Verbreitung und Erscheinungsformen von Gewalt an Schulen


Referat (Ausarbeitung), 2002

37 Seiten, Note: sehr gut


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Informationen zum Ablauf

2. Gliederung

3. Einleitung

4. Überblick bisheriger Befragungen verschiedener Probandengruppen zum Thema Gewalt an Schulen

5. Vergleichsschwierigkeiten der bisherigen Forschungsergebnisse

6. Trendergebnisse der Forschung (bisher)

7. Vorstellung und Vergleich zweier Studien
7.1. Bochumer Studie
7.2. Ost-West-Vergleich – Befragung in Hessen und Sachsen
7.3. Gewaltbegriff in der Perspektive unterschiedlicher Gruppen
7.4. Ergebnisse der Schulleiterbefragung in Sachsen, Hessen, Thüringen & Baden-Württemberg
7.5. Einzelergebnisse der beiden Studien (Beobachtung verschiedener Gewaltformen)
7.5.1. Verbale Aggressionen unter Schülern (Bochum) – Psychische Aggressionen gegen Mitschüler (OWV)
7.5.2. Prügeleien/Raufereien und extreme Ausprägungen physischer Gewalt (Bochum) – Physische Gewalt (OWV)
7.5.3. Vandalismus gegen Schuleigentum (Bochum) – Vandalismus (OWV)
7.5.4. Raub, Erpressung, Bedrohung (Bochum) – Erpressung (OWV)
7.5.5. Sexuelle Belästigung (OWV)
7.5.6. (Un-)Sicherheitsgefühle in der Schule: Wie erleben einzelne Probandengruppen die Gewaltsituation? (Bochum)
7.5.7. Waffen (Bochum) – Waffeneinsatz (OWV)
7.5.8. Verbale Aggressionen und körperliche Gewalt von Schülern gegenüber Lehrern (Bochum) – Aggressionen gegen Lehrer (OWV)
7.5.9. Aggressionen von Lehrern gegenüber Schülern (OWV)
7.6. Der „Täter“-„Opfer“-Selbstreport (OWV)
7.6.1. Täter-Selbstreport bei „weicheren“ Aggressionen (OWV)
7.6.2. Täter-Selbstreport bei „harten“ Aggressionen (OWV)
7.6.3. Opfer-Selbstreport bei personenbezogener Gewalt (OWV)
7.6.4. Opfer-Selbstreport bei sachbezogener Gewalt (OWV)
7.7. Veränderungen in den letzten Jahren (Bochum)
7.8. Ursachen von Gewalt in der Schule aus Sicht der Bochumer Befragten (Erwachsenen)
7.9. Ursachen von Gewalt in der Schule aus Sicht der Bochumer Befragten (Schüler Kl. 7-13)
7.10. Prävention von Gewalt in der Schule: Was wünschen sich die einzelnen Gruppen? (Bochum)
7.11. Ergebnisse (Bochum) – Zusammenfassung und Interpretation (OWV)

8. Abschließende Betrachtung

9. Literaturverzeichnis

10. Anhang
10.1. Diagramme und Tabellen

1. Informationen zum Ablauf

Zu Beginn des Referats gab ich den Zuhörern einige den Ablauf betreffende Informationen:

So werde ich eine Kopie dieser schriftlichen Ausarbeitung in den Semesterapparat des Seminars stellen. Es war also nicht nötig mitzuschreiben. Des weiteren bat ich darum, Verständnisfragen sofort zu stellen, sonstige Fragen, wenn Raum dafür war. Auch sonstige Wünsche (lautere Sprache, langsamere Sprache o.ä.) sollten deutlich geäußert werden.

Im gesamten Referat, wie auch in der Ausarbeitung, verzichte ich auf Schrägstriche und Doppelformulierungen, da sie das Zuhören und flüssige Lesen stören. Wenn ich also z.B. Von Lehrern oder Schülern spreche, meine ich sowohl männliche als auch weibliche.

Präsentiert habe ich das Referat mit Hilfe des Programms PowerPoint. Zur besseren Unterscheidung der beiden vorgestellten Studien benutzte ich in der PowerPoint-Präsentation zwei Farben. In der Ausarbeitung habe ich Ergebnisse aus den Studien durch die Worte „Bochum“ oder „OWV“ (Ost-West-Vergleich) kenntlich gemacht.

Die genutzte Literatur findet sich in dem Buch „Forschung über Gewalt an Schulen – Erscheinungsformen und Ursachen, Konzepte und Prävention“ von Holtappels u.a., erschienen im Juventa-Verlag, 1997 Weinheim, München.

2. Gliederung

Der wie folgt dargestellte grobe Ablauf des Referats sollte den Zuhörern auch währenddessen eine Orientierung ermöglichen:

- Begrüßung und Informationen zum Ablauf
- Einleitung
- Überblick bisheriger Befragungen verschiedener Probandengruppen zum Thema Gewalt an Schulen
- Bochumer Studie und Ost-West-Vergleich im Überblick (sehr ausführlich)
- Abschließende Betrachtung

3. Einleitung

Schon seit Jahren zeichnen die Medien ein erschreckendes Bild über „Verbreitung und Erscheinungsformen von Gewalt an Schulen“. Aber wie viel von diesen Horrordarstellungen stimmt wirklich? Da es in den 50er bis 80er Jahren im Grunde keine Studien zu diesem Thema gab, ist es schwierig die heutige mit der damaligen Zeit zu vergleichen. Dieser Mangel führte dazu, dass es seit Anfang der 90er eine regelrechte Flut von Forschungsergebnissen gab.

Innerhalb dieses Referats beschreibe ich zwei Studien (und ihre Ergebnisse), die „Bochumer Studie“ und den „Ost-West-Vergleich“[1].

Auf die von Marek Fuchs dargestellte Schülerbefragung zum Thema: „Ausländische Schüler und Gewalt an Schulen“[2] werde ich nicht weiter eingehen. Der Autor macht in seiner Auswertung[3] deutlich, dass zwar Differenzen zwischen dem Ausmaß von Gewalt deutscher und ausländischer Schüler festzustellen sind (ausländische Schüler also geringfügig auffälliger sind), sieht aber die Ursache dieser Differenzen in anderen Ursachenbereichen (individuelle Dispositionen, situative Faktoren usw.). Außerdem weist er auf die Notwendigkeit hin, man müsse bei zukünftigen Forschungen zu diesem Thema, den Begriff „Ausländer“ vorher weiter auffächern (da man an sich nicht von „den Ausländern“ sprechen könne) und z.B. die kulturellen Hintergründe der verschiedenen Nationalitäten, die Umstände und Gründe der Einwanderung u.v.m. mit einbeziehen.

4. Überblick bisheriger Befragungen verschiedener Probandengruppen zum Thema Gewalt an Schulen

Wie schon in der Einleitung erwähnt gibt es mittlerweile eine große Anzahl an Studien. Eine kleine Auswahl ist im folgenden abgebildet. Es wird deutlich, dass sich mit den Jahren die Befragungen geändert haben. So wurden zu Anfang nur einzelne Probandengruppen befragt. Mit der Zeit wurde deutlich, dem Beispiel von Dr. Dan Olweus folgend, der diese Einsicht bereits in den 70ern/80ern hatte, dass eine Berücksichtigung möglichst vieler verschiedener Probandengruppen genauere Ergebnisse ermöglicht. Da die verschiedenen Perspektiven von z.B. Schülern, Lehrern, Eltern usw. verglichen werden, entsteht ein realistischeres und nicht mehr subjektives sondern objektives Bild der Situation.

Schüler:

- Dettenborn 1992, 2553 Schüler (Kl.7&10) in West- & Ostberlin

Schulleiter-Lehrer:

- Spaun 1994, ca. 3600 Schulen in Bayern

Schüler-Lehrer:

- Staatl. Schulamt der Stadt Kassel 1993 in Kassel
- Hensel u.a. 1994 in Berlin

Schulleiter-Lehrer-Schüler:

- Meier u.a. 1995 in Hessen und Sachsen
- Holtappels u.a. 1996 in Hessen und Sachsen
- Schubarth 1996 in Hessen und Sachsen

Schulleiter-Lehrer-Schüler-Eltern:

- Olweus 70er und 80er in Skandinavien

Schulleiter-Lehrer-Schüler-Schulsekretärinnen-Hausmeister-Eltern:

- Schwindt u.a. 1995 in Bochum

5. Vergleichsschwierigkeiten der bisherigen Forschungsergebnisse

Man könnte meinen, es sei gut so viele Forschungsergebnisse zu haben, jedoch ist ein Vergleich dieser Ergebnisse oft fast unmöglich oder zumindest schwierig, da die einzelnen Forschungsgruppen sehr unterschiedlich vorgegangen sind.

- Unterschiedliche Definitionen und Operationalisierungen der Untersuchungsgegenstände wurden verwendet (Beispiel siehe unten).
- Die Forschungsanlage und die Methodik unterscheiden sich.
- Stichproben wurden unterschiedlich gewählt. (Beispiel: Manche losten aus der gesamten Schülerzahl eine kleinere Zahl aus, anderen losten aus allen Schulklassen eine kleinere Zahl aus, dies ist ganz klar ein anderer Ansatz.)
- Die Rücklaufquoten stimmten nicht überein. (Beispiel: Wenn bei der einen Studie 100% der Schüler geantwortet haben, bei der anderen aber nur 55%, sind die Ergebnisse schwer zu vergleichen.)
- Angaben zur methodischen Vorgehensweise fehlen manchmal gänzlich.

Volker Krumm weist in seinem Bericht „Methodenkritische Analyse schulischer Gewaltforschung“ sehr ausführlich auf dieses Problem hin. Mit dem folgenden Beispiel zeigt er dies sehr anschaulich. Die verschiedenen Antwortskalen von 13 Studien werden gezeigt. Es ist wohl fast unmöglich diese zu vergleichen. Allein das Wort „oft“ ist sehr unklar und findet sehr unterschiedliche Definitionen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

6. Trendergebnisse der Forschung (bisher)

Bevor ich auf die beiden genannten Studien eingehe, erscheint es mir sinnvoll, die bis dahin bereits festgestellten Trends zu nennen:

- Vandalismus und Körperverletzung treten häufiger auf.
- Raub, Nötigungsdelikte und körperliche Angriffe auf Lehrer werden allerdings entgegen den Medien eher selten beobachtet.
- Besonders betroffen vom Gewaltproblem sind Sonder-, Haupt- und Realschulen, allerdings primär solche mit einem gestörten Schulklima.
- Täter physischer Gewalt sind eher Jungen.
- Es wird eine Verrohung der Sprache beobachtet. (Um dies festzustellen muss man nur einmal in eine Schule gehen und den Schülern zuhören. Selbst mir, die ich selbst nur knapp zehn Jahre älter bin, beobachte diese Entwicklung, wie geht es dann erst einem Lehrer, Elternteil o.ä. der vielleicht 30 Jahre älter ist?)
- Gewalttätigkeiten gehen von einem relativ kleinen Schülerkreis aus! (Aus meinen Erfahrungen weiß ich, dass es in den meisten Gruppen (mindestens) eine Person gibt, meistens ein Junge, der besonders auffällt und das ständig und sehr massiv – ein sehr auffälliger aber kleiner Täterkreis also.)
- Wie zu vermuten, liegt der Aggressionshöhepunkt in der Pubertät, also in der siebten/achten Klasse.

7. Vorstellung und Vergleich zweier Studien

Nun werde ich in Kürze die beiden schon mehrfach erwähnten Studien beschreiben und danach ihre Ergebnisse vorstellen.

7.1. Bochumer Studie

Vorgestellt wird die Bochumer Studie in dem Buch „Forschung über Gewalt an Schulen“ von Hans-Dieter Schwindt, Karin Roitsch und Birgit Gielen unter dem Titel „Gewalt in der Schule aus der Perspektive unterschiedlicher Gruppen“.[4]

Angeregt wurde diese Studie vom Bochumer Stadtschulamt mit dem Ziel, eine differenzierte Lagebeschreibung der Gewaltsituation an Bochumer Schulen abzugeben.

Im Herbst 1993 begann die Befragung der folgenden Probandengruppen:

- alle 123 Schulleiter (es wurden alle Bochumer Schulen befragt)
- aus 26 per Randomauswahl[5] ermittelten Schulen:
- alle Schulsekretärinnen und Hausmeister (je 26)
- 208 Lehrer
- 42 Schulklassen (Kl. 7-13 – 437 Schüler; Kl. 1-6 – 474 Schüler; 23 lernbehinderte Schüler = insgesamt 934 Schüler)
- 225 Eltern

Es ist wichtig anzumerken, dass die Eltern erst Anfang 1994 auf Ersuchen des Elternrates befragt wurden. Die Zahl 225 wird nirgends genau genannt, ich konnte sie nur durch andere aufgeführte Zahlen errechnen. Meiner Meinung nach sind 225 befragte Eltern gegenüber 934 Schülern eine sehr geringe Zahl, besonders wenn man bedenkt, dass auch nur 26 von 123 Schulen befragt wurden. Dieser Fakt wird in der Studie regelrecht vertuscht. Sie betont zwar, die Elternbefragung habe keinen Anspruch mehr auf Repräsentativität, nennt aber als Grund die geringe Rücklaufquote von 43,1%[6]. Meiner Meinung nach wäre die Befragung auch bei 100% Rücklaufquote nicht wirklich repräsentativ gewesen (aus oben genannten Gründen).

Weiterhin sind die absoluten Zahlen bei den Hausmeistern und Sekretärinnen sehr gering (26), sowie bei lernbehinderten Schülern (23), weswegen auch hier eine Interpretation der Zahlen nur mit Vorsicht zu raten ist. Auch in diesem Fall, wären meiner Meinung nach höhere absolute Zahlen möglich gewesen, bei den Schulleitern wurden auch alle Schulen miteinbezogen, warum also nicht hier.

Diese Kritik wollte ich gleich zu Beginn äußern, damit von vornherein deutlich ist, wie Ergebnisse von den Befragungen der genannten Probandengruppen zu behandeln sind.

Die Befragungen wurden wie folgt durchgeführt:

Es gab speziell zugeschnittene Fragebögen für die einzelnen Gruppen. Damit ist gemeint, dass z.B. bei den Schülern eine einfachere Sprache gewählt wurde, als bei den Erwachsenen, oder manche Fragen nur den Lehrern und Schulleitern gestellt wurden (z.B. Fragen den Lehrplan betreffend), da nur diese das beurteilen können. Die Erwachsenen wurden schriftlich und größtenteils postalisch befragt, die Schüler in standardisierten schriftlichen Gruppeninterviews in den einzelnen Klassen. In den Jahrgängen eins bis drei wurde jedem Kind ein Interviewer zur Seite gestellt, um Lese- und Schreibschwierigkeiten von vornherein auszuschließen. In der Studie wird betont, dass die Befragungen anonym durchgeführt und der Datenschutz sichergestellt wurde.

Die Befragten sollten sich unter anderem äußern, wie oft sie von Januar bis Herbst 1993 verschiedene Gewaltformen wahrgenommen haben. Es stand ihnen eine sechsstufige Antwortskala zur Verfügung, die anschließend zu den drei Ausprägungen „keinmal“, „manchmal“ (bis1x/Monat) und „oft“ (1x/Woche oder häufiger) zusammengefasst wurde.

7.2. Ost-West-Vergleich – Befragung in Hessen und Sachsen

Wilfried Schubarth, Kerstin Darge, Manuela Mühl und Christoph Ackermann schildern in dem Buch „Forschung über Gewalt an Schulen“ den Ost-West-Vergleich unter dem Titel „Im Gewaltausmaß vereint? Eine vergleichende Schülerbefragung in Sachsen und Hessen“.[7]

Forschungsgruppen der TU Dresden und der Uni Bielefeld begannen die Arbeit mit dem Ziel, Ausmaß und Ursachen von Aggressionen und Gewalt an Schulen zu untersuchen, mit Schwerpunkt auf einen „Ost-West-Vergleich“.

1993 führten die Forschungsgruppen eine Schulleiterbefragung in Sachsen und Hessen durch. 1993/1994 schlossen sich zwei Forschungsteams der Uni Heidelberg und der PH Erfurt an, um dasselbe in den Bundesländern Thüringen und Baden-Württemberg zu wiederholen. Im Jahr 1995 ergänzten die Dresdener und Bielefelder Forscher – jetzt unter dem Namen „Gruppe zur Gewalt“ – diese Arbeit durch eine vergleichende Schüler-Lehrer-Befragung in Hessen und Sachsen. Im folgenden gehe ich in erster Linie auf die Ergebnisse der Schülerbefragung ein, da die Lehrerbefragung noch nicht ausgewertet ist, lasse aber Ergebnisse aus der Befragung der Schulleiter mit einfließen.

Von allen Schulformen wurden die Jahrgänge 6, 8 und 10 bzw. 9 befragt. (Der 9. Jahrgang bei solchen Schulformen, die mit dieser abschließen.) In Sachsen nahmen 3147 Schüler und 311 Lehrer, in Hessen 3540 Schüler und 448 Lehrer an der Erhebung teil.

Die Befragten sollten angeben, wie oft sie in den letzten zwölf Monaten verschiedene Gewaltformen beobachtet haben. Um die daraus folgenden Ergebnisse zu überprüfen, wurde zusätzlich gefragt, wie oft sie bestimmte Formen von Gewalt in den letzten zwölf Monaten selbst ausgeübt bzw. als Opfer erlebt haben. Da es durchaus sein kann, dass z.B. alle Schüler einer Klasse also 100% eine Gewaltform beobachten, aber nur je ein Schüler Täter bzw. Opfer ist (ca. 5% bei einer Klassengröße von 20 Schülern), ist es sinnvoll, Beobachtung und Selbstreport zu vergleichen, um ein zuverlässigeres Bild zu bekommen.

Die Befragten konnten als Antwort „fast täglich“, „mehrmals wöchentlich“ und „mehrmals im Monat“ ankreuzen.

7.3. Gewaltbegriff in der Perspektive unterschiedlicher Gruppen

Die Bochumer Forscher interessierte zuerst einmal, was die unterschiedlichen Gruppen überhaupt jeweils unter Gewalt verstehen.[8] Das Ergebnis zeigt, dass die Definitionen des Begriffs gruppenspezifisch unterschiedlich sind. Alle Gruppen beziehen den Begriff „Gewalt“ stark auf physische Übergriffe. Die Einschätzungen unterscheiden sich aber (stark) bei folgenden Gewaltformen:

- Raufen mit Verletzung: Die Schüler wurden zu diesem Punkt leider nicht befragt, doch gibt es auch bei den Erwachsenen starke Differenzen in der Einschätzung. So halten nur ca. 38% der Sekretärinnen und Hausmeister dies noch für Gewalt, aber ca. 66% der Eltern, Schulleiter und Lehrer.
- „Spaßkloppe“ (spielerisches Kräftemessen, bei dem Verletzung/Demütigung des Gegners nicht beabsichtigt ist) : Die Lehrer und Schulleiter scheinen sehr stark zwischen Raufereien mit Verletzung und der sogenannten Spaßkloppe zu unterscheiden – nur ca. 14% halten diese für eine Form der Gewalt. Die Eltern teilen diese Meinung, wohingegen immerhin 30% der Schüler Spaßkloppe als Gewalt sehen. Ihnen schließen sich die Hausmeister mit 38% an.
- Verbale Aggressionen: Auch hier driften die Meinungen stark auseinander, etwa 60% der Lehrer und Schulleiter, aber nur 30% der Schüler sehen verbale Aggressionen als Gewaltform. „Beleidigende Bemerkungen gehören nach Schülererfahrung möglicherweise bereits zum normalen Schulalltag, ohne dass beabsichtigt wird jemanden zu verletzen.“[9]

7.4. Ergebnisse der Schulleiterbefragung in Sachsen, Hessen, Thüringen & Baden-Württemberg

Aus den Schulleiterbefragungen in den vier Bundesländern ergaben sich als am häufigsten vorkommende Gewaltphänomene Unterrichtsstörungen, Beschimpfungen, nonverbale Provokationen und Vandalismus. Selten hingegen sind Schutzgelderpressung, Prügeleien zwischen Schülergruppen und das Tragen von Schusswaffen. Dies widerspricht den Medien, welche besonders die zuletzt genannten Phänomene hervorheben. Außerdem ergab die Befragung, dass erhebliche schulformspezifische Differenzen bestehen, also an bestimmten Schulformen mehr Gewalt beobachtet wird, als an anderen.

[...]


[1] Der Verständlichkeit halber gab ich dieser Studie den Namen „Ost-West-Vergleich“ (OWV), den ich im gesamten Referat so benutze. Offiziell läuft die Studie nicht unter diesem Namen (siehe Holtappels, 1999, S.101-118).

[2] Holtappels 1999, S. 119-136

[3] Holtappels 1999, S. 134-136

[4] Holtappels 1999, S. 81-100

[5] Zufallsstichprobe

[6] siehe Anhang – Übersicht 1; Holtappels 1999, S. 84

[7] Holtappels 1999, S. 101-118

[8] siehe Anhang – Übersicht 2; Holtappels 1999, S. 86

[9] Holtappels 1999, S. 85

Ende der Leseprobe aus 37 Seiten

Details

Titel
Verbreitung und Erscheinungsformen von Gewalt an Schulen
Hochschule
Hochschule Hannover
Note
sehr gut
Autor
Jahr
2002
Seiten
37
Katalognummer
V37671
ISBN (eBook)
9783638369466
Dateigröße
5621 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Verbreitung, Erscheinungsformen, Gewalt, Schulen
Arbeit zitieren
Anne Meyer-Bothling (Autor), 2002, Verbreitung und Erscheinungsformen von Gewalt an Schulen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/37671

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