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Operationalisierung und Diskussion des Begriffs "Paradigmawechsel" nach Kuhn

Am Beispiel moderner Entwicklung aus der Zellbiologie

Titel: Operationalisierung und Diskussion des Begriffs "Paradigmawechsel" nach Kuhn

Bachelorarbeit , 2014 , 47 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Maike Westphal (Autor:in)

Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Paradigmawechsel ist nach Kuhns Auffassung in „Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen“ ein eher schwer formulierter Begriff. Er definiert ihn mit dem Auftreten von großen Revolutionen, beispielsweise der Kopernikanischen Wende, Einsteins Relativitätstheorie oder Darwins Evolutionstheorie. Der Begriff „Paradigmawechsel“ ist in seiner ungenauen Art und Definition nur mühsam zu fassen, so dass seine Anwendung selten Gebrauch findet. Der Trend von großen Revolutionen geht mehr und mehr durch die digitale Vernetzung über zu kleineren Wechseln. So machen sich aktuelle Forscher, wie auch Prof. Dr. Dieter G. Weiss und Martin Lemke, die an einem Schwerpunktaufsatz zu dem Thema „Zellbiologie und Mikroskopie: Neue Methoden ermöglichen Wissenschaftstransformationen“ arbeiteten, sich Gedanken über den Begriff und seine Verwendung. Wann ein einzelner Übergang als Paradigmawechsel verstanden wird, hängt von der Anzahl der Erfüllung der Kriterien ab, die Kuhn in seinem Buch anführt. Mit Beobachtungen aus der Erfahrungswelt werden die Beispiele auf diese Kriterien überprüft. Dazu ist es notwendig, den Begriff „Paradigmawechsel“ klar zu fassen und auf die Wissenschaftsgeschichte anwendbar zu machen. Die Kriterien unterliegen Bedingungen, die sie erfüllen müssen, um der Definition von einem Paradigmawechsel gerecht zu werden. Der Ablauf der Prüfung dieser Kriterien, gestaltet sich als eine Art „Operationalisierungsverfahren“.

Die Arbeit soll einen Anreiz geben, Kuhns Begriff von einem „Paradigmawechsel“ nicht mehr nur als einen starren Begriff anzusehen, der ausschließlich für größere Revolutionen gedacht war, sondern ihn für gängige Wechsel in der Wissenschaft zu lockern und anwendbar zu machen. Er bekommt erstmals wieder Aufmerksamkeit von den Wissenschaften und darf auch für nicht-revolutionäre Wechsel genutzt werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Paradigmawechsel

2.1 Die wissenschaftliche Gemeinschaft und die Paradigmata

2.2 Paradigmata und die normale Wissenschaft

2.3 Vom Rätsel zur Anomalie

2.4 Der Übergang von einer Anomalie zur Krise

2.5 Von der Krise zur Revolution

2.6 Kriterien für einen Paradigmawechsel

2.6.1 Gewichtung I

2.6.2 Gewichtung II

2.6.3 Gewichtung III

3. Operationalisierung der Kriterien

3.1 Spurensuche

3.3 Zeitkontext

4. Konklusion

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, den wissenschaftstheoretischen Begriff des „Paradigmawechsels“ nach Thomas S. Kuhn von einem exklusiven Konzept für große wissenschaftliche Revolutionen zu lösen und ihn durch eine mathematische Operationalisierung auch auf kleinere, kontinuierliche Transformationsprozesse in der Zellbiologie anwendbar zu machen.

  • Kuhns Theorie der wissenschaftlichen Revolutionen
  • Struktur und Kriterien eines Paradigmawechsels
  • Methodik zur Messbarkeit wissenschaftlicher Transformationen
  • Analyse moderner Entwicklungen in der Mikroskopietechnologie
  • Vergleich von normalwissenschaftlichen und revolutionären Prozessen

Auszug aus dem Buch

2.1 Die wissenschaftliche Gemeinschaft und die Paradigmata

Für Kuhn stellte sich während seiner Arbeit an der „Struktur wissenschaftlicher Revolutionen“ die Frage: Wie hängen Paradigmata und die wissenschaftliche Gemeinschaft zusammen?

Um in der Wissenschaft Fuß zu fassen und in seinem Gebiet ein hervorragender Meister zu werden, reicht es meist nicht aus, nur ein Experte auf seinem Gebiet zu sein und die besten Schulen besucht zu haben. Vielmehr kommt es darauf an, wie die Ausprägung des erworbenen Wissens auf die Fachgemeinschaft angewendet werden kann und welchen Einfluss dieses Wissen auf die schon bestehenden Wissenschaften einnimmt. Keiner der Forscher bestreitet dabei im Rahmen seiner wissenschaftlichen Laufbahn den Weg von einer normalen zu einer außerordentlichen Wissenschaft als Einzelkämpfer. Vielmehr tauschen sich Mitglieder eines gemeinsamen Faches untereinander aus, um ihre Kenntnis für den weiteren Forschungsverlauf zu erweitern und auszubauen. Kuhn nennt den Zusammenschluss mehrerer Fachleute, die sich auf ein und dasselbe wissenschaftliche Spezialgebiet konzentrieren und untereinander austauschen, eine wissenschaftliche Gemeinschaft [scientific community]. Dabei setzt er voraus, dass alle Individuen einer solchen Gemeinschaft, aufgrund derselben Ausbildung, ihrer beruflichen Initiation und der kollektiven Fachliteratur, sich auf Augenhöhe begegnen und ihre gemeinsamen Grundlagen auf der Basis normaler Wissenschaft anwenden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in Kuhns schwer zu fassenden Begriff des „Paradigmawechsels“ ein und motiviert dessen Anwendung auf kleinere wissenschaftliche Veränderungen am Beispiel der Mikroskopie.

2. Paradigmawechsel: Dieses Kapitel erläutert Kuhns wissenschaftstheoretische Grundlagen, den Übergang von normaler Wissenschaft über Anomalien und Krisen hin zu Revolutionen, sowie die detaillierte Kategorisierung der Kriterien.

3. Operationalisierung der Kriterien: Hier wird ein Verfahren entwickelt, um die qualitativen Kriterien Kuhns anhand von Bedingungen (wie Lehrbüchern oder Aufsätzen) messbar zu machen und in einem Index zu bewerten.

4. Konklusion: Das Schlusskapitel resümiert, dass das entwickelte Verfahren zur Messbarkeit von Paradigmawechseln in der Biologie beiträgt und einen Anreiz für weitere quantitative wissenschaftstheoretische Analysen bietet.

Schlüsselwörter

Paradigmawechsel, Thomas S. Kuhn, Wissenschaftstheorie, Operationalisierung, Zellbiologie, Mikroskopie, wissenschaftliche Revolution, normale Wissenschaft, Anomalie, Inkommensurabilität, Indexbildung, Transformationsprozess, Forschungsgeschichte, Normenänderung, Methodenwandel

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der wissenschaftstheoretischen Analyse des Begriffs „Paradigmawechsel“ nach Thomas S. Kuhn und dessen Operationalisierung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit verknüpft wissenschaftstheoretische Konzepte (Kuhn) mit konkreten technologischen Entwicklungen aus der Zellbiologie und der Mikroskopietechnik.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, Kuhns starren Begriff des Paradigmawechsels für „kleinere“ wissenschaftliche Wechsel anwendbar und messbar zu machen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin verwendet eine Operationalisierungsmethode, bei der qualitative Merkmale (Kriterien) durch Beobachtungsbedingungen (z.B. Vergleich von Lehrbüchern) in einen messbaren Index umgewandelt werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Kriterien nach Kuhn und deren anschließende methodische Überprüfung an Beispielen aus der Zellbiologie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Paradigmawechsel, Wissenschaftstheorie, Operationalisierung, Indexbildung und Zellbiologie charakterisiert.

Warum wird die Zellbiologie als Beispiel gewählt?

Die Zellbiologie dient als Anwendungsbeispiel, da sich hier durch diverse Mikroskopierverfahren (z.B. Elektronen- vs. Videomikroskopie) deutliche technologische Wandlungsprozesse zeigen lassen.

Wie unterscheidet sich die Arbeit von Kuhns ursprünglichem Ansatz?

Während Kuhn Paradigmawechsel primär für große Revolutionen definierte, schlägt diese Arbeit eine Indexberechnung vor, um auch kleinere Transformationen auf einer Skala zu klassifizieren.

Welche Rolle spielen Lehrbücher in der Arbeit?

Lehrbücher fungieren als wesentliche „Bedingung“ bzw. Quelle, um Veränderungen in der wissenschaftlichen Sprache, Problemstruktur und den Lehrmeinungen vor und nach einem Wandel nachzuweisen.

Was bedeutet Inkommensurabilität im Kontext dieser Arbeit?

Es bezeichnet die Nichtvergleichbarkeit von Begriffen vor und nach einem Paradigmawechsel, was als eines der wichtigsten Kriterien für einen echten Wechsel gilt.

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Details

Titel
Operationalisierung und Diskussion des Begriffs "Paradigmawechsel" nach Kuhn
Untertitel
Am Beispiel moderner Entwicklung aus der Zellbiologie
Hochschule
Universität Rostock
Note
1,7
Autor
Maike Westphal (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
47
Katalognummer
V377517
ISBN (eBook)
9783668549562
ISBN (Buch)
9783668549579
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Paradigmenwechsel Kuhn Begriff Definition Wissenschaft Biologie Zytologie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Maike Westphal (Autor:in), 2014, Operationalisierung und Diskussion des Begriffs "Paradigmawechsel" nach Kuhn, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/377517
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Leseprobe aus  47  Seiten
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