Die Strafe aus biblischer und pädagogischer Sicht. Welchen Nutzen hat sie in der Erziehung und wie wird sie in der Bibel dargestellt?


Referat (Ausarbeitung), 2015
11 Seiten, Note: 1,5

Leseprobe

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Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis ... 2
1. Meinung als Christ zu Strafe ... 3
2. Kontroverse Ansicht ... 5
3. Beispielsituationen die Strafe erfordern ... 7
4. Verschiedene Möglichkeiten der Strafe ... 8
5. Die Wichtigkeit des Aktionsleitfadens ... 9
6. Quellenangabe ... 10
Literaturverzeichnis ... 10
Internet: ... 11

3
1. Meinung als Christ zu Strafe
Meiner Meinung nach sind Strafen unumgänglich, da alle Menschen Fehler machen und
Erziehung brauchen. In der Bibel können wir in 1.Joh 1,8 lesen: ,,Wenn wir sagen, wir haben
keine Sünde, so betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns"
1
. Das heißt jeder
Mensch hat schon gegen Gottes Ordnungen verstoßen. Die logische Konsequenz, die aus der
Sünde folgt, ist der Tod (Jak 1,15). Doch wir werden glücklicherweise nicht nach unserem Maß
an Sünde oder unsere Ansammlung von guten Taten gerichtet. Paulus schreibt dazu im
Römerbrief 3,24: ,,Alle Sünder werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die
Erlösung, die durch Christus Jesus geschehen ist." Das heißt, Gott konnte unsere Fehler und
unsere Sünden nicht einfach vergessen, weil Gott gerecht ist. Da er aber auch gnädig ist, hatte
er die Lösung parat, die ihn alles kosten sollte, seinen Sohn. Er stand für unsere Sünden gerade.
Und weil er es tat, können wir Vergebung erfahren. Jesaja prophezeite dazu über Jesu leiden:
,,Fürwahr, er trug unsre Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen. Wir aber hielten ihn für
den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unsrer
Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm,
auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt." (Jes 53, 4-5). Die Strafe
war also nötig, nur hat sie Jesus für uns getragen. Wenn man also behaupten würde, dass Strafe
überfällig sei, würde man damit auch behaupten, dass der Kreuzestod Jesus nicht notwendig
gewesen wäre. Denn Gott hielt es sehr wohl für notwendig. Als Jesus im Garten Gethsemane
betete: ,,Mein Vater, ist's möglich, so gehe dieser Kelch an mir vorüber; doch nicht wie ich will,
sondern wie du willst!" (Mt. 26,39). Doch wie wir wissen, war es nicht möglich. Die Strafe war
nötig und Jesus hat sie getragen.
Doch auch neben dieser soteriologischen Perspektive ist Strafe im Leben nicht wegzudenken.
Denn obwohl die Errettung nicht an das makellose Leben eines Christen gekoppelt ist, so will
Gott doch, das wir nach seinem Willen leben wie man im Römerbrief lesen kann: ,,Und stellt
euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, damit ihr
prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene"
(Röm 12,2). Um zu wissen was Gott gefällt, braucht es zum einen den Heiligen Geist, der das
Gewissen bestimmt und so Erkenntnis schenkt was Gottes Willen ist. Es braucht aber auch die
Gebote Gottes. Sie zeigen was er von seinen Kindern erwartet. Um zu dieser Ordnung zu
erziehen, kann die Strafe ein Erziehungsmittel sein. Selbst der säkulare Autor Dietrich, sieht in
1
Alle Bibelzitate sind aus folgender Übersetzung zitiert: Die Bibel, Nach der Übersetzung Martin Luthers,
Bibeltext in der revidierten Fassung von 1984, Stuttgart 1999

4
der anthropologischen Fehlbarkeit des Menschen den Grund, warum Strafen nötig sind.
2
Die
Strafe muss eine Umkehr zur Ordnung zum Ziel haben.
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Doch darf dabei, besonders bei
Kindern, nie mit Gott als Druckmittel gearbeitet werden. Also niemals etwas sagen wie: ,,Wenn
du lügst hat dich Gott nicht mehr lieb" o.ä. Vielmehr sollte durch die Erziehung die Lüge als
etwas Negatives dargestellt werden und bei Missachten dieser Regel sinnvolle Konsequenzen
folgen (z.B. eine Entschuldigung und das Aufklären der Wahrheit).
Damit bin ich schon bei den Strafkategorien. So gibt es zum einen die sogenannte natürliche
Strafe
4
, die als Reaktion auf das Fehlverhalten folgt. Z.B. muss das Gestohlene zurückgegeben
werden oder es muss eine Entschuldigung vor der Person ausgesprochen werden, der wehgetan
wurde. Eine andere Kategorie der Strafe, ist die Strafe zur Abschreckung. Da wo die
natürlichen Strafen an ihre Grenzen kommen, wird oft diese Form der Strafe angewandt. Dabei
hat das Fehlverhalten keinen Bezug zu der folgenden Strafe. Es soll aber den Zweck haben,
abzuschrecken, dieses Fehlverhalten nicht noch einmal zu praktizieren. Solche Strafen sind z.B.
Hausarrest oder das Streichen von Taschengeld obwohl das Vergehen z.B. Aufsässigkeit
gegenüber den Eltern war. Eine weitere Strafkategorie sind die Kollektivstrafen. So wird eine
ganze Gruppe bestraft, obwohl vielleicht nur einzelne der Gruppe ein Fehlverhalten an den Tag
gelegt haben. Ich habe z.B. in einer Jugendherberge erlebt wie mein Klassenlehrer die ganze
Klasse nachts um 4 zum ,,Frühsport" hat antreten lassen, obwohl nur einige Jungs die Nachtruhe
gebrochen haben. Mir hat es nichts ausgemacht, weil ich sowieso wach war, aber die Mädels
aus der Klasse haben uns am nächsten Tag so ,,Feuer gegeben", dass der pädagogische Effekt
eingetreten ist, ohne das der Lehrer das Fehlverhalten bewerten musste.
Gerade bei der nicht natürlichen Strafe, kann dem Bestraften die Konsequenz des Erziehenden
wie Willkür erscheinen und statt dem erwünschten Lerneffekt stellt sich Frust und Rebellion
ein. Auch können diese Strafen zur Abschreckung tatsächlich schnell übertrieben werden. Sie
können ein Zeichen von Überforderung in der Erziehung sein. Wenn die Strafen dann eher den
Charakter der Rache haben, sind sie nicht mehr akzeptabel. Denn wenn schon in Bagatellfällen
mit solchen abschreckenden Strafen oder gar mit körperlichen Züchtigungen reagiert wird, ist
dies ein Zeichen von Unsicherheit und führt bei dem Kind zu einer Abwendung von dem
Erziehenden.
5
Auf verschiedene Möglichkeiten der Strafe wird unter Punkt 4 genauer Bezug
genommen.
2
vgl. T. Dietrich, Zeit- und Grundfragen der Pädagogik, Bad Heilbrunn 1998, 122.
3
vgl. ebd., 121.
4
vgl. ebd., 123.
5
vgl. T. Dietrich, a.a.O., 131.

5
Ich möchte weitere Beispiele für Strafe in der Bibel ausführen. So zeigt die Geschichte von Eli
und seinen Söhnen, dass es falsch ist nicht zu Strafen, wo es eigentlich sinnvoll wäre. Denn Eli
bat seine Söhne nur, dass sie mit ihrem sündigen Verhalten aufhören sollten (1.Sam 2,24 f.)
und ließ keine Konsequenzen folgen, als die Söhne ihr Verhalten doch nicht änderten. Gott
verurteilt daraufhin das Haus Eli, weil er nichts dagegen unternommen hat, wie sich seine Söhne
verhielten (1.Sam 3,3). Wo Strafe ausbleibt, wird auch das Fehlverhalten nicht korrigiert und
so mussten die Söhne Elis sterben (1. Sam 4,11). In der Bibel kommen sonst auch die oben
aufgeführten unterschiedlichen Strafkategorien vor. So erleben die Israeliten die Strafe als
Abschreckung am Beispiel von Usa, der an die Bundeslade griff und sofort starb (2. Sam 6,6).
Im Neuen Testament wären hier Hananias und Saphira zu nennen, die wegen einer Lüge sofort
starben (Apg 5,1-11). Dies sollte zur Abschreckung dienen und den anderen Anwesenden bzw.
allen Lesern der Bibel zur Lehre dienen. Es gibt aber auch viele Ansätze für die natürlichen
Strafen im Gesetz im AT. Z.B. soll ein Dieb als Strafe das Gestohlene zweifach zurückerstatten
(Ex 22,3). Im Neuen Testament erkennt Zachäus in der Gegenwart Jesu, dass er wieder in
Ordnung bringen muss, wo er Menschen betrogen hat und ließ sich selber die ,,Strafe" auf den
Betrogenen 4-fach zurückgeben (Lk 19,8). Ein Beispiel für eine nicht akzeptable Strafe finden
wir in der Bibel z.B. bei dem Blutbad zu Sichem (Gen 34). Dort rächen sich die Söhne Jakobs
an einer ganzen Stadt, weil ein Bewohner dieser Stadt ihre Schwester misshandelt hat. Jakob
verurteilt diese Kollektivstrafe. Seine Söhne fragen ob es denn in Ordnung gewesen ist, dass
Sichem ihre Schwestern misshandelt hat. Das war es natürlich nicht, aber die Strafe war
dennoch nicht angebracht. Im NT wird die gewaltsame Strafe am Beispiel von Petrus, der dem
Soldaten ein Ohr abhieb, von Jesus generell verurteil (Joh 18,10 f.).
2. Kontroverse Ansicht
Bezüglich des Themas Strafe kann man, wie bei fast jedem Thema, auf 2 Seiten vom Pferd
fallen. Denn es gibt zum einen die Meinung, dass Strafe gänzlich abzulehnen ist, weil sie ein
reines Abschreckungsmittel ist, welches lediglich die Unterdrückung des Kindes bewirkt und
keine Erziehungswirkung hat.
6
Einige dieser Pädagogen sehen sogar in dem Strafgesetzbuch
der jeweiligen Regierung eine Einengung der Fähigkeit, eigene Verantwortung und Einsicht für
sein Verhalten zu entwickeln.
7
Auch der große Theologe, Philosoph und Pädagoge Friedrich
Ernst Daniel Schleiermacher (1768-1834) schreibt, dass Strafe aus rein ethischen Prinzipien zu
verwerfen ist, da sie Menschen nicht bessern kann.
8
Dagegen würde ich meine eigene Erfahrung
6
vgl. ebd., 117.
7
vgl. T. Dietrich, a.a.O., 117.
8
vgl. F.E.D. Schleiermacher, Pädagogische Schriften, 1. Bd., Düsseldorf 1957, 240.
Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Die Strafe aus biblischer und pädagogischer Sicht. Welchen Nutzen hat sie in der Erziehung und wie wird sie in der Bibel dargestellt?
Hochschule
Theologisches Seminar Adelshofen
Note
1,5
Autor
Jahr
2015
Seiten
11
Katalognummer
V375932
ISBN (eBook)
9783668532755
ISBN (Buch)
9783668532762
Dateigröße
521 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bibel, Strafe, Erziehung, Nutzen, Religion, Pädagogik, Untersuchung, Erziehungsmittel
Arbeit zitieren
David Rümmler (Autor), 2015, Die Strafe aus biblischer und pädagogischer Sicht. Welchen Nutzen hat sie in der Erziehung und wie wird sie in der Bibel dargestellt?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/375932

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