In dieser Hausarbeit möchte ich die verschiedenen Spielarten der Musikrichtung Heavy Metal, ihre Entstehung und Entwicklung erörtern, sowie auf das Image der Szene und auf die politische Dimension eingehen. Dabei möchte ich sowohl die positiven Eigenschaften des Heavy Metal, als auch seine Schattenseiten in Verbindung zum Satanismus darstellen. Ziel dieser Arbeit ist es, ein möglichst realitätsnahes Bild der Szene aufzuzeigen.
Besonders in der Literatur, die bis Mitte der 90er Jahre veröffentlicht wurde, überwiegen schlechte Meinungen über Rockmusik. Zumeist spielen aber eher die persönlichen Vorurteile des jeweiligen Autors statt wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse eine Rolle. Diese Oberflächlichkeit der sogenannten Fachautoren spiegelt sich beispielsweise in völlig falsch übersetzten und somit falsch interpretierten Liedtexten wieder. Diese Stereotypisierung der Rockmusikszene als einer Szene der Gewalt und des Satanismus scheint mir etwas zu schnell formuliert.
Hinzu kommt, dass die Medien in Fällen von Amokläufen an Schulen in den USA und Deutschland dazu neigen, Heavy Metal Bands verantwortlich zu machen. Eine solche Berichterstattung selbst renommierter Zeitungen erscheint jedoch sehr einseitig und oberflächlich.
Im Ganzen betrachtet kann man sagen, dass die landläufige Meinung über Heavy Metal sehr negativ ausfällt und er zu den umstrittensten Musikstilen der heutigen Zeit zählt. Besonders Kirchen- und Medienvertreter, Pädagogen und Eltern warnen vor den vermeintlich gefährlichen Einflüssen der Musik und ihrer Verführung Jugendlicher zu Gewalt und Satanismus. Des Weiteren reichen die Forderungen der Gegner des Heavy Metal von einer Zensur bis hin zu einem vollständigen Verbot dieser Musikrichtung. Sicherlich ist diese Form der Musik Geschmacksache und das äußere Erscheinungsbild der Musiker und Fans für Außenstehende gewöhnungsbedürftig, dennoch sollte ein Genre im Ganzen betrachtet werden und sich nicht auf einzelne schwarze Schafe festgelegt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Heavy Metal – ein Definitionsversuch
3. Die Geschichte des Heavy Metal: Sympathy for the Devil?
3.1 Die Entstehung des traditionellen Heavy Metal
3.2 Die Gründerväter
3.2.1 Deep Purple
3.2.2 Led Zeppelin
3.2.3 Black Sabbath
3.3 Die ‚New Wave of British Heavy Metal‘
3.4 Die 1980er Jahre – Vielfalt wird großgeschrieben
4. Die okkulte Seite des Heavy Metal – bloße Provokation oder ernstzunehmende Bedrohung?
4.1 Das schlechte Image der Szene
4.1.1 Backward Masking
4.1.2 Verteufelte Texte
4.2 Die Entstehung des modernen Satanismus
4.2.1 Der Satanismusbegriff
4.2.2 Aleister Crowley
4.2.3 Anton Szandor LaVey
5. Der Black Metal
5.1 Inszenierung und Symbolik im Black Metal
5.2 Der Teufel als bloße Provokation
5.3 Der Teufel als ernstzunehmende Gefahr
5.3.1 Skandinavischer Black Metal
5.3.2 NS-Black Metal
6. Schlussfazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das oft negativ konnotierte Image des Heavy Metal sowie dessen Verbindung zum Satanismus. Ziel ist es, die Entwicklung der Szene, die Rolle der Provokation und die tatsächliche Relevanz okkulter Themen in dieser Musikrichtung kritisch und realitätsnah zu beleuchten.
- Historische Entwicklung des Heavy Metal und seiner Subgenres.
- Analyse der medialen und gesellschaftlichen Dämonisierung der Rockmusik.
- Unterscheidung zwischen Show-Elementen, Provokation und ernsthafter satanistischer Ideologie.
- Fallbeispiele aus dem Black Metal, insbesondere die skandinavische Szene.
- Kritische Betrachtung der politischen Dimensionen innerhalb spezifischer Subkulturen.
Auszug aus dem Buch
4.1.1 Backward Masking
Das sogenannte ‚Backward Masking‘ (auch ‚Backmasking‘ oder ‚Reverse Masking Process‘) beschreibt versteckte Rückwärtsbotschaften in den Liedern von Rock-Bands und stammt vom Priester Paul Crousch. Dieser fand vermeintlich satanische Botschaften auf den Tonträgern von LED ZEPPELIN, den BEATLES und weiterer Bands, indem er die Platten rückwärts liefen lies. Der Teufel persönlich soll so versucht haben, durch die Musiker unterbewusst Einfluss auf die Seelen ihrer (jugendlichen) Hörer zu nehmen. Seiner Meinung nach ist diese Form der unterbewussten Botschaft durch Satan besonders manipulativ, da die Zusatztexte beim normalen Anhören nur als sinnlose Lautfolge oder gar nicht wahrnehmbar seien und der Verstand diesem wehrlos ausgesetzt ist.
Bestes Beispiel für vermeintlich infernalische Rückwärtsbotschaften ist der Erfolgshit Stairway to Heaven von LED ZEPPELIN. In der fünften und sechsten Strophe hörte der Kanadier Allan Lamothe auf dem rückwärts laufenden Band:
„Listen! I will sing because I live with Satan. / Turn me up … serve me! [nach anderen Quellen auch: The Lord turns me off] / There is no escaping it … with Satan. / If we’ve got to live for Satan … Master Satan. / There is no escaping it; / it’s my sweet Satan. / The one will be the path, what makes me sad, / whose power is Satan [auch: there is power in Satan]. / He will give you, give you 666“.30
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit problematisiert die einseitige und oft von Vorurteilen geprägte öffentliche Wahrnehmung von Heavy Metal als gewaltverherrlichende oder satanistische Musik.
2. Heavy Metal – ein Definitionsversuch: Dieses Kapitel nähert sich einer Begriffsdefinition des Heavy Metal und beschreibt dessen musikalische Charakteristika sowie die Entstehung der Bezeichnung.
3. Die Geschichte des Heavy Metal: Sympathy for the Devil?: Die historische Entwicklung des Genres wird von seinen Anfängen über die Gründerväter bis hin zur 'New Wave of British Heavy Metal' nachgezeichnet.
4. Die okkulte Seite des Heavy Metal – bloße Provokation oder ernstzunehmende Bedrohung?: Hier wird die kontroverse Verknüpfung von Heavy Metal mit Satanismus untersucht, inklusive der Rolle von Vorurteilen und spezifischen Phänomenen wie Backward Masking.
5. Der Black Metal: Das Kapitel konzentriert sich auf die spezifische Entwicklung des Black Metal, seine Inszenierungsformen und die Spaltung in reine Provokation einerseits sowie ernsthafte Ideologien andererseits.
6. Schlussfazit: Die Arbeit resümiert, dass die mediale Dämonisierung des Heavy Metal oft auf Unkenntnis beruht und die tatsächliche Bedeutung okkulter Symbole in der Szene meist eher künstlerischer Provokation als echter Teufelsanbetung dient.
Schlüsselwörter
Heavy Metal, Satanismus, Okkultismus, Black Metal, Rockmusik, Provokation, Backward Masking, Subkultur, Mediale Berichterstattung, Ideologie, Musikgeschichte, Teufelsbild, Musiksoziologie, Jugendkultur, Rechtsextremismus
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit setzt sich kritisch mit dem Vorwurf des Satanismus im Heavy Metal auseinander und hinterfragt die weitverbreiteten Vorurteile gegenüber dieser Musikrichtung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die Geschichte des Heavy Metal, die Analyse des Teufelsbildes in der Rockmusik, das Image der Szene und die Abgrenzung zwischen Show-Elementen und tatsächlichen ideologischen Strömungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, ein realitätsnahes Bild der Szene zu zeichnen und aufzuzeigen, inwieweit die Vorwürfe gegen Heavy-Metal-Bands wissenschaftlich fundiert sind oder auf Fehlinterpretationen basieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die sowohl christliche Warnschriften als auch musikwissenschaftliche und soziologische Standardwerke zum Thema Heavy Metal und Satanismus gegenüberstellt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Entwicklung des Genres, die Analyse der okkulten Symbolik (inklusive Backward Masking) sowie eine detaillierte Untersuchung der Black-Metal-Szene und ihrer ideologischen Ausprägungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Heavy Metal, Satanismus, Okkultismus, Provokation, Black Metal, Ideologie und mediale Dämonisierung.
Wie unterscheidet der Autor zwischen 'Show-Satanismus' und ernsthafter Gefahr?
Der Autor unterscheidet Bands, die okkulte Symbolik lediglich als ästhetisches Mittel zur Provokation nutzen, von radikalen Strömungen im Black Metal, die ihre Überzeugungen tatsächlich in politisches oder gewalttätiges Handeln umsetzen.
Welche Rolle spielt die 'Church of Satan' für die Szene?
Die 'Church of Satan' unter Anton Szandor LaVey wird als eine der Inspirationsquellen für die Ästhetisierung des Teufels in der Rockmusik dargestellt, wobei ihr Fokus eher auf der Selbstvergottung des Menschen als auf der Anbetung des Teufels liegt.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2014, Heavy Metal und der Satanismus. Untersuchung zum Negativimage der Rockmusik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/376264