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Methoden der Machtausübung in "1984". Zur Aktualität von George Orwells Dystopie

Titel: Methoden der Machtausübung in "1984". Zur Aktualität von George Orwells Dystopie

Seminararbeit , 2017 , 23 Seiten

Autor:in: Josephine Görke (Autor:in)

Anglistik - Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die eigenen Erfahrungen unter einem totalitären System veranlassten Orwell zu seiner Lebzeit in den 50er-Jahren, einen Roman über eine solche Herrschaft zu verfassen, um zeitgenössische Leser zu warnen. Doch aktuell sind diese Warnungen auch heute noch: Wir sollten uns das Bewusstsein über die "Säulen", die ein totalitäres System stützen und somit die Methoden der Machtausübung repräsentieren, vor Augen führen, denn ein Blick in die Vergangenheit, in die Zeit des zweiten Weltkrieges, genügt, um die schrecklichen Auswirkungen eines solchen Systems in Europa zu erfassen. Diese Arbeit setzt sich daher zum Ziel, ebendiese Pfeiler herauszuarbeiten, die Orwells entworfene Dystopie stützen, und einen Bezug zur Gegenwart herzustellen.

Die Erlebnisse des Autors schaffen im zweiten Punkt "Biografische Hintergründe" einen genaueren Überblick über seine Intentionen des Werkes und bringen dem Leser den Bezug zum realen Totalitarismus näher. Um der textimmanenten Analyse folgen zu können, wird im Anschluss den Inhalt des Romans zusammengefasst. Da der Schwerpunkt der vorliegenden Arbeit in der Untersuchung der Entstehung eines totalitären Systems in "1984" liegt, wird besonderes Augenmerk auf die Gesellschaft und Politik in dem fiktiven Staat Ozeanien gelegt. Genauere Untersuchungen sind auf die von der Politik ausgehenden Methoden der Machtausübung im vierten Kapitel angelegt. Die drei weiteren Schwerpunkte des fünften Kapitels liegen auf der Manipulation durch Sprache, dem sogenannten "Neusprech", der Abschaffung der Sexualität und der Kontrolle über die Vergangenheit. Um die Aktualität von "Neusprech" zu zeigen, wird ein Blick auf die gegenwärtige Verwendung ähnlicher sprachlicher Konstruktionen in unserer Gesellschaft geworfen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Biografische Hintergründe

3 Inhalt „1984“

4 Gesellschaft und Politik in „1984“

5 Methoden der Machtausübung

5.1 Neusprech

5.2 Abschaffung der Sexualität

5.3 Kontrolle über die Vergangenheit

6 Resümee

7 Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Mechanismen totalitärer Herrschaft in George Orwells Roman „1984“, indem sie analysiert, wie politische Akteure durch die Manipulation von Sprache, die Unterdrückung menschlicher Bedürfnisse und die Kontrolle der Geschichte ihre Macht sichern und legitimieren.

  • Analyse der totalitären Herrschaftsstrukturen in Ozeanien
  • Die Rolle der Sprache als Instrument der geistigen Manipulation (Neusprech)
  • Einfluss der Unterdrückung von Sexualität auf die systemkonforme Loyalität
  • Methoden der geschichtlichen Fälschung zur Aufrechterhaltung der Parteidoktrin
  • Übertragung dystopischer Konzepte auf aktuelle gesellschaftspolitische Tendenzen

Auszug aus dem Buch

5.1 Neusprech

Einer der wichtigsten Instrumente der Machtausübung des totalitären Systems in Ozeanien ist die systematische Manipulation der Sprache der Bevölkerung durch die „Innere Partei“. Als eine „Säule“ des Totalitarismus soll durch die Umformung von „Altsprech“ zu „Neusprech“ der Zusammenhang zwischen dem individuellen Bewusstsein und dem sprachlichen Ausdrucksvermögen durch die starke Vereinfachung der Sprache aufgelöst werden, sodass nur noch Gedanken gemäß der „Engsoc“-Ideologie formuliert werden können.

Es war geplant, daß [sic!], wenn Neusprech ein für allemal angenommen und Altsprech vergessen worden war, ein ketzerischer Gedanke – d.h. ein von den Prinzipien des Engsoz abweichender Gedanke – buchstäblich undenkbar sein sollte, insoweit wenigstens, als Denken an Worte gebunden ist.

Die eigenständige, individuelle, kritische und sprachschöpferische Verarbeitung der Erfahrung und Sinngebung eines Individuums sollen damit im Interesse des Staates und der Partei verhindert werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Motivation der Autorin, angesichts aktueller politischer Entwicklungen die Entstehung totalitärer Systeme anhand von George Orwells „1984“ zu untersuchen.

2 Biografische Hintergründe: Dieses Kapitel verknüpft Orwells Lebenserfahrungen, insbesondere seine Erlebnisse während des spanischen Bürgerkriegs, mit der Entstehung seiner dystopischen Vision.

3 Inhalt „1984“: Hier wird der Handlungsverlauf des Romans zusammengefasst, wobei der Fokus auf Winston Smiths verzweifeltem Widerstand gegen das Regime liegt.

4 Gesellschaft und Politik in „1984“: Das Kapitel beschreibt die Funktionsweise des oligarchischen Kollektivismus in Ozeanien und die totale Überwachung der Bevölkerung.

5 Methoden der Machtausübung: Dieses Hauptkapitel analysiert detailliert die Instrumente der Unterdrückung: Sprache, Sexualität und die Kontrolle der Historie.

6 Resümee: Das Resümee fasst die zentralen Erkenntnisse über die drei Säulen der totalitären Machtausübung zusammen.

7 Ausblick: Der Ausblick schlägt eine Brücke zur Gegenwart und diskutiert die Relevanz sprachlicher Manipulation in heutigen politischen Diskursen.

Schlüsselwörter

George Orwell, 1984, Totalitarismus, Machtausübung, Neusprech, Dystopie, Überwachungsstaat, Big Brother, politische Manipulation, Sprachzerstörung, gesellschaftliche Kontrolle, Widerstand, Unterdrückung, Geschichte, Propaganda

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Seminararbeit analysiert die drei zentralen Methoden der Machtausübung in George Orwells Roman „1984“, die als Säulen der totalitären Herrschaft fungieren.

Was sind die thematischen Schwerpunkte der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der sprachlichen Manipulation durch „Neusprech“, der bewussten Abschaffung natürlicher Sexualität zur Energieumlenkung und der permanenten Kontrolle und Umschreibung der Vergangenheit.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die Funktionsweise totalitärer Systeme zu ergründen und aufzuzeigen, wie das Individuum durch psychologische und soziologische Eingriffe der Partei vollständig entmachtet wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine textimmanente Analyse des Romans in Verbindung mit der Einbettung in literaturwissenschaftliche und historische Kontexte.

Was behandelt der Hauptteil?

Im Hauptteil werden nach einer inhaltlichen Einführung in den Roman die drei genannten Methoden der Machtausübung sowie die soziopolitische Struktur des fiktiven Staates Ozeanien detailliert untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Dokument?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Totalitarismus, Neusprech, Doppeldenk, Überwachung, politische Psychologie und Dystopie.

Warum spielt die Kontrolle über die Vergangenheit eine so zentrale Rolle für das Regime?

Die Partei löscht die objektive Geschichte aus, um sicherzustellen, dass die Bürger keine Vergleichsmöglichkeiten haben und die Partei als einzige Quelle der Wahrheit bestehen bleibt.

Inwiefern ist das Konzept des „Neusprech“ heute noch relevant?

Die Autorin verdeutlicht am Beispiel moderner politischer Rhetorik und Euphemismen, dass sprachliche Vereinfachung und Umdeutung auch in heutigen Gesellschaften zur Verschleierung unangenehmer Wahrheiten genutzt werden.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Methoden der Machtausübung in "1984". Zur Aktualität von George Orwells Dystopie
Autor
Josephine Görke (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
23
Katalognummer
V376983
ISBN (eBook)
9783668549234
ISBN (Buch)
9783668549241
Sprache
Deutsch
Schlagworte
dystopie neusprech George Orwell 1984 Totalitarismus Abschaffung der Sexualität Kontrolle über Vergangenheit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Josephine Görke (Autor:in), 2017, Methoden der Machtausübung in "1984". Zur Aktualität von George Orwells Dystopie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/376983
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  23  Seiten
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