Unternehmen im Informationszeitalter stehen aufgrund neuer Marktgegebenheiten wie beispielsweise eines aus der Globalisierung resultierenden hohen Konkurrenzdrucks vor immer neueren Herausforderungen. Noch vor etwa 30 Jahren spielte weder die Kunden- noch die Mitarbeiterzufriedenheit eine bedeutende Rolle im Geschäftsleben. Inzwischen haben Unternehmen jedoch erkannt, dass unter anderem die Kunden- sowie die Mitarbeiterzufriedenheit maßgebliche Indikatoren für den Unternehmenserfolg darstellen. Deshalb und aufgrund der vorherrschenden Ansicht, dass die finanzielle Betrachtungsweise längst nicht mehr ausreichend zur Führung eines Unternehmens ist, ergab sich die Forderung nach einer Berücksichtigung auch nicht-finanzieller Messgrößen innerhalb eines Unternehmens.
Als strategisches Steuerungsinstrument und Frühwarnsystem ermöglicht die Balanced Scorecard (BSC), die Unternehmensstrategie bestmöglich in das Unternehmen zu implementieren und eine Quantifizierung der Zielerreichung zu schaffen.8 Aufgrund dessen wurde die BSC zur Grundlage für das Management im Informationszeitalter.
Ziel dieser Arbeit soll sein, die BSC anhand der vier Perspektiven vorzustellen und im Anschluss daran deren Anwendung am Beispiel eines fiktiven Unternehmens zu beschreiben. Ein Unterziel soll sein, etwaige Maßnahmen im Sinne der Unternehmensstrategie für das Unternehmen abzuleiten. Nach einer Einführung in die Konzeption der BSC in Kapitel 2 mit den vier Perspektiven folgt in Kapitel 3 eine prägnante Darstellung der Vorgehensweise der BSC, um im Anschluss daran die BSC am Beispiel des fiktiven Unternehmens anwenden zu können. Die Arbeit endet mit einem Fazit, welches die gewählte Vorgehensweise kritisch reflektiert, die wesentlichen Ergebnisse zusammenfasst sowie abschließend einen kurzen Ausblick gewährt.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 KONZEPTIONELLER GRUNDLAGENTEIL
2.1 DEFINITION UND KONZEPTION DER BALANCED SCORECARD
2.2 DIE VIER GRUNDPERSPEKTIVEN DER BALANCED SCORECARD
3 DIE ENTWICKLUNG EINER BALANCED SCORECARD
4 BEISPIELHAFTE ANWENDUNG DER BALANCED SCORECARD
4.1 DIE FINANZPERSPEKTIVE
4.2 DIE MITARBEITERPERSPEKTIVE
4.3 DIE KUNDENPERSPEKTIVE
4.4 DIE INTERNE GESCHÄFTSPROZESSPERSPEKTIVE
5 SCHLUSSBETRACHTUNG
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Balanced Scorecard (BSC) als strategisches Steuerungsinstrument vorzustellen und ihre Anwendung anhand eines fiktiven Technologieunternehmens zu veranschaulichen, um die Implementierung von Unternehmensstrategien in messbare Ziele zu übersetzen.
- Grundlagen und Definition der Balanced Scorecard
- Die vier Grundperspektiven der BSC
- Prozess der BSC-Entwicklung
- Beispielhafte Anwendung im Technologiebereich
- Ableitung von Maßnahmen zur Strategieumsetzung
Auszug aus dem Buch
4.2 DIE MITARBEITERPERSPEKTIVE
Unternehmen, welche im Informationszeitalter von heute erfolgreich sein möchten, müssen mehr denn je in ihr intellektuelles Kapital investieren.62 Deshalb wird innerhalb der Mitarbeiterperspektive generell das Ziel verfolgt, wichtige Fähigkeiten der Mitarbeiter im Sinne des Unternehmenszwecks auszubauen und eine bestimmte Unternehmenskultur zu schaffen. Innerhalb der vorliegenden Arbeit soll das strategische Ziel der Kompetenzerhöhung der Mitarbeiter sowie die Senkung der Fluktuationsrate anhand der BSC untersucht werden. Eine Erhöhung der Kompetenzen der Mitarbeiter kann anhand der Kennzahl Weiterbildungskosten pro Mitarbeiter berechnet werden. Wenn die bisherigen Weiterbildungskosten eines Mitarbeiters jährlich 1200 Euro betrugen, kann als Zielwert beispielsweise eine Erhöhung um 10 Prozent auf 1320 Euro festgelegt werden. Allerdings würde ein solches Ziel in direkter Konkurrenz zum Finanzziel der Kostensenkung stehen.
Zielkonflikte können nicht immer vermieden werden. Dennoch kann dieses Ziel erreicht werden, indem fortlaufend Weiterbildungen, Fortbildungen und Schulungen angeboten werden. Es sollten Incentives geschaffen werden, damit Mitarbeiter Interesse haben, an Weiterbildungsveranstaltungen teilzunehmen. Beispielsweise könnte in größeren Unternehmen für jeden Tag, an dem ein Mitarbeiter an einer Schulung teilnimmt, ein zusätzlicher Urlaubstag gewährt werden. Dies sollte natürlich auf eine gewisse Anzahl an Tagen begrenzt werden. Man könnte auch Betriebsausflüge veranstalten, in welche Schulungen integriert werden. Ferner könnten speziell die Vertriebsmitarbeiter im Hinblick auf das Ziel der Marktführerschaft geschult werden. Es sollten auch hier Anreize in Form von materiellen Zusatzleistungen geschaffen werden, damit die Vertriebsmitarbeiter motiviert sind, mehr Produkte zu verkaufen. Anhand von Weiterbildungsgesprächen mit den Mitarbeitern können die Ergebnisse anschließend evaluiert werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Diese Einleitung thematisiert die Herausforderungen von Unternehmen im Informationszeitalter und führt die Balanced Scorecard als Instrument zur strategischen Steuerung ein.
2 KONZEPTIONELLER GRUNDLAGENTEIL: Dieses Kapitel definiert die Balanced Scorecard als strategisches Instrument und erläutert die vier zentralen Perspektiven des Modells.
3 DIE ENTWICKLUNG EINER BALANCED SCORECARD: Hier wird der Prozess von der Vision über die strategischen Ziele bis hin zur Operationalisierung mittels Kennzahlen und Maßnahmen dargestellt.
4 BEISPIELHAFTE ANWENDUNG DER BALANCED SCORECARD: Dieses Kapitel überträgt das BSC-Konzept auf ein fiktives Technologieunternehmen und leitet konkrete Ziele und Maßnahmen für alle vier Perspektiven ab.
5 SCHLUSSBETRACHTUNG: Die Abschlussbetrachtung reflektiert die Ergebnisse der Arbeit kritisch und unterstreicht die dauerhafte Relevanz der BSC für die Unternehmensführung.
Schlüsselwörter
Balanced Scorecard, BSC, Strategisches Steuerungsinstrument, Finanzperspektive, Kundenperspektive, Mitarbeiterperspektive, Interne Geschäftsprozessperspektive, Kennzahlensystem, Strategieimplementierung, Innovationsführerschaft, Unternehmenserfolg, Informationszeitalter, Frühwarnsystem, Unternehmenskultur, Effizienzsteigerung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die grundlegende Struktur des Konzepts der Balanced Scorecard und demonstriert deren praktische Anwendung anhand eines fiktiven Unternehmens.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit fokussiert sich auf die theoretischen Grundlagen der BSC, ihren Aufbau in vier Perspektiven, den Prozess ihrer Erstellung sowie deren praktische Umsetzung in einem Technologieunternehmen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die BSC als Instrument vorzustellen, um Unternehmensvisionen in klare, messbare Ziele und strategische Aktionen für verschiedene Unternehmensebenen zu übersetzen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung des BSC-Konzepts, ergänzt durch eine beispielhafte, deduktive Anwendung des Modells auf ein fiktives Unternehmensszenario.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen, die Erläuterung der vier Perspektiven (Finanzen, Kunden, Prozesse, Mitarbeiter), den Entwicklungsprozess sowie die konkrete Anwendung für ein Unternehmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Balanced Scorecard, Strategieimplementierung, Kennzahlensystem, Performance Measurement und strategisches Management charakterisiert.
Welche Rolle spielt die Finanzperspektive im Vergleich zu den anderen Bereichen?
Obwohl alle Perspektiven als gleichwertig betrachtet werden, wird der Finanzperspektive eine besonders wichtige Rolle zugeschrieben, da langfristiger Unternehmenserfolg ohne finanzielle Stabilität nicht möglich ist.
Wie werden mögliche Zielkonflikte innerhalb der BSC behandelt?
Die Arbeit zeigt auf, dass Zielkonflikte existieren (z. B. Kostensenkung vs. Weiterbildungsinvestitionen) und schlägt vor, diese durch Priorisierung und ein ausgewogenes Maßnahmen-Management zu steuern.
- Citar trabajo
- Diplom-Wirtschaftsübersetzerin Svenja Lind (Autor), 2017, Die Grundstruktur des Konzeptes der Balanced Scorecard (BSC) und die beispielhafte Anwendung der Grundelemente, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/377026