Die vorliegende Hausarbeit gibt einen Überblick über die Methoden der Unternehmensfinanzierung durch Anleiheemissionen. Dabei wird der Schwerpunkt auf die Industrieobligation als Grundform gelegt. Einige Sonderformen der Industrieobligation werden knapp umrissen. Den Abschluss dieser Arbeit bilden grobe Skizzierungen des Genußscheins sowie der Wandel- und der Optionsanleihe.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Industrieobligation
2.1 Das Wesen der Industrieobligation
2.2 Die Begebung von Industrieobligationen
2.3 Die Ausstattungsmerkmale einer Industrieobligation
3 Sonderformen der Industrieobligation
4 Der Genußschein
5 Die Wandelanleihe
6 Die Optionsanleihe
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit gibt einen Überblick über verschiedene Methoden der Unternehmensfinanzierung durch Anleiheemissionen, wobei der Fokus auf der Industrieobligation als Grundform sowie deren wesentlichen Ausgestaltungsmerkmalen und Sonderformen liegt.
- Grundlagen und Wesen der Industrieobligation
- Prozesse der Anleihebegebung und Ausstattungsmerkmale
- Analyse von Sonderformen wie Floating Rate Notes, Zero-Bonds und Doppelwährungsanleihen
- Charakterisierung von Genußscheinen als hybride Finanzierungsform
- Darstellung der Mechanismen von Wandel- und Optionsanleihen
Auszug aus dem Buch
2.1 Das Wesen der Industrieobligation
Eine Industrieobligation ist ein langfristiges Kreditfinanzierungsinstrument für Industrie, Handels- oder Verkehrsbetriebe. Es handelt sich um ein festverzinsliches Darlehen, das an der Börse gehandelt und von einer Vielzahl von Kreditgebern aufgenommen wird (Bonn/Horsch, 1997, S.2). Insbesondere grossen Aktiengesellschaften wird durch die Emission von Teilschuldverschreibungen die Aufnahme von Fremdkapital ermöglicht. Bei der Finanzierung besonders grosser und langfristiger Investitionsgüter stehen die Unternehmen vor dem Problem, ein Kreditinstitut zu finden, das bereit oder in der Lage ist, das benötigte Kapital über einen langen Zeitraum zur Verfügung zu stellen. Durch die Zerlegung der Kreditsumme in kleine Teilschuldverschreibungen eröffnen Industrieanleihen die Möglichkeit, dass neben grossen institutionellen Investoren wie Kapitalanlagegesellschaften und Versicherungen auch Privatleute die benötigte Kreditsumme bereitstellen (Wöhe, 1996, S.826). Bzgl. der Kapitalüberlassungsdauer herrschen zwischen Kapitalnehmer und Kapitalgeber häufig unterschiedliche Vorstellungen. Dadurch, dass die Teilschuldverschreibungen in Wertpapieren verbrieft werden, können sie an der Börse gehandelt werden. Die Kündigung der Industrieanleihe seitens der Obligationäre ist nicht möglich, jedoch hat jeder Gläubiger für sich die Möglichkeit, das Kreditverhältnis durch Verkauf der Teilschuldverschreibung an der Börse zu beenden. Der Emittent der Industrieobligation erleidet hierdurch keinen Abfluss an Kreditmitteln, da der Käufer der Anleihe in das bestehende Schuldverhältnis eintritt (Bonn/Horsch, 1997, S.2-3).
Im Gegensatz zu Aktien, die Eigentumsrechte verbriefen, handelt es sich bei Industrieobligationen um Gläubigerpapiere. Der Inhaber der Anleihe hat einen Rechtsanspruch auf die vereinbarten Zinszahlungen und auf die Rückzahlung der nominalen Darlehenssumme. Die befristete Überlassung von Fremdkapital generiert weder Haftungsverpflichtungen, noch leitet sie Stimmrechte oder Leitungsansprüche an dem Unternehmen ab. Im Gegenteil: Im Konkursfalle werden die Anleihen zu den Konkursforderungen gerechnet (Wöhe, 1996, S.826).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung gibt einen Überblick über das Thema der Unternehmensfinanzierung durch Anleiheemissionen und skizziert den Aufbau der Hausarbeit.
2 Die Industrieobligation: Dieses Kapitel erläutert das Wesen, die Begebung sowie die zentralen Ausstattungsmerkmale und Tilgungsformen von Industrieanleihen.
3 Sonderformen der Industrieobligation: Hier werden spezielle Varianten wie Floating Rate Notes, Zero-Bonds, Doppelwährungsanleihen und Gewinnschuldverschreibungen kurz vorgestellt.
4 Der Genußschein: Dieses Kapitel beschreibt den Genußschein als hybrides Finanzierungsinstrument zwischen Gläubiger- und Beteiligungspapier sowie dessen steuerliche Vorteile.
5 Die Wandelanleihe: Der Inhalt fokussiert auf Wandelanleihen als Instrumente mit Umtauschrecht in Aktien und deren Bedeutung für das emittierende Unternehmen.
6 Die Optionsanleihe: Das abschließende Kapitel behandelt die Optionsanleihe, bei der der Anleger das Recht erhält, zusätzlich zur Anleihe junge Aktien zu erwerben.
Schlüsselwörter
Unternehmensfinanzierung, Anleiheemission, Industrieobligation, Teilschuldverschreibung, Fremdkapital, Emissionsvolumen, Effektivverzinsung, Genußschein, Wandelanleihe, Optionsanleihe, Wandlungsrecht, Bezugsrecht, Kapitalmarktzinssatz, Finanzinstrumente, Unternehmensbilanz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit verschiedenen Methoden der Unternehmensfinanzierung, wobei der Schwerpunkt explizit auf der Emission von Anleihen und deren unterschiedlichen Formen liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen sind klassische Industrieobligationen, deren Ausstattungsmerkmale, Sonderformen sowie spezielle hybride Instrumente wie Genußscheine, Wandelanleihen und Optionsanleihen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, einen strukturierten Überblick über die Möglichkeiten der Fremdkapitalbeschaffung durch Anleihen zu geben und die spezifischen Merkmale der verschiedenen Anleihetypen herauszuarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung und Zusammenfassung einschlägiger finanzwirtschaftlicher Fachliteratur zum Thema Unternehmensfinanzierung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Industrieobligation als Grundform (Wesen, Begebung, Bedingungen) und anschließend Sonderformen sowie instrumentelle Mischformen wie Wandel- und Optionsanleihen detailliert analysiert.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die zentralen Begriffe sind Industrieobligation, Unternehmensfinanzierung, Fremdkapital, Wandelanleihe, Optionsanleihe und Genußschein.
Wie unterscheidet sich eine Industrieobligation von einer Aktie?
Während Aktien Eigentumsrechte am Unternehmen verbriefen, handelt es sich bei Industrieobligationen um reine Gläubigerpapiere, die lediglich einen Anspruch auf Zinszahlung und Rückzahlung der Darlehenssumme beinhalten.
Welchen Vorteil bietet eine Wandelanleihe aus Sicht des emittierenden Unternehmens?
Der Hauptvorteil besteht in einer häufig niedrigeren Nominalverzinsung aufgrund des eingebetteten Wandlungsrechts und der Option, Fremdkapital bei Ausübung des Rechts langfristig in Eigenkapital umzuwandeln.
Warum wird bei der Emission von Industrieanleihen oft ein Bankenkonsortium beauftragt?
Da die Übernahme einer Anleiheemission die finanziellen Kapazitäten einzelner Kreditinstitute meist übersteigt, schließen sich Banken zu Konsortien zusammen, um das Unterbringungsrisiko zu teilen und Vertriebskontakte zu nutzen.
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- Stefan Elfgen (Author), 2001, Methoden der Unternehmensfinanzierung durch Anleiheemissionen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/37605