Das Reformationsjubiläum 2017. Martin Luther als zweifelhafter Held


Hausarbeit, 2016

28 Seiten


Leseprobe

1
Inhalt
1. Einführung in die Thematik ... 2
2. Martin Luther ­ ein biografischer Überblick ... 3
3. Luthers Verständnis vom Glauben ... 5
4. Die Welt, in der wir leben müssen. ... 7
5. Die Reformation ... 8
5.1. Definition - ein Versuch. ... 8
5.2. Luthers Kritik am Ablasshandel ... 9
5.3. Der Lutherprozess ... 13
5.4. Luthers Verhör und die Folgen ... 14
5.5. Luthers` Schriften ... 16
5.5.1
An den christlichen Adel deutscher Nationen. ... 16
5.5.2
Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche ... 17
5.5.3
Die Freiheit des Christen ... 17
6. Luthers Wirken (1521-1522) ... 18
7. Unfehlbarer Luther? ... 20
7.1. Luther und die Juden. ... 20
7.2. Luther und die Bauern. ... 22
7.3. Luther und die Türken ... 23
8. ,,Wer schützt Luther vor seinen Lobrednern?" ... 24
9. Literaturverzeichnis ... 27
10.
Quellenverzeichnis ... 27

2
1.
Einführung in die Thematik
Martin Luther veröffentlichte am 31.10.1517 insgesamt 95 Thesen gegen den Ablasshandel.
Die Veröffentlichung seiner Thesen erreichte in kürzester Zeit eine so große Popularität,
sodass von einigen Zeitgenossen der Beginn der Reformation mit der Veröffentlichung der
Thesen angesetzt wurde. 500 Jahre später feiert die protestantische Gemeinde wieder ein
Jubiläum. Die Thesenveröffentlichung gilt als Symbol für die gesamte Reformation. Heute,
in einer säkularisierten Gesellschaft, dürfte die Gewichtigkeit der Reformation eine andere
haben als damals, dennoch gilt die Reformation als DER Befreiungsschlag gegen die
katholische Kirche. Martin Luther nimmt eine zentrale Rolle ein. Er, der Theologe, der die
Bibel übersetzt hat und dem Papst die Stirn bot. Er, der mit einem Hammer die Thesen an
die Wittenbergische Schlosskirche geschlagen hat. Luther ist für seine Zeit auf der einen
Seite ein rahmensprengender Reformator, aber auf der anderen Seite auch ein Kind seiner
Zeit, der zu bestimmten Themen eine (aus heutiger Sicht) schwierige Haltung aufweist.
In dieser Hausarbeit soll Luther im Mittelpunkt der Untersuchung stehen. Sein Verständnis
von Kirche, seine Kritik an der Kirche und seine Theologie sollen dargelegt werden.
Sicherlich ist die Reformation ein Ereignis, dass übergreifend alle Aspekte des Reiches bzw.
der Gesellschaft umfasst. Dennoch würden die Betrachtungen alle Aspekte den Rahmen der
Arbeit sprengen. Im 500. Reformationsjahr 2017 wird Luther als Urvater der Reformation,
als Wutbürger-, Prophet Deutschlands dargestellt. Er befreit das deutsche Volk von der
päpstlichen Unterjochung und macht ,,Kirche für alle". Je nach Epoche wird er als Held
gefeiert. Luther hat in der Tat zu einer Zeit eine bahnbrechende Entwicklung angestoßen,
jedoch ist Luther auch problematisch. Er sollte nie aus seiner Zeit herausgerissen bzw.
betrachtet werden.
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung veröffentlichte einen Artikel mit dem Titel ,,Wer
schützt Luther vor seinen Lobrednern?". Gilt es, Luther zu beschützen? Ist es angemessen,
Luther zu feiern?
Im Verlauf dieser Hausarbeit soll zunächst Luthers Leben und seine Theologie betrachtet
werden, bevor der Artikel untersucht wird bzw. festegelstellt werden kann, ob man im Jahr
2017 einen Mann wie Luther feiern kann.

3
2.
Martin Luther ­ ein biografischer Überblick
Das genaue Geburtsjahr Luthers ist nicht bekannt. In der Literatur wird oft das Jahr 1483
fixiert, jedoch ist keine Urkunde vorhanden, die dieses Jahr bestätigt. Luther selbst wusste
es nicht genau. In verschiedenen Tischreden gab er das Jahr 1483 sowie 1484 an.
1
Was
jedoch gesichert ist, ist sein Geburtsdatum am 10. November in Eisleben. Luther muss eine
gute Schulbildung genossen haben, denn er konnte sich im Jahr 1501 an der Universität
Erfurt immatrikulieren.
2
Im Jahr 1505 tritt Luther in das Kloster der Augustiner-Eremiten
in Erfurt ein. Als Grund für seinen Eintritt in das Kloster gibt Luther an, er sei zwischen
Eisleben und Erfurt von einem Gewitter überrascht worden und habe in Todesangst
geschworen, ein Mönch zu werden.
3
Der Orden der Augustinereremiten, der sich in der
Mitte des 13. Jahrhunderts aus mehreren Eremitengemeinschaften herausgebildet hatte,
lebte nach der sogenannten Augustinusregel, bei der sich die Mönche zu sexueller
Enthaltsamkeit, Verzicht auf Eigentum und beständiger Gehorsamkeit gegenüber den
oberen zur Aufgabe machten.
4
Luther wurde aufgrund seiner Disziplin noch im selben Jahr
zum Priester geweiht.
5
Trotz Luthers Strenge in der Ausübung seiner Religiosität zweifelte
er immer an sich. Eine zentrale Frage in seinem Leben war, ob er würdig sei Gottes
Ansprüchen gerecht zu werden. Sein Beichtvater Staupitz empfahl ihm dann ein
Theologiestudium in Wittenberg. Er absolvierte das Studium mit dem Grad ,,Bacculaureus
biblicus" und schrieb eine Disputation zur Erlangung des Grades eines ,,Baccalaureus
sententiatius". Bevor der den Grad offiziell ausgesprochen bekam, wurde er 1509 plötzlich
wieder nach Erfurt berufen. Im Jahr 1510 erhielt er dann den Grad eines Sententiars. Das
Exemplar seiner Sentenzen liegt heute vor und lässt selbstständige Züge in Luthers Arbeit
erkennen.
6
Bevor Luther sich endgültig in Wittenberg niederlässt, tritt er im Jahr 1511 eine Reise nach
Rom an. Zwei seiner engsten Ordensbrüder begleiteten ihn. Aus Luthers Briefen, in denen
er seine Erfahrungen in Rom beschreibt, könnte man annehmen, er sei in Rom zum
,,Reformator" geworden. Zweifelsohne hat Luther während seines vierwöchigen
1
Köpf, Ulrich. Martin Luther. Der Reformator und sein Werk. Reclam 2015. S. 11f.
2
Köpf, U. S.18.
3
Köpf, U. S. 18.
4
Köpf, U. S. 19.
5
Treu, Martin. Martin Luther in Wittenberg. Ein biografischer Rundgang. Hrsg.: Stiftung Luthergedenkstätten in
Sachsen-Anhalt. 2. Auflage. 2006. S. 9.
6
Köpf, U. S. 29f.

4
Aufenthaltes in Rom Eindrücke gewonnen, die ihn später in seiner Kritik an der römischen
Kirche bestärkten.
,,Ich bin zu Rom gewest (nicht lange), hab da selbs viel messe gehalten, und auch sehen viel messe
halten, das mir grawet [graut], wenn ich dran dencke, Da horet ich unter andern guten, groben
grumpen [Possen] uber tissche, Curtisanen [Höflinge] lachen und rhumen, wie ettliche messe
hielten, und uber dem brod und wein sprechen diese wort: Panis es, panis manebis, Vinum es, vinum
manebis [Brot bist du, Brot bleibst du, Wein bist du, Wein bleibst du], und also auff gehaben [hoch
gehalten zur Wandlung], Nu ich war ein junger und recht ernster, fromer Munch, dem solche wort
wehe thetten [...], Und zwar [wahrlich] ekelt mir seer da neben, das sie so sicher und fein rips raps
[ritsch ratsch] kundten Messe halten, als trieben sie ein gauckel spiel, Denn ehe ich zum Euangelio
kam, hatte mein neben Pfaff [der Priester, der neben mir Messe las] seine Messe aus gerichtet
[vollendet], und schrien mir zu: Passa, Passa [schnell, schnell], jmer weg, kom da von etc."
7
Luther übte in Rom die üblichen Buß- und Ablasspraktiken aus, um seine Verwandten aus
dem Fegefeuer zu befreien. Das lässt darauf schließen, dass er zu diesem Zeitpunkt noch
nicht an der Legitimität der Sakramente zur ,,rechten"
8
Ausführung des Glaubens zweifelte.
Jedoch geht aus den Quellen hervor, dass er über den Sittenverfall und die Verrohung mit
dem Umgang der Messe schockiert war. Die Reise nach Rom sollte Luther nachhaltig
prägen. In späteren Schriften und Reden werden die Zustände in Rom, die Luther erfahren
hat, immer wieder betont.
9
Nachdem Martin Luther wieder in Wittenberg angekommen war, besetzte er sein erstes Amt
im Orden als Subprior. Auf Staupitz Geheiß promovierte Luther zum Doctor Theologiae
und übernahm im Jahr 1512 den Lehrstuhl an der Universität zu Wittenberg. Er behielt
diesen bis an sein Lebensende.
10
Luther arbeitete während seiner Anfangszeit am Lehrstuhl an den Psalmen und
Paulusbriefen. Aufgrund der vielen erhaltenen Originalschriften Luthers ist es möglich
seine Arbeit bis hin zum Bruch mit der römischen Kirche zu verfolgen. Während seiner
Arbeit an den Psalmen und Briefen des Paulus erfährt Luther einen Gedankenwandel
aufgrund der intensiven Beschäftigung mit der Neudefinition von bestimmten Wörtern.
11
7
Weimarer Ausgabe 38, 211,32-212,12.
8
Nach Auffassung der römischen Kirche.
9
Köpf,U. S. 33f.
10
Burger, C. Luther im Spannungsfeld zwischen Heiligungsstreben und dem Alltag eines Ordensmannes. In:
Christoph Bultmann, Volker Leppin, Andreas Lindner (Hrsg.): Luther und das monastische Erbe. Mohr Siebeck,
Tübingen 2007, S. 171.
11
Ebenda.

5
Dieses ,,Umdenken" veranlasst ihn grundlegend die Praktiken der römischen Kirche zu
hinterfragen.
3.
Luthers Verständnis vom Glauben
Für Luther steht die menschliche Sündhaftigkeit im Mittelpunkt seiner Überlegungen und
damit im Gegensatz zur Schulmeinung der Theologie der damaligen Zeit. Trotz strenger
Einhaltung der mönchischen Gelübde war es ihm nicht möglich, auch nicht mit den von der
Kirche bereitgestellten Sakramenten, die eigenen Sündhaftigkeit zu überkommen. Er
kommt zu dem Schluss, dass diese Sakramente in ihrer Endkonsequenz wirkungslos
wären.
12
Seine eigene Erfahrung und die weit verbreitete Praxis bzw. das Verständnis der
üblichen Theologie standen im krassen Gegensatz zueinander, denn für die römische Kirche
bestand durch den Sündenfall, eine Erbsünde, die Begehrlichkeit weiter. Bei Luther ist die
Begehrlichkeit selbst eine Sünde, denn in der Bibel steht ,,Du sollst nicht begehren".
13
In
der römischen Kirche könne man durch gute Werke und Ablassbriefe seine Sünden wieder
reinwaschen und sich und bereits verstorbene Familienmitglieder vom Fegefeuer befreien.
Luther hingegen erfährt während seiner Zeit als Mönch die eigene Unzulänglichkeit des
Menschen, sündenfrei zu sein ­ trotz striktester Einhaltung aller Gebote und auferlegter
Buße.
14
Daraus resultiert für Luther die Haltung, dass ,,gute Werke" ihren Stellenwert
verlieren und nicht mehr zu rechtfertigen sind. Gott allein kann dem Sünder Gerechtigkeit
geben insofern der Sünder Gott Recht gibt und der Sünder an Gott glaubt, denn nicht der
Sünder muss ein hohes Maß an Rechtfertigung aufbringen, sondern Gott.
15
Diesen
Erkenntnisprozess beschrieb er 1545 in einem Selbstzeugnis.
,,
Das Wort ,,Gerechtigkeit Gottes" haßte ich. Ich war nämlich nach Gebrauch und Auslegung aller
Doktoren gelehrt worden, dieses Wort philosophisch zu verstehen und von der sogenannten
formalen oder aktiven Gerechtigkeit, kraft derer Gott in sich gerecht ist und deshalb die Sünder und
ungerechten straft. Ich aber fühlte, daß ich trotz allem untadeligen Mönchsleben vor Gott ein Sünder
sei mit unruhigstem Gewissen und daß ich nicht darauf vertrauen könne, ihn durch mein
genugtuendes Werk zu versöhnen. Und also liebte ich diesen gerechten und die Sünde strafenden
Gott nicht, ich haßte ihn. Mit stummem, und wenn nicht schon blasphemischem, so doch sicher
ungeheuerem Murren entsetzte ich mich über Gott: ob es denn noch nicht genug sei, daß die armen
Sünder, die durch die Erbsünde ewig Verdammten, mit jeder Art Unglück durch das Zehn-Gebote-
12
Blickle, Peter. Die Reformation im Reich. Kohlhammer.2015, Stuttgart. S.43.
13
Blickle, P. S. 44-45.
14
Blickle, P. S.44.
15
Blickle, P. S.4.

6
Gesetz bedrückt seien, wenn auch Gott noch durch das Evangelium seine Gerechtigkeit und seinen
Zorn auflade? So raste ich mit wildem und verstörtem Gewissen. Aber ich pochte doch in meiner
Not weiter an jener Stelle bei Paulus an, in heißer Begierde zu wissen wünschend, was doch Sankt
Paulus meine. Bis ich, die Tage und Nächte grübelnd, durch Gottes Barmherzigkeit auf den
Zusammenhang jener Stelle achtete, nämlich: Die Gerechtigkeit Gottes wird in ihm enthüllt wie
geschrieben steht: ,,Der Gerechte lebt aus dem Glauben." Da fing ich an, die Gerechtigkeit Gottes
zu verstehen als eine solche, durch welche der Gerechte durch Gottes Geschenk lebt, nämlich aus
dem Glauben. Und ich verstand, dies sei der Sinn: Es werde durch das Evangelium die passive
Gerechtigkeit Gottes enthüllt, durch welche der barmherzige Gott uns rechtfertigt durch den
Glauben, wie geschrieben steht: Der Gerechte lebt aus dem Glauben. Da fühlte ich mich wahrhaftig
wie neugeboren und wie durch offene Pforten in den höchsten Himmel eingegangen. Und sofort
erschien mir das Gesicht der ganzen Schrift neu."
16
Luthers Theologie beruhte auf der ,,sola"- Theologie, wobei das Wort, allein die Schrift, im
Mittelpunkt des Glaubens steht. Er macht die Schrift autonom und ergänzt, der Sinn der
Schrift erschließe sich aus ihr selbst.
17
Diese Auffassung hatte weitreichende Folgen für die bestehende Theologie und das
kirchliche Leben. In seiner Theologie bedurfte es keiner guten Werke, Sakramente der
Buße, Priesteramtes, Ablasses ­ im Grunde den ganzen geistlichen und verfassungsmäßigen
Aufbau der römischen Kirche. Luther zeigt in seiner Arbeit eine Erneuerung des
christlichen Lebens auf. Für Luther ist der Mensch sündhaft und knüpft dort mit der
Kirchenkritik seiner Zeitgenossen an. Konkrete Reformen kann er allerdings (noch) nicht
anbieten. Luther betritt, mit der Verzahnung von Theologie und Zeitkritik, Neuland. Dieser
Weg sollte systemsprengend werden. Luther glaubt nicht die Menschen, die Gläubigen, im
Irrtum, sondern vielmehr das kirchliche System. Für ihn hat die Kirche eine Art (falsche)
Herrschaft erlangt, die es zu erneuern galt. Luther hatte jedoch mit seiner Kritik an der
römischen Kirche nie die Absicht gehabt, den Papst in Frage zu stellen. Die Kritik am
Ablasshandel sollte jedoch später die Frage zur Rechtfertigung eines Papstes ins Rollen
bringen. Zudem brachte die Erkenntnis, dass das gesamte Kirchenrecht obsolet war und
damit auch die Bedeutung des Papstes und der Konzilien automatisch in Frage gestellt war,
einen weiteren Schritt in Richtung Reformation. Die Frage, was die Kirche Christi mit der
Kirche macht brachte Luther in Schwierigkeiten. In seiner Beantwortung macht es sich
Luther einfach. Für Luther steht der Glaube im Mittelpunkt, also ein intrinsischer Prozess,
16
Bäumer, R. in: Kottje, R. und Moeller, B. Ökumenische Kirchengeschichte, S. 289.
Original in Luther, Martin. Werke. Band 45, S. 185f.
17
Blickle, P. S.48.

7
der freilich unsichtbar ist. Kirche entsteht aus dem Glauben. Die Gemeinschaft besteht aus
Gläubigern, die sich bekennen. Die Verkündung durch Christi kommt jedem Christen zu,
da er sich zu Christi bekennt. In dieser Auffassung von Kirche ist logischerweise kein Platz
mehr für Priester, die Sakramente administrieren oder die Buße abnehmen - ist man doch
nur Gott Buße schuldig. Die Gemeinde entscheidet über Seelsorger und über die Lehre. Mit
seiner neuen Auffassung steht er im Kontrast zur bestehenden römischen Kirche.
4.
Die Welt, in der wir leben müssen.
In der Welt um 1500 gab es nicht ein Ereignis, welches zwangsläufig in der Reformation
endete. Vielmehr gab es vielschichtige Entwicklungen um die römische Kirche, die ein
Spannungsfeld erzeugten.
18
Leppin benennt drei Polaritäten des 14. und 15. Jahrhunderts.
Zentralität und Dezentralität, sozialgeschichtliche Spannungen zwischen Klerikern und
Laien und frömmigkeitsgeschichtliche Polarität zwischen innerer- und äußerer
Frömmigkeit.
19
Zentralität und Dezentralität meint die komplizierte Mächtebalance
zwischen einem unmittelbaren Papst, der die Kirche leitet und den jeweiligen
Ortsbischöfen. Man musste auf einen Ausgleich bedacht sein, da der Papst in gewisser
Weise von seinen Bischöfen abhängig war und vice versa. Ausgehend von 13. Jahrhundert
lässt sich allerdings beobachten, dass die Päpste
20
daran interessiert waren, die meisten
Funktionen der Kirche an die Kurie zu binden, gerade wenn es sich um
Rechtsangelegenheiten handelte (Zentralität).
21
Gerade im 13. Jahrhundert ließen sich die
Päpste vermehrt in Avignon nieder und gerieten in eine hohe Abhängigkeit der
französischen Krone. Erst im Konzil von Konstanz schaffte es Martin V. sich als einzigen
Papst zu installieren und somit die Rolle des Papstes wieder zu zentralisieren. Andererseits
wurde unfreiwillig die Frage aufgeworfen, ob die Repräsentanz bei dem Konzil der
Ortsbischöfe
22
zu suchen war oder beim Papst (Dezentralisation).
23
Ein weiteres Spannungsfeld tat sich zwischen dem Klerus und den vermeintlichen Laien
auf. Der Klerus war eine Gattung für sich und unterschied sich klar von den Laien. Die
18
Leppin, Volker. Die Reformation. WBG. Darmstadt, 2013. S. 1.
19
Ebenda.
20
Im 13. Jahrhundert gab es drei Päpste.
21
Ebenda.
22
Vor allem das Basler Konzil ab 1431 steigerte den Konflikt, das das Konzil generell die oberste Autorität der
Kirche zukommen sollte. Allerdings hatte das Konzil langfristig keinen Erfolg. Papst Eugen (1431-1447)
schaffte es zwei Tagungen (Florenz und Ferrara) zu vertagen und den Großteil der Bischöfe auf seine Seite zu
ziehen. Der Papst konnte seine alleinige, unmittelbare Stellung neu errichten. Auch wurde der Hauptsitz des
Papstes wieder nach Rom (vorher Avignon) verlegt. Rom und Papst bildeten nun wieder das Zentrum der
römischen Kirche.
23
Ebenda.
Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Das Reformationsjubiläum 2017. Martin Luther als zweifelhafter Held
Hochschule
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
Autor
Jahr
2016
Seiten
28
Katalognummer
V376041
ISBN (eBook)
9783668533899
ISBN (Buch)
9783668533905
Dateigröße
1019 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
reformationsjubiläum, martin, luther
Arbeit zitieren
Gina Fuchs (Autor), 2016, Das Reformationsjubiläum 2017. Martin Luther als zweifelhafter Held, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/376041

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