Während meines ersten pflegerischen Praktikums in der Kinderklinik des Helios – Klinikum in Schwelm durfte ich einen Einblick in den
Krankenhausalltag und somit in zahlreiche Bereiche erhalten. Leider kam es aus verschiedenen Gründen nicht zu einem Treffen mit der hausangestellten Sozialarbeiterin, womit mir ein tieferer Einblick in ihren Tätigkeitsbereich leider verwehrt blieb. Mit dem Seminarangebot „Gesundheitswesen“ sehe ich meine Chance dieses Arbeitsfeld nachträglich zu erforschen und mir somit zusätzliches Wissen neben den Erfahrungen der Praktikumszeit anzueignen. Im Bereich des Gesundheitswesens bestehen viele Tätigkeitsbereiche. Die Soziale Arbeit im Krankenhaus stellt einen Teil davon da. Der klinische Aufenthalt ist oft mit schwerwiegenden körperlichen, seelischen oder sozialen Beeinträchtigungen verbunden. Aufgrund dessen besteht hier ein Handlungsfeld für die Sozialarbeit. Diese ist in den Krankenhäusern unter anderem ein wichtiger Bestandteil der ganzzeitlichen Patientenbetreuung geworden. Meine Seminararbeit soll den Teilbereich „klinische Sozialarbeit“ erforschen und einen dem Umfang angemessenen Einblick geben. Es soll zunächst der Bezug zwischen Krankheit auf der einen Seite soziale Arbeit auf der anderen Seite hergestellt werden. Dies ermöglicht eine bessere Darstellung der Tätigkeitsfelder und eine konkrete Bezugnahme auf Beiträge zur Krankheitsbewältigung.1 1 Vgl. Ansen / Gödecker-Geenen / Nau, 2004, 11
Inhaltsverzeichnis
1. Persönlicher Zugang
2. Einleitung
3. In welchem Bezug stehen Krankheit und Soziale Arbeit zueinander und wie wichtig ist die klinische Sozialarbeit?
4. Darstellung des Arbeitsfeldes
4.1. Tätigkeitsprofil
4.2. Methodische Ansätze
4.2.1. Soziale Beratung
4.2.2. Case - Management
4.3. Situationsanalyse
5. Handlungsfelder
5.1. Sozialarbeit in Rehabilitationskliniken
5.2. Sozialarbeit in Psychiatrieform
6. Resümee
Zielsetzung & Themen
Diese Seminararbeit untersucht das Tätigkeitsfeld der Sozialen Arbeit im klinischen Kontext. Das primäre Ziel ist es, die Notwendigkeit und den Stellenwert der klinischen Sozialarbeit im Spannungsfeld zwischen ökonomischem Druck und menschlichem Unterstützungsbedarf darzustellen sowie zentrale methodische Ansätze zu erörtern.
- Beziehung zwischen Krankheit, Kranksein und klinischer Sozialarbeit
- Methoden der Sozialen Beratung bei Patienten
- Strukturmerkmale und Funktion des Case-Managements im Krankenhaus
- Situationsanalyse zur personellen Ausstattung in Akutkliniken
- Besonderheiten der Sozialarbeit in Rehabilitation und Psychiatrie
Auszug aus dem Buch
4.2.1 Soziale Beratung
In der Sozialen Beratung geht es überwiegend immer um krankheits- und behandlungsbedingte soziale, persönliche und finanzielle Probleme eines Patienten. Dies ist ein wichtiger Punkt, da es darauf ankommt, andere beratungsrelevante Probleme an Institutionen zu delegieren, die nach dem Krankenhausaufenthalt im jeweiligen Bereich tätig werden (z.B.: Schuldnerberatung). Da sich die Problembereiche häufig überschneiden bzw. sich die Fragestellungen wiederholen, verläuft die Soziale Beratung immer nach einem typischen Ablaufmuster. Grundsätzlich findet die Kommunikation immer auf das Problem bezogen statt. Die Aufgabe eines Beraters ist es somit, dem Ratsuchenden mit Informationen und Empfehlungen zu Seite zu stehen.
Dabei muss der Berater zwischen zwei Aspekten verbinden. Zum einen das Wissensdefizit des Ratsuchenden und zum anderen seine Entscheidungsunfähigkeit. Ersteres kann durch eine sachlich orientierte Beratung behoben werden, die das Ziel haben muss, dem Ratsuchenden zu relativ leichten Entscheidungen zu verhelfen (z.B.: in der Rechtsberatung, Erziehungsberatung, Partnerberatung etc.). Sollte trotz ausreichender Informationsvermittlung dennoch Unsicherheit und Angst bestehen, rückt die Entscheidungshilfe im Vordergrund, da in dieser Situation ein längerer Beratungsprozess von Nöten ist.
Das Beratungsgespräch beginnt mit der Erfassung der Lebenslage und der sozialen Probleme des Ratsuchenden. Deren Ursachen werden im Zwiegespräch gemeinsam reflektiert, Lösungen werden abgewogen, gezielte Lösungsschritte verabredet und anschließend umgesetzt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Persönlicher Zugang: Der Autor schildert seine Motivation für die Themenwahl, die auf Erfahrungen aus einem pflegerischen Praktikum beruht.
2. Einleitung: Es wird die Relevanz der Sozialen Arbeit als integraler Bestandteil der ganzheitlichen Patientenbetreuung im Krankenhaus eingeführt.
3. In welchem Bezug stehen Krankheit und Soziale Arbeit zueinander und wie wichtig ist die klinische Sozialarbeit?: Dieses Kapitel beleuchtet den Unterschied zwischen Krankheit (disease) und Kranksein (illness) und verdeutlicht die ökonomische und soziale Notwendigkeit klinischer Sozialarbeit.
4. Darstellung des Arbeitsfeldes: Hier werden das Tätigkeitsprofil, methodische Ansätze wie Beratung und Case-Management sowie die aktuelle Situation des Sozialdienstes in Krankenhäusern analysiert.
5. Handlungsfelder: Das Kapitel differenziert zwischen den speziellen Anforderungen der Sozialarbeit in Rehabilitationskliniken und psychiatrischen Einrichtungen.
6. Resümee: Der Autor zieht ein kritisches Fazit zur Unterbesetzung der Sozialdienste in Akutkliniken und fordert eine intensivere Qualitätsdebatte.
Schlüsselwörter
Soziale Arbeit, Krankenhaus, Klinische Sozialarbeit, Krankheitsbewältigung, Soziale Beratung, Case-Management, Patientenschlüssel, Rehabilitation, Psychiatrie, Prävention, Patientenbetreuung, Gesundheitswesen, Sozialdienst, Versorgungsmanagement, Qualitätsdebatte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle und Bedeutung der Sozialen Arbeit im Krankenhaus, unter besonderer Berücksichtigung ihrer Methoden und ihres Stellenwerts im Gesundheitswesen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Fokus stehen die theoretische Verknüpfung von Krankheit und Sozialarbeit, die methodische Arbeitsweise (Beratung und Case-Management) sowie die verschiedenen Handlungsfelder wie Rehabilitation und Psychiatrie.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, einen fundierten Einblick in die "klinische Sozialarbeit" zu geben und kritisch auf die Diskrepanz zwischen steigenden Anforderungen und begrenzten personellen Ressourcen hinzuweisen.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die auf der Analyse bestehender Fachliteratur und einschlägiger Gesetzesgrundlagen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Tätigkeitsbeschreibung, die Erläuterung der Methoden Soziale Beratung und Case-Management sowie eine Analyse der Ist-Situation in Kliniken.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Soziale Arbeit, Klinische Sozialarbeit, Case-Management, Patientenbetreuung und Patientenschlüssel.
Wie unterscheidet der Autor zwischen der Sozialen Beratung und dem Case-Management?
Während die Soziale Beratung als klassische Einzelhilfe primär auf die Klärung persönlicher Probleme abzielt, umfasst das Case-Management zusätzlich die Koordination externer Hilfesysteme und Dienstleistungen zur Bewältigung komplexer Lebenslagen.
Welche Kritik übt der Autor an der aktuellen Situation der Sozialdienste?
Der Autor bemängelt eine deutliche Unterbesetzung in Akutkliniken, wo ein Sozialarbeiter oft für hunderte Patienten zuständig ist, was qualitativ hochwertige Arbeit erschwert.
Warum spielt das Case-Management bei der Krankenhausentlassung eine wichtige Rolle?
Aufgrund des pauschalierten Entgeltsystems und kürzerer Liegezeiten dient das Case-Management als notwendiges Instrument, um den Übergang in die ambulante Nachsorge effizient und bedarfsgerecht zu planen.
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- Kai Flockenhaus (Author), 2005, Soziale Arbeit im Krankenhaus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/37703