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Eine Analyse und Interpretation von Arthur Schnitzlers "Leutnant Gustl"

„Wie lange wird es denn noch dauern?“ Identitätskrise Schnitzlers oder Vorausdeutung auf das Schicksal der untergehenden Donaumonarchie?

Title: Eine Analyse und Interpretation von Arthur Schnitzlers "Leutnant Gustl"

Term Paper , 2014 , 21 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Carina K. (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Die Novelle „ Leutnant Gustl“ wurde von dem österreichischen Schriftsteller, Mediziner und Reserveoffizier Arthur Schnitzler verfasst und am 25. Dezember 1900 in der Weihnachtsbeilage der „Neuen Freien Presse“ zum ersten Mal veröffentlicht. Daraus resultierte eine Abmahnung des Militärs gegenüber Schnitzler, sodass man ihm seinen Rang als Reserveoffizier aberkannte. Dies begründete der Ehrenrat des Militärs damit, dass Schnitzler die heilige Standesehre der KUK-Offiziere, sowie den Antisemitismus in der Armee stark kritisierte.

Die Idee zur Novelle, die auf einem realen Vorgang basiert, kam Schnitzler bereits 1896. Er notierte sie wie folgt: „Einer bekommt irgendwie eine Ohrfeige; - niemand erfährt‘s. Der sie ihm gegeben, stirbt und er ist beunruhigt, kommt darauf, dass er nicht an verletzter Ehre – sondern an der Angst litt, es könnte bekannt werden. - “
Diesen Plot setze Schnitzler in seiner Novelle „Leutnant Gustl“ um, indem er von Anfang bis Ende des Textes den Leser an der Gedankenwelt des junges Offiziers Gustl, in Form eines inneren Monologes, teilhaben lässt. „Leutnant Gustl“ ist der erste literarische Text der deutschsprachigen Literatur, der fast durchgängig einen inneren Monolog aufzeigt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung und Allgemeines

2. Arthur Schnitzler im Portrait

3. Die Österreich-Ungarische Monarchie

4. Die Novelle

5. Der innere Monolog

6. Naturalismus, Fin de siécle und die Wiener Moderne

7. Inhalt

7.1 Werkaufbau

7.2 Die Figur Leutnant Gustl

7.3 Die Beziehungen des Leutnants

7.4 Die Motive

7.4.1 Das Duell und die Ehre

7.4.2 Der Antisemitismus

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Arthur Schnitzlers Novelle „Leutnant Gustl“ hinsichtlich der Identitätskrise des Protagonisten und analysiert, inwieweit diese als gesellschaftskritische Auseinandersetzung mit dem Ehrbegriff, dem Antisemitismus und dem Schicksal der untergehenden Donaumonarchie zu verstehen ist.

  • Analyse der Erzähltechnik des inneren Monologs.
  • Untersuchung des zeitgenössischen militärischen Ehrenkodex und dessen Widersprüchlichkeit.
  • Reflektion des gesellschaftlichen Antisemitismus im Wien der Jahrhundertwende.
  • Deutung der Identitätskrise als Symptom für den Verfall der Donaumonarchie.

Auszug aus dem Buch

7.4.1 Das Duell und die Ehre

Ein Duell wurde damals bestritten, um die Mannes- bzw. Standesehre einer Person wiederherzustellen. Meist wurde diese durch verbale Auseinandersetzungen, übler Nachrede oder einem physischen Angriff von einem Gegenüber in Frage gestellt. Um die verlorene Ehre wiederherzustellen, forderte der Angegriffene den Angreifer zum Duell heraus, soweit der Angreifer duell- bzw. satisfaktionsfähig war. Eine Herausforderung zu einem Duell soll die Opferbereitschaft des Herausforderers aufzeigen, die er aufbringt, um seine Standesehre wiederherzustellen.

Als satisfaktionsfähig galten zu Anfang ausschließlich Offiziere, Adelige, Akademiker und Studenten. Nicht satisfaktionsfähig waren Personen, die einen niedrigen gesellschaftlichen Stand hatten, wie z.B. Handwerker. Ein Duell konnte leicht durch eine Entschuldigung des Angreifers vereitelt werden. Im 19. Jahrhundert erweiterte sich der Kreis der satisfaktionsfähigen Personen sogar um Bürgerliche der gehobenen Gesellschaft, da ihnen durch gute Finanzen eine erhebliche Macht zugesprochen wurde. Wenn man ein Duell ablehnte, was laut Standesehre nicht gestattet war, galt man als entehrt und wurde gesellschaftlich geächtet, da man die persönliche Ehre und insbesondere die Standesehre verletzt hatte. Die ersten Duelle in Europa traten im 15. Jahrhundert in Erscheinung.

Bei der Mannesehre handelt es sich um die persönliche Ehre. Da Frauen sich nicht duellieren durften, spricht man also von der Mannesehre. Die Standesehre hingegen war die Ehre eines politischen, ethnischen oder gesellschaftlichen Standes. Der Herausforderer, sowie der Herausgeforderte standen repräsentativ für ihren zugehörigen Stand und erhielten dessen Ehre in einem Duell. Hierbei war es egal, ob man während des Duells verwundet wurde oder starb, die Ehre wurde nur bei einem Verweigern des Duells aberkannt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung und Allgemeines: Die Einleitung beleuchtet die Entstehungsgeschichte der Novelle „Leutnant Gustl“ und ordnet sie als Pionierwerk des inneren Monologs in der deutschsprachigen Literatur ein.

2. Arthur Schnitzler im Portrait: Dieses Kapitel skizziert die Biografie Schnitzlers, seine ärztliche Tätigkeit und die psychologischen Einflüsse, die sein schriftstellerisches Schaffen prägten.

3. Die Österreich-Ungarische Monarchie: Hier wird der politische und gesellschaftliche Kontext des Vielvölkerstaates analysiert, insbesondere die Spannungen zwischen verschiedenen Volksgruppen und der Aufstieg des Antisemitismus.

4. Die Novelle: Das Kapitel definiert das Genre der Novelle und erläutert Schnitzlers Anwendung der Erzähltechnik des inneren Monologs, um die Banalität und Vorurteilsbeladenheit des Alltagsbewusstseins offenzulegen.

5. Der innere Monolog: Diese Sektion widmet sich der Funktion des inneren Monologs als subjektive Erzählweise, die einen unmittelbaren Zugang zu den ungefilterten psychischen Vorgängen des Protagonisten ermöglicht.

6. Naturalismus, Fin de siécle und die Wiener Moderne: Der Text beschreibt die literarischen Strömungen der Zeit und wie sich Schnitzler und seine Zeitgenossen gegen eine rein naturtreue Darstellung von Wirklichkeit wandten.

7. Inhalt: Dieses umfangreiche Kapitel fasst die Handlung zusammen und analysiert Werkaufbau, die Hauptfigur sowie deren soziale Beziehungen und zentrale Motive wie Ehre und Antisemitismus.

8. Resümee und Bezug zu Aristoteles: Das Fazit fasst die gesellschaftskritischen Aspekte der Novelle zusammen und stellt einen Bezug zum aristotelischen Ehrbegriff her, um das Scheitern des Protagonisten zu verdeutlichen.

Schlüsselwörter

Arthur Schnitzler, Leutnant Gustl, innerer Monolog, Österreich-Ungarn, Standesehre, Duell, Antisemitismus, Wiener Moderne, Identitätskrise, Fin de siécle, Literaturanalyse, Offizier, psychologischer Naturalismus, Schuld, Militarismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Arthur Schnitzlers Novelle „Leutnant Gustl“ als ein zeitkritisches Werk, das die Identitätskrise eines Offiziers nutzt, um gesellschaftliche Missstände der untergehenden Donaumonarchie aufzuzeigen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der militärische Ehrenkodex, die psychologische Erzähltechnik des inneren Monologs, das gesellschaftliche Klima in Wien zur Jahrhundertwende und die Rolle des Antisemitismus.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, das Handeln und die Gedankenwelt des Protagonisten Gustl als Symptom für die Entfremdungs- und Identitätskrisen der damaligen Zeit zu interpretieren und dabei Schnitzlers Gesellschaftskritik zu untersuchen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die primär auf der Textuntersuchung von Schnitzlers Werk sowie der Einordnung in den historischen und literaturgeschichtlichen Kontext basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der Erzählstruktur, der Charakterisierung der Hauptfigur, der Untersuchung zwischenmenschlicher Beziehungen und der kritischen Betrachtung spezifischer Leitmotive wie Duell, Ehre und Antisemitismus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Identitätskrise, innerer Monolog, Standesehre, Antisemitismus, Wiener Moderne und Österreich-Ungarn charakterisieren.

Wie spielt das Duell eine Rolle für die Identitätskrise von Gustl?

Das Duell dient als zentrales Element, da Gustl durch die Beleidigung eines „nicht satisfaktionsfähigen“ Bäckermeisters sein Gesicht und damit seine militärische Existenzberechtigung verliert, was ihn in eine tiefe existenzielle Krise stürzt.

Welchen Bezug stellt der Verfasser zu Aristoteles her?

Der Verfasser nutzt den aristotelischen Ehrbegriff als Maßstab, um aufzuzeigen, dass Gustls Handeln nicht den sittlichen Anforderungen entspricht, was die Kritik an der Absurdität des militärischen Ehrenkodex unterstreicht.

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Details

Title
Eine Analyse und Interpretation von Arthur Schnitzlers "Leutnant Gustl"
Subtitle
„Wie lange wird es denn noch dauern?“ Identitätskrise Schnitzlers oder Vorausdeutung auf das Schicksal der untergehenden Donaumonarchie?
College
University of Koblenz-Landau
Grade
2,3
Author
Carina K. (Author)
Publication Year
2014
Pages
21
Catalog Number
V375915
ISBN (eBook)
9783668523616
ISBN (Book)
9783668523623
Language
German
Tags
Arthur Schnitzler Lieutnant Gustl Identitätskrise Schicksal Donaumonarchie Vorausdeutung Interpretation Analyse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Carina K. (Author), 2014, Eine Analyse und Interpretation von Arthur Schnitzlers "Leutnant Gustl", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/375915
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