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Muhammad-Bilder im christlichen Europa des 7.-19. Jahrhundert

Bobzin über Mohammad

Titel: Muhammad-Bilder im christlichen Europa des 7.-19. Jahrhundert

Referat (Ausarbeitung) , 2017 , 13 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Ephi Soja (Autor:in)

Theologie - Islamische Religionswissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser vorliegenden Arbeit soll es im Wesentlichen darum gehen, ausgewählte Passagen aus Bobzins Kapitel über die christlich geprägten westlichen Muhammad-Bilder vom 7. bis 19. Jahrhundert zusammenzufassen, diese Stellen zu kommentieren und gegebenenfalls ergänzende Informationen zu geben. In einem Fazit geht es darum, aufzuzeigen, wie die Entwicklung der Muhammad-Bilder über die Jahrhunderte hinweg zu bewerten sind, und ebenso darum, weiteren Forschungsausblick zu geben. Hiermit sollen Aspekte genannt werden, die Bobzin in seinem oben genannten Kapitel unerwähnt lässt – um eine Anregung für die weitere Recherche zu diesem Thema zu geben.

Einer derjenigen, der Muhammad als „Pseudoprophet“ genannt hat, war beispielsweise Johannes von Damaskus. In seinem Werk „Quelle der Erkenntnis“ – „Pege gnoseos“ auf Griechisch, das auch als das sogenannte „Buch der Häresien“ gilt und aus etwa dem Anfang des 8 Jahrhunderts entstammt wird ebenso erkenntlich, dass Johannes von Damaskus den Islam noch nicht ganz als eigenständige Religion wahrnahm, sondern als eine christliche Irrlehre. Das Interessante dabei ist, dass sich das Prädikat „pseudoprohetes“ in sehr vielen Werken christlicher Polemik verbreitet hat und in den ersten Jahrhunderten des Islams zur Standardbezeichnung im christlichen Abendland wurde.3 Ebenso schreibt Johannes von Damaskus, der beruflich zunächst Hofbeamter bei einem omajjadischen Kalifen war, aber dann mit zunehmenden Ressintements gegenüber Christen entschied, sich dem Mönchtum zuzuwenden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Muḥammad, der pseudoprophetes bis zum „Antichrist“

3. Muḥammad, der „Häretiker“ genannt wird

4. Muḥammad, der für einen „Betrüger“ gehalten wird

5. Muḥammad, der als „Epileptiker“ dargestellt wird

6. Muḥammad in der Literatur als „‘Gott‘ neben anderen Göttern“

7. Eine Wendung in der Darstellung von Muḥammadbildern

7.1 Muḥammad, der „Gesetzgeber“

7.2 Muḥammad, der „Held“

8. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert die Entwicklung der Wahrnehmung Muḥammads im christlichen Europa zwischen dem 7. und 19. Jahrhundert anhand von Hartmut Bobzins Werk „Mohammed“. Das primäre Ziel besteht darin, die Transformation von polemischen, oft negativ geprägten Bildern hin zu differenzierteren Darstellungen in der Aufklärung und Moderne nachzuzeichnen und kritisch zu reflektieren.

  • Historische Genese antimuslimischer Polemik und Stereotype im Mittelalter.
  • Die christliche Deutung Muḥammads als Pseudoprophet, Häretiker und Antichrist.
  • Transformation des Muḥammad-Bildes im Zeitalter der Aufklärung.
  • Kritische Analyse der Entwicklung zum Bild des „Helden“ und „Gesetzgebers“.
  • Bedeutung der Unkenntnis und Wissenskonstruktion im interkulturellen Austausch.

Auszug aus dem Buch

3. Muḥammad, der „Häretiker“ genannt wird

Eine weitere Bezeichnung, die Muḥammad zuteilwurde, war „Häretiker“. Er wurde also auch als jemand gehalten, „der von der offiziellen Kirchenlehre abweicht“8. Als solcher wurde Muḥammad beispielsweise in Dante Alighieris „Göttliche Komödie“ (lat., Divina Commedia) bezeichnet, die in etwa zu Beginn des 14. Jahrhunderts entstanden ist.9 Diese Bezeichnung gibt laut Bobzin „die im wesentlichen die beherrschende Vorstellung des Mittelalters über Mohammed wieder“.10 Muḥammad in der „Divina Commedia“ also als „Abweichler“ vom Christentum, bzw. „Spalter“ des Christentums. In der Komödie kommt der Gang Muḥammads in der Hölle mit aufgeschlitztem Bauch vor – was auch daraufhin deutet, dass er als jemand dargestellt wurde, der für sein Abweichen bzw. Spalten bestraft werden und in der Hölle landen wird.

Bobzin erläutert weiterhin, worin die Gründe für die Zweifel an Muḥammads Christsein lagen. Zum einen nennt er, dass Muḥammad aus der Sicht der Christen mangelhafte Kenntnis der Schriften des Alten und Neuen Testaments aufweise und zum anderen wird Muḥammads Begegnung mit dem Mönch Bahira als Vorwurf genommen. Denn dieser Mönch galt unter zeitgenössischer christlicher Sicht ebenso als Ketzer – so zumindest laut Johannes von Damaskus, zitiert nach Bobzin. Damit wird Muḥammad in eine Reihe bekannter altkirchlicher Ketzer wie Arius oder Nestorius gesetzt, die die Trinität und die göttliche Natur Jesus‘ geleugnet haben. Das sei aus christlicher Sicht der Grund, weshalb Jesus im Koran „lediglich“ als Prophet11 und Diener Gottes12 vorkommt und weshalb seine Gottessohnschaft ausdrücklich bestritten werde.13 Man kann also zusammenfassend sagen, dass Christen deshalb auf die Idee gekommen sind, Muḥammad als Häretiker zu bezeichnen, da Jesus im Koran erwähnt wird, aber nicht als solcher, wie Christen an ihn geglaubt haben, sondern eben „lediglich“ als Prophet bzw. Diener Gottes.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Thema der abendländischen Muḥammad-Bilder und Skizzierung der methodischen Vorgehensweise anhand von Bobzins Werk.

2. Muḥammad, der pseudoprophetes bis zum „Antichrist“: Untersuchung der früh- und mittelalterlichen Diffamierung Muḥammads als falscher Prophet und Vorbote der Endzeit.

3. Muḥammad, der „Häretiker“ genannt wird: Analyse der Einstufung Muḥammads als Abweichler vom christlichen Glauben, unter anderem durch die Einordnung in die Tradition bekannter Ketzer.

4. Muḥammad, der für einen „Betrüger“ gehalten wird: Darstellung der historischen Konstruktion Muḥammads als bewusster Täuschung und Betrüger, illustriert durch volkstümliche und theologische Schriften.

5. Muḥammad, der als „Epileptiker“ dargestellt wird: Betrachtung der medizinischen Pathologisierung Muḥammads als Versuch, seine Offenbarungen durch eine „heilige Krankheit“ zu diskreditieren.

6. Muḥammad in der Literatur als „‘Gott‘ neben anderen Göttern“: Aufzeigen der Unkenntnis über den Islam im mittelalterlichen Europa, die zu einer mythischen Darstellung Muḥammads als Götzen führte.

7. Eine Wendung in der Darstellung von Muḥammadbildern: Beschreibung der Wende in der Wahrnehmung während der Aufklärung durch Gelehrte wie Voltaire und Gibbon sowie durch die positive Sicht Thomas Carlyles.

8. Fazit: Zusammenfassende Einteilung der Muḥammad-Rezeption in drei Phasen und Reflexion über die Rolle der Macht und Unwissenheit bei der Konstruktion des „Anderen“.

Schlüsselwörter

Muḥammad, Mohammed, abendländische Wahrnehmung, Christentum, Islam, Polemik, Antichrist, Häresie, Aufklärung, Religionsgeschichte, interkultureller Austausch, Wissenskonstruktion, Mittelalter, Prophetie, Entdämonisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der historischen Analyse von Darstellungen des Propheten Muḥammad im christlichen Abendland, betrachtet über einen Zeitraum vom 7. bis zum 19. Jahrhundert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die christliche Polemik gegenüber dem Islam, die Entwicklung von Stereotypen wie dem „Betrüger“ oder „Häretiker“ und die spätere Wandlung dieser Bilder in der Zeit der Aufklärung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, ausgewählte Textstellen aus Hartmut Bobzins Werk über westliche Muḥammad-Bilder zusammenzufassen, zu kommentieren und die Entwicklung von einer pauschalen Ablehnung hin zu einem differenzierteren Verständnis aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Methode der historischen Textanalyse, indem sie Zitate aus verschiedenen Epochen und Werken (von Johannes von Damaskus bis Thomas Carlyle) analysiert und in einen historischen Kontext einordnet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Stigmata wie „Pseudoprophet“, „Antichrist“, „Häretiker“, „Betrüger“ und „Epileptiker“ sowie die spätere Umdeutung durch Aufklärer und Denker des 19. Jahrhunderts.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Muḥammad, christliches Abendland, Religionsgeschichte, Polemik, Aufklärung und die Transformation von historischen Identitätsbildern.

Warum wurde Muḥammad im Mittelalter häufig als „Gott“ oder Götze bezeichnet?

Dies resultierte aus einer massiven Unwissenheit über den Islam; in der europäischen Literatur jener Zeit wurde Muḥammad oft in eine polytheistische Trias mit anderen Götzen eingeordnet, da der monotheistische Kern des Islam nicht verstanden wurde.

Welche Rolle spielt die „Entdämonisierung“ in der Aufklärung?

In der zweiten und dritten Phase, eingeleitet durch Denker wie Voltaire und Carlyle, begann eine kritischere Auseinandersetzung mit den Quellen, die dazu beitrug, Muḥammad aus dem Kontext der rein dämonisierenden Polemik zu lösen und ihn als historische Persönlichkeit zu betrachten.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Muhammad-Bilder im christlichen Europa des 7.-19. Jahrhundert
Untertitel
Bobzin über Mohammad
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Veranstaltung
Kalam, Offenbarung und die Rolle der Propheten im Islam
Note
1,0
Autor
Ephi Soja (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
13
Katalognummer
V376226
ISBN (eBook)
9783668533608
ISBN (Buch)
9783668533615
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mohammed europäische Sicht Bobzin Christentum Europa 7.-19. Jahrhundert
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Ephi Soja (Autor:in), 2017, Muhammad-Bilder im christlichen Europa des 7.-19. Jahrhundert, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/376226
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  13  Seiten
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