Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Gender Studies

Vaterschaft und Männlichkeit im Wandel. Die Vaterrolle im 21. Jahrhundert

Title: Vaterschaft und Männlichkeit im Wandel. Die Vaterrolle im 21. Jahrhundert

Term Paper , 2015 , 33 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Sian Birkner (Author)

Gender Studies
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

In vielen medialen Debatten, bei Anne Will und bei Günther Jauch, diskutierte man in den letzten Jahren über das Adoptionsrecht für homosexuelle Menschen. Immer wieder kam von konservativen Politikern, wie auch von einigen Pädagogen der Ausspruch: "Kinder brauchen Mutter und Vater."

Diese Aussage wird von vielen Menschen einfach abgenickt und als Fakt akzeptiert. Ein Kind, Mutter und Vater gelten bei uns als Normalfamilie. Aber was bedeutet das?

Die Annahme, die hinter dieser Aussage steckt, ist, dass Frauen und Männer grundsätzlich verschiedenen aber gleichsam notwendige Eigenschaften und Verhaltensweisen besitzen, welche in Kombination gute Eltern ausmachen und für das Wohl des Kindes essentiell sind.

Diese Aussage erläutert jedoch noch nicht, wie diese Eigenschaften aussehen. Was bedeutet also Vaterschaft abseits der biologischen Abstammung und rechtlichen Verbindung und wie unterscheidet sie sich essentiell von Mutterschaft?

In dieser Hausarbeit habe ich mich mit dieser Frage und weitergehend mit Vaterschaft und Elternschaft im 21. Jahrhundert beschäftigt. Diese Hausarbeit betracht moderne Vorstellungen von Vaterschaft im Kontext von Vorstellungen hegemonialer Männlichkeit. Was bedeutet Vaterschaft? Was ist ein Vater? Des Weitern wird auf gelebte Vaterschaft eingegangen und die Frage aufgeworfen, ob sich Elternschaft in eine geschlechterlose Kategorie verwandelt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vaterschaft und Männlichkeit

3. Hegemoniale Mutterschaft – Hegemoniale Vaterschaft?

4. Dimensionen der Vaterschaft

5. Vaterschaftsmodelle

5.1. Das klassische Ernährermodell

5.2. Das Modell der aktiven Vaterschaft

5.3. Das Modell der neuen Vaterschaft

5.4. Daten und Statistiken

6. Elternschaft „beyond gender“

7. Befragung Erfurter Studenten zum Thema Elternschaft

8. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept der Vaterschaft im 21. Jahrhundert, hinterfragt traditionelle Geschlechterrollen in der Elternschaft und analysiert, wie sich Vaterschaftsmodelle im Spannungsfeld von gesellschaftlichen Erwartungen und gelebter Praxis entwickeln.

  • Analyse der hegemonialen Männlichkeit und deren Einfluss auf die Vaterrolle.
  • Unterscheidung zwischen biologischer, rechtlicher und sozialer Vaterschaft.
  • Vorstellung und Diskussion dreier Vaterschaftsmodelle (Ernährer, aktiver Vater, neuer Vater).
  • Kritische Reflexion über Elternschaft jenseits von Geschlechterstereotypen (beyond gender).
  • Empirische Untersuchung der Einstellungen von Erfurter Studierenden zur Elternschaft.

Auszug aus dem Buch

3. Hegemoniale Mutterschaft – Hegemoniale Vaterschaft?

Ein Verständnis von hegemonialer Mutterschaft zu bekommen ist deutlich einfacher als eines von Vaterschaft. Um zu begreifen, wie eine bestimmte Gruppe von einer Gesellschaft gesehen wird, ist es oft nützlich sich mit Abbildungen und Beschreibungen in der bildenden Kunst, Fotografie und Literatur zu beschäftigen.

Die bildende Kunst der letzten 500 Jahre ist voll von Gemälden, Statuen und Denkmälern, welche Mütter und Kinder abbilden. Gibt man den Suchbegriff „Mutter mit Kind Gemälde“ bei Google Bilder ein, so erhält man unzählige unterschiedliche Ergebnisse von Künstlern wie August Macke, Mary Cassatt und Gustav Klimt bis hin zu Lucas Cranach d. Ä. zu diesem Thema. Die Darstellungen ähneln sich in bestimmten Punkten sehr. So zeigen sie meist sehr innige Szenen zwischen Mutter und Kind, welche Nähe und Vertrautheit vermitteln. Auch erscheint die Mutter meist in einer beschützenden oder liebevollen Pose. Dies sind Charakteristika, welche sich zum Beispiel auch im Archetyp von Carl Gustav Jungs Analytischer Psychologie wiederfinden. Hier wird dem Archetyp der Großen Mutter oder Urmutter positive Eigenschaften wie „gütig und hegend“ zugeschrieben.

Auch Statuen und Denkmäler stellen oft Mütter mit Kind dar. Hier finden sich auch viele Denkmäler, welche die Funktion als Mahnmal oder Gedenkstätte bekleiden. Meist beziehen sich diese auf Krieg oder Kriegsumstände. Mutter und Kind symbolisieren die Schwächsten, jene die schuldlos unter Hunger und Verfolgung leiden. Das Bildnis von Mutter und Kind steht demnach stellvertretend für das Leid der ganzen Gesellschaft. Bekannte Beispiele für Denkmäler dieser Art sind die Zentrale Gedenkstätte der Bundesrepublik Deutschland für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft in der Neuen Wache in Berlin, das Denkmal für die Gefallenen beider Weltkriege in Hamburg und das Denkmal Mutter mit Kind zur Ehrung der im Krieg gefallenen Bremer in Bremen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die mediale Debatte über Familienformen und führt in die Fragestellung ein, wie sich Vaterschaft heute definiert.

2. Vaterschaft und Männlichkeit: Dieses Kapitel erläutert den Begriff der hegemonialen Männlichkeit und deren marginalisierende Wirkung auf alternative Lebensentwürfe.

3. Hegemoniale Mutterschaft – Hegemoniale Vaterschaft?: Der Abschnitt vergleicht die kulturelle Sichtbarkeit von Mutter- und Vaterrollen anhand von Kunst und Literatur.

4. Dimensionen der Vaterschaft: Hier werden die drei Ebenen – biologische, rechtliche und soziale Vaterschaft – systematisch voneinander abgegrenzt.

5. Vaterschaftsmodelle: Das Kapitel stellt die drei Modelle des klassischen Ernährers, des aktiven Vaters und des neuen Vaters unter Einbeziehung aktueller Daten vor.

6. Elternschaft „beyond gender“: Dieser Teil plädiert für eine geschlechtsunabhängige Elternschaft und kritisiert die Diskriminierung von Familienformen abseits der Norm.

7. Befragung Erfurter Studenten zum Thema Elternschaft: Hier werden die Ergebnisse einer empirischen Umfrage unter Studierenden zu deren Einstellung zu Geschlechterrollen und Elternschaft präsentiert.

8. Fazit: Das Fazit fasst den Wandel der Vaterschaft zusammen und fordert gleiche Chancen für alle Familienmodelle.

Schlüsselwörter

Vaterschaft, Männlichkeit, Hegemoniale Männlichkeit, Mutterschaft, Elternschaft, Ernährermodell, Neue Väter, Geschlechterrollen, Familienmodelle, Soziale Vaterschaft, Biologische Vaterschaft, Rechtliche Vaterschaft, Gender, Vereinbarkeit, Erfurter Studierende.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie sich das Verständnis von Vaterschaft im 21. Jahrhundert verändert hat und inwiefern traditionelle Geschlechterrollen die moderne Elternschaft noch beeinflussen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Arbeit thematisiert die Konstruktion von Männlichkeit, die historische und soziale Dimension der Vaterrolle sowie die Entwicklung hin zu einer egalitären Elternschaft.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Vaterschaftsmodelle zu identifizieren und aufzuzeigen, dass Elternschaft nicht zwingend geschlechterabhängig definiert sein muss, sondern sich zu einem individuellen, partnerschaftlichen Modell wandeln kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin kombiniert eine theoretische Literaturanalyse zu Männlichkeitsbildern und Vaterschaftsmodellen mit einer empirischen Befragung von 20 Studierenden der Universität Erfurt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die soziologische Herleitung der Vaterschaftsbilder, die Vorstellung dreier spezifischer Modelle (Ernährer, aktiver Vater, neuer Vater) sowie die Auswertung einer Umfrage zum Thema gelebte Elternschaft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die zentralen Begriffe sind Vaterschaft, Männlichkeit, neue Väter, Geschlechterrollen, Familienmodelle und egalitäre Elternschaft.

Was unterscheidet das Modell des „neuen Vaters“ von den anderen Modellen?

Der neue Vater bricht aktiv mit klassischen Rollenbildern, teilt Sorgearbeit egalitär und integriert weiblich konnotierte Eigenschaften in seine Identität, ohne dabei unter einem Selbstbildkonflikt zu leiden.

Warum spielt die Befragung Erfurter Studierender eine Rolle?

Sie dient dazu, theoretische Annahmen über eine zunehmend egalitäre Einstellung in der jüngeren Generation an einer konkreten Stichprobe zu überprüfen und Tendenzen in der Vorstellungen von Elternschaft aufzuzeigen.

Excerpt out of 33 pages  - scroll top

Details

Title
Vaterschaft und Männlichkeit im Wandel. Die Vaterrolle im 21. Jahrhundert
College
University of Erfurt
Course
Praxisprojekt Gender
Grade
1,0
Author
Sian Birkner (Author)
Publication Year
2015
Pages
33
Catalog Number
V376358
ISBN (eBook)
9783668536524
ISBN (Book)
9783668536531
Language
German
Tags
Vaterschaft Männlichkeitsstudie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sian Birkner (Author), 2015, Vaterschaft und Männlichkeit im Wandel. Die Vaterrolle im 21. Jahrhundert, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/376358
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  33  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint