Intensive Viehwirtschaft. Massentierhaltung und Umweltprobleme


Referat (Ausarbeitung), 2003

10 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Gliederung

I Einleitung

II Kennzeichen des konventionellen Landbaus

III Umweltfolgen

IV Massentierhaltung

V Südoldenburger Land

VI Milchwirtschaft

VII Räumliche Verbundsysteme

VIII Ausweg

IX Literaturangaben

I Einleitung

56% der Bundesrepublik Deutschland sind bäuerliches Kulturland. Aus dieser Zahl wird deutlich, welche Bedeutung und Verantwortung der Landwirt für die Pflege und den Erhalt der Landwirtschaft sowie der Tier- und Pflanzenwelt hat.

Die bäuerliche Idylle, die in alten Bildern, in Kinderlieder und –büchern dargestellt ist, gibt es schon seit einigen Jahrzehnten nicht mehr. Der Landwirt ist genau wie jeder andere Unternehmer gezwungen, immer stärker zu rationalisieren. Maschinen werden angeschafft; Güllebehälter und Hochsilo ersetzen Misthaufen und Scheune. Durch diese Maßnahmen erhält der Landwirt die Möglichkeit, seine Produkte so zu erzeugen, dass er einigermaßen mit dem Weltmarkt konkurrieren kann. Dadurch wird erreicht, dass heute ein einzelner Bauer so viel erzeugt, wie noch vor zwanzig Jahren vier.

Aber die Intensivierung der Landwirtschaft ist nicht ohne Folgen für Landschaft und Natur geblieben.

II Kennzeichen des konventionellen Landbaus

Zu den Kennzeichen des konventionellen Landbaus, der derzeit üblichen modernen Landbaumethode, zählen:

- intensive Bodennutzung
- Spezialisierung
- Konzentration von landwirtschaftlichen Betrieben
- Hoher Kapital- und Energieneinsatz
- Entkopplung von Vieh- und Ackerbau
- Monokulturen und intensiver Einsatz von landwirtschaftlicher Technik

Diese Form der Landwirtschaft ist die Folge der Agrarpolitik in Deutschland sowie der EG. Heute ernährt ein Landwirt durchschnittlich 28 Menschen, 1950 waren es noch 4.

III Umweltfolgen

Die Folgen der intensiven Landwirtschaft sind folgende:

- Belastung des Bodens und in der Folge auch des Grund- und Trinkwassers durch den Einsatz von Herbiziden und Pestiziden, durch schwerbelastete Klärschlämme, nitrathaltige Gülle und Düngemittel.
- Verminderung der Bodenfruchtbarkeit durch bestimmte Feldfrüchte (z.B. Futtermais), die den Boden übermäßig beanspruchen. Auch Monokulturen (v.a. beim Getreideanbau)und das Fehlen einer Fruchtfolge führen zum Auslaugen der Böden.
- Bodenerosionen durch großflächige Monokulturen ohne Hecken und Windschutzvorrichtungen, insbesondere bei Mais, Hopfen, Raps, Weizen und anderen Getreidesorten.
- Erhebliche Boden- und Luftbelastung durch Gülle und Kunstdünger: Es kommt zu Verätzungen von Pflanzen und zu Geruchsbelästigungen durch Ammoniak in der Umgebung von Mastgroßbetrieben. Ammonium, das aus der Gülle ausgewaschen wird, ist mitverantwortlich für das Waldsterben. Das aus Gülle und Kunstdünger entweichende Methan trägt maßgeblich zum Treibhauseffekt bei. Durch Überdüngung setzen Mikroorganismen verstärkt N2O (Lachgas) frei, das ebenfalls den Treibhauseffekt

verstärkt.

- Lärmbelästigungen und Bodenverdichtungen sind Folgen des Einsatzes von schweren Maschinen: Hohlräume werden verschlossen, Wasser kann nicht mehr einsickern.
- Die Zerstörung natürlicher Lebensräume (z.B. das Trockenlegen von Feuchtwiesen) verstärkt das Artensterben.
- Nicht zuletzt hat der konventionelle Landbau natürlich auch entscheidenden Einfluss auf die Qualität der produzierten Nahrungsmittel.

IV Massentierhaltung

Unter Massentierhaltung versteht man die konzentrierte Haltung von Tieren, v.a. Geflügel, Rindern und Schweinen in großer Zahl auf engem Raum.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

aus: Handbuch des Geographie-Unterrichts (W.Taubmann), S.308

In Deutschland leben ca. 140 Millionen Tiere in Massentierhaltungsbetrieben.

Die zunehmende Konzentration der Massentierhaltung erfolgte aus arbeitstechnischen und ökonomischen Gründen. So findet sie unter hohem Aufwand technischer Hilfsmittel und mit wenig Personal- und Zeitaufwand statt, um möglichst hohe Gewinne zu erwirtschaften.

Mit der Spezialisierung gehen die Tierhaltungsbetriebe wirtschaftlich und seuchenhygienisch ein größeres Risiko ein als ein vergleichbarer Mischbetrieb, da aufgrund der beengten Haltung und der einseitigen Züchtung auf Leistung (z.B. hohe Fleischerträge) die Tiere krankheitsanfälliger werden, was wiederum zu einem höheren Arzneimitteleinsatz führt. Die Futtermittelzusätze in Form von Hormonen und Medikamenten wie Antibiotika können sich durch den Nahrungsmittelkreislauf auch auf den Menschen auswirken (z.B. die Resistenz verschiedener Krankheitserreger). Die Folgen sind für den Menschen derzeit noch kaum überschaubar, aber anhand von BSE und der Schweinepest kann man die folgenden Auswirkungen schon ablesen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Intensive Viehwirtschaft. Massentierhaltung und Umweltprobleme
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel
Veranstaltung
Ländliche Räume
Note
1,7
Autor
Jahr
2003
Seiten
10
Katalognummer
V37713
ISBN (eBook)
9783638369817
Dateigröße
872 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Was ist intensive Viehwirtschaft und welche ökologischen Folgen hat sie? Welche Gebiete in Deutschland sind prädestiniert für den konventionellen Anbau und was versteht man unter räumlichen Verbundsystemen?
Schlagworte
Intensive, Viehwirtschaft, Massentierhaltung, Umweltprobleme, Ländliche, Räume
Arbeit zitieren
Antje Minde (Autor), 2003, Intensive Viehwirtschaft. Massentierhaltung und Umweltprobleme, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/37713

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