Stressmanagement. Belastungsfaktoren und Lösungsmöglichkeiten am Beispiel eines Polymer-Unternehmens


Einsendeaufgabe, 2017

22 Seiten, Note: 2,5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Beschreibung Unternehmen und Belastungen

1.1 Rahmenbedingungen

1.2 Belastungsfaktoren

2 Befragung zur Stressbelastung

3 Konzeption der Maßnahme
3.1 Strategien des Multimodalen Stressmanagement
3.2 Multimodales Stressmanagement im dargestellten Unternehmen

4 Überprüfung der Wirksamkeit
4.1 Der Untersuchungsplan
4.2 Evaluation und Qualitätssicherung

5 Literaturverzeichnis

6 Abbildungs- und Tabellenverzeichnis
6.1 Abbildungsverzeichnis
6.2 Tabellenverzeichnis

1 Beschreibung Unternehmen und Belastungen

In dieser Einsendeaufgabe werden zu Beginn die Rahmenbedingungen der heutigen Arbeitswelt in Bezug auf Stress dargestellt. Im Anschluss wird konkret ein Unternehmen bzw. die Rahmenbedingungen in dem Unternehmen erläutert. Das ausgewählte Unternehmen ist ein Produktionsbetrieb für Hochleistungskunststoffe. Danach werden die Belastungsfaktoren bzw. Stressoren herausgestellt und fünf konkrete Beispiele genannt. Des Weiteren werden die Einflussfaktoren auf die verschiedenen Belastungsbereiche betrachtet.

1.1 Rahmenbedingungen

Durch Technisierung und Digitalisierung ist die heutige Arbeitswelt deutlich schneller geworden. Die Arbeitsverdichtung und ständige Erreichbarkeit verstärken diesen rasanten Wandel zudem. Der Demographische Wandel und der Fachkräftemangel ist bereits in vielen Betrieben spürbar (IFOK, 2010). Die Mitarbeiter fühlen sich heutzutage stärker Belastet und sind gestresst. Aus dem Fehlzeitenreport 2013 geht hervor, dass die Krankheitstage, die auf psychische Erkrankungen zurückzuführen sind, seit 2001 eine Steigerung von 67 Prozent erlebt haben (Badura & Abeler, 2013). Viele dieser Fehltage sind auf Stress am Arbeitsplatz zurückzuführen. Themen wie Stress, Burnout und Depressionen werden besonders für die Arbeitswelt immer wichtiger.

Diese Einleitung soll den Handlungsbedarf verdeutlichen, während im Folgenden konkrete Handlungsansätze erarbeitet werden.

Das Unternehmen zählt zu den weltweit führenden Anbietern hochwertiger Polymer Werkstoffe und beschreibt sich selbst als: innovativ, nachhaltig und vielseitig. Die für die Einsendeaufgabe ausgewählte Abteilung produziert Hochleistungs-Kunststoffe. In der Abteilung arbeiten ca. 200 Mitarbeiter. Ein sehr großer Teil der Mitarbeiter arbeitet im Voll-Konti-Schichtsystem. Es wird 24 Stunden am Tag und sieben Tage in der Woche produziert und gearbeitet. Somit müssen die Mitarbeiter die Produktionsanlage rund um die Uhr betreuen und steuern. Der Alltag ist geprägt von Personalknappheit und dem ständigen Produktions- bzw. Kostendruck.

1.2 Belastungsfaktoren

Schichtarbeit:

Die Mitarbeiter arbeiten gegen die innere Uhr und haben keinen geregelten Alltag bzw. Schlafrhythmus. Die Mitarbeiter haben Schwierigkeiten, feste Termine wie zum Beispiel Sportkurse und Familientreffen einzuhalten. Diese Situation kann durchaus als Stressor bezeichnet werden und hat großen Einfluss auf den eigenen Stresslevel.

Psychischer Druck:

Die Anlage muss 24 Stunden produzieren. Ein falscher Handgriff bzw. eine Störung kann zu langen Produktionsausfällen führen, welche mit hohen Kosten verbunden sind. Die Mitarbeiter müssen mit dem psychischen Druck umgehen können. Dieser ständige Druck ist ein Stressor für die Mitarbeiter.

Hohe Verantwortung:

Neben dem Schichtdienst und dem psychischen Druck arbeiten die Mitarbeiter oftmals mit giftigen Chemikalien. Sobald hier Fehler passieren, ist der Schaden für die Kollegen und den Betrieb enorm. Jeder Mitarbeiter hat eine sehr hohe Verantwortung für sich und für seinen Betrieb und seine Kollegen. Wenn der Mitarbeiter mit dieser Situation langfristig nicht umgehen kann, kann dies zu einem Stressor werden.

Körperlicher Stress / Körperliche Arbeit:

Die Mitarbeiter sind täglich mit Heben, Tragen, Schieben und Ziehen konfrontiert. Diese Arbeiten führen zu körperlichem Stress und können sich langfristig negativ auf die eigene Gesundheit auswirken.

Fachkräftemangel:

Aufgrund des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels wird auch die Belegschaft in diesem Betrieb immer älter. Durch die hohe Arbeitsbelastung und das alternde Personal häufen sich die Krankmeldungen und viele Kollegen sind gezwungen andere Kollegen zu vertreten und Überstunden zu machen. Somit ist der Fachkräftemangel definitiv auch ein Stressor für die Mitarbeiter.

2 Befragung zur Stressbelastung

In diesem Aufgabenteil wird eine Befragung der Stressbelastung für das vorgestellte Unternehmen ausgewählt und vorgestellt. Als Befragungstool wurde der „Kurz-Fragebogen zur Arbeitsanalyse (KFZA)“ ausgewählt. Der KFZA ist ein sinnvolles Tool um Belastungen am Arbeitsplatz zu ermitteln. Somit können die bereits herausgearbeiteten Belastungen bzw. Stressoren anhand von Zahlen und Daten untermauert und konkretisiert werden. Der KFZA ist bezogen auf Personengruppen, Tätigkeitsklassen, Organisationseinheiten, Unternehmen als auch Branchen universell einsetzbar. Der Gebrauch, sowie die Auswertung unterliegen einem finanziell, zeitlich und personell geringen Aufwand.

Zudem geht der Fragebogen neben Stressoren auch auf Ressourcen, Arbeitsinhalte und das Organisationsklima mit ein.

Nun werden die Kostenvorteile nochmals hervorgehoben. Zum einen die Kosten für die Anschaffung, welche nicht entstehen, da der Fragebogen kostenlos ist und zum anderen die Arbeitszeit, welche die Mitarbeiter benötigen um den Fragebogen auszufüllen. Diese beträgt lediglich 5-10 Minuten und erhöht die Anwenderfreundlichkeit. Somit ist der laufende Betrieb bzw. die laufende Produktion nicht gestört.

Tabelle 1: Steckbrief des Kurz-Fragebogen zur Arbeitsanalyse (KFZA)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an BAuA, 2015

Die Schichtmeister werden, in den regelmäßig stattfinden Schichtgesprächen, die Fragebögen austeilen und über die Maßnahme informieren und aufklären. Die Mitarbeiter haben eine Woche Zeit den Fragebogen auszufüllen und können diesen in einen „Briefkasten“ schmeißen. Die Teilnahme ist freiwillig. Natürlich werden die angegebenen Daten vertraulich behandelt. Für Fragen stehen die Schichtmeister natürlich weiterhin jederzeit zur Verfügung. Die Maßnahme bzw. den Sinn und Zweck der Aktion werden im Vorfeld klar kommuniziert um eine hohe Teilnahme zu erreichen.

Die Fragebögen werden im Anschluss anonymisiert ausgewertet und zusammengefasst. Das Ergebnis wird grafisch dargestellt und für alle Mitarbeiter zugänglich gemacht. Der Fragebogen kann sowohl deskriptiv, als auch inferenzstatistisch ausgewertet werden. Somit sind Vergleiche zwischen Organisationseinheiten, Personengruppen etc., Abweichungen der IST-Bewertungen von Kriteriumswerten und Abweichungen zwischen IST- und SOLL-Bewertung möglich.

3 Konzeption der Maßnahme

Dem Konzept des Multimodalen Stressmanagement geht das transaktionale Stressmodel von Lazarus voraus. Diese Modelle verdeutlichen die Entstehung von Stress.

Lazarus veröffentlichte 1966 seine Stresstheorie und begründete damit das transaktionale Stressmodel. Das Model besagt, dass Stressreaktionen aus der Wechselwirkung zwischen dem Organismus (Körper und Psyche) und der Umwelt entstehen. Der Schwerpunkt des Models sind die zwei Stufen bei der Bewertung einer Stresssituation. Zum einen gibt es die primäre Bewertung, welche die Umweltreize, Ereignisse oder Situationen subjektiv bewertet und in Bezug auf die persönliche Relevanz und Bedeutung bewertet. Zum anderen gibt es die sekundäre Bewertung, welche meistens zeitgleich erfolgt und sich auf die Bewältigungsmöglichkeiten des Individuums für die jeweilige Situation hat. Hierbei wird abgeschätzt, ob und welche Ressourcen zur Bewältigung der Situation zur Verfügung stehen. Somit wird die Reaktion auf die Stresssituation bestimmt. Ressourcen sind beispielsweise Fähigkeiten, Kompetenzen, Selbstvertrauen und materielle Ressourcen, wie zum Beispiel Geld (Zedler, 2012).

Des Weiteren definiert Lazarus Coping Strategien, welche auch als Bewältigungsstrategien bezeichnet werden können und problemlösend, emotionsregulierend oder vermeidend fungieren.

3.1 Strategien des Multimodalen Stressmanagement

Das Multimodale Stressmanagement nach Kaluza besteht aus drei Säulen:

1. Instrumentelles Stressmanagement ( Reduktion von Stress)

2. Kognitives Stressmanagement (Erkennen und Überwinden von individuellen Stressmustern)

3. Palliatives-Regeneratives Stressmanagement (Umgang mit akuten Stresssituationen lernen, Fördern der Entspannungsfähigkeit

[...]

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Stressmanagement. Belastungsfaktoren und Lösungsmöglichkeiten am Beispiel eines Polymer-Unternehmens
Hochschule
Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement GmbH
Note
2,5
Autor
Jahr
2017
Seiten
22
Katalognummer
V376324
ISBN (eBook)
9783668543652
ISBN (Buch)
9783668543669
Dateigröße
513 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Stressmanagement 1, DHFPG, MASTER, Stresskompetenzprogramme
Arbeit zitieren
Simon Nitschke (Autor), 2017, Stressmanagement. Belastungsfaktoren und Lösungsmöglichkeiten am Beispiel eines Polymer-Unternehmens, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/376324

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