017, Natur- und Heimatschutz in Deutschland und der Kolonie Deutsch-Ostafrika. Ernst Rudorffs Essay „Über das Verhältnis des modernen Lebens zur Natur“ und die Reiseberichte Hans Meyers von 1911, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/375740
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