Die Hermeneutik Gerhard Maiers. Biografie, zeitgeschichtlicher Kontext und hermeneutische Hauptaussagen


Referat (Ausarbeitung), 2016
13 Seiten, Note: 1,75

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis ... 2
1. Biografischer Bezug ... 3
2. Zeitgeschichtlicher Kontext ... 3
3. Hermeneutische Hauptaussagen ... 4
3.1 Notwendigkeit einer neuen hermeneutischen Methode ... 4
3.2 Drei Voraussetzungen der biblisch-historischen Methode ... 5
3.3 Die Frage der Inspiration ... 7
3.4 Heiliger Geist und Schriftauslegung ... 7
3.5 Praktische Ansätze der biblisch-historischen Auslegung ... 8
4. Reflexion ... 11
5. Thesenpapier ... 12
6. Quellenverzeichnis ... 13
6.1 Literaturverzeichnis ... 13
6.2. Internet ... 13
2

1. Biografischer Bezug
Gerhard Maier ist am 30. August 1937 in Ulm geboren. Er ist ein deutscher evangelischer
Theologe und Jurist. Er studierte erst Rechtswissenschaft und danach evangelische Theologie.
1969 promovierte er im Fach Neues Testament mit seiner Dissertation zum Thema ,,Mensch und
freier Wille." Sein Vikariat und erstes Pfarramt verbrachte er von 1968 bis 1973
in Baiersbronn im Schwarzwald. Anschließend wurde er Studienleiter am Albrecht-Bengel-
Haus in Tübingen und war von 1980 bis 1995 dessen Rektor. Von 2001 bis 2005 war er
Landesbischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Er war (bzw. ist) Mitglied
des Altpietistischen Gemeinschaftsverbandes, Vorstandsmitglied im Evangelischen
Presseverband für Württemberg und im Arbeitskreis für evangelikale Theologie (AfeT) sowie
Kuratoriumsmitglied des evangelikalen Vereins ProChrist und Mitglied des Hochschulrates
der internationalen Hochschule Liebenzell. Dass ein Mann mit so eindeutig pietistisch-
evangelikaler Ausrichtung Landesbischof wurde, sorgte für große Aufregung innerhalb der
theologischen Welt. Seine wichtigsten Werke sind: ,,Das Ende der historisch-kritischen
Methode" (1974), einige exegetische Bände in der Reihe ,,Historisch-Theologische Auslegung",
das Lexikon zur Bibel, mit Fritz Rienecker und das hier zitierte Werk ,,Biblische Hermeneutik".
1
2. Zeitgeschichtlicher Kontext
Zeitgeschichtlich lässt sich Gerhard Maier in die kirchliche Epoche der Neuzeit, bzw. die
Moderne bis Postmoderne einordnen. Maier bekannte sich in einer immer stärker eintretenden
Säkularisierung und Liberalisierung zu konservativen Werten. So ist auch seine Mitgliedschaft
in pietistischen und evangelikalen Kreisen zu bewerten. Besonders geprägt und zu seinem
eigenen hermeneutischen Ansatz motiviert, wurde Maier durch die vorherrschende historisch-
kritische Arbeitsweise der Universitätstheologie. Darum hat er sich auch nach seinem Studium
in Tübingen für das Albrecht-Bengel Haus stark gemacht, dessen Rektor er später wurde. Dort
wird über 100 Studierenden eine Studienbegleitung ermöglicht. Das Ziel des Hauses, ist den
Studierenden eine Gemeinschaft und Begleitung zu gewährleisten, die eine bibeltreue Theologie
als Alternative zum historisch-kritischen Ansatz vertritt. Die Studenten sollen in ihrem
persönlichen geistlichen Leben gefestigt und für den späteren Gemeindedienst vorbereitet und
ausgerüstet werden.
2
Auch in seiner Zeit im Gemeindedienst, merkte Maier welche theologische
Unsicherheit vorherrscht, weil durch die Sachkritik an der Bibel kein klares Bekenntnis mehr
1
Gerhard Maier, in: Wikipedia. Die freie Enzyklopädie. Verfügbar über: https://de.wikipedia.org/wiki/
Gerhard_Maier, Datum des Zugriffs: 02.04.16
2
Albrecht Bengel Haus, in: Wikipedia. Die freie Enzyklopädie. Verfügbar über: https://de.wikipedia.org/wiki/
Albrecht-Bengel-Haus, Datum des Zugriffs: 04.04.16
3

vorhanden ist. Gerhard Maier schreibt, dass die historisch-kritische Methode und die damit
verbundene grundsätzliche Sachkritik an der Bibel, Gemeinden seit 200 Jahren unerträglich
belasten. Weiter sieht er darin den Grund für ein schlechtes Zeugnis nach Außen, weil sie
jungen Theologen an den Universitäten das Genick bricht. Er bezeichnet sie als eine
schleichende Krankheit, die nach dem Segen der Reformation, nun als Fluch von Deutschland
ausgeht und die Kirche immer mehr einnimmt. So sieht er es als ehrenhafte Aufgabe, zur
Überwindung dieser Krankheit, durch seinen hermeneutischen Ansatz beizutragen.
3
Neben
diesem Einfluss durch die Kritik an der historisch-kritischen Methode bemerkt Maier weiter,
dass seit dem Beginn der Pfingstbewegung und auch durch Bewegungen wie ,,New Age" wieder
eine große Offenheit für das Übernatürliche besteht. Deshalb nimmt Maier in seinem
Hermeneutischen Ansatz neben dem historisch-rationalen Arbeiten, auch den Einfluss des
Heiligen Geistes bei der Inspiration und Auslegung wieder stärker mit auf. Daneben ist er aber
auch durch die philosophische Strömung des Historismus geprägt. Diese war im 20. Jhd. der
vorherrschende Ansatz für historische Forschung und versuchte eine geschichtliche Erklärung
ohne philosophische und metaphysische Argumente zu liefern. Diese scheinbaren Gegensätze
versucht Maier in seiner Methode beide zu berücksichtigen. So strebt er nach einem historischen
Zugang zur Bibel der fragt: ,,was ist wirklich geschehen", ohne vorschnell Gott als
Todschlagargument zu gebrauchen. Dennoch spielt Gott in der Geschichte und der Heilige Geist
bei der Inspiration und Auslegung eine zentrale Rolle.
3. Hermeneutische Hauptaussagen
3.1 Notwendigkeit einer neuen hermeneutischen Methode
Die historisch-kritische Methode ist aus folgenden Gründen gescheitert
4
:
·
Es kommt bei der Suche nach dem ,,echten" Kanon im Kanon zu einer sehr subjektiven
Auswahl der Teile der Bibel die göttliche Autorität haben sollen.
·
Die Bibel ist sowohl Gottes- als auch Menschenwort, dies lässt eine Aufteilung in ewige
Wahrheit und ausschaltbare zeitgeschichtliche Aussagen nicht zu
·
Historisch-kritische Arbeit benötigt für ihre Sachkritik einen Standpunkt außerhalb der
Bibel und bringt ihre Ergebnisse daher schon mit.
·
Es hat sich gezeigt, dass sie für den Gemeindedienst und die Mission, die ein klares
Zeugnis der Schrift braucht, oft versagt.
3
Vgl. J. Cochlovius und P. Zimmerling (Hg.), Evangelische Schriftauslegung, Ein Quellen und Arbeitsbuch für
Studium und Gemeinde, Wuppertal 1987, 305.
4
Vgl. J. Cochlovius, a.a.O., 305.
4

Andere Ansätze die gescheitert sind:
·
Bultmann, Dilthey und Schleiermacher sind einige Beispiele für Hermeneuten, die ein
wissenschaftliches Verstehen der Bibel anstreben
5
·
Selbst diesen wird von nichttheologischen Hermeneuten vorgeworfen, dass sie die
Objektivität verloren hätten und ihre Hermeneutik von vornherein bestimmt sei.
6
·
Oepke sieht das Problem darin, dass Menschenworte längst vergangener Zeit heute nicht
als Gotteswort verstanden werden darf.
7
·
Es wird also klar, dass es sich bei der Bibel um einen einmaligen Fall handelt. Hierein
spielt die Frage der Inspiration, welche die Herangehensweise des Auslegers maßgeblich
bestimmen wird.
·
Als wissenschaftlich gilt, dass der zu untersuchende Gegenstand die Methode bestimmt
8
.
Würde man dieser Logik folgen, muss man die Bibel ihrem Selbstanspruch nach als die
einzige Quelle von Gottes Wort betrachten
·
Somit ist die biblische Aussage auch nicht vergleichbar, rational bewertbar oder immer
logisch zu erfassen. Es handelt sich um eine sehr spezielle Situation, die für ihre
Auslegung den Heiligen Geist fordert
9
. So braucht es auch eine spezielle biblische
Hermeneutik.
·
Es darf allerdings auch keine ,,schwärmerische Methode" entstehen, die dem Wirken des
heiligen Geistes und der daraus gewonnenen Erkenntnis allein Raum gibt. Denn unter
solchen Umständen entsteht eine sehr große Subjektivität. Diese Gefahr besteht z.B. bei
der pneumatischen Exegese nach Hellmuth Frey
10
.
Es braucht also eine neue Methode, die bemüht ist
wissenschaftlich und historisch so genau
wie möglich zu arbeiten, aber nicht mit einer grundsätzlichen Sachkritik an die Bibel herangeht,
sondern mit einer
biblischen Hermeneutik. Mit diesen Voraussetzungen entwickelte Gerhard
Maier seine biblisch-historische Methode.
3.2 Drei Voraussetzungen der biblisch-historischen Methode
Wissenschaftliche Methode
11
·
Ist nötig zum gegenseitigen Verständnis und um ernst genommen zu werden.
5
Vgl. G. Maier, Biblische Hermeneutik, Wuppertal; Zürich 1990, 8.
6
Vgl. Ebd, 10.
7
Vgl. Ebd, 11.
8
Vgl. Ebd, 12.
9
Vgl. Ebd, 15.
10
Vgl. Evangelium und Wissenschaft, 8/82, 11.
11
Vgl. Evangelium und Wissenschaft, a.a.O., 14.
5
Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Die Hermeneutik Gerhard Maiers. Biografie, zeitgeschichtlicher Kontext und hermeneutische Hauptaussagen
Hochschule
Theologisches Seminar Adelshofen
Note
1,75
Autor
Jahr
2016
Seiten
13
Katalognummer
V375857
ISBN (eBook)
9783668528062
ISBN (Buch)
9783668528079
Dateigröße
495 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
hermeneutik, bibelhermeneutik, schleiermacher, dilthey, theologie
Arbeit zitieren
David Rümmler (Autor), 2016, Die Hermeneutik Gerhard Maiers. Biografie, zeitgeschichtlicher Kontext und hermeneutische Hauptaussagen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/375857

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