Maßnahmen zur Leistungssportförderung am Gymnasium


Studienarbeit, 2017

17 Seiten

Leander Thon (Autor)


Leseprobe

2
Inhalt
1.
Einleitung... 3
2.
Anforderungsprofil einer Sportschule ... 4
3.
Schulentwicklung ... 5
4.
Methode ... 7
5.
Ergebnisse ... 8
5.1 Leistungssport im Schulprofil des Gymnasiums M. ... 8
5.2 Jahrgangsstufen 5-7 ... 9
5.3 Jahrgangsstufen 8 und 9 ... 10
5.4 Gymnasiale Oberstufe ... 11
5.5 Infrastrukturelle und personelle Kapazitäten ... 12
6.
Diskussion ... 13
7.
Literatur ... 16
8.
Anhang ... 17

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1.
Einleitung
Leistungssport fordert, wie es schon der Begriff andeuten lässt, die Bereitschaft viel zu leis-
ten. Doch nur die Bereitschaft hat noch keinen Sportler zu Medaillen verholfen. Ein hoher
Trainingsumfang, spezialisierte Trainingsmethoden und optimale Voraussetzungen gehören
zum Weg des angehenden Spitzensportlers. Jedoch auch die schulischen Belastungen von
jungen Athleten steigen in den Zeiten des Zentralabiturs und G8. Dieses Problem ist in der
Schulforschung nicht unbekannt: ,,Schulpflichtige Nachwuchsathleten, die eine Karriere im
Spitzensport anstreben, stehen vor dem schwierigen Problem, ihre umfangreichen Trainings-
und Wettkampfverpflichtungen mit ihrer Schullaufbahn zu vereinbaren" (Borggrefe/Cachay
2010). Wie lassen sich diese beiden zentralen Positionen zusammenbringen?
Die Installation von NRW-Sportschulen im Bundesland Nordrhein-Westfalen ist ein erarbei-
tetes Konzept des Landesministeriums, das den Spitzensport fördern und gleichzeitig eine
individuell optimale Schullaufbahn gewährleisten soll. Große deutsche Sportler wie zum Bei-
spiel Manuel Neuer oder Mesut Özil durchliefen NRW-Sportschulen und wurden so optimal
in ihren ambitionierten Zielen gefördert. Neben der Förderung des Spitzensports, fordert das
Landesministerium von den Schulen auch Breitensportangebote und konzeptuelle Indikatoren
für eine sportliche Profilbildung der Schulen.
Die vorliegende Arbeit wird zunächst in einem theoretischen Teil die Anforderungen an eine
NRW-Sportschule darstellen, bevor der Stellenwert der Leistungssportförderung für die
Schulentwicklung erläutert wird. Aufbauend auf der Theoriearbeit wird die Fragestellung er-
arbeitet. Die Erklärung der Methode steht noch vor der Präsentation und Diskussion der Er-
gebnisse. Schlussendlich wird in einem Fazit die Forschungsfrage differenziert beantwortet.
Das Praxissemester fordert von Studierenden ,,[Forschendes] Lernen, in dessen Rahmen eine
individuelle, kritisch-konstruktive Auseinandersetzung mit Theorieansätzen, Praxisphänome-
nen und der eigenen Lehrerpersönlichkeit stattfindet" (WWU 2014, 1643). Die Auseinander-
setzung mit dem System Schule und planmäßig zielgerichteten Maßnahmen der Schule hel-
fen, den Bereich der Schulentwicklung forschend zu erkunden. Durch diese Forschungsarbeit
gab es die Möglichkeit, theoretische Rahmenvorgaben des Ministeriums in der Praxis exemp-
larisch am Leistungssport umgesetzt zu sehen.
Im Hinblick auf die Entwicklung meiner individuellen Lehrerpersönlichkeit konnte das Fach
Sport mir mit diesem Forschungsprojekt die Bedeutsamkeit des Handlungsfeldes sechs ,,im

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System Schule mit allen Beteiligten entwicklungsorientiert zusammenarbeiten" (MFKJKS
2015, 3) deutlich machen.
2.
Anforderungsprofil einer Sportschule
Sportliche Talente zu entdecken und zu fördern gehört zur großen Aufgabe des deutschen
Spitzensports. Diese große Aufgabe wird in Nordrhein-Westfalen nicht nur den Vereinen und
Sportverbänden gegeben, sondern es soll auch in der Schule eine gezielte Förderung von am-
bitionierten Schülerinnen und Schülern erfolgen. Das Land Nordrhein-Westfalen gibt daher
Schulen die Möglichkeit, sich durch besondere Maßnahmen den Titel ,,NRW-Sportschule" zu
geben. Für diese Qualifikation müssen unterschiedliche Voraussetzungen erfüllt werden, die
die Landesregierung in ihrem Papier ,,Rahmenvorgaben für NRW-Sportschulen" veröffent-
licht hat. Im Folgenden werde ich ausgewählte Aspekte dieser Vorgaben kurz vorstellen, um
diese im Anschluss mit den Maßnahmen der Praxissemesterschule abgleichen zu können.
Zu Beginn sollte festgehalten werden, dass der Titel ,,NRW Sportschule" sich nicht aus-
schließlich auf den Bereich des Leistungssports fokussiert. Zwar fordert sie ,,eine neue Quali-
tät des leistungsorientierten Sports [...] und zugleich die Förderung sportlich hochbegabter
Schülerinnen und Schüler sicherzustellen" (MFKJKS 2015, 1) und verdeutlicht so den starken
Leistungsgedanken des Konzeptes. Jedoch ist die zentrale Forderung der Landesregierung,
,,dass die bewegungsfreudige Gestaltung des Schullebens eine Schlüsselfunktion innerhalb
des Schulprogramms übernimmt" (MFKJKS 2015, 2). Dieses bewegungsorientierte Schul-
konzept sei besonders in der Binnenstruktur der Schule zu erkennen. So genannte Sportmodu-
le, zu denen Aktivitäten wie Pausensport, Sportwandertage oder Sportfeste zählen, lassen den
Schülerinnen und Schülern das Konzept der Schule evident werden und führen zu einer Iden-
tifikation, nicht nur mit der Schule, sondern ebenso mit Bewegung, Spiel und (Leistungs-)
Sport.
Die Periodisierung der sportlichen Schullaufbahn der Schülerinnen und Schüler einer Sport-
schule beginnt mit einem sportmotorischen Test. In den Klassen fünf bis sieben ist das Fach
Sport für alle Schülerinnen und Schüler mit fünf Wochenstunden verpflichtend, in denen eine
sportliche Grundlagenausbildung in vielen unterschiedlichen Bewegungsfeldern angestrebt
wird. Bestätigt sich die Neigung in einer speziellen Sportart und wird das Potenzial des Schü-
lers mit der Hilfe eines weiteren sportmotorischen Tests festgestellt, so werden diese Schüle-
rinnen und Schüler ab der achten Klasse in Sportklassen zusammengefasst. Ein elementarer
Faktor für die Sportklasse ist, neben dem sportmotorischen Test, die Kaderzugehörigkeit. Es

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besteht zusätzlich die Möglichkeit für Schülerinnen und Schüler von anderen Schulen, bei
einem entsprechenden Kaderstatus, in diese Sportklassen zu wechseln. Die Schule muss in
diesem Zusammenhang ein Sportinternat für eine überregionale Talentsichtung anbieten. Den
Sportklassen sollte täglich mindestens zwei Stunden Sportunterricht oder Trainingseinheiten
während der Schulzeit ermöglicht werden. In der gymnasialen Oberstufe ist Sport als viertes
Abiturfach und Leistungskurs anzubieten.
Die Kooperation mit Vereinen, Verbänden, Kommunen (z.B. im Bereich des Sportstätten-
baus), oder auch weiteren außerschulischen Vereinigungen wird in einer sehr ausgeprägten
Form gefordert.
Grundsätzlich dienen diese Vorgaben dazu, dass ,,das Engagement der Jugendlichen im Leis-
tungssport nicht zu schlechterer Schulbildung, geringerem Ausbildungsniveau und somit zu
schlechteren Berufsperspektiven führt" (MFKJKS 2015, 7).
3.
Schulentwicklung
Die Weiterentwicklung von Schule und Unterricht ist ein elementares Anforderungsprofil von
Lehrkräften. Schulentwicklung wird von Haun (2005) definiert als ,,ein gezielt und geplanter
Entwicklungsprozess, der von der Schule als Ganzes abgestimmt und getragen ist und bei
dem unterschiedliche Teilaktivitäten koordiniert und gebündelt sind". In den Informationen
für Lehramtsanwärter fordert das Handlungsfeld sechs: ,,6. Im System Schule mit allen Betei-
ligten entwicklungsorientiert zusammenarbeiten" (MfSuW 2016, 2). Da der Blick dieser Ar-
beit besonders auf die strukturellen Möglichkeiten von Schule im Verhältnis zum (Spitzen-)
Sport gerichtet ist, muss der Nutzen für die Schule und deren Entwicklung zunächst darge-
stellt werden. Dies soll dazu dienen, die Chancen für die Schule, aber auch die Legitimation
der Leistungssportförderung offenzulegen und zu begründen.
Die Anforderungen an Schülerinnen und Schüler, die neben der Schule Leistungssport betrei-
ben, sind sehr hoch. Der Druck, zusätzlich zu den schulischen Aufgaben, in ihrer Sportart er-
folgreich zu sein erfordert neben dem reinen Trainingsaufwand besonders organisatorisches
Geschick. Genau in diesem Bereich kann die Schule durch strukturelle Schulentwicklungen
Maßnahmen gezielt einsetzen, um junge Sportler gezielt zu unterstützen. In diesem Punkt
greift die Aussage von Stibbe (2009), die Schulentwicklung nicht zwangsläufig als aufge-
drängte Reformen beschreibt, sondern das Handeln von einzelnen Schulen zur Verbesserung
der eigenen Schulkultur in den Fokus nimmt. Es sei ein ,,systematischer Prozess der Weiter-

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entwicklung der Einzelschule [...] zu einer für Schüler und Lehrer besseren Schule" (Stibbe
2009, 78). Erarbeitet eine Schule, die das Ziel verfolgt, junge Leistungssportler zu fördern, ein
Konzept, das organisatorische Hürden abnimmt (bspw. durch Vereinskooperationen), so kön-
nen die Jugendlichen den Trainingsbetrieb fokussiert angehen.
Dieses individuell zu erarbeitende Schulkonzept ermöglicht es den Schulen, ,,selbst darüber
zu entscheiden, welcher Sport in welcher Ausprägung von Schule Eingang findet" (ebd., 80).
Diese Entwicklung zur zunehmenden organisatorischen und schulkulturellen Eigenständigkeit
von Schulen betont auch Haun (2005) in Bezug auf Ganzheitlichkeit, Selbsttätigkeit und
Kompetenzentwicklung von Schülerinnen und Schülern: ,,In einem als Wandel der Lernkultur
zu beschreibenden Prozess tritt Belehrung in den Hintergrund, [...] Förderung der Kompeten-
zen von Schülerinnen und Schülern werden zum Ziel" (Haun, 2005, 561). Nur durch Profil-
bildung, wie etwa die (Leistungs-)Sportförderung, werden Kompetenzen im sportlichen Be-
reich unterstützt.
Auch Stibbe (2009) fordert den Weg zu sportfreundlichen Schulen mit einer Manifestierung
dieses Profils in das Schulprogramm. Sie unterscheidet in ihren Ausführungen zu einer sport-
freundlichen Schule zwischen Bewegungsraum-, Motorik- und Leistungssportbetonte Schule.
Mit diesem Konzept wäre der Sport in individueller Abstufung allgegenwärtig, da die Wahl
der Intensität und Begründung des Sporttreibens auf der Seite der Schülerinnen und Schüler
steht.
Eigenständigkeit, Schulkultur und Schulprofil stellen in diesen Ausführungen die zentralen
Gründe für den positiven Effekt von Schulentwicklung dar. Dies schließt natürlich nicht aus,
dass weitere Faktoren, wie politische Entscheidungen oder lokale Interessen die Entwicklung
von Schule beeinflussen können.
Rückbeziehend auf die Definition von Haun (2005) muss in der folgenden empirischen Arbeit
der Aspekt der Schulentwicklung im Bereich der Leistungssportförderung betrachtet werden.
Es muss die Koordination von Teilelementen zu einem im Ganzen schlüssigen Konzept auf
ihre Zielfokussierung und Planmäßigkeit untersucht werden. Es wird darauf zu achten sein,
welche Möglichkeiten die Schule bereits bietet und wie die Leistungssportförderung in der
Schulkultur und im Schulprofil deutlich werden. Aus diesen theoretischen Vorüberlegungen
lässt sich zusammengefasst die Forschungsfrage entwickeln, welche Maßnahmen im Rahmen
des angestrebten Schulprofils ,,NRW-Sportschule" an der Schule getroffen werden. Auf die-
sem theoretischen Konstrukt wird im Folgenden zunächst die verwendete Methode vorge-
stellt.
Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Maßnahmen zur Leistungssportförderung am Gymnasium
Autor
Jahr
2017
Seiten
17
Katalognummer
V375856
ISBN (eBook)
9783668537132
ISBN (Buch)
9783668537149
Dateigröße
715 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
maßnahmen, leistungssportförderung, gymnasium
Arbeit zitieren
Leander Thon (Autor), 2017, Maßnahmen zur Leistungssportförderung am Gymnasium, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/375856

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