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Berlin und Hamburg in Phrasemen. Urbanität und Identität im deutschen HipHop

Title: Berlin und Hamburg in Phrasemen. Urbanität und Identität im deutschen HipHop

Seminar Paper , 2014 , 39 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Katharina Wilhelm (Author)

German Studies - Linguistics
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Im Rahmen dieser Seminararbeit im Kontext des Seminars „Sprachliche 'Fertigteile': Sprichwörter, Wendungen, Redensarten“ interessiert mich vor allem ein Phänomen, das von den HipHoppern in ihren Liedern u.a. durch Phraseme emotional bewertet, perspektiviert und kontextualisiert wird: die Zuordnung und Zugehörigkeit zu einem urbanen Raum, einer großstädtischen Heimat. Wie konstruieren die Künstler „ihre“ Großstadt durch den Gebrauch bestimmter Phraseme? Wie grenzen sie sich möglicherweise so von anderen Regionen ab? Und wie definieren sie sich vielleicht auch selbst über die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Stadt? Welche Phraseme nutzen sie, um ihre (urbane) Identität kreativ zu unterstreichen? Denn wie Ehrhardt weiter betont, können Phraseme, nach Androutsopoulos‘ Wortbildungsmittel mit „ludischer Funktion“, entscheidend „dazu beitragen, dass ein Text (…) als Produkt kreativer Anstrengung angesehen wird“. Um diesen und weiteren Fragen nachzugehen, werde ich mich auf zwei Bands konzentrieren: die bereits anfangs erwähnte Hamburger Gruppe Fettes Brot und das Berliner Ensemble Seeed bzw. deren Frontmann Peter Fox.

„Hart genug sagt man sich und gibt sich selten auf die Schnauze / und wenn wir uns mal haun, dann 'n Holsten in die Plauze.“ Diese Zeilen rappt Gaze im Lied „Nordisch by Nature“ der Hamburger Hip-Hop-Gruppe Fettes Brot. Die Liedermacher verwenden nicht nur hier eine ganze Reihe von Phrasemen, was Ehrhardt als nicht selten für den HipHop und als Teil seiner kreativen sprachlichen „Spielwiese“ beschreibt. Sprache hat im HipHop natürlich allein schon wegen des Sprechgesangs eine herausgehobene Bedeutung – aber zusätzlich stellt sie eine Welt für die Angehörigen dieser Subkultur her, bestätigt sie und ermöglicht es, sich als Akteur in ihr zu positionieren. In diesem Zusammenhang „wird die diskursive Funktion des Phraseologismengebrauchs relevant“. Phraseme beziehen sich nicht nur auf Gegenstände, Situationen oder Personen, sondern ordnen diese in einen Kontext und Diskurs ein und übermitteln eine bestimmte Perspektive auf Dinge und Lebenswelten sowie emotionale Bewertungen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Hamburger: Fettes Brot

2.1. „Nordisch by Nature“

2.2. „Hamburg Calling“

3. Die Berliner: Seeed (und Peter Fox)

3.1. „Dickes B“

3.2. „Schwarz zu Blau“

4. Hamburg versus Berlin? – Ein Vergleich

5. Zusammenfassung, Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie deutsche HipHop-Künstler durch den gezielten Einsatz von Phrasemen eine urbane Identität konstruieren und ihre jeweilige Heimatstadt, Berlin oder Hamburg, in ihren Liedtexten perspektivieren, kontextualisieren und bewerten.

  • Konstruktion von urbaner Identität durch Phraseme
  • Vergleich der städtischen Repräsentation in Hamburg und Berlin
  • Analyse der sprachlichen "Spielwiese" im HipHop
  • Rolle von Jugendsprache und Diskursmarkierungen
  • Untersuchung von positiv und negativ konnotierten Städtedarstellungen

Auszug aus dem Buch

2.2. „Hamburg Calling“

Das Lied, das 2008 veröffentlicht wurde (LAUT AG 2014), beginnt direkt in der ersten Zeile mit einem mit der Stadt Hamburg verknüpften Phrasem: „Hamburg Calling – Am Wasser gebaut!“ (Strophe eins, Zeile eins). „Am Wasser gebaut“ tauften Fettes Brot 2005 gleich ein ganzes Album (LAUT AG 2014). Laut Redensarten-Index (o.J.) steht das Phrasem für „rührselig / sentimental sein“ bzw. bezeichnet jemanden, der schnell zu weinen anfängt und stammt aus dem 19. Jahrhundert. Zunächst einmal verstehe ich das Phrasem hier als relativ wörtliche Anspielung auf Hamburg, den Geburtsort der Bandmitglieder und gewissermaßen auch der Band, der durch die Lage an Elbe und Alster ja tatsächlich am Wasser gebaut wurde und so häufig mit diesem Element verknüpft wird. Somit besteht die kreative Modifikation (zum erfolgreichen Gelingen einer Modifikation und [jugendsprachlicher] Variation von Phrasemen generell vgl. Ehrhardt 2005: 39; Ehrhardt 2007: 262; Sandig 2007: 159) meiner Meinung nach hier erneut darin, dass ein Ausdruck, der normalerweise immer idiomatisch verstanden wird, hier nicht-idiomatisch gemeint ist (Sandig 2007: 159; Ehrhardt 2005: 34).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Bedeutung von Phrasemen im HipHop als Mittel zur Konstruktion von urbaner Identität dar und führt in die Analyse der Gruppen Fettes Brot und Seeed ein.

2. Die Hamburger: Fettes Brot: Dieses Kapitel widmet sich der Hamburger Gruppe Fettes Brot und analysiert anhand der Lieder "Nordisch by Nature" und "Hamburg Calling" die sprachliche Identitätskonstruktion in Bezug auf ihre Heimatstadt.

3. Die Berliner: Seeed (und Peter Fox): Das Kapitel untersucht die Berliner Formation Seeed und den Solokünstler Peter Fox, wobei die Lieder "Dickes B" und "Schwarz zu Blau" auf ihre urbanen Bezüge hin analysiert werden.

4. Hamburg versus Berlin? – Ein Vergleich: Hier werden die Ergebnisse der Einzelanalysen gegenübergestellt, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der städtischen Identitätskonstruktion und dem Gebrauch von Phrasemen bei beiden Bands herauszuarbeiten.

5. Zusammenfassung, Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und bestätigt die Eignung von Phrasemen als Instrument zur Analyse soziokultureller Identitätskonstruktionen im HipHop.

Schlüsselwörter

HipHop, Phraseme, urbane Identität, Fettes Brot, Seeed, Berlin, Hamburg, Sprachwissenschaft, Jugendsprache, Diskurs, Liedtexte, Identitätskonstruktion, Soziolinguistik, Textanalyse, Norddeutschland

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Rolle von Phrasemen (Sprichwörter, Wendungen, Redensarten) in deutschen HipHop-Texten und wie diese zur Konstruktion urbaner Identität beitragen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Selbstdarstellung von Künstlern, Szene-Diskurse, die Repräsentation von Städten (Hamburg vs. Berlin) sowie die Verwendung von Sprache als Mittel zur Zugehörigkeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Künstler durch den Gebrauch bestimmter Phraseme "ihre" Stadt definieren, sich von anderen Regionen abgrenzen und ein bestimmtes Lebensgefühl oder eine urbane Identität vermitteln.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine linguistische Analyse ausgewählter Liedtexte unter Einbeziehung von Theorien zur Phraseologie, Jugendsprache und zum HipHop-Diskurs.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden jeweils zwei Lieder der Hamburger Gruppe Fettes Brot und der Berliner Band Seeed (inkl. Peter Fox) detailliert auf ihre Phrasem-Verwendung und deren funktionale Bedeutung hin untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über die Schlagworte HipHop, urbane Identität, Phraseme, Soziolinguistik und Textanalyse definieren.

Wie unterscheidet sich die Darstellung von Berlin und Hamburg in den Liedern?

Während Fettes Brot eher auf konkrete norddeutsche Klischees setzt, nutzt Seeed verstärkt diskursspezifische Begriffe und eine "Insider-Perspektive" auf Berlin, wobei beide Gruppen sowohl positive als auch kritisch-dystopische Züge ihrer Heimatstädte beleuchten.

Welche Rolle spielt die Jugendsprache in dieser Untersuchung?

Die Arbeit betrachtet Jugendsprache als kreative Quelle und als Merkmal für einen "sozialen Stil", der zur Abgrenzung und zur Bestätigung der Zugehörigkeit zur HipHop-Subkultur dient.

Warum spielt das Lied "Hamburg Calling" eine besondere Rolle?

Es fungiert als seltenes Beispiel einer eher negativen, fast dystopischen Auseinandersetzung einer Band mit ihrer eigenen Heimatstadt, was es von den sonst oft "Lobeshymnen-artigen" Texten abhebt.

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Details

Title
Berlin und Hamburg in Phrasemen. Urbanität und Identität im deutschen HipHop
College
University of Hamburg
Course
Sprachliche 'Fertigteile': Sprichwörter, Wendungen, Redensarten
Grade
1,0
Author
Katharina Wilhelm (Author)
Publication Year
2014
Pages
39
Catalog Number
V375795
ISBN (eBook)
9783668532120
ISBN (Book)
9783668532137
Language
German
Tags
urbanität identität hiphop rap deutschrap phraseme berlin hamburg linguistik germanistik soziolinguistik redensarten wendungen sprichwörter liedtexte fettes brot seeed peter fox
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katharina Wilhelm (Author), 2014, Berlin und Hamburg in Phrasemen. Urbanität und Identität im deutschen HipHop, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/375795
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