Die Arbeit beschreibt ein Projekt zur interreligiösen Bildung und Erziehung in Kindertagesstätten. Dazu wird zunächst die Relevanz der interreligiösen Bildung herausgearbeitet. Daran anschließend wird das Konzept „Gastfreundschaft als Prämisse interreligiösen Lernens im Kindergarten“ von Frieder Harz näher beleuchtet.
Auch die praktische Umsetzung des Projekts wird anhand einer ausgewählten Kindertagesstätte thematisiert. Dem Leser werden Entwicklungsthemen von Kindern dieses Alters vorgestellt, welche ausschlaggebend für die Ziele eines solchen Projektes sind. Es sollen Kompetenzen definiert werden, die die Kinder innerhalb eines solchen Projektes erwerben können, sowie religiöses Hintergrundwissen zum Thema „Gebet im Islam und Christentum“ vermittelt werden. Abschließend folgt eine didaktische Verlaufsplanung des Projektes.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Relevanz von interreligiöser Bildung in Kindertagesstätten
3. Ein Modell interreligiösen Lernens: Das Konzept „Gastfreundschaft als Prämisse interreligiösen Lernens im Kindergarten“ von Frieder Harz
4. Einrichtungsbeschreibung und Analyse der Lebenssituation der Kinder
5. Themenfindung für das Projekt
6. Zielformulierung
7. Vorbereitungen des Projekts
7.1. Religionspädagogisches Hintergrundwissen zum Thema Gebet
7.2. Verlaufsplanung und methodische Aspekte
8. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit entwickelt ein praxisorientiertes, interreligiöses Projekt für eine Kindertagesstätte, um Kindern unterschiedlicher kultureller und religiöser Herkunft eine erste religiöse Verständigung sowie gegenseitige Akzeptanz zu ermöglichen. Basierend auf dem Situationsansatz und dem Konzept der „Gastfreundschaft“ zielt das Vorhaben darauf ab, Kinder im bewussten Umgang mit religiöser Vielfalt zu begleiten und dabei Potenziale für ihre eigene Identitätsentwicklung und Resilienz zu nutzen.
- Grundlagen und Relevanz interreligiöser Bildung in Kitas
- Das Konzept der Gastfreundschaft als Modell interreligiösen Lernens
- Situationsanalyse und Identifikation von Lebensthemen der Kinder
- Entwicklung eines 10-tägigen interreligiösen Projektentwurfs zum Thema Gebet
- Didaktische Umsetzung und Einbindung der Eltern
Auszug aus dem Buch
3. Ein Modell interreligiösen Lernens: Das Konzept „Gastfreundschaft als Prämisse interreligiösen Lernens im Kindergarten“ von Frieder Harz
Bezüglich der Frage, wie interreligiöses Lernen optimal in der Praxis der Kindertagesstätten geschehen kann, gibt es verschiedene Modelle und Ansätze. Konzepte der Assimilation gelten dabei zunehmend als überholt. In den Vordergrund rücken eher Ansätze, die entweder ein gleichberechtigtes Nebeneinander der Religionen vorstellen, wie das in Großbritannien angewandte Modell: „a gift to a child“, oder Modelle, welche zwar ein gleichberechtigtes Nebeneinander vorstellen, hierbei jedoch ein eigenes Profil weiterhin wahren (vgl. Hoffmann 2009). Zu diesem letzteren Modell gehört das Konzept der „Gastfreundschaft als Prämisse interreligiösen Lernens im Kindergarten“ von Frieder Harz.
Hierbei sollen Kinder eine Gleichzeitigkeit in Beheimatung der eigenen Religion und der Öffnung hin zu anderen Religionen erfahren können. Die Beheimatung ist deshalb wichtig, da Kinder so nicht dem Risiko der kulturellen Entwurzelung und des damit einhergehenden Verlustes der eigenen Geschichte ausgesetzt werden (vgl. Harz 2001: S. 40). Auch wird in der Bewusstmachung der Unterscheidung von Eigenem und Fremden die Fähigkeit des Dialogs mit dem anderen entwickelt. Indem das Fremde in seiner Andersartigkeit geachtet wird, erlangt man eine tolerante Haltung gegenüber dem Anderen.
Somit ist es wichtig, die je eigene religiöse Zugehörigkeit der Kinder zu fördern. „Es gilt, zugleich in der Verwurzelung im Eigenen bestärkt zu werden und Neugier für das Fremde zu entwickeln.“ (Harz 2001: S. 55). Dabei ist es unerlässlich, dass Kinder die Möglichkeit der aktiven Teilhabe an ihrer eigenen Religion erhalten, um sich somit in dieser Religion zu Hause zu fühlen. Hierzu gehört ein Kennenlernen von Geschichten, Liedern, Symbolen und Festen der eigenen Religion. Dies verhilft Kindern zu einer Verwurzelung mit der eigenen Religion.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein und skizziert den Aufbau der Hausarbeit sowie die inhaltliche Zielsetzung.
2. Relevanz von interreligiöser Bildung in Kindertagesstätten: Hier wird begründet, warum angesichts einer multikulturellen Gesellschaft interreligiöse Bildung ein wesentliches pädagogisches Ziel darstellt.
3. Ein Modell interreligiösen Lernens: Das Konzept „Gastfreundschaft als Prämisse interreligiösen Lernens im Kindergarten“ von Frieder Harz: Dieses Kapitel erläutert das zugrunde liegende theoretische Modell der Gastfreundschaft und deren Bedeutung für die Identitätsentwicklung von Kindern.
4. Einrichtungsbeschreibung und Analyse der Lebenssituation der Kinder: Hier werden die Rahmenbedingungen der beispielhaften Kindertagesstätte sowie der sozioökonomische Hintergrund der Kinder dargestellt.
5. Themenfindung für das Projekt: Basierend auf dem Situationsansatz werden hier die aktuellen Bedürfnisse und Fragen der Kinder identifiziert, die in das Projekt einfließen sollen.
6. Zielformulierung: Dieses Kapitel definiert die pädagogischen Ziele des Projekts hinsichtlich Kompetenzaufbau, Resilienz und interreligiöser Dialogfähigkeit.
7. Vorbereitungen des Projekts: Hier werden die planerischen Grundlagen, das religiöse Hintergrundwissen sowie die konkrete Verlaufsplanung des Projekts präsentiert.
8. Fazit: Das Kapitel schließt mit einer Reflexion der Projektdurchführung, der Chancen und der bestehenden Herausforderungen in der Umsetzung.
Schlüsselwörter
Interreligiöse Bildung, Kindertagesstätte, Situationsansatz, Gastfreundschaft, Gebet, Religionspädagogik, interkulturelles Lernen, kulturelle Vielfalt, Identitätsentwicklung, Resilienz, Dialog, Islam, Christentum, Migrationshintergrund, Partizipation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Konzeption und Umsetzung eines interreligiösen Projekts in einer Kindertagesstätte, das den Austausch zwischen Kindern unterschiedlicher religiöser Hintergründe fördert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen interreligiöse Erziehung, das Konzept der Gastfreundschaft als pädagogischer Ansatz, die Lebenswelt von Kindern in multikulturellen Einrichtungen und das Gebet als gemeinsames Element in Islam und Christentum.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, Kindern Wege zur religiösen Identitätsbildung zu eröffnen und durch einen respektvollen interreligiösen Dialog frühzeitig Vorurteilen entgegenzuwirken sowie Toleranz und Wertschätzung zu fördern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf den Situationsansatz, bei dem die Lebenswelt und die aktuellen Themen der Kinder durch Beobachtung und Dokumentation in die pädagogische Projektplanung einfließen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert theoretische Modelle, beschreibt die spezifische Einrichtung und die Lebenssituation der Kinder, leitet daraus die Projektthemen ab und präsentiert einen detaillierten, 10-tägigen Ablaufplan für das Projekt inklusive der Einbindung von Eltern.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind Interreligiöse Bildung, Situationsansatz, Gastfreundschaft, interkultureller Dialog, religiöse Identitätsbildung und religionssensible Erziehung.
Wie spielt das Konzept der „Gastfreundschaft“ eine Rolle für das Projekt?
Es dient als theoretisches Fundament, um Kindern eine „Beheimatung“ in der eigenen Religion zu ermöglichen und sie gleichzeitig als offene Gäste für die Religion des Anderen zu gewinnen.
Warum wurde das Thema „Gebet“ für das Projekt ausgewählt?
Das Thema Gebet wurde gewählt, weil es ein direktes Lebensbedürfnis der Kinder aufgreift und sich hervorragend eignet, um sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede zwischen christlichen und muslimischen Traditionen altersgerecht zu erfahren.
Welche Bedeutung hat die Zusammenarbeit mit den Eltern in diesem Projekt?
Die Eltern werden intensiv einbezogen, um Transparenz zu schaffen und die interreligiöse Vermittlung durch ein gemeinsames Abschlussfest nachhaltig in die Elternhäuser zu tragen.
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- Angela Sachse (Autor), 2015, Interreligiöse Bildung in Kindertagesstätten, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/377009