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Analyse von Ludwik Flecks Denkstiltheorie und deren Anwendungsmöglichkeiten in der Diskurslinguistik

Título: Analyse von Ludwik Flecks Denkstiltheorie und deren Anwendungsmöglichkeiten in der Diskurslinguistik

Trabajo de Seminario , 2017 , 10 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Florian Leiffheidt (Autor)

Filología alemana - Lingüística
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Dass Sprache sowohl Wissen als auch Ansichten, Meinungen, kurzum, Denkweisen zu transportieren im Stande ist, kann mittlerweile kaum mehr bestreitet werden. Besonders in Zeiten, in denen, zumeist im politischen Kontext, eine Zunahme an sprachlicher Schärfe beobachtet werden kann, liefert der Denkstilansatz nach FLECK ein hilfreiches Instrumentarium, um sprachliche Handlungen mündlicher wie schriftlicher Art bezüglich ihrer übermittelten Denkweisen zu untersuchen und mögliche sprachliche Reaktionen auf Äußerungen innerhalb eines Diskurses besser zueinander in Verbindung setzen zu können. Innerhalb dieses Thesenpapiers soll zunächst der Fleck’sche Denkstilansatz erörtert werden, um anschließend auf seine Bedeutung für die Diskurslinguistik eingehen zu können. An die theoretische Betrachtung schließt sich eine oberflächliche Darstellung eines praktischen Beispiels einer Denkstilanalyse aus dem Flüchtlingsdiskurs an.

Der Denkstil und Denkkollektivansatz, welchen LUDWIK FLECK in seiner „Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache“ darstellt, basiert auf einem wesentlichen Gedanken Flecks zur Konstitution wissenschaftlicher Erkenntnis und damit einhergehender Tatsachen und Informationen. Freilich, dies sei bereits an dieser Stelle erwähnt, können ‚Informationen‘ letztlich, in einem alltagssprachlichen resp. außerwissenschaftlichen Kontext, auch als ‚Meinungen‘, ‚Ansichten‘ oder ‚Denkansichten‘ verstanden und demzufolge analysiert und interpretiert werden. Für FLECK ist bei der Betrachtung der Entstehung wissenschaftlicher Tatsachen unabdingbar, dass Wissenschaft für ihn kein „formales Konstrukt“, sondern vielmehr eine „Tätigkeit, veranstaltet von Forschungsgemeinschaften“, darstellt. Bereits aus dieser Formulierung seines Verständnisses von Wissenschaft lassen sich zwei wesentliche Dinge herausstellen: Einerseits die Tatsache, dass Wissenschaft und die ihr innewohnende Konstitution von Wissen nie autark agieren können, sondern stets externen Faktoren wie beispielsweise der Geschichte oder Politik nebenstehend sind und von eben jenen externen Faktoren beeinflusst werden. Zweifelsohne verweist diese Tatsache auf die Zeiten Flecks als Gefangener der Nationalsozialisten in verschiedenen Konzentrationslagern – eine Zeit also, in der die Wissenschaft mehr als spürbar von externen Faktoren beeinflusst, wenn nicht gar beherrscht wurde.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. These

2. Der Fleck’sche Denkstilansatz

3. Das Konzept des Denkkollektivs

4. Die Bedeutung des Denkstils und der Beharrungstendenz

5. Anwendung des Denkstilansatzes in der Diskursanalyse

6. Praktisches Beispiel einer Denkstilanalyse aus dem Flüchtlingsdiskurs

7. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Übertragbarkeit von Ludwik Flecks Konzepten des Denkstils und des Denkkollektivs auf die moderne Diskurslinguistik. Dabei wird analysiert, wie Denkweisen innerhalb sozialer Kollektive entstehen, wie sie durch Sprache transportiert werden und inwieweit sie politisches Handeln und gesellschaftliche Debatten strukturieren.

  • Ludwik Flecks Wissenschaftstheorie und ihre soziologischen Grundlagen
  • Die Mechanismen von Denkkollektiven und esoterischen/exoterischen Kreisen
  • Sprache als Instrument und Spiegel kollektiver Denkstile
  • Beharrungstendenzen und Denkzwang in Diskursen
  • Analyse politischer Kommunikation am Beispiel aktueller Flüchtlingsdiskurse

Auszug aus dem Buch

Die Bedeutung des Denkkollektivs für die Wissenskonstitution

Innerhalb des von FLECK vorgestellten Konzeptes des Denkkollektivs wird mehr und mehr ersichtlich, wie stark die Konstituierung von Wissen resp. wissenschaftlicher Erkenntnis von sozialen Faktoren abhängig scheinen. Wissenschaftliche Erkenntnis ist für FLECK stets Ergebnis von Gedankenaustausch der zugehörigen Akteure innerhalb eines Wissenschafts- oder auch Denkkollektivs. Dieser Austausch kann zwingenderweise in keiner anderen Form als der des Austausches durch Sprache bestehen – Angehörige eines Denkkollektivs mit einem mehr oder weniger homogenen Denkstil tauschen sich somit innerhalb ihres Wissenschaftskollektivs mit den Mitteln der sprachlichen Handlungen aus (schriftlich wie mündlich).

Hierbei wird, so FLECK, auch deutlich, inwieweit man das Vorhandensein von denkkollektiv-typischen Sprachverwendungen (spezifische Ausdrücke innerhalb eines Denkkollektivs) beobachten kann, wenn er folgendermaßen formuliert: „Worte, früher schlichte Benennungen, werden Schlagworte; Sätze, früher schlichte Feststellungen, werden Kampfrufe. Dies ändert vollständig ihren denksozialen Wert: sie erwerben magische Kraft, denn sie wirken geistig nicht mehr durch ihren logischen Sinn –[…] sondern durch ihre bloße Gegenwart.“ [FLECK 1980, 59]

Zusammenfassung der Kapitel

1. These: Einführung in die zentrale Hypothese, dass Flecks Denkstilansatz eine bereichernde Perspektive für die linguistische Diskursanalyse darstellt.

2. Der Fleck’sche Denkstilansatz: Theoretische Herleitung der Grundlagen von Wissenskonstitution und der Abhängigkeit wissenschaftlicher Erkenntnis von externen Faktoren wie Politik und Geschichte.

3. Das Konzept des Denkkollektivs: Definition des Denkkollektivs als soziale Gemeinschaft, die durch gemeinsamen Gedankenaustausch einen spezifischen Denkstil entwickelt.

4. Die Bedeutung des Denkstils und der Beharrungstendenz: Untersuchung der Mechanismen, wie Gruppen an ihren Denkmustern festhalten, und die Rolle des Denkzwangs bei der Verteidigung dieser Stile.

5. Anwendung des Denkstilansatzes in der Diskursanalyse: Argumentation für die Übertragung von Flecks Theorie auf kommunikative Handlungen in nicht-wissenschaftlichen Kontexten.

6. Praktisches Beispiel einer Denkstilanalyse aus dem Flüchtlingsdiskurs: Anwendung der erarbeiteten Konzepte am Beispiel von Aussagen Sahra Wagenknechts in der Flüchtlingsdebatte.

7. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Würdigung des Nutzens von Flecks Kategorien für die Analyse heutiger, zunehmend polarisierter gesellschaftlicher Diskurse.

Schlüsselwörter

Ludwik Fleck, Denkstil, Denkkollektiv, Diskurslinguistik, Wissenschaftstheorie, Beharrungstendenz, Denkzwang, Esoterik, Exoterik, Sprachwissenschaft, politischer Diskurs, Sahra Wagenknecht, Wissenssoziologie, Kommunikation, Flüchtlingsdiskurs

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beleuchtet die Übertragung der wissenschaftstheoretischen Konzepte von Ludwik Fleck auf die moderne linguistische Diskursanalyse.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Konzepte des Denkkollektivs und des Denkstils, die Beharrungstendenz von Denkweisen und die Macht der Sprache in politischen Diskursen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Flecks Ansätze ein wertvolles Analyseinstrument bieten, um die Dynamik von Diskursen und die Identitätsbildung innerhalb von Gruppen besser zu verstehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit kombiniert theoretische Grundlagenarbeit nach Fleck mit einer fallbeispielorientierten Analyse politischer Äußerungen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Erläuterung der Fleck’schen Begriffe und deren praktische Anwendung am Beispiel des öffentlichen Umgangs mit Aussagen Sahra Wagenknechts zur Flüchtlingspolitik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Denkstil, Denkkollektiv, Diskurslinguistik, Beharrungstendenz und Wissenskonstitution.

Wie unterscheidet Fleck zwischen dem esoterischen und exoterischen Kreis?

Der esoterische Kreis bezeichnet die eingeweihten Mitglieder eines Kollektivs, während der exoterische Kreis die Laien oder Außenstehenden umfasst, die mit dem Fachbereich interagieren.

Warum spielt der Begriff der "Beharrungstendenz" eine wichtige Rolle für die Analyse?

Die Beharrungstendenz erklärt, warum Gruppen dazu neigen, an etablierten Denkweisen festzuhalten und diese selbst gegen Widersprüche oder neue Erkenntnisse vehement zu verteidigen.

Welche Rolle spielt die Sprache nach Fleck in einem Denkkollektiv?

Sprache dient innerhalb eines Denkkollektivs als Transportmittel für den gemeinsamen Denkstil; dabei können Wörter eine "magische Kraft" entfalten, die über ihren rein logischen Inhalt hinausgeht.

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Detalles

Título
Analyse von Ludwik Flecks Denkstiltheorie und deren Anwendungsmöglichkeiten in der Diskurslinguistik
Universidad
Ernst Moritz Arndt University of Greifswald
Calificación
1,3
Autor
Florian Leiffheidt (Autor)
Año de publicación
2017
Páginas
10
No. de catálogo
V376442
ISBN (Ebook)
9783668536906
ISBN (Libro)
9783668536913
Idioma
Alemán
Etiqueta
Ludwig Fleck Denkstiltheorie Anwendungsmöglichkeit Linguistik Diskurs
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Florian Leiffheidt (Autor), 2017, Analyse von Ludwik Flecks Denkstiltheorie und deren Anwendungsmöglichkeiten in der Diskurslinguistik, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/376442
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