Seit jeher begleiten Märchen Kinder weltweit bis in das Erwachsenenalter hinein und vermitteln Moralvorstellungen und Werte. Die Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm sind nicht nur geschichtlich sondern auch im literarischen Kontext von Bedeutung. Als Teil der kulturellen Vermittlung wird daher in der vorliegenden Arbeit untersucht inwieweit Märchenausstellungen zur Literatur- und Buchvermittlung beitragen. Als Untersuchungsgegenstand dienen die Bereiche der Märchen im Brüder Grimm- Haus und im Schloss Steinau. Die Ausstellungen werden hinsichtlich ihrer Gestaltungskonzepte analysiert und verglichen um anschließend ihren Wert für die Vermittlung von Literatur festzuhalten. Für die Buchwissenschaft ist die Untersuchung von Literaturbetrieben hinsichtlich ihrer Vermittlungsarbeit von großer Bedeutung da Wechselwirkungen zwischen dem Buchmarkt und dem Bereich der Literaturvermittlung bestehen. Zudem stellt die Digitalisierung neue Herausforderungen an die Vermittlung von Literatur in den verschiedenen Institutionen. Besonders im musealen Bereich können Inhalte und Entwicklungen mit modernen Mitteln aufgearbeitet werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Literatur- und Buchvermittlung in Deutschland
1.1 Begriffserklärung Literatur- und Buchvermittlung
1.2 Allgemeine Kriterien zur Ausstellungsgestaltung
1.3 Kindgerechte Kulturvermittlung
2 Märchenwelten der Brüder Grimm in Steinau a. d. Straße
2.1 Brüder Grimm- Haus
2.2 Schloss Steinau
2.3 Vergleich der Märchenausstellungen
3 Märchenausstellungen als Beitrag zur Literaturvermittlung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit Märchenausstellungen einen Beitrag zur Literatur- und Buchvermittlung leisten können. Dabei dient die Analyse von Gestaltungskonzepten in Museen, insbesondere am Beispiel der Brüder Grimm-Ausstellungen in Steinau an der Straße, als Grundlage, um deren Wert für die kulturelle Vermittlung und Rezeptionsförderung zu bewerten.
- Analyse der theoretischen Grundlagen der Literatur- und Buchvermittlung.
- Untersuchung musealer Gestaltungskriterien für eine zielgruppengerechte Vermittlung.
- Vergleichende Analyse der Ausstellungskonzepte im Brüder Grimm-Haus und Schloss Steinau.
- Bedeutung der Einbindung von Interaktivität und modernen Medien für die Literaturvermittlung.
- Evaluation von Märchenausstellungen als Orte der kulturellen Bildung.
Auszug aus dem Buch
2.1 Brüder Grimm- Haus
Im Jahr 1791 zog die Familie Grimm nach Steinau an der Straße. Das 1562 errichtete Amtshaus dient noch heute als Museum über das Leben und Wirken der Grimms. Die Ausstellung ist in die Bereiche Leben, Wirken und Märchen unterteil. Letzteres dient als Untersuchungsgegenstand bezüglich der Forschungsfrage. Das Museum spricht durch die Aufteilung der verschiedenen Bereiche ein breites Publikum an; im Bereich der Märchen wird im Besonderen auf die Zielgruppe Kinder eingegangen, was sich in der folgenden Analyse der Gestaltungsmittel zeigen wird. Das gesamte Obergeschoß des Brüder Grimm- Hauses behandelt auf vielfältige Art und Weise das Thema Märchen. In zehn Räumen werden verschiedene Aspekte der Märchenwelten aufgegriffen und vermittelt.
Grundlage für den vertiefenden Einblick in die grimmsche Märchenwelt bildet zum einen das Untergeschoss, in dem mit Hilfe von Musealien und textlichen Mitteln das Wirken der Brüder Grimm hinsichtlich des Sammelns und Niederschreibens von Märchen dargestellt wird. Zum anderen bezieht sich ein Raum im Bereich der Märchen auf Märchensammlungen aus ganz Europa und verdeutlicht durch Zeichnungen und Erläuterungen an den Wänden sowie Bücher, Kopien und Skizzen in Vitrinen die Verbreitung und Entwicklung von Märchen vor den Brüder Grimm. Ein weiterer Raum widmet sich in einer ähnlich wissenschaftlichen Aufarbeitung der Entwicklung der Märchensammlung der Grimms und ihren Zeitgenossen. Mit Ausnahme dieser zwei Räume bietet die Märchenausstellung eine kindgerechte Gestaltung und interaktive Auseinandersetzung mit dem Thema.
Die Märchen werden in diversen Zusammenhängen dargestellt. Im Bereich der Kunst dienen Skizzen und Illustrationen aus und für Märchenbüchern als Darstellungsmaterial, das Feld des Theaters kann mit Hilfe von Kostümen, Puppen und Beschreibungen erkundet werden. Als Hands-on Element dienen dabei diverse Schubladen mit weiterem Anschauungsmaterial. Die Vermittlung des Märchens in Buchform wird besonders im Bereich der Internationalisierung der Märchen deutlich: In einem Schaukasten werden Märchenbücher aus 170 Ländern ausgestellt und ein Lesebereich bietet die Möglichkeit durch verschiedene Ausgaben zu blättern.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Literatur- und Buchvermittlung in Deutschland: Das Kapitel definiert die theoretischen Grundlagen der Literatur- und Buchvermittlung und erörtert allgemeine Anforderungen an eine erfolgreiche, kindgerechte Ausstellungsgestaltung.
2 Märchenwelten der Brüder Grimm in Steinau a. d. Straße: Hier werden das Brüder Grimm-Haus und das Schloss Steinau als konkrete Untersuchungsbeispiele vorgestellt und hinsichtlich ihrer spezifischen Gestaltungskonzepte analysiert sowie miteinander verglichen.
3 Märchenausstellungen als Beitrag zur Literaturvermittlung: Dieses Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und beleuchtet die Rolle von Ausstellungen als Orte, die durch interaktive Methoden Literatur vermitteln und kulturelle Bildung fördern.
Schlüsselwörter
Literaturvermittlung, Buchvermittlung, Brüder Grimm, Märchen, Museumspädagogik, Ausstellungsgestaltung, Kulturvermittlung, Steinau an der Straße, Museologie, Interaktivität, Literaturrezeption, kindgerechte Gestaltung, kulturelle Bildung, Grimm-Haus, Schloss Steinau.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie Märchenausstellungen als museale Einrichtungen dazu beitragen können, Literatur und Bücher einem breiten Publikum, insbesondere Kindern, erfolgreich zu vermitteln.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Felder umfassen die Theorie der Literaturvermittlung, die Gestaltung von Museen und Ausstellungen sowie die praktische Umsetzung dieser Konzepte am Beispiel der Brüder Grimm-Standorte.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Wert von Märchenausstellungen für die Vermittlung von Literatur zu bestimmen und aufzuzeigen, wie gestalterische Mittel das Verständnis und das Interesse der Rezipienten beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie einer deskriptiven Analyse und dem direkten Vergleich von Ausstellungskonzepten zweier spezifischer Museen in Steinau an der Straße.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Begriffsdefinitionen und Gestaltungskriterien erarbeitet, gefolgt von einer detaillierten Analyse der musealen Konzepte im Brüder Grimm-Haus und im Schloss Steinau.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind Literaturvermittlung, Ausstellungsgestaltung, Brüder Grimm, Museologie und kulturelle Bildung.
Inwiefern unterscheidet sich die Konzeption der beiden untersuchten Museen?
Während das Brüder Grimm-Haus eine wissenschaftlichere Aufarbeitung mit kindgerechten interaktiven Elementen mischt, fokussiert sich das Schloss Steinau stärker auf ein atmosphärisches Eintauchen in eine Märchenwelt.
Welche Rolle spielt die „Kontextualisierung“ für die Ausstellungsgestaltung laut Autor?
Die Kontextualisierung ist essenziell, da sie dem Besucher einen Rahmen bietet, um Exponate einzuordnen, Sinnzusammenhänge zu bilden und sich so intensiver mit den Inhalten auseinanderzusetzen.
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- Isabelle Noé (Author), 2016, Literatur- und Buchvermittlung. Märchenwelten der Brüder Grimm in Steinau an der Straße, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/376388