Der Förderplan als diagnostisches Instrument. Grundlagen, Möglichkeiten, Ausgestaltung


Hausarbeit, 2015

21 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Universität Koblenz - Landau
Institut für Erziehungswissenschaften
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Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung ... 1
2
Förderplan als Konzeption ... 2
2.1 Definition
Förderplan ... 2
2.2 Zielgruppe ...
...5
3
Politische Rahmenbedingungen der Förder-diagnostik ... 9
4 Förderpläne
zwischen Theorie und Praxis ... 11
4.1 Entwicklung
von
Förderplänen ... 11
4.2 Förderansätze ...
...14
5 Fazit ... 16

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1 Einleitung
Seit der ersten PISA-Studie aus dem Jahr 1999 befindet sich die Bildungslandschaft
in Deutschland im Umbruch. Die Lehrpläne postulierten eine konsequente
Kompetenzausrichtung und stärkere Schülerorientierung mit dem Leitgedanken
,,etwas fürs Leben zu lernen". Dies bedeutet, dass Kinder und Jugendliche im Laufe
ihres Schullebens verschiedene Fähig- und Fertigkeiten entwickeln sollen, die sie
dann im späteren (Berufs-)Leben anwenden können.
Diese allgemeine Zielsetzung für alle Schüler und Schülerinnen suggeriert einen
individuellen Entwicklungsprozess. Dabei kann dieser Prozess mit den
vorherrschenden Regelungen des Curricula kollidieren und es bedarf Unterstützung
seitens der Lehrkräfte, damit beide Seiten im Sinne einer Zielerreichung
übereinstimmen. Doch es gibt euch Schüler und Schülerinnen, deren
Entwicklungsprozess nicht durch Eigenaktivität gestützt sein kann, sondern die
durch spezielle Förderung erst am Schul- und Lernalltag teilnehmen können. Um
behinderten und benachteiligten Schülern diese Chance des Lernens ermöglichen
zu können, existieren die Instrumente der Förderdiagnostik und Förderplanung.
Betrachtet man den Begriff der Förderplanung, der ja Gegenstand dieser
Ausarbeitung sein soll, so zeigt sich ein Widerspruch hinsichtlich der Kompetenz-
und Schülerorientierung der Lehrpläne. Das Kompositum Förderplanung in seinen
Bestandteilen Förderung und Planung deutet auf eine Fremdaktivität am Schüler/in
hinsichtlich seines Lernverhaltens und Wissenstandes hin. Bei beiden
Komponenten findet meines Erachtens eine Steuerung von außen statt, wobei dem
Lehrenden die Fähigkeit der Eigenaktivität und des selbstständigen Lernens
gewissermaßen abgesprochen wird. Fachleute wie Lehrer, Psychologen oder
Pädagogen entscheiden anhand von objektiven Kriterien, was Ist- und Sollzustand
zu sein hat. Die individuelle Perspektive des Kindes scheint da wenig
Berücksichtigung zu finden.

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Diese Ausarbeitung zum Thema ,,Der Förderplan als diagnostisches Instrument ­
Grundlagen, Möglichkeiten, Ausgestaltung" soll zunächst der Förderplan als
Instrument der Sonderpädagogik erklärt werden. In einem weiteren Schritt werden
die Rahmenbedingungen für Förderpläne skizziert und im Weiteren der Weg von
der Diagnose zum Förderplan dargestellt. In Kapitel 5 soll abschließend der
Fragestellung nachgegangen werden, wie sich das Instrument der Förderpläne
praktisch realisieren lässt.
2 Konzeption und geschichtliche Entwicklung
2.1 Definition Förderplan
Der Förderplan entstammt in seiner ursprünglichen Idee der Sonderpädagogik und
wird heutzutage auch oftmals dort noch verortet. So denken viele Laien, dass
Förderpläne eine Art ,,Therapieplan innerhalb der Schule" darstellt, um Schülern
und Schülerinnen mit Lernbeeinträchtigungen den Weg zu einem Schulabschluss
zu ebnen (vgl. Domsch et al, S. 9). Doch was genau umfasst der Begriff
Lernbeeinträchtigung?
Die Teilnehmer und Veranstalter der Comunius-Tagung 2009 zum Thema
Individueller Förderplan und Lehrerplananpassung verstehen hingegen unter einem
Förderplan folgendes:
Ein individueller Förderplan ist ein schriftlicher Plan, der für einen
Schüler/Schülerin erstellt wird, der/die nachgewiesenermaßen Probleme
habt (physische, sensorische, geistige, emotionale, soziale oder eine
Kombination dieser Probleme), die das Lernen beeinflussen und somit
einen besonderen oder angepassten Lehrplan oder Lernumstände
erfordern (IRIS-Projekt 2009, Folie 2).

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Nach Auffassung der Leipziger Erziehungswissenschaftler Popp, Melzer und
Methner lässt sich ein Förderplan mit Hinblick auf die Erklärung der
Kultusministerkonferenz
1
von 2006 wie folgt definieren:
Ein Förderplan ist ein schriftlicher Plan zur gezielten Förderung von
Schülerinnen und Schülern mit (sonder-) pädagogischem Förderbedarf
oder von Schülerinnen und Schülern, die von Schulversagen bedroht
sind. Er ist eine Voraussetzung für die Qualität schulischer Förderung
und zugleich ein Instrument zu ihrer Evaluation (Popp et al 2013, S. 23
ff).
Diese beiden Definitionen zeigen, dass es viele Ansichten und somit auch viele
Bezeichnungen für Förderpläne existieren. Während die zweite Definition sehr
allgemein gehalten ist und Förderplan als Rettungsanker vor Schulversagen
darstellt, beschreibt die erste Definition vielmehr Zielgruppen und lässt eine
Intention des Förderplanes erahnen.
Diese Unterschiede lassen sich anhand von Inhalten, Zielen, Funktion und Nutzen
solcher Pläne als auch im Rahmen ihres Einsatzes festmachen. Diese Pläne lassen
sich in verschiedenen Settings realisieren, wie die nachfolgende Tabelle kurz
skizzieren soll:
1
im Folgenden abgekürzt als KMK

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Abbildung 1: Pläne zur Förderung in verschiedenen Settings (ebd.)
Die vorgestellten Arten von Plänen sowie deren inhaltlichen Ausgestaltungen in der
obigen Tabelle spiegeln sowohl historische als auch inhaltliche Gegebenheiten im
Umgang mit behinderten und benachteiligten Menschen wider.
So lassen sich die Begriffe Entwicklungsplan, IPE als auch Förderplan in einer
Kategorie verordnen. Sie beschreiben Pläne um Schülern und Schülerinnen
aufgrund eines Defizits in ihrem Lernverhalten oder Lernvoraussetzungen durch
individuelle Förderung die gleichen Chancen im Schulalltag zu ermöglichen. Dabei
ist der Entwicklungsplan auf den Regelschulbereich ausgerichtet, während sich der
IPE als auch der Förderplan um Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf
bemühen. Der Förderplan umfasst im Gegensatz zum IPE ein größeres Spektrum,
da er sich nicht nur auf eine Förderrichtung, wie beispielsweise geistige
Behinderung konzentriert, sondern eine ganzheitliche Ausrichtung auf alle
Schwächen und Stärken des Lernenden beinhaltet.
Die anderen vier Pläne, der Verhaltens-, Hilfe-, Therapieplan als auch
Zielvereinbarungen, beschreiben Maßnahmen zur Besserung von Faktoren, die das
Lernen beeinflussen, wie beispielsweise das Verhalten. Diese sind meist nur
indirekt in der Schule verortet und werden außerschulisch betreut und veranlasst.
Grundsätzlich lässt sich aber sagen, dass Förderpläne, unabhängig ihres Namens
darauf ausgerichtet sind, den Schüler und die Lehrkräfte hinsichtlich des Lehr- und

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Lernprozesses zu unterstützen, indem konkret Maßnahmen und Zielsetzung
dokumentiert und somit für alle Beteiligten transparent gemacht werden.
Im Folgenden soll Förderplan, unter Berücksichtigung des Inklusionsansatzes im
deutschen Bildungssystem, als eine Mischung aus Entwicklungsplan als auch
Förderplan gemäß der obigen Tabelle mit ihren Erläuterungen verstanden werden.
Damit lässt sich ein Förderplan als Plan zur Förderung von Schülern und
Schülerinnen im Regel- oder Sonderschulbereich verstehen, die durch Maßnahmen
gezielt hinsichtlich der Erreichung des Lernzieles unterstützt werden müssen. Ein
Förderplan kann durch andere Hilfsmaßnahmen und weitere Pläne dahingehend
unterstützt werden.
2.2 Historischer Überblick der Behindertenpädagogik und
der Förderplanung
Das äußere Erscheinungsbild der Behindertenpädagogik hat in den letzten
Jahrhunderten seit ihrer Entstehung einen starken Paradigmenwechsel vollzogen.
Somit änderte sich auch der Personenkreis behinderter Menschen als auch ihre
Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, sei es durch die Wahrnehmung der
Personen als Menschen, im Arbeitsleben oder auch hinsichtlich ihrer Bedürfnisse.
Innerhalb der unterschiedlichen Epochen gab es verschiedene Ansätze der
Beschulung von behinderten und benachteiligten Menschen, die kurz skizziert
werden sollen.
Die Geschichte der Behindertenpädagogik hat ihren Ursprung in der christlichen
Tradition. So wurden behinderte Menschen seither in Ordensgemeinschaften,
Klöstern, Spitälern oder christlichen Heimen gepflegt, umsorgt und gefördert.
Neben dieser Form der Separation gab es auch noch einige andere gesonderte
Einrichtungen für Versehrte. Beweggründe für diese Isolierung lagen im
Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Der Förderplan als diagnostisches Instrument. Grundlagen, Möglichkeiten, Ausgestaltung
Hochschule
Universität Koblenz-Landau  (Sonderpädagogik)
Veranstaltung
Grundlagen der Förderpädagogik
Note
1,7
Autor
Jahr
2015
Seiten
21
Katalognummer
V376242
ISBN (eBook)
9783668532892
ISBN (Buch)
9783668532908
Dateigröße
646 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
förderplan, instrument, grundlagen, möglichkeiten, ausgestaltung
Arbeit zitieren
Sandra Beiske (Autor), 2015, Der Förderplan als diagnostisches Instrument. Grundlagen, Möglichkeiten, Ausgestaltung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/376242

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