Hier geht es um das Fach Psychologie des Gesundheitsverhaltens der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheit. Es wird näher auf den Begriff der Selbstwirksamkeitserwartung eingegangen und eine eigens durchgeführte Studie wird erläutert. Als nächstes ist eine Literaturrecherche zum Thema "chronische Erkrankungen" durchgeführt worden. Zuletzt wird ein Beratungsgespräch mit einem fiktiven Kunden dargestellt.
Bandura beschreibt die Selbstwirksamkeitserwartung (Kompetenzerwartung) als eine persönliche Ressource. Sie ist die subjektive Einschätzung einer Person, die nötigen Fähigkeiten zu besitzen, um bestimmte Handlungen durchzuführen oder bestimmte Umstände bewältigen zu können. Je stärker die Selbstwirksamkeitserwartung ausgeprägt ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen nach neuen Anforderungen suchen, zudem steigert sie die Einsatzbereitschaft und Anstrengung in einer bestimmten Situation. Die Kompetenzerwartung setzt vor einer Handlung an und kann im Wesentlichen durch direkte erfolgreiche Anforderungsbewältigung (direkte Erfahrung), stellvertretende Erfahrung durch Beobachtung einer Modellperson (indirekte Erfahrung), Mitteilung anderer Personen über die eigene Kompetenz (symbolische Erfahrung) oder durch physiologische Körperprozesse, wie z.B. Adrenalinausstoß und das damit verbundene Gefühl, welches als Signal der Eigenkompetenz gewertet wird (Gefühlserregungen) gewonnen werden
Inhaltsverzeichnis
1 SELBSTWIRKSAMKEITSERWARTUNG
1.1 Definition des Begriffs „Selbstwirksamkeitserwartung“
1.2 Spezifische Selbstwirksamkeitserwartung zum Thema „gesunde Ernährung“
1.3 Darstellung zweier Studien zum Thema Selbstwirksamkeitserwartung
2 LITERATURRECHERCHE ZUM THEMA CHRONISCHE ERKRANKUNGEN
2.1 Definition
2.2 Theoretische Grundlagen
2.3 Entstehung chronischer Krankheiten
2.4 Überblick über Zahlen und Daten
2.5 Präventions- und Interventionsprogramme
2.6 Konsequenzen für eine gesundheitsorientierte Beratung
3 BERATUNGSGESPRÄCH
3.1 Standpunkt des Kunden und Ziele der Beratung
3.1.1 Standpunkt und Einordnung im Prozess der Verhaltensänderung anhand des Fallbeispiels 3 (Frau Wagner – „körperliche Inaktivität“)
3.1.2 Ziele im Beratungsverlauf während der Prädezisionalen Phase
3.2 Rolle des Beraters und erste Schritte in der Beratung
3.2.1 Rolle und Haltung des Beraters
3.2.2 Kommunikation in der Beratung
3.2.3 Beziehungsebene in der Beratung
3.3 Gesprächsverlauf mit methodischer Vorgehensweise
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die psychologischen Grundlagen des Gesundheitsverhaltens zu analysieren, um Beratungsansätze bei chronischen Erkrankungen und Verhaltensdefiziten methodisch fundiert zu optimieren.
- Bedeutung der Selbstwirksamkeitserwartung bei Verhaltensänderungen
- Analyse von Studien zu Therapieerfolgen und Krankheitsbewältigung
- Definition und Risikofaktoren chronischer Erkrankungen
- Anwendung des Transtheoretischen Modells in der Beratungspraxis
- Methodik der Gesprächsführung und Beziehungsaufbau zwischen Berater und Kunde
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Standpunkt und Einordnung im Prozess der Verhaltensänderung anhand des Fallbeispiels 3 (Frau Wagner – „körperliche Inaktivität“)
Da Bewegungsmangel eine gesundheitsgefährdende Verhaltensweise ist, eignet sich das Transtheoretische Modell (TTM) zur Einordnung, Beschreibung und zur Änderung des gesundheitsbezogenen Verhaltens von Frau Wagner.
Die Änderung einer Verhaltensweise durchläuft temporal und qualitativ unterschiedliche Vorgänge, die als „Stufen der Verhaltensänderung“ (Schwarzer, 2004, zitiert nach Pieter, 2016, S.245) bezeichnet werden. Der Verlauf der Verhaltensänderung findet laut TTM in fünf Stufen statt:
- 1. Absichtslosigkeit: Gesundheitsschädigendes Verhalten wird bewusst, Kunde beabsichtigt noch keine Änderung in den nächsten 6 Monaten
- 2. Absichtsbildung: Bewusstwerden des Problems des schädigenden Verhaltens, eine Änderung wird „innerhalb der nächsten 6 Monate“ eingeleitet
- 3. Vorbereitung: Maßnahmen der Verhaltensänderung werden eingeleitet, Nutzen wird höher eingeschätzt als der Aufwand
- 4. Handlung: Gesundheitsschädigendes Verhalten wird aktiv abgebaut und notwendige Veränderungen werden herbeigeführt
- 5. Aufrechterhaltung/Stabilisierung: Zielverhalten erfolgt seit mehr als 6 Monaten stabil (Pieter, 2016, S. 245, ff)
Frau Wagner ist sich dessen bewusst, dass sie sich zu wenig bewegt und sie möchte ihrer Inaktivität entgegenwirken und dieses Verhalten ändern. Dies sind Kennzeichen, die vor Allem der 2. Stufe, der Absichtsbildung zuzuordnen sind. Gleichzeitig befindet sie sich in der Vorbereitungsphase: Sie hat sich schon Gedanken zur Problemlösung gemacht (Spazierengehen), allerdings hat sie entdeckt, dass der überlegte Ansatzpunkt keiner ist, der ihr Spaß macht und deshalb keinen Mehrwert bringt. Auch die Tatsache, dass sie sich zu einem Beratungsgespräch begeben hat, zeigt, dass eine Intention für ein Handeln und eine Einleitung zu einer Situationsveränderung vorhanden ist.
Frau Wagner ist deshalb anhand des TTM zwischen Stufe 2 und 3 einzuordnen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 SELBSTWIRKSAMKEITSERWARTUNG: Dieses Kapitel definiert Selbstwirksamkeitserwartung als persönliche Ressource und analysiert durch Studien, wie dieser Faktor den Erfolg bei gesundheitsbezogenen Maßnahmen beeinflusst.
2 LITERATURRECHERCHE ZUM THEMA CHRONISCHE ERKRANKUNGEN: Hier werden Definitionen und Entstehungsmodelle chronischer Krankheiten erörtert sowie Konzepte für präventive Interventionen und deren Bedeutung für die Beratungspraxis dargestellt.
3 BERATUNGSGESPRÄCH: Dieses Kapitel erläutert die praktische Anwendung von Beratungsmodellen am Beispiel von Verhaltensänderungen und beschreibt die notwendige Haltung sowie kommunikative Techniken des Beraters.
Schlüsselwörter
Selbstwirksamkeitserwartung, Gesundheitsverhalten, chronische Erkrankungen, Transtheoretisches Modell, Verhaltensänderung, Beratung, Prävention, Intervention, Gesprächsführung, Patientencompliance, Zielbildung, Ressourcenaktivierung, Gesundheitspsychologie, Patientenberatung, Motivation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht psychologische Faktoren und Beratungsstrategien, die Menschen dabei unterstützen, gesundheitsschädigendes Verhalten abzubauen und nachhaltige Verhaltensänderungen zu etablieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Selbstwirksamkeitserwartung, den Hintergründen chronischer Erkrankungen und der methodischen Gestaltung professioneller Beratungsgespräche.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, den Prozess der Verhaltensänderung zu verstehen und konkrete Werkzeuge für Berater zu identifizieren, um Kunden bei der Umstellung ihres Lebensstils effektiv zu begleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturrecherche und die Analyse wissenschaftlicher Modelle wie das Transtheoretische Modell sowie Fallbeispiele zur Veranschaulichung der Beratungspraxis.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretische Fundierung der Selbstwirksamkeitserwartung, eine Übersicht zu chronischen Erkrankungen sowie die detaillierte Darstellung einer methodisch geleiteten Beratung inklusive Erstkontakt und Zielvereinbarung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Selbstwirksamkeit, Gesundheitsverhalten, Verhaltensänderung, Beratung und Prävention.
Wie lässt sich Frau Wagner im Transtheoretischen Modell einordnen?
Frau Wagner befindet sich aufgrund ihres Problembewusstseins und der bereits unternommenen Gedanken zur Problemlösung zwischen der zweiten Stufe (Absichtsbildung) und der dritten Stufe (Vorbereitung).
Warum ist der Erstkontakt in einer Beratung so entscheidend?
Da eine Dienstleistung ein immaterielles Gut ist, fungiert der Berater als Repräsentant des Unternehmens. Ein gelungener Erstkontakt ist essenziell, um Vertrauen aufzubauen und die Grundlage für eine effektive Beratung zu legen.
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- Anonym (Author), 2017, Psychologie des Gesundheitsverhaltens. Der Begriff der Selbstwirksamkeitserwartung und eine Studie zum Gesundheitsverhalten als Beispiel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/376179