Eine qualitative Forschung zum Verhältnis von Frauen und Schmuck


Hausarbeit (Hauptseminar), 2016

25 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

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Einleitung
3
DieentwicklungsgeschichtlicheBetrachtungvonSchmuck
4
FunktionenundBedeutungvonSchmuck
8
Forschungsmethodeunddesign
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QualitativeSozialforschung
12
EpisodischesInterview
12
Forschungsfragen
14
InterpretationundAnalysederAntworten
15
Fazit
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Literaturverzeichnis
25
Abbildungsverzeichnis
25

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Einleitung
,,Schmuck gilt als Sammelbegriff für jene schönen Dinge, mit denen die
Menschen ihr Gesicht, ihren Leib, ihren Wohnraum, ihre Welt ausstaffieren
[...]."
1
Schon seit jeher tragen Menschen Schmuck. Jahrtausend Jahre alte
Wandmalereien zeigen Menschen, die sich mit Schmuckstücken verzieren.
Dieses Phänomen zieht sich durch alle Kulturkreise, Altersgruppen und
Gesellschaftsschichten. Zu Schmuck bauen wir häufig eine sehr emotionale
Bindung auf, sei es der Ehering, ein geerbtes Stück oder ein Geschenk zum
besonderen Anlass. Sowohl der materielle Wert, als auch der ideelle Wert
können sehr hoch sein. Doch auch der Modeschmuck stellt eine große
Bedeutungdar.AlsErweiterungderKleidungundmodischesAccessoire,ister
eventuellnichtsehrbedeutungsträchtig,aberfürvieleFraueneinwichtigesTeil
des Outfits und nicht zu entbehren. Schmuck macht auf seinen Träger
aufmerksam, dieses Phänomen gibt es auch im Tier und Pflanzenreich. Der
PfauschlägtseinRadinderBalzzeitundBlumensollenInsektenanlocken.Der
Mensch wählt seinen Schmuck bewusst als Zeichen von Wohlstand oder als
Erweiterung seiner Kleidung. Auch um die Verbundenheit mit anderen
Menschen auszudrücken wird Schmuck genutzt. Der Freundschafts oder
Ehering, das Kreuz als Ausdruck der Religionszugehörigkeit oder ein
ParteiabzeichensymbolisiereneinebestimmteGruppenangehörigkeit.
AngelehntandasBuch,,FrauenundKleider"vonLeanneShapton,SheilaHeti,
Heidi Julavits und weiteren, möchte ich eine Studie zum Thema ,,Schmuck"
erstellen.DasBuchbefragt561FrauennachihremStil,ihrerKleidungundihren
Einstellungen. Doch der Aspekt des Schmucks taucht nur am Rande auf. Da
Schmuckaber,meinerMeinungnach,einenwichtigenTeildes,,Outfits"darstellt
und auch kulturell stark geprägt ist, möchte ich das Buch um diesen Teil
erweitern und mich näher mit Frauen und Schmuck beschäftigen. Die
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Macho,ThomasH.:SchmuckalsmaterialisierteMythologie.AusLinzerInstitut
fürGestaltung(Hg.):Schmuckheute,Basel1976,S.71.

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emotionale Bindung zu Schmuck ist häufig höher, als zu Kleidungsstücken,
womitSchmucksowohlAccessoire,alsauchErinnerungsstückdarstellt.
ZunächstmöchteichdieHistorievonSchmuckbetrachten,umdenbesonderen
kulturellen Status herauszuarbeiten. Außerdem ist die Funktion von Schmuck
einwichtigerAspektmeinerForschung.DerHauptteilistdieForschungselbst,
wozu ich zunächst das Forschungsdesign und die Forschungsfragen vorstelle
und schließlich eine Analyse der Antworten vornehme. Der Schlussteil bietet
einen Ausblick auf weitere Forschungs und Analyseschritte, die Teil der
empirischenForschungsind,hieraberzuweitführenwürden.
Ich beziehe mich in dieser Arbeit nur auf Schmuck, der ,,aufgelegt" wird und
lasseKörperschmuckinFormvonTätowierungenundPiercingsaußenvor.
Die entwicklungsgeschichtliche Betrachtung von Schmuck
Bereits22.000Jahrev.Chr.wurdeSchmuckgetragen.HalskettenausMuscheln,
Steinen,Tierzähnen(sogenannte,,ObjetsTrouvés",alsogefundenGegenstände)
und ähnlichem dienten als Grabbeigaben und wurden sowohl an Frauen, als
auchanMännernundKinderngefunden.
2
AnzeichenvonSchmuckfindetman
bei den Ägyptern, Christen, Griechen und Etruskern aus verschiedenen
MaterialenundmitverschiedenenVerzierungen.
2
Vgl.Black,Anderson:DieGeschichtedesSchmucks,München,1976,S.13.

5
Abbildung1:EinesderältestenSchmuckstücke,Gefunden20.000v.Chr.IneinemGrabbeiRom.
SichschmückenscheintalsoeinmenschlichesGrundbedürfniszusein,dassich
durch alle Kulturstufen und Gesellschaftsschichten zieht.
3
Betrachtet man
SchmuckalsVeränderungderKörperkonturfindetmandafürschonAnzeichen
vor 40.000 Jahren. Die Körperveränderung durch Haare bzw. Frisuren, Bärte,
Tätowierungen,AnbringenvonNarbenundPiercingsundsogardieUmformung
desKörpersdurchZusammenbindenundEinschnürungvonKörperteilenstellt
eineFormvonKörperschmuckdar.DiesengabesbereitsvorderEntwicklung
von Kleidung. Die Umformung der eigenen Körperkontur tritt lange vor der
AdditionvonElementenauf.
4
TrugendieSumererundBabylonier(3000­2400v.Chr.)Halskettenausdem
Glauben, sie verliehen göttliche Macht, die Ägypter zur Abwehr von Dämonen
unddieGriechenundEtruskeralsübelabwehrendenGegenstandoderauchals
Fruchtbarkeitssymbol, diente der Schmuck erstmals bei den Römern als
3
Vgl.Wagner,Manfred:SchmuckistVeränderungderKörperkontur.AusLinzer
InstitutfürGestaltung(Hg.):Schmuckheute,Basel1976,S.11.
4
Vgl.ebd.S.12.

6
schmückendes Beiwerk.
5
Den Höhepunkt dieser schmückenden Funktion
stellen die Byzantiner dar, indem sie Gold und Steine in einem Schmuckstück
verbinden. Zur Völkerwanderungszeit wurde der Schmuck wieder schlichter
und vor allem von Männern als Ehrenzeichen getragen. Ehrenketten in Form
von Ordensketten waren in England im 15. und 16. Jahrhundert besonders
beliebtundschmücktenbeispielsweiseHeinrichVI.(14211471)undHeinrich
VII. (14571509).
6
Die weit geschnittenen Umhänge im Mittelalter und die
Manchettenmode führte dazu, dass kaum Armschmuck getragen wurde. Die
weiblicheModemitentblößtemDekolletéim15.Jahrhundertverlangtewieder
nach Halsschmuck, was Gemälde von Simonetta Vespucci von Botticelli und
Maria von Burgund belegen. Die Ketten waren mit aufwendigen Verzierungen
versehenundeineZusammenspielvonGold,Edelsteinen,PerlenundEmail.Die
religiöseFunktionderKettewirdparalleldazuamRosenkranzdeutlich.
7
Im17.
JahrhunderterlebtenUhrenihreBlütezeit,zwargabessieschonseitdem16.
Jahrhundert, liefen allerdings sehr ungenau. Schmuck wurde vorwiegend von
Frauen getragen, mit Ausnahme von Ludwig XIV, der eine der größten
Schmucksammlungen aller Zeiten besaß.
8
Als im 18. Jahrhundert Joseph
Strasser den Straßstein, als billigen Ersatz für Brillanten, entwickelte, gewann
der Juwelenschmuck an Beliebtheit. So konnte sich auch die Mittelschicht
funkelndeSchmuckstückeleisten.
9
Im19.JahrhundertspieltederSchmuckdie
bis dahin größte Rolle. Halsketten wurden als Teil einer Parure getragen
(passend angefertigte Armbänder, Ohrringe und Broschen) und Kleidung und
AccessoiresaufeinanderundaufdieTageszeitabgestimmt.DerSchmuckfürdie
Abendgarderobe war extravaganter, kostbarer und eindrucksvoller, als der
SchmuckfürdenTag.
10
DadurchentstandeineVielfaltvonAlltagsschmuck,der
industriellangefertigtwurde.
11
5
Vgl.Chadour,AnnaBeatriz,Joppien,Rüdiger:SchmuckI,Köln1985,S.71.
6
Vgl.ebd.S.72.
7
Vgl.ebd.S.72.
8
Vgl.Black,Anderson:DieGeschichtedesSchmucks,München,1976,S.188.
9
Vgl.ebd.S.229.
10
Vgl.ebd.S.210.
11
Vgl.Chadour,AnnaBeatriz,Joppien,Rüdiger:SchmuckI,Köln1985,S.73f.

7
Seit Ende des 19. Jahrhunderts bis heute steht die ,,optisch interessante
Wirkung"undderdekorativeAspektimVordergrund.
12
Endedes19.JahrhundertswurdedasSchmuckdesignvomArtNouveauStil(zu
deutsch Jugendstil) beeinflusst, das sich durch frei gestaltete, asymmetrische
Ornamente und fließenden Bewegungen ausdrückte.
13
Während des Ersten
WeltkriegeswurdenursehrwenigSchmuckproduziert,dochdanachstiegdie
Nachfrage nach qualitativ hochwertigem Schmuck stark an. Der reine
Materialwert der Stücke war interessant und sollte den neuerworbenen
12
Chadour,AnnaBeatriz,Joppien,Rüdiger:SchmuckI,Köln1985,S.74.
13
Vgl.Black,Anderson:DieGeschichtedesSchmucks,München,1976,S.267.
Abbildung2:AmethystParure
Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Eine qualitative Forschung zum Verhältnis von Frauen und Schmuck
Hochschule
Universität Paderborn  (Mode-Textil-Design)
Veranstaltung
Frauen und Kleider
Note
1,7
Autor
Jahr
2016
Seiten
25
Katalognummer
V376331
ISBN (eBook)
9783668536715
ISBN (Buch)
9783668536722
Dateigröße
1589 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Schmuck, Geschichte des Schmucks, qualitative Forschung, episodisches Interview, Mode
Arbeit zitieren
Fabienne Pourié (Autor), 2016, Eine qualitative Forschung zum Verhältnis von Frauen und Schmuck, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/376331

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