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Faschismus und Antifaschismus in Franz Fühmanns "Das Judenauto"

Titel: Faschismus und Antifaschismus in Franz Fühmanns "Das Judenauto"

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2011 , 14 Seiten , Note: 1,9

Autor:in: Hannes Höbald (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

"Das Judenauto" ist ein Erzählband, in dem Ausschnitte aus dem Leben des Ich-Erzählers dargestellt werden, angefangen bei seinen Erlebnissen als Schüler, über seine Jahre im Krieg bis zu seiner Ankunft in der neu gegründeten DDR. Dass dies gewisse Erinnerungen an die Biographie Fühmanns hervorruft, ist nicht ohne Grund so. Es soll jedoch nicht um den Vergleich des Textes mit der Biografie Fühmanns gehen, vielmehr soll es um das Thema Faschismus und Antifaschismus in "Das Judenauto" gehen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Allgemeines zu Das Judenauto

3. Die Titelgeschichte Das Judenauto

3.1 Die dargestellte Umgebung der Titelgeschichte

3.2 Die Entwicklung des Jungen

3.3 Die Geschichte vom Judenauto

3.4 Antifaschismus in der Titelgeschichte

4. Faschismus im weiteren Verlauf der Handlung

5. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Thema Faschismus und Antifaschismus in Franz Fühmanns Erzählband "Das Judenauto". Das primäre Ziel ist es, die ideologische Vergiftung und das Erstarken des Antisemitismus in der Hauptfigur von der Kindheit an bis zum Erwachsenenalter zu analysieren und zu hinterfragen, wie sich faschistische Denkmuster trotz fehlender direkter Propaganda festigen können.

  • Die Analyse der Titelgeschichte "Das Judenauto" als Fallbeispiel für ideologische Indoktrination.
  • Die Untersuchung der Rolle von Raum- und Umgebungsfaktoren im Entstehungsprozess von Judenhass.
  • Die Dekonstruktion antisemitischer Mythen und Ritualmordlegenden innerhalb der Erzählung.
  • Die kritische Auseinandersetzung mit der psychologischen Entwicklung des Ich-Erzählers im Kontext des Nationalsozialismus.
  • Die Beobachtung faschistischer Dauerpräsenz im weiteren Verlauf des Gesamtwerks.

Auszug aus dem Buch

Die Geschichte vom Judenauto

Die Geschichte vom Judenauto ist keine Erfindung des Mädchens, die diese Geschichte laut in der Klasse erzählt, sie ist vielmehr Teil des völkischen Aberglaubens, der jedoch Teil der nationalen Sozialisation geworden ist, die damals auch „aus der Einübung in antisemitische Greuelmärchen“ bestanden hat.

Die Geschichte besteht aus mehreren, vom Judenhass geprägten, Teilen, die schon vor dem Erscheinen des Nationalismus fröhlich ihr Unwesen im Aberglauben der Leute trieben. Dass Juden Kinder morden und deren Blut für Brot verwenden würden, ist Teil des haltlosen Vorwurfs, dass Juden Ritualmorde pflegen würden. Dieses Vorurteil diente dazu um die jüdische Minderheit in ein sehr schlechtes Licht zu rücken, es ist sozusagen eine spezifische Variante des Vorwurfs, dass Juden an allem schuld seien. In diesen Ritualmordaberglauben spielen mehrere Faktoren mit rein. So muss es sich einerseits um die Missinterpretation, absichtlich oder unabsichtlich sei jetzt mal dahingestellt, jüdischer Rituale zu Pessach handeln. „Und dann rühren sie das Blut mit Nullermehl an und backen draus Brot!“ Ein wichtiger Teil des Pessach-Festes ist das ungesäuerte Brot, welches vorher gebacken wird. Da Pessach an den Auszug aus Ägypten erinnern soll, bei dem die jüdischen Flüchtlinge auch nur ungesäuertes Brot dabei hatten, wird dieses traditionell zu Pessach zubereitet und gegessen. In diesen Teil der Geschichte fließt nun ein anderes Pessach-Ritual ein. „Das Schlachten eines neugeborenen Lammes wurde nun als Hinweis auf die zehnte ägyptische Plage verstanden, da ein „Schlächter“ alle erstgeborenen Menschen und Tiere Ägyptens tötete (Ex 12).“ Mit etwas fragwürdiger Fantasie ist so aus dem Opferlamm ein Kind geworden und das Blut, welches beim Schlachten anfällt, ist Teil des Brotbackens geworden, obwohl für Matze nur Wasser verwendet wird, was den andersgläubigen Nachbarn aber anscheinend nicht aufgefallen ist oder es wollte ihnen nicht auffallen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in Franz Fühmanns Werk "Das Judenauto" ein und legt den Fokus auf die Untersuchung der Themen Faschismus und Antisemitismus, wobei der autobiographische Charakter des Werkes kritisch eingeordnet wird.

2. Allgemeines zu Das Judenauto: Dieses Kapitel beleuchtet Fühmanns Absicht hinter dem Werk, insbesondere seine kritische Selbstbefragung bezüglich seiner eigenen faschistischen Vergangenheit.

3. Die Titelgeschichte Das Judenauto: Hier wird die titelgebende Erzählung als Kernstück der Indoktrination des Protagonisten analysiert.

3.1 Die dargestellte Umgebung der Titelgeschichte: Die Untersuchung zeigt, wie die idyllisch wirkende Umgebung durch einen tief verwurzelten, schleichenden Antisemitismus vergiftet ist.

3.2 Die Entwicklung des Jungen: Dieses Kapitel beschreibt den psychologischen Prozess, in dem der Ich-Erzähler von einer "antisemitischen Blume" im Kopf geleitet, zum Judenhasser wird.

3.3 Die Geschichte vom Judenauto: Eine detaillierte Aufarbeitung der darin enthaltenen antisemitischen Mythen, insbesondere der haltlosen Ritualmordvorwürfe.

3.4 Antifaschismus in der Titelgeschichte: Es wird erörtert, wie die Erzählung indirekt die Notwendigkeit von Reflexionsfähigkeit aufzeigt, um ideologischer Vergiftung zu entgehen.

4. Faschismus im weiteren Verlauf der Handlung: Dieses Kapitel untersucht, wie antisemitische Denkmuster im restlichen Werk des Erzählers als Dauerpräsenz bestehen bleiben.

5. Schluss: Der Schluss fasst zusammen, dass Fühmann mit der Erzählung ein meisterhaftes Beispiel für den Weg in den Faschismus geschaffen hat, das über das persönliche Schicksal hinaus als Beispiel für ideologische Verführung dient.

Schlüsselwörter

Franz Fühmann, Das Judenauto, Faschismus, Antifaschismus, Antisemitismus, Ideologische Vergiftung, Ritualmordlegenden, Indoktrination, Nationalsozialismus, Judenhass, Erzählband, Literaturanalyse, Sozialisation, Vorurteile, Sündenbockprinzip

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Darstellung von Faschismus und Antifaschismus in Franz Fühmanns Erzählband "Das Judenauto" und beleuchtet die ideologische Entwicklung des Ich-Erzählers.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den zentralen Themen gehören die Entstehung von Antisemitismus, die Wirkung von Propaganda auf Kinder, die Bedeutung von Umgebung und Milieu sowie die psychologischen Mechanismen der Indoktrination.

Welches primäre Ziel verfolgt die Analyse?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie tiefgreifend ideologische Vergiftung wirkt und wie sich die Hauptfigur trotz fehlender direkter nationalsozialistischer Propaganda antisemitische Denkmuster aneignet.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Primärtext mit zeitgenössischen literaturkritischen Quellen und biographischen Einordnungen verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Untersuchung der Titelgeschichte sowie eine Betrachtung des faschistischen Einflusses im weiteren Handlungsverlauf des Gesamtwerks.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Antisemitismus, Indoktrination, Fühmann, Faschismus, Ritualmordlegenden und ideologische Vergiftung maßgeblich bestimmt.

Wie erklärt der Text das Aufkommen des Judenhasses beim jungen Protagonisten?

Der Text zeigt auf, wie das Kind durch sein Umfeld, die Schule und die elterlichen Vorurteile schleichend mit antisemitischem Gedankengut vergiftet wird, bis es dieses als eigene Realität übernimmt.

Warum spielt die Geschichte vom Judenauto eine so zentrale Rolle?

Die Geschichte dient als "Meisterwerk" der Darstellung, da sie den Prozess der ideologischen Inbesitznahme eines Kindes am deutlichsten und in sich abgeschlossen verdeutlicht.

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Details

Titel
Faschismus und Antifaschismus in Franz Fühmanns "Das Judenauto"
Hochschule
Universität Leipzig  (Institut für Germanistik)
Veranstaltung
DDR-Literatur der fünfziger Jahre
Note
1,9
Autor
Hannes Höbald (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
14
Katalognummer
V376395
ISBN (eBook)
9783668535183
ISBN (Buch)
9783668535190
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Franz Fühmann DDR-Literatur Das Judenauto Faschismus Antifaschismus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Hannes Höbald (Autor:in), 2011, Faschismus und Antifaschismus in Franz Fühmanns "Das Judenauto", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/376395
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  14  Seiten
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