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"Blokada". Eine Analyse von Sergey Loznicas Dokumentation der Leningrader Blockade

Titel: "Blokada". Eine Analyse von Sergey Loznicas Dokumentation der Leningrader Blockade

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2011 , 14 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Pascal Böß (Autor:in)

Geschichte Europas - Zeitalter Weltkriege
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Eins der größten Kriegsverbrechen des Zweiten Weltkriegs war unzweifelhaft die Blockade Leningrads, welche erschreckende 900 Tage andauerte und schätzungsweise 1,1 Millionen Menschen das Leben kostete. Nach dem Einschluss durch die Deutschen im Süden der Stadt und durch die Finnen im Norden kam es schon in den ersten Wintermonaten der Blockade schnell zu Versorgungsengpässen. Anfangs waren für die Zivilbevölkerung noch ausreichend Essens- und Energievorräte vorhanden, die aber vor allem im Winter 1941/42 zur Neige gingen. Hinzu kam, dass die Priorität auf die Industriebetriebe gesetzt wurde, um die noch vorhandene Energieressourcen dort einzusetzen. Im Winter 1941 hatten etliche Wohnhäuser keinen Strom und keinen Wasseranschluss mehr, außerdem wurden schon zu diesem Zeitpunkt Essensrationen verteilt. Das Leid der Stadtbewohner war vor allem in dieser Phase der Blockade sehr groß.

Genau auf diesen Aspekt wird in der folgenden Arbeit, anhand des Kompilationsfilmes "Blokada" von Sergej Loznitsa aus dem Jahr 2005, eingegangen. Der knapp 50 minütige Schwarz-Weiß-Film zeigt verschiedene originale Videoaufnahmen, die aus dem Archiv der Leningrader Rundschau stammen, des öffentlichen Lebens in der belagerten Stadt, sei es der Beschuss durch die Wehrmacht, die daraufhin zerstörten Gebäude, das Dahinsterben auf der Straße, das Ausschöpfen des Schmelzwassers aus den zugefrorenen Straßen, die Frauenarbeit oder die Hinrichtung deutscher Soldaten. Eindrucksvoll wird der Zuschauer in die Stadt entführt. Unterstützend wirken die angewandten ausgefallenen Mittel zur Gestaltung des Filmes. So ist die vollständige Dokumentation ausschließlich ohne Off-Kommentar ausgestattet, sondern nur durch eine vorsichtig rekonstruierte Geräuschkulisse, um die Aufmerksamkeit auf die Archivbilder zu lenken.

Im Verlauf dieser Arbeit erfolgt eine kurze Darstellung des öffentlichen Lebens in Leningrad, die durch Beispiele aus dem Film bekräftigt werden. Anschließend folgt der wesentliche Teil, die Frage danach, weshalb Sergej Loznica gerade diese Anordnung der Wochenschauaufnahmen für seinen im Verhältnis gesehen sehr kurzen Film ausgewählt hat, obwohl ihm über 6 Stunden Filmmaterial aus der Belagerungszeit zur Verfügung stand, und welche Essenz hinter diesen Szenen steckt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Blokada – Der Film

2.1 Filmbeschreibung

2.2 Das öffenltiche Leben in Leningrad

3. Filmzusammensetzung

3.1 Anordnung der Szenen

3.2 Auswahl der Szenen

3.2.1 Aussagekraft

3.2.2 Emotionen des Publikums

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit analysiert den Dokumentarfilm „Blokada“ (2005) von Sergej Loznica. Das Hauptziel besteht darin, die filmische Anordnung der historischen Wochenschauaufnahmen zu untersuchen und darzulegen, welche Intentionen der Regisseur bei der Komposition dieses Werks über die Leningrader Blockade im Zweiten Weltkrieg verfolgte.

  • Filmische Aufarbeitung der Leningrader Blockade
  • Analyse der Montage- und Montagetechnik
  • Darstellung des Alltagslebens und des Leids der Bevölkerung
  • Bedeutung von Ton, Stille und Kameraführung
  • Veränderung der städtischen Infrastruktur im Zeitverlauf

Auszug aus dem Buch

2.1 Filmbeschreibung

Als eine „universal menschliche Tragödie“ bezeichnet der Produzent Sergej Loznica, in einem Interview mit der Zeitschrift Osteuropa, das“ konkret historische Ereignis“ der Blockade während des Zweiten Weltkriegs, welches er auf seine eigene Art und Weise reflektieren wollte, um es nicht in Vergesslichkeit geraten zu lassen. Seine Intention war es die übliche russische Betrachtungsweise der Leningrader Blockade kritisch aufzuarbeiten, um einen neutralen und authentischen Einblick in das Leben der Stadt zu ermöglichen. Sämtliche Aufnahmen wurden unter freiem Himmel und im öffentlichen Raum, aber im Blockadering, der den Rahmen des Films bildet, aufgenommen. Der Zuschauer soll durch Bild- und Tonselektion nahe an das Geschehen gerückt werden, um ihm zu ermöglichen sich als ein Teil der Stadtbevölkerung zu fühlen. Um dies zu erreichen wurden vorwiegend Totalaufnahmen ausgewählt, die einen endpersonalisierten Charakter schaffen. Im Großen und Ganzen steht das Kollektiv im Vordergrund, nämlich die Bevölkerung, auf die sich der Filmzusammenschnitt fokussiert, um einer heroisierenden Darstellung der Blockade konträr zu begegnen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die historische Problematik der Leningrader Blockade und Vorstellung des Analyseobjekts, des Films „Blokada“.

2. Blokada – Der Film: Beschreibung der filmischen Intentionen, der Bildsprache und der atmosphärischen Gestaltung des Werks.

3. Filmzusammensetzung: Untersuchung der spezifischen Szenenanordnung und der Selektion des Archivmaterials durch den Regisseur.

4. Fazit: Zusammenfassende Bewertung des Films als innovatives Werk zur Auseinandersetzung mit den historischen Ereignissen der Blockadezeit.

Schlüsselwörter

Blokada, Sergej Loznica, Leningrader Blockade, Zweiter Weltkrieg, Dokumentarfilm, Archivaufnahmen, Montage, Alltagsleben, Hunger, Tod, Sowjetunion, Filmgeschichte, Zeitzeugnisse, Historische Analyse, Infrastruktur

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Dokumentarfilm „Blokada“ von Sergej Loznica und untersucht, wie dieser das historische Ereignis der Leningrader Blockade künstlerisch und inhaltlich aufarbeitet.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Schwerpunkten zählen die filmische Montage, die Darstellung des Wandels von Leben zu Tod in der belagerten Stadt und die authentische Wiedergabe des Alltags unter extremen Bedingungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die spezifische Anordnung der Wochenschauaufnahmen durch Loznica zu deuten und zu erklären, warum er diese aus dem vorhandenen Archivmaterial ausgewählt hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer filmanalytischen Betrachtung des Kompilationsfilms unter Einbeziehung historischer Kontexte und wissenschaftlicher Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Filmbeschreibung, die Bedeutung des Tons bzw. der Stille, die Auswahl der Szenen sowie die filmische Darstellung des infrastrukturellen und menschlichen Verfalls.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Blokada, Leningrader Blockade, Dokumentarfilm, Sergej Loznica, Montage, historisches Archivmaterial und Alltag unter Belagerung.

Wie geht der Film mit der Darstellung von Tod und Hunger um?

Loznica wählt eine Montage, die den schleichenden Prozess des Sterbens und den Zusammenbruch der städtischen Infrastruktur anhand von Archivszenen – wie etwa dem Abtransport von Toten oder dem Zerlegen von Gebäuden – dokumentiert.

Warum spielt die Stille eine so große Rolle in „Blokada“?

Der Verzicht auf einen erklärenden Off-Kommentar dient dazu, den Zuschauer direkt und ungefiltert in die Atmosphäre des Blockaderings eintauchen zu lassen, anstatt das Gesehene zu interpretieren.

Welchen Einfluss hat der Jahreszeitenwechsel im Film?

Der Wechsel von Sommer zu Winter im Film korrespondiert mit der drastischen Verschlechterung der Lebensbedingungen, dem Einsetzen des Hungers und dem Zusammenbruch der Infrastruktur der Stadt.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten  - nach oben

Details

Titel
"Blokada". Eine Analyse von Sergey Loznicas Dokumentation der Leningrader Blockade
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Note
1,3
Autor
Pascal Böß (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
14
Katalognummer
V377097
ISBN (eBook)
9783668547681
ISBN (Buch)
9783668547698
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Blokada Leningrader Blockade Sergej Loznica Zweiter Weltkrieg
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Pascal Böß (Autor:in), 2011, "Blokada". Eine Analyse von Sergey Loznicas Dokumentation der Leningrader Blockade, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/377097
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