Diese Hausarbeit setzt sich mit der Thematik der Auslandsadoptionen, den Motiven dafür, dem Vermittlungsprozess und dessen rechtlicher Grundlage und den Voraussetzungen, die die Adoptionsbewerber erfüllen müssen, auseinander. Dazu werde ich zunächst einen Überblick darüber geben, wie verbreitet die Adoption ausländischer Kinder in Deutschland ist. Anschließend setze ich mich mit den Motiven der Adoptionsbewerber, ein Kind aus dem Ausland zu adoptieren, auseinander, um nachvollziehbar zu machen, warum sie diese Entscheidung treffen.
Anschließend geht es um die Vermittlung von Auslandsadoptionen, wobei ich zunächst in die rechtlichen Grundlagen, genauer gesagt das Haager Übereinkommen, und danach in die Verfahrensgänge sowohl in Vertrags- als auch in Nicht-Vertragsstaaten bei Auslandsadoptionen einführe. Im Anschluss daran werde ich herausarbeiten, worum genau es sich bei der Eignungsüberprüfung handelt und welche Anforderungen an die Bewerber gestellt werden, um ein Kind aus dem Ausland zu adoptieren.
Immer wieder wurde dem Thema Auslandsadoption in den letzten Jahren größte Aufmerksamkeit durch die Medien geschenkt, da sich die Aufnahme von Kindern aus osteuropäischen und Entwicklungsländern in die Familie unter wohlhabenden Prominenten scheinbar wachsender Beliebtheit erfreut. Doch wie häufig kommt es zu Auslandsadoptionen bezogen auf Deutschland? Warum entscheiden sich Menschen dazu, ein Kind aus einem anderen Land zu adoptieren? Existieren rechtliche Grundlagen für Adoptionen auf internationalem Gebiet und wenn ja, welche? Welche Verfahrensgänge gibt es bei Auslandsadoptionen? Und ist es möglich, dass sich, wie es in den Berichterstattungen der Medien häufig den Eindruck erweckt, ein Jeder, der über die nötigen finanziellen Mittel verfügt, ein Kind aus dem Ausland „besorgen“ kann oder müssen die Adoptionsbewerber weitaus mehr Bedingungen erfüllen? Diese Hausarbeit soll aufzeigen, welche komplexen Vorgänge und Bedingungen tatsächlich hinter dieser aktuellen Thematik stecken.
Inhaltsverzeichnis
1. Auslandsadoptionen
1.1 Zahlen und Fakten zu Auslandsadoptionen
1.2 Hintergründe und Motive der Adoptionsbewerber
2. Die Vermittlung von Auslandsadoptionen
2.1 Rechtliche Grundlagen der Adoptionsvermittlung
2.1.1 Das Haager Übereinkommen
2.2 Der Verfahrensgang einer Auslandsadoption
2.2.1 Ablauf der Adoption bei Vertragsstaaten des Haager Übereinkommens
2.2.2 Ablauf der Adoption bei Nicht-Vertragsstaaten des Haager Übereinkommens
3. Die Eignungsüberprüfung
3.1 Die allgemeine Zielsetzung der Eignungsüberprüfung
3.2 Die formalen Voraussetzungen der Adoptionsbewerber
3.3 Die Eignungsüberprüfung bei freien Vermittlungsstellen
4. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die komplexen Rahmenbedingungen, Motive und rechtlichen Verfahrenswege von Auslandsadoptionen aus einer deutschen Perspektive, um zu klären, welche Voraussetzungen Bewerber erfüllen müssen und wie der Vermittlungsprozess gestaltet ist.
- Analyse der Beweggründe für Auslandsadoptionen
- Darstellung des Haager Übereinkommens als rechtlicher Rahmen
- Unterscheidung der Vermittlungsverfahren nach Herkunftsstaaten
- Kriterien und Ablauf der Eignungsüberprüfung für Adoptionsbewerber
- Kritische Reflexion der aktuellen Vermittlungspraxis
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Das Haager Übereinkommen
Zwar existierte bereits seit dem Jahr 1989 die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen als verbindliches Rechtsinstrument bezüglich internationaler Adoptionen, jedoch gab es keine Regelungen für die zwischenstaatliche Zusammenarbeit auf diesem Gebiet. Im Jahr 1993 wurde diese zwischenstaatliche Zusammenarbeit jedoch mit der Unterzeichnung des „Haager Übereinkommens vom 29. Mai 1993 über den Schutz von Kindern und die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der internationalen Adoptionen“ durch 60 beteiligte Staaten beschlossen. Aufgrund von strafrechtlichen Veränderungen im Bereich des Kinderhandels und Änderungen des Adoptionsrechts trat das Übereinkommen jedoch erst am 1. März 2002 für Deutschland als 44. Mitgliedsstaat in Kraft (vgl. Paulitz 2006, S.272ff). Das Haager Übereinkommen hat weltweit große Akzeptanz erfahren; im Jahr 2006 umfasste es 68 Vertragsstaaten (vgl. Paulitz 2006, S.282), Anfang des Jahres 2009 sind es bereits 78 Staaten (vgl. Hague Conference On Private International Law 2009).
Das Haager Übereinkommen bezieht sich ausschließlich auf die Adoption von Kinder, nicht die von Erwachsenen, außerdem regelt es auch die Adoption von Verwandten oder Stiefkindern. Das Übereinkommen ist immer dann zu praktizieren, wenn ein Kind nach einer erfolgten Adoption im Ausland oder mit dem Ziel der Adoption im Inland nach Deutschland (bzw. in ein anderes Aufnahmeland) gebracht werden soll. Das Abkommen regelt also die Situationen, in denen ein Kind wegen einer Adoption seinen bisherigen Aufenthalt von einem Vertragsstaat in einen anderen Vertragsstaat verlegt. Ein zentraler Aspekt des Haager Übereinkommens ist, dass die Staaten verpflichtet sind, bestimmte Behörden auszuwählen, die zum Zweck des Kindeswohls zusammenarbeiten, und die Kooperation dieser Behörden im Heimatland und im Aufnahmestaat zu fördern.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Auslandsadoptionen: Dieses Kapitel liefert einen Überblick über statistische Daten zur Verbreitung von Auslandsadoptionen und analysiert die primären Motive der Bewerber, insbesondere im Kontext von ungewollter Kinderlosigkeit.
2. Die Vermittlung von Auslandsadoptionen: Hier werden die rechtlichen Rahmenbedingungen durch das Haager Übereinkommen erläutert und die spezifischen Verfahrensschritte für Vertrags- sowie Nicht-Vertragsstaaten detailliert beschrieben.
3. Die Eignungsüberprüfung: Dieses Kapitel behandelt die formalen und psychologischen Anforderungen, die an Adoptionsbewerber gestellt werden, sowie die Unterschiede in der Prüfungspraxis zwischen staatlichen und freien Vermittlungsstellen.
4. Resümee: Der Autor fasst die Ergebnisse zusammen und äußert eine kritische Einschätzung zur Objektivität der Eignungsüberprüfungen und zur Wirksamkeit der internationalen Schutzmaßnahmen.
Schlüsselwörter
Auslandsadoption, Haager Übereinkommen, Adoptionsvermittlung, Eignungsüberprüfung, Kinderwunsch, Kindeswohl, Vermittlungsstellen, Adoptionsbewerber, Jugendamt, Kinderhandel, Adoption, Familienrecht, Sozialforschung, Internationale Adoption, Adoptionsverfahren.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem gesamten Prozess der Auslandsadoption aus deutscher Sicht, von den Motiven der Eltern bis hin zur rechtlichen und administrativen Abwicklung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die soziale Motivation der Adoptionsbewerber, die rechtliche Einordnung durch das Haager Übereinkommen und die Kriterien der Eignungsprüfung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, welche komplexen Bedingungen und administrativen Hürden hinter einer Auslandsadoption in der Realität stehen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und einer deskriptiven Darstellung geltender rechtlicher Bestimmungen sowie fachlicher Empfehlungen zur Adoptionsvermittlung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die statistische Einordnung, die detaillierte Beschreibung der Vermittlungswege und die ausführliche Analyse der Eignungskriterien für Bewerber.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Auslandsadoption, Kindeswohl, Adoptionsvermittlung und Haager Übereinkommen beschreiben.
Gibt es einen Unterschied zwischen der Eignung bei freien und staatlichen Stellen?
Ja, freie Vermittlungsstellen unterliegen nicht zwingend den offiziellen "Empfehlungen zur Adoptionsvermittlung", was ihnen mehr Spielraum bei der Entscheidung gibt, aber auch kritisch hinterfragt wird.
Wie bewertet der Autor das Haager Übereinkommen?
Der Autor sieht darin einen bedeutenden Fortschritt für den Kinderschutz, gibt jedoch zu bedenken, dass es keinen vollständigen Schutz vor kriminellem Kinderhandel garantieren kann.
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- Heike Hiemstra (Author), 2009, Auslandsadoptionen. Motive, Vermittlung, Eignung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/376255