In Gesprächen von Angesicht zu Angesicht ist es noch relativ leicht zu zeigen, was man meint. Man deutet mit dem Finger darauf und der Hörer weiß sofort, dass dieses oder jenes gemeint ist. Trotzdem finden sich in der mündlichen Kommunikation relativ viele Deiktika, auch wenn man sich dessen als Sprecher oder Hörer nicht wirklich bewusst ist. Wie aber verhält es sich in Texten verschiedenster Art mit Deiktika? Findet man in bestimmten Textsorten mehr oder weniger Deiktika? Weisen literarische Texte andere Deiktika auf als nicht literarische Texte? Gibt es typische Deiktika, die bestimmte Textsorten prägen? All diese und weitere Fragen im Detail zu klären würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen, aber trotzdem soll versucht werden einen kleinen Überblick über dieses Thema zu geben, weshalb unterschiedliche Textsorten verwendet werden und nicht nur ein bestimmter Typ, wie etwa der des fiktionalen Textes. Es sollen hier nicht unterschiedliche Textsorten miteinander verglichen werden, jedenfalls nicht das, was nichts mit dem Thema zu tun hat. Die verschiedenen Textsorten sollen die unterschiedliche Verwendung von Deiktika in bestimmten Texten verdeutlichen. Hierbei wurde versucht eine Auswahl zu treffen, die sich nicht nur auf einen Bereich beschränkt, da man bei gegenwartssprachlichen Texten ja nicht nur literarische Werke verwenden muss. Ein Teil der Texte wurde ganz untersucht und ein anderer Teil nur auszugsweise aufgrund des Umfangs.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Deixis
2.1. Origo
2.2. Personaldeixis
2.3. Temporaldeixis
2.4. Lokaldeixis
2.5. Textdeixis
3. Deiktika in ausgewählten Texten
3.1. Presseartikel
3.2. Lexikoneintrag
3.3. Satirischer Text
3.4. Literarischer Text
3.5. Essay
4. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die unterschiedliche Verwendung von Deiktika (zeigenden Ausdrücken) in verschiedenen Textsorten der deutschen Gegenwartssprache, um aufzuzeigen, wie diese sprachlichen Mittel in Texten zur Orientierung und Strukturierung eingesetzt werden.
- Theoretische Grundlagen der Deixis nach Karl Bühler (Origo, Zeigfeld).
- Analyse der Verwendung von Personal-, Temporal-, Lokal- und Textdeixis.
- Untersuchung von Presseartikeln, Lexikoneinträgen, satirischen Texten, literarischen Texten und Essays.
- Gegenüberstellung von fiktiven und nicht-fiktiven Verwendungsweisen deiktischer Ausdrücke.
- Erkenntnisse über die vielfältigen Funktionen deiktischer Mittel in geschriebenen Texten.
Auszug aus dem Buch
3.3. Satirischer Text
Dieser Text stammt aus einem Buch mit sarkastischen bis zynischen Beobachtungen über das alltägliche Leben, bei denen verschiedene Mittel der Satire verwendet werden und sich die Subjektivität des Autors immer wieder herauskristallisiert.
Sehr auffällig bei den Personaldeiktika ist, dass der Autor häufig den generalisierten Aktanten man verwendet mit dem er auf eine gesamte Gruppe zeigt. Auch bei anderen Personaldeiktika zeigt sich, dass diese vorwiegend im Plural verwendet werden wie etwa bei „das macht doch jedem Spaß“ (Wischmeyer 2007:151), wo er mit dem jedem auf alle Menschen verweist. Jedoch bleibt es nicht den ganzen Text über bei einer generalisierten Allgemeinheit, da der Autor ab dem dritten Abschnitt auf das man verzichtet und bestimmte Personengruppen erwähnt, auch in den vorherigen Abschnitten werden schon einzelne Personen und Personengruppen mittels Deiktika benannt, jedoch wird dort aber auch noch das man verwendet. Im dritten Abschnitt lässt sich eine Auffälligkeit bei den Personaldeiktika finden. Der Autor verwendet den ganzen Text über die dritte Person für die Pronomina, jedoch gibt es im dritten Abschnitt drei Sätze die an wörtliche Rede erinnern und in diesen finden sich auch Pronomina in der ersten und zweiten Person. Diese Sätze müssen als fiktive Zitate angesehen werden, da das wir in „dass wir uns haben“ (Wischmeyer 2007:151) sich nicht auf den Autor bezieht, sondern die Aussage einer fiktiven Origo genannt werden kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Hier wird das Thema der Arbeit vorgestellt und die Untersuchung der Deixis in verschiedenen Textsorten begründet.
2. Deixis: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Deixis, insbesondere das Zeigfeld-Modell von Karl Bühler sowie die verschiedenen Deixisformen.
3. Deiktika in ausgewählten Texten: In diesem Hauptteil wird die Anwendung deiktischer Ausdrücke anhand von fünf verschiedenen Textsorten praktisch analysiert.
4. Schluss: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und hebt die vielfältige Bedeutung der Textdeixis für unterschiedliche Textformen hervor.
Schlüsselwörter
Deixis, Deiktika, Origo, Personaldeixis, Temporaldeixis, Lokaldeixis, Textdeixis, Diskursdeixis, Zeigfeld, Karl Bühler, Sprachwissenschaft, Pragmatik, Textsortenanalyse, Fiktive Origo, Sprachliche Zeiggesten
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung deiktischer Ausdrücke (Deiktika) in verschiedenen Textsorten der deutschen Gegenwartssprache und deren Funktion.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die theoretische Herleitung der Deixis, die Rolle der Origo und die spezifische Verwendung zeigender Ausdrücke in Presse, Literatur und Sachtexten.
Was ist das primäre Ziel dieser Arbeit?
Das Ziel ist es, einen Überblick über die unterschiedliche Verwendung der Deixis in verschiedenen Textsorten zu geben und die Funktion der Textdeixis zu verdeutlichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die linguistische Analyse anhand ausgewählter Textbeispiele, um theoretische Konzepte (wie das Zeigfeld) praktisch zu überprüfen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden ein Presseartikel, ein Lexikoneintrag, ein satirischer Text, ein literarischer Text und ein Essay hinsichtlich ihrer deiktischen Merkmale analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Deixis, Deiktika, Origo, Zeigfeld, Textdeixis und die verschiedenen Kategorien der Deixis (Person, Zeit, Ort, Text).
Wie unterscheidet sich die Deixis in literarischen von nicht-literarischen Texten?
Während in Sachtexten oft funktionale Klarheit dominiert, können literarische Texte die Deixis ästhetisch nutzen und durch fiktive Origo-Zentren komplexe Perspektiven erzeugen.
Welche Rolle spielt die fiktive Origo bei Satire?
Die fiktive Origo fungiert in satirischen Texten als Kunstgriff, um durch vermeintliche Zitate die Reaktionen von Personengruppen kritisch oder humorvoll zu spiegeln.
- Quote paper
- Hannes Höbald (Author), 2010, Deixis und Deiktika in ausgewählten Texten der deutschen Gegenwartssprache, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/376233