In dieser Hausarbeit möchte ich folgenden Vergleich anstellen: Inwiefern veränderte Manzoni in seinem Werk Fermo e Lucia die Einführung "Prima introduzione contemporanea alla stesura dei primi capitoli" zur "Introduzione rifatta da ultimo"? Und welchen Einfluss hat die storia auf den discorso?
Zuallererst möchte ich eine kurze Übersicht über die "Questione della lingua" im Allgemeinen und im 19. Jahrhundert geben.
Danach möchte ich meinen Fokus auf Manzonis Sprachtheorien legen. Folgende sprachtheoretische Texte werde ich untersuchen: Lettera a Carena (1850), Relazione sull'unità della lingua (1868) und Lettera intorno al libro De vulgari eloquio di Dante Alighieri (1868). Dabei ist jedoch zu beachten, dass diese Theorien, allesamt nach den zu untersuchenden Einleitungen von Fermo e Lucia entstanden, allenfalls einen Ausblick auf die Entwicklung bezüglich der "Questione della lingua" geben, die beiden Einleitungen selbst aber nicht beeinflussen.
Als Nächstes werde ich den Inhalt von "Fermo e Lucia" darstellen. Darauffolgend werde ich mich mit den beiden Einleitungen befassen um sie letztendlich miteinander zu vergleichen. Schließlich werde ich meine Ergebnisse kurz in einer Zusammenfassung
festhalten.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Die Questione della lingua
III. Manzonis Sprachtheorien
IV. Fermo e Lucia
V. Prima introduzione contemporanea alla stesura dei primi capitoli
VI. Introduzione rifatta da ultimo
VII. Vergleich
VIII. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, die beiden unterschiedlichen Einleitungen in Alessandro Manzonis Werk "Fermo e Lucia" aus dem Jahr 1823 zu vergleichen und deren sprachliche sowie inhaltliche Unterschiede im Hinblick auf Manzonis sich wandelnde Sprachtheorie zu analysieren.
- Analyse der italienischen Sprachfrage (Questione della lingua) im 19. Jahrhundert
- Untersuchung von Manzonis sprachtheoretischen Schriften
- Inhaltliche Darstellung und Vergleich der beiden Einleitungen
- Untersuchung sprachlicher Besonderheiten und grammatikalischer Phänomene
- Vergleichende Betrachtung von Archaismen und dialektalen Ausdrücken
Auszug aus dem Buch
VI. Introduzione rifatta da ultimo
Ähnlich wie in der ersten Einleitung erfährt man hier auch erst im zweiten Abschnitt, dass der vorherige Text von einem anonymen Verfasser aus dem mailändischen 17. Jahrhundert stammt. Sogleich bemerkt die zweite Erzähler, der sich ebenfalls in die Position des Autors begibt, dass das kursive Zitat auf Grund seines plumpen Schreibstils schwer zu verstehen sei. Außerdem gibt er an, dass der mailändische Erzähler gleichzeitig ungehobelt und gefühlsvoll schreibe. Dies sei nicht nur für seine Zeit und Herkunft normal, sondern dafür, dass jede literarische Epoche und jede Stadt einen eigenen Schreibstil habe.
Als Grund dafür gibt er an, dass auch Gebildete ihren eigenen Dialekt haben. Zudem verleihen eine Menge besonderer Wörter und Ausdrücke dem Dialekt seinen einzigartigen Charakter. Will nun jemand ohne Literaturstudium, der normalerweise im Dialekt spricht, einen Text verfassen, so würde sein Dialekt automatisch zum Fundament dessen.
In der Lombardei gäbe es kaum veröffentlichte Text und das Toskanische sei auch nur von wenigen studiert worden, sodass die allgemeine Sprache „grob, ungebildet, ungenau, willkürlich und zufallsbedingt“ (eigene Übersetzung; Manzoni 1988b) erscheine.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Fragestellung ein, wie Manzoni die beiden Fassungen seiner Einleitung veränderte und welchen Einfluss die sprachgeschichtliche Entwicklung auf sein Werk nahm.
II. Die Questione della lingua: Es wird ein Überblick über die italienische Sprachfrage im 19. Jahrhundert gegeben und die historische Relevanz der Dialekte sowie des Florentinischen erläutert.
III. Manzonis Sprachtheorien: Dieses Kapitel erläutert Manzonis Position zur Nationalsprache anhand seiner Schriften, wobei der Fokus auf dem Übergang zum Florentinischen als Standard liegt.
IV. Fermo e Lucia: Hier wird der historische Hintergrund und die Entstehungsgeschichte des Romans dargestellt, der später als "I promessi sposi" bekannt wurde.
V. Prima introduzione contemporanea alla stesura dei primi capitoli: Analyse der ersten Fassung der Einleitung, in der der Erzähler seine Intentionen und Zweifel an der Qualität früherer literarischer Vorlagen darlegt.
VI. Introduzione rifatta da ultimo: Untersuchung der überarbeiteten zweiten Einleitung, in der Manzoni eine stärkere Reflexion über den Schreibstil und die Wahl der Sprache vornimmt.
VII. Vergleich: In diesem Kapitel werden die beiden Einleitungen formal und sprachlich gegenübergestellt, wobei insbesondere Konjunktionen, Artikel und grammatikalische Besonderheiten betrachtet werden.
VIII. Zusammenfassung: Abschließende Synthese der Ergebnisse, die den Wandel von Manzonis Sprachauffassung zwischen 1823 und 1868 zusammenfasst.
Schlüsselwörter
Manzoni, Fermo e Lucia, Questione della lingua, Sprachgeschichte, italienische Literatur, Florentinisch, Einleitungsvergleich, Sprachtheorie, Archaismen, Sprachwandel, 19. Jahrhundert, Literatursprache.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit vergleicht die zwei verschiedenen Einleitungen zu Alessandro Manzonis Werk "Fermo e Lucia" (1823) und untersucht deren Unterschiede.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der italienischen Sprachgeschichte (Questione della lingua), der Entwicklung von Manzonis Sprachtheorien und dem Vergleich der narrativen Struktur der Einleitungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Manzonis Sprachauffassung sich wandelte und wie sich dieser Wandel in den textlichen Anpassungen der beiden Einleitungen manifestiert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um einen komparativen literaturwissenschaftlichen Ansatz, der sowohl inhaltliche Analysen als auch eine sprachwissenschaftliche Untersuchung grammatikalischer Phänomene umfasst.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen der italienischen Sprachfrage, die Erläuterung von Manzonis Positionen, eine inhaltliche Analyse der beiden Einleitungstexte sowie einen detaillierten sprachlichen Vergleich.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen gehören Manzoni, Sprachwandel, Questione della lingua, Florentinisch und literarische Evolution.
Wie unterscheidet sich die zweite Einleitung von der ersten?
Die zweite Einleitung ist deutlich länger und legt einen stärkeren Fokus auf die sprachtheoretische Begründung von Manzonis Wahl des Florentinischen als Literatursprache.
Welche Bedeutung haben die untersuchten Archaismen?
Die Archaismen dienen als Indikator dafür, wie Manzoni den historischen Kontext seiner Erzählung sprachlich durch bewusste Wortwahl unterstreichen oder an moderne Lesegewohnheiten anpassen wollte.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2013, Vergleich der beiden Einführungen in Manzonis Werk "Fermo e Lucia" von 1823, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/376716