Das Ebro-Projekt. Analyse der spanischen Wasserpolitik


Hausarbeit, 2014

16 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

I
Inhaltsverzeichnis
1.
Einleitung
1
2.
Klimatische Situation Spaniens
2
3.
Regionale Wasserbilanzen und ihre Folgen auf das Umland
3
3.1. Die Landwirtschaft als größter Wasserverbraucher
4
3.2. Die Tourismusbranche durstet nach Wasser
5
4.
Spaniens geschichtsträchtige Wasserpolitik
6
5.
Der Ebro im Fokus der spanischen Wasserpolitik
8
5.1. Wassertransfer als PHN-Maßnahme
8
5.2. Regionale Konflikte spalten die Bevölkerung
9
5.3. Der Ebrotransfer wird gestoppt
10
6.
Alternativen für eine nachhaltige Wasserpolitik
11
7.
Fazit
12
8.
Literatur- und Quellenverzeichnis
1
3

II
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Klimadiagramm von Granada
2
Abb. 2: Klimadiagramm von Vitoria Gasteiz
2
Abb. 3: Wasserbilanz der Iberischen Halbinsel
3
Abb. 4: Wasserüberleitung vom Tajo in die Region Murcia
7
Abb. 5: Ebrobecken im Nordosten Spaniens
8
Abb. 6: Protestbewegung in Saragossa
10

1
1.
Einleitung
,,Spanien erlebt schlimmste Dürre seit 70 Jahren."
(FAZ, 16.03.2012)
So betitelten mehrere Zeitungen Anfang 2012 die verheerendste Trockenperiode für das
spanische Festland. In den Wintermonaten fiel kaum Niederschlag, sodass die Ressource
Wasser in vielen Landesteilen knapper ausfiel. Die Stauseen waren nur zu einem Fünftel
gefüllt, in ländlichen Orten versiegten die Wasserhähne, dementsprechend lieferten die
spanischen Behörden Trinkwasser in Tankwagen.
Der Wassermangel hat nicht nur mit den ausbleibenden oder saisonal stark schwankenden
Regenfällen zu tun, sondern auch mit dem ständig steigenden Verbrauch. Massive
Verstädterung an der Mittelmeerküste sowie die wachsende Tourismusbranche in dieser
Region fordern immer größere Wasserreserven. Die Ressource Wasser etablierte sich in den
letzten Jahrzehnten innerhalb Spaniens zu einem sozialen Konfliktstoff und dem Leitmotiv
politischer Bewegungen.
Diese Arbeit möchte mittels einer kritischen Analyse der spanischen Wasserpolitik am
Beispiel des Ebro-Projekts die entscheidenden Problemfelder fokussieren, die Wasser zur
Mangelware und gleichzeitig zu einem sozialen und politischen Konfliktstoff transformieren.
Hierzu werden im folgenden Kapitel anhand der Regionen Granada und Vitoria Gasteiz die
klimatischen Bedingungen zunächst erläutert, deren Konsequenzen sich auf die
Wasserbilanzen der einzelnen Regionen unterschiedlich stark auswirken. Das dadurch
entstehende Nord-Süd-Gefälle wird im dritten Kapitel in den Fokus gestellt. Ebenfalls wird
in 3.1. auf die Rolle der Landwirtschaft und in 3.2. auf die Auswirkungen des
Tourismussektors in Hinblick auf den landesweiten Wasserverbrauch, Bezug genommen.
Kapitel 4 erläutert chronologisch die spanische Wasserpolitik von ihren Anfängen bis zum
staatlich geplanten Ebro-Projekt, dessen Bedeutung für die Wasserpolitik in Kapitel 5
herausgestellt wird. Hierbei werden die politischen Ziele aufgegriffen (5.1.), der entstandene
regionale Konfliktstoff (5.2.) und die Verhinderung des Projekts (5.3.) rückblickend
analysiert. Kapitel 6 zeigt unternommene Maßnahmen einer neuen und nachhaltigen
Wasserpolitik und bewertet diese Maßnahmen rückblickend. Im Fazit wird die Bedeutung des
sozialen und politischen Konfliktstoffes Wasser anhand der politischen Maßnahmen
zusammengefasst.

2
2.
Klimatische Situation Spaniens
Spanien liegt im Gebiet der winterfeuchten Subtropen. Diese Region ist gekennzeichnet durch
ihre jahreszeitlich stark schwankende Niederschlagsverteilung. Die durchschnittlichen
Jahresniederschläge betragen in Spanien 683 mm, wobei in den Wintermonaten zwischen
Oktober und Februar ca. 90 Prozent des Jahresniederschlags fällt. In den Sommermonaten
steht Spanien unter dem Einfluss des subtropischen Hochdruckgürtels, der trockene
Luftmassen transportiert, wodurch es selten zu Niederschlägen kommt, bzw. diese im Monat
Juli fast ausbleiben. Durch die mediterrane Lage der iberischen Halbinsel weist Spanien
gemäßigte Temperaturen auf, die im Jahresmittel zwischen 14 und 16°C liegen.
Neben dem jahreszeitlichen Niederschlagsgefälle weist Spanien auch ein starkes Nord-Süd-
Gefälle auf. Das Klimadiagramm von Granada (Abbildung 1) zeigt eine typische
Niederschlagsverteilung
für
die
südliche
Region
am
Mittelmeer.
Die
Niederschlagshöchstwerte erreichen einzig im Dezember knapp die 50 mm Marke und fallen
zum Frühjahr hin drastisch ab, sodass sie in den Monaten Juli bis August fast ausbleiben. Dies
entspricht auch den Niederschlagsmengen in anderen südlichen Regionen entlang der
Mittelmeerküste (BÄßLER 2006: 17).
Abb.1: Klimadiagramm von Granada Abb.2: Klimadiagramm von Vitoria Gasteiz
(Quelle:
www.klimadiagramme.de
)
(Quelle:
www.klimadiagramme.de
)
Das Klimadiagramm von Vitoria Gasteiz (vgl. Abb.2), der Hauptstadt der nördlichen Region
Baskenland, weist mit einer jährlichen Niederschlagsmenge von 779 mm mehr als die

3
doppelte Regenmenge im Vergleich zu Granada auf. Im November und April fallen
Höchstwerte von 100 mm an Niederschlag. In anderen nördlichen Regionen wie der Provinz
Aragon, die sich innerhalb des Ebrobeckens befindet, fallen jährliche Niederschlagsspitzen
von 1600 bis 2000 mm. Die Temperaturkurve im Klimadiagramm von Vitoria Gasteiz
verschiebt sich im Vergleich zu Granada nur leicht nach unten, was auf die nördliche Lage der
Stadt zurückzuführen ist (BÄßLER 2006: 18).
Im Folgenden werden die aus dem starken Niederschlagsgefälle entstehenden Konsequenzen
für die spanischen Regionen näher erläutert.
3. Regionale Wasserbilanzen und ihre Folgen auf das Umland
Die räumlich stark abweichenden Niederschlagsschwankungen wirken sich intensiv auf die
Wasserbilanz der einzelnen Regionen aus. Abbildung 3 zeigt das Ungleichgewicht
hinsichtlich der Bilanz aus Niederschlag, Verdunstung, Abfluss und Speicheränderung auf ein
Gebiet zwischen der Mittelmeerküstenzone und den zentral bis nördlich gelegenen Regionen
auf (BREUER 2008: 62).
Abb.3: Wasserbilanz der Iberischen Halbinsel
(Quelle: Breuer 2008: 62)
Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Das Ebro-Projekt. Analyse der spanischen Wasserpolitik
Hochschule
Universität zu Köln
Note
1,3
Autor
Jahr
2014
Seiten
16
Katalognummer
V376758
ISBN (eBook)
9783668538863
ISBN (Buch)
9783668538870
Dateigröße
922 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
ebro-projekt, analyse, wasserpolitik
Arbeit zitieren
André Schönen (Autor), 2014, Das Ebro-Projekt. Analyse der spanischen Wasserpolitik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/376758

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