Johanna Henriette Schopenhauer. Salonière, Schriftstellerin und Mutter des berühmten Philosophen Arthur Schopenhauer


Hausarbeit, 2013

14 Seiten, Note: 1,0

Anonym (Autor)


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung ... 1
2. Das Leben der Johanna Schopenhauer ... 1
2.1. Kindheit und Jugend ... 1
2.2. Hochzeit und Ehejahre ... 3
2.3. Tod und Neuanfang ... 4
2.4. Der Schopenhauer'sche Salon ... 5
2.5. Bruch mit Arthur... 7
2.6. Johanna als Schriftstellerin ... 8
2.7. Johannas letzte Jahre ... 9
3. Schlussbetrachtung ... 10
Literaturverzeichnis ... 12

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1. Einleitung
Liest man den Namen Schopenhauer, so denkt man sofort an den berühmten Philosophen
Arthur Schopenhauer. Seine Mutter Johanna Henriette war zu Lebzeiten allerdings weitaus
bekannter als ihr Sohn. Sie gehörte zu den angesehensten Frauen der Goethezeit und ihr
bürgerlicher Salon in Weimar war weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Jeder, der etwas auf
sich hielt, wollte in die Teegesellschaft der Schopenhauer eingeführt werden, selbst der
Geheimrat Goethe, mit dem Johanna lebenslang befreundet war. Die Romane und Reiseberichte
der Madame Schopenhauer fanden zu Zeiten der Weimarer Klassik große Anerkennung und
brachten ihr den Titel der ersten Berufsschriftstellerin Deutschlands ein.
Die gesellschaftlichen, intellektuellen und künstlerischen Affinitäten der Schopenhauer
prädestinierten sie dafür einen Salon zu führen. Die vorliegende Arbeit betrachtet das Leben der
Schopenhauer weitestgehend chronologisch und versucht herauszustellen, wie es zur Entstehung
der Teeabende um Johanna kam und welche Hindernisse sich ihr in den Weg stellten.
Zunächst behandelt die Arbeit die Kindheit und Jugend der wohlhabenden Kaufmannstochter.
Anschließend werden die wichtigsten Ereignisse während der Ehe mit Heinrich Floris
Schopenhauer geschildert. Nach dessen Tod soll Johannas Leben in Weimar und speziell ihr
bürgerlicher Salon betrachtet werden. Auch die schwierige Beziehung zu Arthur, die letztendlich
zum Bruch führt, wird thematisiert. Johannas Erfolg als Schriftstellerin und die Struktur ihrer
Romane werden untersucht. Am Schluss wird versucht darzustellen, weshalb sich die Teeabende
im Hause Schopenhauer allmählich einstellten.
2. Das Leben der Johanna Schopenhauer
2.1. Kindheit und Jugend
Johanna Henriette wurde am 9. Juli 1766 als älteste Tochter des wohlhabenden Kaufmanns und
Ratsherrn Christian Heinrich Trosiener und seiner Ehefrau Elisabeth in Danzig geboren.
Während ihre Mutter als eher häuslich beschrieben wird, war ihr Vater ein weltoffener, gebildeter
Mann, der großen Wert auf die geistige Erziehung seiner vier Töchter legte (vgl. Danzer 2007,
103). Dank ihm wurde Johanna schon im Kindesalter sehr gefördert. Um Polnisch zu lernen,
wurde ihr die Kinderfrau Kascha zur Seite gestellt. Bereits mit vier Jahren kam die gut behütete
Kaufmannstochter in die Vorschule, welche unter der Aufsicht der Mutter des berühmten

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Kupferstechers und Malers Chodowiecki stand. Als die kleine Johanna eines Tages Chodowiecki
beim Zeichnen des Klassenzimmers zuschauen konnte, wurde ihre Neigung zum Malen geweckt
(vgl. Weber 1979, 7 f.). Johanna wünschte sich sehnlichst Künstlerin zu werden, doch als sie
ihren Wunsch ihren Vater gegenüber äußerte, erntete sie nur seinen Hohn und Spott für den
,,kindischen Einfall" (vgl. Danzer 2007, 104).
Seit ihrem sechsten Lebensjahr wurde Johanna von einem eigens für sie engagierten
Hauslehrer unterrichtet. Der Theologe Kuschel begeisterte das Mädchen für die Geschichte.
Weitaus größeren Einfluss auf die Bildung Johannas hatte allerdings der schottische Theologe
Jameson, welcher ein freundschaftliches Verhältnis zur Familie Trosiener pflegte. Besondere
Erfolge erzielte er bei der sprachlichen Entwicklung Johannas, die durch den väterlichen Freund
fließend Englisch lernte. In Danzig stellte die Tatsache, dass ein Schulmädchen Englisch
beherrschte, einen großen Skandal dar. Um nicht als gelehrtes Frauenzimmer zu gelten und somit
Schwierigkeiten bei der Verheiratung zu bekommen, musste Johanna darauf verzichten, auch
noch Griechisch zu lernen. Denn das Eingehen der Ehe mit einem wohlhabenden Mann stellte
für eine junge Frau des 18. Jahrhunderts die höchste Priorität dar.
Da sich die Gesellschaft damals vornehmlich an der französischen Kultur orientierte, sollte
Johanna die »École des jeunes dames« besuchen, welche unter der Obhut von Mamsell
Ackermann stand. Gemeinsam mit anderen jungen Mädchen erlernte sie dort neben der
französischen Sprache auch gesellschaftliche Umgangsformen und wurde in verschiedenen
Handarbeiten unterwiesen (vgl. Weber 1979, 8 ff.). In ,,Jugendleben und Wanderbilder"
beschreibt Johanna Schopenhauer ihre Schulzeit, in der sie nahezu den ganzen Tag mit Lernen
beschäftigt war:
Jameson, Kuschel, der Tanzmeister und eine gute alte Frau, die im feine Wäschenähen und Stopfen
mich zu unterrichten kam, nahmen bis Mittag meine Morgenstunden in Anspruch, um zwei Uhr
nachmittags wurde ich zu Mamsell Ackermann gebracht, bei der wir bis sieben Uhr verweilten, und
bei meiner Zuhausekunft fand ich oft noch meinen freundlichen Jameson auf mich wartend, bei dem
ich denn noch das letzte Abendstündchen vor dem Nachtessen recht vergnügt zubrachte
(Schopenhauer 2013, 60).
Mit 13 Jahren wurde Johannas schulische Ausbildung allmählich beendet, als ihr Hauslehrer
Kuschel, ihr einen Heiratsantrag machte. Da der Kandidat nicht standesgemäß war und ihre
Eltern hofften, für Johanna eine bessere Partie zu finden, lehnte die Kaufmannstochter den
Antrag ab. Fortan wurde sie nur noch in Religion und im Beisein der Mutter von Kuschel
unterrichtet, um sich auf die Konfirmation vorzubereiten (vgl. Schopenhauer 1979, 128 ff.).

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2.2. Hochzeit und Ehejahre
Im Alter von 16 oder 17 Jahren verliebte sich Johanna in einen unbekannten Jüngling. Aufgrund
von Standesunterschieden wurde der Heiratsantrag jedoch zurückgezogen. Johanna war
todtraurig (vgl. Stern 2003, 53 f.). Als Heinrich Floris Schopenhauer kurz darauf um ihre Hand
anhielt, nahm sie resigniert an. Ihr war es egal, ob sie ihn oder einen anderen ungeliebten Mann
heiraten würde.
Aus freiem Entschluss sprach ich in Gegenwart meiner Eltern das erbetene Ja sogleich aus, sogar
ohne die damals gewohnte Bedenkzeit von drei Tagen mir vorzubehalten. Ich meinte, mit dem Leben
abgeschlossen zu haben. [...] Glühende Liebe heuchelte ich ihm ebensowenig, als er Anspruch darauf
machte [...] (Schopenhauer 1979, 176 f.).
Als die achtzehnjährige Johanna am 16. Mai 1785 die Ehe mit Heinrich Floris Schopenhauer
einging, war dieser fast 20 Jahre älter als sie. Trotz des Altersunterschiedes hatte sie mit ihm eine
gute Partie gemacht. Schopenhauer stammte aus einer wohlhabenden und hoch angesehenen
Patrizierfamilie. Sein Vater war Großkaufmann und im Überseehandel reich geworden. Heinrich
Floris war ebenso tüchtig wie sein Vater, allerdings war er auch genauso psychisch labil, was die
Ehe immer wieder belastete (vgl. Danzer 2007, 104 f.). Doch Johanna tröstete sich mit einem
Blick auf den sie umgebenden Reichtum über die Probleme mit ihrem Mann hinweg. Die
Eheleute verfügten sowohl über ein vornehmes Stadthaus in Danzig als auch über einen
romantischen Landsitz. Während ihr geschäftiger Ehemann nur die Wochenenden mit Johanna
auf dem Land verbrachte, blieb sie in der Woche häufig allein dort zurück und sehnte sich nach
Gesellschaft und Ablenkung (vgl. Stern 2003, 57 ff.).
Als Heinrich Floris seiner Frau zwei Jahre nach der Hochzeit vorschlug, mit ihr auf
Europareise zu gehen und sie somit von ihrer Langeweile zu befreien, war sie begeistert. Das
Ehepaar reiste nach Berlin, Potsdam, Bad Pyrmont, Paris und verbrachte längere Zeit in London.
Währenddessen wurde Johanna schwanger, weshalb sie im November 1787 nach Danzig
zurückkehrten. Als am 22. Februar 1788 Arthur zur Welt kam, waren Johanna und Heinrich
Floris überglücklich: Johanna war nun endlich nicht mehr einsam, wenn ihr Mann arbeitete und
Heinrich Floris hatte den erhofften Stammhalter (vgl. ebd., 61 f.).
Als 1793 die zweite Teilung Polens erfolgte und Danzig Preußen einverleibt wurde, flüchtete
Familie Schopenhauer nach Hamburg (Weber 1979, 14). In Hamburg zogen die Schopenhauers
in ein repräsentatives Haus in einer vornehmen Gegend. Oft luden sie zu Abendgesellschaften
ein, zu denen bis zu hundert Besucher kamen. Johanna machte in der Hafenstadt Bekanntschaft
mit Schriftstellern und Künstlern, darunter waren unter anderem Klopstock und Wilhelm von
Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Johanna Henriette Schopenhauer. Salonière, Schriftstellerin und Mutter des berühmten Philosophen Arthur Schopenhauer
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin  (Institut für Kulturwissenschaft)
Veranstaltung
Europäische Salonkultur 18.-20. Jahrhundert
Note
1,0
Autor
Jahr
2013
Seiten
14
Katalognummer
V376296
ISBN (eBook)
9783668534247
ISBN (Buch)
9783668534254
Dateigröße
498 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Salonkultur, Johanna Schopenhauer, Arthur Schopenhauer, Salonière
Arbeit zitieren
Anonym (Autor), 2013, Johanna Henriette Schopenhauer. Salonière, Schriftstellerin und Mutter des berühmten Philosophen Arthur Schopenhauer, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/376296

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