Low-Cost Airlines erzielen gegenüber Network Airlines einen Wettbewerbsvorteil in Form eines Kostenvorsprungs. Dieser ist nicht nur auf ein konsequent verfolgtes Kostenmanagement zurückzuführen, sondern in erster Linie ein natürliches Resultat der Unterschiede in den Elementen der angewandten Geschäftsmodelle. Die vorliegende Arbeit stellt alle wesentlichen Elemente des charakteristischen Geschäftsmodells von Low-Cost Airlines vor. Dabei wird jeweils der Unterschied zu den von Network Airlines angewandten Methoden aufgezeigt und daraus resultierende Wettbewerbsvorteile analysiert, durch die Low-Cost Airlines in der Lage sind eine Kostenführerschaft am Markt zu erreichen. Dies wird durch zahlreiche Tabellen und Abbildungen veranschaulicht und durch die Daten von 14 empirisch untersuchten Fluggesellschaften belegt.
Der Aufbau der Arbeit gliedert sich in den Grundlagen in einen Abriss der Deregulierung des Luftverkehrsmarktes, eine Vorstellung der charakteristischen Elemente und Strategien von Low-Cost und Network Airlines und eine Einführung in die grundlegende Kostenstruktur von Fluggesellschaften. Der Hauptteil besteht in der Vorstellung der Kernelemente des Geschäftsmodells der Low-Cost Airlines, wobei jeweils die Unterschiede und möglichen Wettbewerbsvorteile gegenüber den Methoden der Network Airlines verdeutlicht werden. Es werden die Abweichungen zwischen den beiden Geschäftsmodellen beschrieben, welche in der Methode der Streckenführung, der Wahl der angeflogenen Flughäfen, der Betriebsauslastung der Flugzeuge, der Bezahlung und Produktivität der Mitarbeiter, der Flottenkonfiguration, dem Revenue Management, der Distributionspolitik und weiteren Methoden, die zu einer Reduktion der Stückkosten beitragen können, liegen. Um das Geschäftsmodell von Low-Cost Airlines praktisch zu verdeutlichen, werden zuletzt drei Unternehmen und deren konkret verfolgte Strategien vorgestellt.
1. EINLEITUNG
2. GRUNDLAGEN
2.1 Deregulierung des Luftverkehrs in den USA und der EU
2.1.1 Der regulierte Luftverkehrsmarkt
2.1.2 Die Regulierung in den USA
2.1.3 Die Deregulierung in den USA
2.1.4 Die Regulierung in Europa
2.1.5 Die Deregulierung in Europa
2.1.6 Die Bedeutung der Liberalisierung für den Wettbewerb
2.1.7 Exkurs: Die restliche Welt
2.2 Das Geschäftsmodell von Low-Cost und Network Airlines
2.2.1 Merkmale der Geschäftsmodelle
2.2.2 Strategische Ausrichtung der Geschäftsmodelle
2.2.3 Exkurs: Das Geschäftsmodell von Charter- und Regionalfluggesellschaften
2.3 Kostenvergleich zwischen Low-Cost und Network Airlines
2.3.1 Die Kostenstruktur einer Fluggesellschaft
2.3.2 Empirische Untersuchung: Kostenvergleich zwischen Low-Cost und Network Airlines
2.3.3 Determinante der Streckenlänge
3. KERNELEMENTE DES GESCHÄFTSMODELLS VON LOW-COST AIRLINES
3.1 Streckenführung
3.1.1 Grundlegende Modelloptionen
3.1.2 Streckenführung bei Network Airlines
3.1.3 Streckenführung bei Low-Cost Airlines
3.2 Flughäfen
3.2.1 Entgelte von Flughäfen
3.2.2 Sekundärflughäfen und ihre Vorteile gegenüber Hauptflughäfen
3.2.3 Ein Beispiel – Der Sekundärflughafen Karlruhe/ Baden-Baden
3.3 Betriebsauslastung der Flugzeuge
3.3.1 Einführung
3.3.2 Betriebsauslastungsmaximierung der Flugzeuge bei Low-Cost Airlines
3.4 Personalkosten
3.4.1 Einführung
3.4.2 Niedrige Personalkosten bei Low-Cost Airlines
3.5 Flottenpolitik
3.5.1 Flottenpolitik von Network Airlines
3.5.2 Flottenpolitik von Low-Cost Airlines
3.6 Revenue Management
3.6.1 Einführung
3.6.2 Revenue Management bei Network Airlines
3.6.3 Revenue Management bei Low-Cost Airlines
3.7 Distribution
3.7.1 Distribution bei Network Airlines
3.7.2 Distribution bei Low-Cost Airlines
3.8 Weitere Elemente
3.8.1 Keine physischen Tickets
3.8.2 Keine Kundenbindungsprogramme
3.8.3 Einsparungen bei den Stationskosten
3.8.4 Servicevezicht
3.8.5 Outsourcing
4. ILLUSTRATION DES GESCHÄFTSMODELLS VON LOW-COST AIRLINES AN BEISPIELEN
4.1 Einführung
4.2 Southwest Airlines Inc.
4.3 Ryanair Holdings Plc.
4.4 Easyjet Plc
5. SCHLUSS
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Geschäftsmodell von Low-Cost Airlines im Vergleich zu traditionellen Network Airlines, um die spezifischen Methoden und Kostenvorteile zu identifizieren, die eine Kostenführerschaft am Luftverkehrsmarkt ermöglichen.
- Deregulierung und Liberalisierung des Luftverkehrsmarktes
- Struktureller Kostenvergleich zwischen Low-Cost und Network Airlines
- Analyse der Kernelemente (Streckenführung, Flotte, Revenue Management, Distribution)
- Illustration anhand der Unternehmensbeispiele Southwest, Ryanair und Easyjet
Auszug aus dem Buch
3.1.2.2 Störanfälligkeit des Hub-and-Spokes-Systems
Diese große Auswahl an Zielen hat allerdings ihren Preis. So ist die Synchronisation der Flugpläne aufgrund der Komplexität ein schwieriges Unterfangen, wofür anspruchsvolle Informationstechnologie benötigt wird und, um Verbindungen zu ermöglichen, müssen teilweise erhebliche Wartezeiten in die Flugpläne eingearbeitet werden. Das Risiko bei Hub-and-Spokes-Systemen liegt in der Interdependenz vieler Flüge. Da versucht wird Anschlussflüge zu garantieren, kann sich die Verspätung einer einzelnen Maschine durch das gesamte Netzwerk fortpflanzen, indem nachfolgende Flüge warten müssen (sog. Folgeverspätungen). Betrachtet man vor diesem Hintergrund die Pünktlichkeitsstatistik der „Association of European Airlines“ (AEA), bei der die meisten großen europäischen Network Airlines Mitglied sind, wird das Problem Anschlussflüge zu garantieren ersichtlich. 2001 hatten 24,2% aller Abflüge der Mitglieder innerhalb Europas, also fast jedes vierte Flugzeug, eine Verspätung von mehr als 15 Minuten. 2002 waren es noch 19,9%. Da nicht jede am Boden verursachte Verspätung in der Luft wieder aufgeholt werden kann, ist ein solches System der Flugbewegungen sehr störanfällig. Es können hohe Zusatzkosten für zum Beispiel Ersatzflüge oder Übernachtungskosten entstehen. Ferner verhindern Wartezeiten oder auch der Einsatz von zeitlichen Puffern den optimalen Einsatz des Personals und der teuren Maschinen, die in dieser Zeit nicht produktiv sein können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Arbeit gibt einen Überblick über das enorme Wachstum der Luftfahrt durch Deregulierung und stellt das Geschäftsmodell von Low-Cost Airlines vor, das auf konsequenter Kostenreduktion basiert.
2. GRUNDLAGEN: Dieses Kapitel erläutert die historische Entwicklung der Luftverkehrsregulierung in den USA und der EU, beschreibt die Geschäftsmodelle von Network und Low-Cost Airlines und führt einen Kostenvergleich durch.
3. KERNELEMENTE DES GESCHÄFTSMODELLS VON LOW-COST AIRLINES: Der Hauptteil analysiert detailliert die operative Umsetzung, inklusive Streckenführung, Flughafennutzung, Betriebsauslastung, Personalkosten, Flottenpolitik, Revenue Management und Vertrieb.
4. ILLUSTRATION DES GESCHÄFTSMODELLS VON LOW-COST AIRLINES AN BEISPIELEN: Anhand der praktischen Fallbeispiele Southwest Airlines, Ryanair und Easyjet werden die Strategien der Unternehmen veranschaulicht.
5. SCHLUSS: Das Fazit fasst zusammen, dass Low-Cost Airlines durch ihre spezifischen Strategien einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil gegenüber traditionellen Fluggesellschaften erzielen.
Schlüsselwörter
Low-Cost Airlines, Network Airlines, Luftverkehr, Deregulierung, Geschäftsmodell, Kostenführerschaft, Point-to-Point, Hub-and-Spokes, Revenue Management, Kosteneffizienz, Umlaufzeit, Direktvertrieb, Wettbewerbsvorteil, Flottenpolitik, Luftfahrtindustrie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse und dem Vergleich der Geschäftsmodelle von Low-Cost Airlines und traditionellen Network Airlines.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf den Auswirkungen der Deregulierung, den Kostenstrukturen und den strategischen operativen Unterschieden beider Fluggesellschaftstypen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die spezifischen Methoden der Low-Cost Airlines zu zeigen, die zu ihrer Kostenführerschaft und ihren Wettbewerbsvorteilen gegenüber Network Airlines führen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung sowie eine empirische Kostenanalyse basierend auf Jahresberichten verschiedener Fluggesellschaften im Zeitraum 2000-2003.
Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?
Im Hauptteil werden die Kernelemente wie Streckenführung, Flughafenauswahl, Personaleinsatz, Flottenpolitik, Revenue Management und Vertriebsstrategien detailliert analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Wesentliche Begriffe sind Low-Cost Airlines, Kostenführerschaft, Point-to-Point-System, Hub-and-Spokes, Betriebsauslastung und operative Effizienz.
Wie beeinflusst die Streckenlänge die Kostenstruktur einer Fluggesellschaft?
Die Arbeit zeigt, dass mit zunehmender durchschnittlicher Streckenlänge die Kosten pro verfügbarem Sitzplatzkilometer in der Regel sinken, da Fixkosten auf eine größere Distanz verteilt werden können.
Warum sind Sekundärflughäfen für Low-Cost Airlines attraktiv?
Sekundärflughäfen bieten niedrigere Gebühren und ermöglichen aufgrund geringeren Verkehrsaufkommens schnellere Umlaufzeiten, was entscheidend für die Produktivitätsmaximierung der Maschinen ist.
- Quote paper
- Michael Kuhn (Author), 2005, Das Geschäftsmodell von Low-Cost Airlines. Unterschiede und Wettbewerbsvorteile gegenüber Network Airlines, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/37610