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Kritische Auseinandersetzung mit der Theorie der indirekten Sprechakte von Searle

Titel: Kritische Auseinandersetzung mit der Theorie der indirekten Sprechakte von Searle

Hausarbeit , 2016 , 17 Seiten , Note: 3,0

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Germanistik - Linguistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Hausarbeit handelt von einer kritischen Analyse der Sprechakttheorie Searles mit dem Versuch eines Lösungsansatzes. „Können Sie mir noch eine Cola bringen?“ Die Analyse dieses Satzes kann in der sprachwissenschaftlichen Forschung für eine große Diskussion sorgen. Ausgehend von der Sprechakttheorie, die von John Austin geprägt und von Searle weiterentwickelt wurde, liegt in jeder formulierten Äußerung eine Sprechhandlung des Sprechers vor, mit welcher er einen bestimmten Zweck erfüllen möchte. Auch das genannte Zitat stellt eine Sprechhandlung dar.

Die Theorie der indirekten Sprechakte wurde in der wissenschaftlichen Literatur kritisch begutachtet und teilweise widerlegt, weshalb ausgehend der Frage „Können Sie mir noch eine Cola bringen?“ über diese Theorie diskutiert werden kann. Demnach geht die vorliegende Arbeit der Fragestellung nach, inwiefern die Theorie der indirekten Sprechakte nicht zutrifft und welcher alternative Lösungsansatz solcher Sprechakte besser geeignet wäre. Ziel ist es, bei der Erläuterung der Theorien und der Kritikpunkte immer wieder Rückschlüsse zu der Beispielfrage zu ziehen, um am Ende eine logische Erklärung der Sprechhandlung der Äußerung „Können Sie mir noch eine Cola bringen?“ bereitzustellen.

Um von der Theorie der indirekten Sprechakte von Searle auszugehen, wird diese zunächst erläutert. Dabei werden Grundkenntnisse über die Sprechakttheorie vorausgesetzt. Nachfolgend werden kurz die Weiterentwicklungsideen der Searl‘schen Theorie aufgezeigt, da so deutlich werden soll, dass diese Theorie nicht nur Widersacher erfahren hat. Im nächsten Kapitel werden die wichtigsten Kritikpunkte an der Theorie aufgelistet. Von diesen ausgehend wird letztendlich ein Lösungsansatz vorgestellt, der die Eingangsfrage zutreffend klassifizieren soll. Um diese Arbeit abzuschließen, wird es im Fazit darum gehen, die Theorie von Searle bezüglich indirekter Sprechakte als auch den Lösungsansatz, der auf der Literatur von Götz Hindelang beruht, zu bewerten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theorie der indirekten Sprechakte bei Searle

3. Weiterführende Theorien

4. Kritik an der Theorie der indirekten Sprechakte

4.1 Schlussfolgerungsprozess

4.2 Existenz zweier Illokutionen

4.2.1 Fehlendes Lexem

4.2.2 Nicht-Einhaltung der Handlungsbedingungen

5. Lösungsvorschlag: Semantische Muster

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch die Theorie der indirekten Sprechakte nach John R. Searle. Ziel ist es, die Problematik von Searles Ansatz aufzuzeigen, insbesondere hinsichtlich des postulierten Schlussfolgerungsprozesses, und einen alternativen Lösungsansatz zur Klassifizierung indirekter Sprechakte zu evaluieren.

  • Sprechakttheorie nach Austin und Searle
  • Kritik an der Annahme eines sekundären Illokutionsaktes
  • Problematisierung des Schlussfolgerungsprozesses
  • Theorie der semantischen Muster nach Götz Hindelang
  • Analyse des Beispielsatzes "Können Sie mir noch eine Cola bringen?"

Auszug aus dem Buch

2. Theorie der indirekten Sprechakte bei Searle

In Searles Theorie der indirekten Sprechakte geht es um seine These, dass es Fälle gibt, „in denen der Sprecher einen Satz äußert, zwar meint, was er sagt, aber darüber hinaus noch etwas mehr meint“ (Searle 1982: 51). So stimmt beispielhaft „bei Andeutungen, Anspielungen, in Fällen von Ironie und metaphorischer Redeweise […] die Bedeutung der Äußerung in mancherlei Hinsicht nicht mit der Satzdeutung überein“ (Searle 1980: 127). Searle nennt als einen klassischen Fall den der Aufforderung in Form einer Feststellung: „Ich will, daß du es tust“ (Searle 1980: 127). So tätigt man ausgehend von der Äußerungsform eine Feststellung, meint jedoch eine Aufforderung. Demnach enthält der Satz zwei Illokutionsakte (vgl. Searle 1980: 127). Searle unterscheidet dabei zwischen dem primären und sekundären Illokutionsakt, wobei mit Letzterem der wörtliche Illokutionsakt gemeint ist (vgl. Hindelang 2010: 91). In dem obigen Beispiel wäre dementsprechend der primäre Illokutionsakt eine AUFFORDERUNG¹ und der sekundäre, der durch die Äußerungsform bedingt ist, eine FESTSTELLUNG.

„Kannst du mir das Salz reichen?“ (Searle 1980: 127) ist ein weiteres Beispiel, mit dem Searle seine Theorie der indirekten Sprechakte einleitet. Hier erkennt man hinsichtlich der Äußerungsform eindeutig den Sprechakt einer FRAGE. In diesem Fall wird vom Sprecher jedoch nicht die Fähigkeit des Hörers erfragt, ob dieser ihm das Salz reichen kann, vielmehr wird diese Person darum gebeten. Folglich entspricht der primäre Illokutionsakt der einer BITTE und der sekundäre der einer FRAGE. An dieser Stelle lässt sich festhalten, dass der primäre Illokutionsakt durch den Handlungszusammenhang entsteht und der sekundäre durch die wörtliche Bedeutung. So wird „ein illokutionärer Akt indirekt, über den Vollzug eines andern, vollzogen“ (Searle 1982: 52).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Problematik indirekter Sprechakte anhand eines Beispielsatzes und Vorstellung der Zielsetzung der Arbeit.

2. Theorie der indirekten Sprechakte bei Searle: Erläuterung von Searles Konzept der primären und sekundären Illokutionsakte inklusive der theoretischen Herleitung.

3. Weiterführende Theorien: Darstellung von Beiträgen anderer Linguisten, die Searles Annahme einer doppelten Illokution stützen.

4. Kritik an der Theorie der indirekten Sprechakte: Darlegung wissenschaftlicher Gegenargumente, insbesondere bezüglich der Plausibilität des Schlussfolgerungsprozesses und der Handlungsbedingungen.

4.1 Schlussfolgerungsprozess: Kritische Auseinandersetzung mit der Annahme, der Hörer durchlaufe komplexe, bewusste Schlussfolgerungen, um die primäre Illokution zu verstehen.

4.2 Existenz zweier Illokutionen: Diskussion der theoretischen Notwendigkeit eines sekundären Illokutionsaktes.

4.2.1 Fehlendes Lexem: Kritik an der Annahme einer wörtlichen Bedeutung ohne entsprechendes Lexem zur Benennung.

4.2.2 Nicht-Einhaltung der Handlungsbedingungen: Argumentation, dass die Bedingungen für die sekundäre Illokution bei indirekten Sprechakten oft nicht gegeben sind.

5. Lösungsvorschlag: Semantische Muster: Vorstellung von Hindelangs Ansatz, der indirekte Sprechakte über semantische Muster statt über eine doppelte Illokution definiert.

6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der theoretischen Ansätze und Bestätigung des Lösungsvorschlags nach Hindelang als schlüssigere Alternative.

Schlüsselwörter

Sprechakttheorie, Indirekte Sprechakte, John R. Searle, Illokutionsakt, Primäre Illokution, Sekundäre Illokution, Schlussfolgerungsprozess, Götz Hindelang, Semantische Muster, Aufforderung, Handlungsbedingungen, Linguistische Pragmatik, Sprachanalyse, Kompetenzfrage, Sprechhandlung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit setzt sich kritisch mit John R. Searles Theorie der indirekten Sprechakte auseinander und untersucht, ob deren Annahmen in der linguistischen Realität Bestand haben.

Welches zentrale Beispiel dient zur Veranschaulichung der Thematik?

Das zentrale Beispiel der Analyse ist der Satz "Können Sie mir noch eine Cola bringen?", der als Ausgangspunkt für die theoretische Diskussion und deren Kritik dient.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Schwachstellen von Searles Theorie aufzuzeigen und einen alternativen, schlüssigeren Lösungsansatz zu identifizieren, der die Sprechhandlungen ohne die Annahme zweier Illokutionen erklärt.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse herangezogen?

Die Arbeit nutzt eine diskursive Literaturanalyse, in der Searles Theorie und deren Kritikpunkte gegenübergestellt werden, um abschließend einen alternativen Ansatz, die Theorie der semantischen Muster, zu bewerten.

Welche zentralen Themenfelder werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung von Searles Theorie, weiterführende Ansätze, eine fundierte Kritik am Schlussfolgerungsprozess sowie die Vorstellung von Götz Hindelangs Theorie der semantischen Muster.

Was sind die wichtigsten Schlüsselwörter der Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Sprechakttheorie, indirekte Sprechakte, Illokutionsakt, Schlussfolgerungsprozess und semantische Muster.

Warum wird der Schlussfolgerungsprozess nach Searle von Kritikern abgelehnt?

Kritiker führen an, dass dieser Prozess nicht belegbar ist, eine willkürliche Aneinanderreihung von Gedankenschritten darstellt und in der alltäglichen Kommunikation unnötig komplex ist.

Was zeichnet Hindelangs Ansatz gegenüber der Theorie von Searle aus?

Hindelang verzichtet auf die Annahme einer doppelten Illokution. Er erklärt indirekte Sprechakte stattdessen über semantische Muster, die die Grundbedeutung der Äußerung direkt klassifizieren.

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Details

Titel
Kritische Auseinandersetzung mit der Theorie der indirekten Sprechakte von Searle
Hochschule
Universität Münster
Note
3,0
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
17
Katalognummer
V377524
ISBN (eBook)
9783668551428
ISBN (Buch)
9783668551435
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kritische auseinandersetzung theorie sprechakte searle
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2016, Kritische Auseinandersetzung mit der Theorie der indirekten Sprechakte von Searle, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/377524
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Leseprobe aus  17  Seiten
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