Auch heute beeinflusst die Diskussion um die Abgrenzung zwischen Wissenschaftlichkeit und Nichtwissenschaftlichkeit unser alltägliches Leben. Wann ist eine Theorie wissenschaftlich und wann nicht? Anhand welcher Abgrenzungskriterien lässt sich dies messen? Ziel der vorliegenden Arbeit soll sein, einige in der Wissenschaftstheorie diskutierte Lösungsansätze des Demarkationsproblems zu skizzieren und anschließend die Auswirkungen auf die BWL zu untersuchen. Nach einer Einführung in die Grundlagen des Themas in Kapitel 2 erfolgt in Kapitel 3 die Erläuterung der untersuchten Lösungsansätze einschließlich deren Hauptvertreter und schließlich in Kapitel 4 die etwaigen Auswirkungen auf die BWL. Die Arbeit endet mit einem kurzen Fazit, welches die wesentlichen Ergebnisse zusammenfasst, die gewählte Vorgehensweise kritisch reflektiert sowie abschließend einen kurzen Ausblick gewährt.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 KONZEPTIONELLER GRUNDLAGENTEIL
2.1 Definition Wissenschaftstheorie
2.2 Definition Demarkationsproblem
3 LÖSUNGSANSÄTZE SOWIE DEREN VERTRETER
3.1 Karl R. Popper
3.2 Thomas S. Kuhn
3.3 Paul R. Thagard
3.4 Gerhard Schurz
3.5 Larry Laudan
4 BETRIEBSWIRTSCHAFTSLEHRE IM KANON DER WISSENSCHAFTEN
4.1 Einordnung der BWL in den wissenschaftlichen Forschungsprozess
4.2 Einordnung des Demarkationsproblems in die BWL
5 SCHLUSSBETRACHTUNG
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die wesentlichen wissenschaftstheoretischen Ansätze zur Lösung des Demarkationsproblems darzustellen und deren spezifische Relevanz und Anwendbarkeit für die Betriebswirtschaftslehre (BWL) kritisch zu analysieren.
- Grundlagen der Wissenschaftstheorie und des Demarkationsproblems
- Analyse zentraler Lösungsansätze von Philosophen wie Popper, Kuhn, Thagard, Schurz und Laudan
- Systematische Einordnung der BWL innerhalb der Wissenschaftsdisziplinen
- Bewertung der Anwendbarkeit abgrenzungstheoretischer Kriterien auf betriebswirtschaftliche Fragestellungen
Auszug aus dem Buch
3.3 PAUL R. THAGARD
Während Popper der Meinung ist, ein Falsifikationsversuch könne mittels Beobachtungen durchgeführt werden, vertritt Paul R. Thagard die Ansicht, dass Theorien mittels Beobachtungen der Falsifikation entgehen können. Er zieht, genau wie Kuhn, den Schluss, dass eine Theorie nur durch eine bessere Theorie falsifiziert werden kann. Thagard beschreibt seinen Lösungsversuch hinsichtlich des Demarkationsproblems wie folgt: „A theory or discipline which purports to be scientific is pseudoscientific if and only if: 1. it has been less progressive than alternative theories over a long period of time, and faces many unsolved problems; but 2. the community of practitioners makes little attempt to develop the theory towards solutions of the problems, shows no concern for attempts to evaluate the theory in relation to others, and is selective in considering confirmations and disconfirmations.“ Als Abgrenzungskriterien, welche über die Verifikation oder Falsifikation hinausgehen, sieht Thagard drei Elemente: die theoretische Grundlage, die Wissensgemeinschaft sowie den historischen Kontext.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Führt in das Demarkationsproblem ein, erläutert die historische Relevanz der Abgrenzung von Wissenschaft zu Nichtwissenschaft und definiert das Ziel der Arbeit.
2 KONZEPTIONELLER GRUNDLAGENTEIL: Erläutert die grundlegenden Begriffe der Wissenschaftstheorie und definiert das spezifische Problem der Abgrenzung wissenschaftlicher Erkenntnisse.
3 LÖSUNGSANSÄTZE SOWIE DEREN VERTRETER: Stellt die unterschiedlichen theoretischen Lösungsansätze von Popper, Kuhn, Thagard, Schurz und Laudan detailliert vor.
4 BETRIEBSWIRTSCHAFTSLEHRE IM KANON DER WISSENSCHAFTEN: Ordnet die BWL in das System der Wissenschaften ein und prüft die Anwendung der zuvor diskutierten Abgrenzungskriterien auf die Disziplin.
5 SCHLUSSBETRACHTUNG: Fasst die Ergebnisse zusammen, reflektiert kritisch die Komplexität der Thematik und zieht ein Resümee über die Bedeutung für die moderne Wissenschaft.
Schlüsselwörter
Wissenschaftstheorie, Demarkationsproblem, Abgrenzungskriterium, Kritischer Rationalismus, Falsifizierbarkeit, Paradigmenwechsel, Betriebswirtschaftslehre, Pseudowissenschaft, Erkenntnislogik, Empirische Wissenschaften, Methodologie, Induktionsproblem, Realwissenschaften, Wissenschaftlichkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem sogenannten Demarkationsproblem, also der Frage, wie man wissenschaftliche Theorien methodisch korrekt von pseudowissenschaftlichen oder nichtwissenschaftlichen Systemen abgrenzen kann.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Neben den philosophischen Grundlagen der Wissenschaftstheorie stehen die Ansätze prominenter Denker zur Abgrenzung und deren Übertragung auf die Betriebswirtschaftslehre im Mittelpunkt.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Darstellung gängiger Lösungsansätze für das Demarkationsproblem und die Untersuchung, inwieweit diese auf die moderne BWL angewendet werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Literaturanalyse und der vergleichenden Gegenüberstellung verschiedener wissenschaftstheoretischer Positionen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit den Positionen von Popper, Kuhn, Thagard, Schurz und Laudan sowie eine darauf folgende Anwendungsanalyse für die BWL.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Wissenschaftstheorie, Demarkationsproblem, Falsifizierbarkeit, Betriebswirtschaftslehre und Kritischer Rationalismus.
Warum wählt die Autorin für die BWL ausgerechnet die Kriterien von Gerhard Schurz aus?
Schurz' Kriterien werden gewählt, da er explizit keinen Einwand gegen ihre Anwendung auf Sozialwissenschaften erhebt und sie als vergleichsweise modern und praktikabel für betriebswirtschaftliche Analysen eingestuft werden.
Kommt die Arbeit zu dem Schluss, dass es ein allgemeingültiges Abgrenzungskriterium gibt?
Nein, die Arbeit resümiert, dass zwar zahlreiche Ansätze existieren, jedoch keiner davon als eine universell allgemeingültige Lösung für alle wissenschaftlichen Disziplinen angesehen werden kann.
- Arbeit zitieren
- Diplom-Wirtschaftsübersetzerin Svenja Lind (Autor:in), 2016, Erläuterung der Ansätze zur Lösung des Demarkationsproblems in der Wissenschaftstheorie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/377024