Prinzipien und Problemlagen von Projektfinanzierungen


Hausarbeit, 2001
11 Seiten, Note: 1

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Wesen der Projektfinanzierung

3 Die Projektgesellschaft

4 Die Strukturierung von Projektfinanzierungen
4.1 Off-Balance-Sheet-Financing
4.2 Cash-Flow-Related-Lending
4.3 Risk-Sharing

5 Die Projektbeteiligten
5.1 Die Sponsoren
5.2 Die Lieferanten
5.3 Die Abnehmer
5.4 Die Fremdkapitalgeber

6 Die Projektanalyse

7 Die Finanzierungsplanung

8 Die Verteilung der Projektrisiken

1 Einleitung

Mit der vorliegenden Hausarbeit werden die Prinzipien und Problemlagen von Projektfinanzierungen vorgestellt. Zu Beginn werden das Wesen von Projektfinanzierungen, das Konstrukt der Projektgesellschaft sowie die Strukturierung von Projektfinanzierungen betrachtet. Weitere Kapitel beschäftigen sich mit den Projektbeteiligten sowie der Projektanalyse und der Finanzierungsplanung. Den Abschluß dieser Arbeit bildet ein kurzer Einblick in die Verteilung von Projektrisiken.

2 Das Wesen der Projektfinanzierung

Als Projektfinanzierung bezeichnet man die Finanzierung eines Investitionsvorhabens, das eine sich selbst tragende Wirtschaftseinheit (Projekt) darstellt. Die Implementierung einer in der Regel rechtlich selbständigen und speziell zu diesem Zweck gegründeten Projektgesellschaft (Special Purpose Vehicle oder Single Purpose Company) sowie die Tatsache, daß sich die Investoren bei ihrer Kreditentscheidung vornehmlich auf den Cash-Flow und die Vermögenswerte des Projektes als Sicherheit für die Rückzahlung der vergebenen Kredite stützen, sind wesentliche Merkmale der Projektfinanzierung (Schierenbeck/Hölscher, 1998, S.425). Die Erstellung von kompletten Industrieanlagen und Dienstleistungszentren sowie der Bau von Kraftwerken oder die Erschliessung von Rohstoffvorkommen stellen Investitionen dar, die häufig in Form der Projektfinanzierung realisiert werden (Häberle, 1998, S.726). Solche Groß-Projekte mit Investitionskosten, die bis in den Milliardenbereich gelangen können, übersteigen in der Regel sowohl die Finanzierungskraft als auch die Risikoübernahmebereitschaft einzelner Investoren, worunter auch weltweit tätige Konzerne zu verstehen sind. Für Projekte, die in Schwellen- oder Entwicklungsländern durchgeführt werden, gilt zusätzlich, daß die politische Stabilität nur schwer einschätzbar ist und häufig auch die Fähigkeit fehlt, Devisen zu erwirtschaften. Traditionelle Fremdfinanzierungsformen stossen somit an ihre Grenzen (Fahrholz, 1998, S.254). So sehen sich beispielsweise Unternehmen, deren Zweck die kapitalintensive Erschliessung von Rohstofflagerstätten ist, mit dem Problem konfrontiert, daß sie entweder nicht über die notwendigen finanziellen Mittel verfügen, oder nicht bereit sind, die mit derartigen Projekten verbundenen Risiken zu tragen. Die Aufnahme von Fremdkapital verschlechtert darüberhinaus bestimmte Bilanzstrukturkennzahlen (Schierenbeck/Hölscher, 1998, S.426). Ein weiterer wesentlicher Aspekt der Projektfinanzierung ist die Verteilung der wirtschaftlichen, technischen, finanziellen und die Schwellen- oder Entwicklungsländer betreffenden politischen Risiken auf die an dem zugrunde liegenden Projekt beteiligten Parteien (Fahrholz, 1998, S.255).

3 Die Projektgesellschaft

Auf der Suche nach der für den gegebenen Anlaß bestmöglichen Finanzierung verfolgen Unternehmen oftmals folgende drei Aspekte: Neben der Optimierung der Finanzierungskosten werden eine Haftungsbegrenzung sowie eine Entlastung der Bilanz (Off-Balance-Sheet-Finanzierung) angestrebt. Für die Projektfinanzierung lassen sich diese drei Ziele weitgehend durch das Einschalten einer Einzweckgesellschaft (Single Purpose Company oder Special Purpose Vehicle) erreichen. Diese Einzweckgesellschaft agiert in der Regel in der Rechtsform einer GmbH oder einer GmbH & Co.KG, selten auch als Aktiengesellschaft, so fern sie deutschem Recht unterliegt (Fahrholz, 1998, S.1). Die Projektgesellschaft entwickelt und betreibt das Projekt, fungiert als Finanzierungsträger und bildet als Einzweckgesellschaft die zentrale organisatorische Einheit für die Durchführung des Projektes. Die Rolle der Gesellschafter wird von den Initiatoren des Projektes übernommen. Diese auch als Sponsoren bezeichneten Projektträger gründen die Einzweckgesellschaft als Jointventure (Achleitner, 1999, S.345). Von der Projektgesellschaft werden zu Beginn des Projektes alle Vorfelduntersuchungen und dabei vor allem die Machbarkeitsstudie (Feasibility study) durchgeführt. Nach Steuerung und Abwicklung der Bauphase fungiert die Einzweckgesellschaft als operativer Betreiber des Projektes. Die Projektgesellschaft als kreditaufnehmende und rechtlich selbständige Einheit übernimmt, abgesehen von möglichen Haftungsübernahmen der Sponsoren, die alleinige Verantwortung für die Rückzahlung von Tilgungs- und Zinsbeträgen. Die Besetzung von wichtigen Positionen innerhalb der Projektgesellschaft, wie z.B. in der Geschäftsleitung, durch die Initiatoren des Projektes, wird aus Sicht der finanzierenden Banken daher als wichtiges Signal der wirtschaftlichen Identifikation der Sponsoren mit dem Schicksal der Einzweckgesellschaft angesehen. Korrespondierend hierzu garantiert die gesellschaftrechtliche Selbständigkeit der Projektgesellschaft, daß ihr Handeln vornehmlich durch ihre eigenen Interessen bestimmt wird. Anderenfalls wäre es möglich, daß einzelne Projektinitiatoren beispielsweise Dienstleistungen von der Projektgesellschaft erwarten, die dem eigentlichen Unternehmenszweck der Single Purpose Company entgegenstehen. Abschliessend seien noch einmal die Hauptziele der Investoren genannt, die mit dem Errichten einer Einzweckgesellschaft verbunden sind: Neben der Risikoverteilung und der damit verbundenen Haftungsbegrenzung ist die Dekonsolidierung und die damit einhergehende Vermeidung von Bilanzverlängerungen zu nennen. Steuerlichen Gesichtspunkten folgend werden die Projektinitiatoren bestrebt sein, Verluste, die bedingt durch fehlende Erlöse in der Anfangsphase des Projektes entstehen, zu übernehmen, um diese mit anderen positiven Einkünften zu verrechnen. Voraussetzung hierzu ist ein entsprechendes Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung (Fahrholz, 1998, S.10 und 260-261).

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Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Prinzipien und Problemlagen von Projektfinanzierungen
Hochschule
Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach
Note
1
Autor
Jahr
2001
Seiten
11
Katalognummer
V37608
ISBN (eBook)
9783638369008
ISBN (Buch)
9783638778718
Dateigröße
421 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Mit der vorliegenden Hausarbeit werden die Prinzipien und Problemlagen von Projektfinanzierungen vorgestellt. Zu Beginn werden das Wesen von Projektfinanzierungen, das Konstrukt der Projektgesellschaft sowie die Strukturierung von Projektfinanzierungen betrachtet. Weitere Kapitel beschäftigen sich mit den Projektbeteiligten sowie der Projektanalyse und der Finanzierungsplanung. Den Abschluß dieser Arbeit bildet ein kurzer Einblick in die Verteilung von Projektrisiken.
Schlagworte
Prinzipien, Problemlagen, Projektfinanzierungen
Arbeit zitieren
Stefan Elfgen (Autor), 2001, Prinzipien und Problemlagen von Projektfinanzierungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/37608

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