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Entgrenzung der Arbeit durch die Digitalisierung der Arbeitswelt

Título: Entgrenzung der Arbeit durch die Digitalisierung der Arbeitswelt

Tesis (Bachelor) , 2017 , 46 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Sven Mattheß (Autor)

Derecho - Civil / Derecho laboral
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Der Hype um die Digitalisierung der Arbeit will kein Ende nehmen. Nicht zuletzt wegen der im September anstehenden Bundestagswahl. Hier wendet sich bspw. die Lobbyorganisation Bitkom wie folgt an die neue Bundesregierung: “Die Digitalwirtschaft muss grundsätzlich von den neuen Einschränkungen bei Arbeitnehmerüberlassung und Werkverträgen ausgenommen werden. [...] Das Arbeitszeitgesetz muss flexibler ausgestaltet werden. Die [...] elfstündige Ruhepause ist [...] nicht mehr zeitgemäß [...].“ (Holdampf-Wendel, 2017) Dies ist nur eine kleine Kostprobe, wie die Diskussion um die Digitalisierung der Arbeitswelt aktuell geführt wird.

Leider sehen die Arbeitskraftnehmer*innen - Lobbyorganisationen nur eine Seite der Medaille, nämlich die in der kapitalistischen Produktionsweise umgangssprachlich genannten “Arbeit[-sentgelt-]geber*innen“ und deren Hauptziel der Profitmaximierung. Auf der anderen Seite stehen die Arbeitskraftgeber*innen, die in der kapitalistischen Produktionsweise umgangssprachlich “Arbeit[-sentgelt-]nehmer*innen“ genannt werden.

Allein die abhängig Beschäftigten Arbeitskraftgeber*innen haben im Jahr 2016 rund 821 Mio. Stunden an bezahlter Mehrarbeit und rund 941 Mio. Stunden an unbezahlter Mehrarbeit geleistet. Somit haben die Arbeitskraftgebenden im Jahr 2016 rund 1,762 Mrd. Stunden mehr für den Arbeitskraftnehmenden, Arbeit verrichtet als sie lt. Arbeitsvertrag mussten. Der Großteil dieser Arbeit wurde zudem auch nicht protokolliert, was dazu führt dass diese geleistete Arbeit vom Arbeitskraftnehmenden auch nicht entlohnt wird. Sollten die Forderungen der Bitkom an die Bundesregierung vollkommen umgesetzt werden, würden die Arbeitskraftgebenden noch weiter ausgebeutet werden und hätten geringere Arbeitsschutzstandards als bisher.

Jedoch fallen in der Diskussion um die Digitalisierung auch immer wieder Begriffe wie Big Data, Cloudworking und Crowdsourcing und das durch die wissenschaftlichen, gesellschaftlichen und gewerkschaftlichen Diskurse hinweg. Diese flammen unterschiedlich schnell und zu verschiedenen Zeiten auf, wie jetzt kurz vor der Bundestagswahl. [...]

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Welt in der wir leben und arbeiten

2.1 Was ist der Kapitalismus?

2.2 Die Entwicklung der Arbeiter*innenbewegung

2.3 Das okkulte Wesen des Kapitalismus

2.4 Die Entstehung der “doppelt freien“ Lohnarbeit

2.5 Wie bekommt mensch die Arbeitskraftgeber*innen dazu mehr zu leisten als sie müssen?

3 Der rechtliche Einfluss auf die Arbeitswelt

3.1 Bedeutung des Arbeitsrecht

3.2 Was will das Arbeitsrecht?

3.3 Was sind die Rechtsquellen?

3.3.1 Völkerrecht

3.3.2 Gesetze

3.3.3 Richterrecht und die “herrschende Meinung“

3.3.4 Tarifverträge

3.3.5 Betriebsvereinbarungen

4 Was ist mit der Entgrenzung der Arbeit gemeint?

4.1 Grundlegendes

4.1.1 Wo kommen wir her?

4.1.2 Wo fängt es an?

4.2 Wovon wird die Arbeit entgrenzt?

4.2.1 Gesetze i.V.m. Arbeitsverträge

4.2.2 Kollektivvereinbarungen

4.3 Woher kommen die Geräte vs. Arbeitskraftgeber*innenhaftung

4.3.1 Bring Your Own Device (BYOD)

4.3.2 Arbeitskraftgeber*innenhaftung

5 Der Betriebsrat bringt einen Stein ins Rollen!

5.1 Einführung der Digitalisierung

5.1.1 Unterrichtungsgegenstände nach §§ 90 und 91 BetrVG

5.1.2 Personalplanung sowie Sicherung und Förderung der Beschäftigten nach §§ 92 Abs. 1 und 2 sowie 92a BetrVG

5.1.3 Wirtschaftsausschuss nach §§ 106 ff. BetrVG

5.1.4 Betriebsorganisatorische Maßnahmen nach § 111 Satz 3 Nr. 4 BetrVG

5.1.5 Technische Maßnahmen nach § 111 Satz 3 Nr. 5 BetrVG

5.2 Umsetzung der Digitalisierung

5.2.1 Arbeitszeitregelungen nach § 87 Abs. 1 Nr. 2 BetrVG

5.2.2 Überwachung nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG

5.2.3 Arbeitsschutz nach §§ 87 Abs. 1 Nr. 7, 91 BetrVG

5.2.4 Sonstige Mitbestimmungsmöglichkeiten

6 Ausblick

7 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Bachelorarbeit untersucht die Auswirkungen der Digitalisierung der Arbeitswelt auf die Arbeitsbedingungen und analysiert, welche rechtlichen Handlungsspielräume Betriebsräte besitzen, um die Interessen der Arbeitnehmenden zu wahren. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit der Gestaltungsmacht der Mitbestimmungsorgane innerhalb des Spannungsfeldes von technologischem Rationalisierungsdruck und dem Schutz der Beschäftigten.

  • Die Digitalisierung als kapitalistisches Rationalisierungsprojekt
  • Die rechtliche Schutzfunktion des Arbeitsrechts gegenüber neuen Arbeitsformen
  • Möglichkeiten der Betriebsratsarbeit bei der Einführung digitaler Technologien
  • Herausforderungen durch Arbeitsentgrenzung und mobile Telearbeit
  • Perspektiven für die Gestaltung von Arbeitszeit und Arbeitsorganisation

Auszug aus dem Buch

2.5 Wie bekommt mensch die Arbeitskraftgeber*innen dazu mehr zu leisten als sie müssen?

Damit die Arbeitskraftgeber*innen untereinander zusammenarbeiten ist Koordination nötig. Diese Funktion übernehmen meistens die Kapitalist*innen. Bei der großen Zahl an Arbeitskraftgeber*innen sei die kapitalistische Leitung auf Hilfe angewiesen, ähnlich wie beim Militär, benötigt sie Ober- und Unteroffiziere, die im Namen des Kapitals kommandieren.

Die Form des betrieblichen Herrschaftszusammenhangs hat sich im 20. Jahrhundert einschneidend verändert. Einschränkungen gab es durch gesetzliche Regelungen und durch gewerkschaftliche Verhandlungsprozesse. Dadurch gab es Tendenzen, dass von der Kapitalseite aus die Autonomie der Arbeitskraftgeber*innen über den Arbeitsprozess zu stärken. Allerdings wurde hierdurch der Zweck der kapitalistischen Produktion nicht in Frage gestellt. Es ging hauptsächlich darum, wie dieser Zweck besser durchgesetzt werden kann. Dabei zeigte sich gerade bei qualifizierten Tätigkeiten, den Arbeitskraftgeber*innnen einen höheren Grad der Autonomie zu geben. Dadurch werden diese motiviert und bringen ihre Erfahrungen und Leistungspotentiale freiwillig ein.

“Die für die Arbeitskraft zerstörerischen Tendenzen kapitalistischer Produktivkraftsteigerung zeigt sich unmittelbar in der Tendenz zur Ausdehnung und neuerdings zur “Flexibilisierung“ der Arbeitszeit. Produktivkraftsteigerung bedeutet zwar, dass dieselbe Menge an Produkten in kürzerer Zeit hergestellt werden kann. Unter kapitalistischen Bedingungen führt Produktivkraftsteigerung aber nicht zu einer Verkürzung der Arbeitszeit. Insbesondere wenn die Produktivkraftsteigerung durch den Einsatz von Maschinen erreicht wurde, ist das Ergebnis eher eine Verlängerung der Arbeitszeit sowie Schicht- und Nachtarbeit, um möglichst lange Maschinenlaufzeiten zu erreichen.“

Dies zeigt sich auch in der Beschäftigtenbefragung der IG Metall von 2017. Hier zeigt sich, dass die vertragliche Arbeitszeit in flächentarifgebundenen Unternehmen bei 64,4 % der Befragten bei 35 Stunden pro Woche liegt, tatsächlich arbeiten vier von fünf Befragten mehr als 35 Stunden pro Woche und fast jede*r zweite Befragte wünscht sich die 35 Stundenwoche.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Hype um die Digitalisierung und stellt die Problematik der Arbeitssituation sowie die Forschungsziele der Arbeit vor.

2 Die Welt in der wir leben und arbeiten: Dieses Kapitel definiert den Kapitalismus und analysiert die ökonomischen Grundlagen sowie die Entstehung der Lohnarbeit.

3 Der rechtliche Einfluss auf die Arbeitswelt: Es wird die Bedeutung des Arbeitsrechts sowie die verschiedenen Rechtsquellen und deren Funktion innerhalb des Arbeitslebens erläutert.

4 Was ist mit der Entgrenzung der Arbeit gemeint?: Das Kapitel untersucht Ursachen und Ausprägungen der Entgrenzung von Arbeit, einschließlich BYOD und rechtlicher Rahmenbedingungen.

5 Der Betriebsrat bringt einen Stein ins Rollen!: Hier werden die Mitbestimmungs- und Informationsrechte des Betriebsrats bei der Einführung und Umsetzung von Digitalisierungsprozessen analysiert.

6 Ausblick: Der Ausblick diskutiert mögliche zukünftige gesellschaftliche und tarifliche Veränderungen im Umgang mit Arbeit und Arbeitszeit.

7 Fazit: Das Fazit fasst die Handlungsmöglichkeiten der Betriebsräte zusammen und plädiert für eine aktive Gestaltung der Arbeitswelt im Digitalisierungsprozess.

Schlüsselwörter

Digitalisierung, Arbeitswelt, Kapitalismus, Betriebsrat, Arbeitsrecht, Mitbestimmung, Rationalisierung, Arbeitszeit, Entgrenzung, IG Metall, Beschäftigtendatenschutz, Industrie 4.0, Arbeitskraft, Lohnarbeit, Tarifvertrag

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt und bewertet die rechtlichen Mitbestimmungsmöglichkeiten von Betriebsräten in diesem Kontext.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf dem Kapitalismus als Rahmen, dem Arbeitsrecht, dem Phänomen der Arbeitsentgrenzung und den spezifischen Rechten des Betriebsrats bei Rationalisierungsmaßnahmen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die Handlungsmöglichkeiten der Mitbestimmungsorgane im Spannungsfeld zwischen technologischer Rationalisierung und dem Schutz der Beschäftigten aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse arbeitsrechtlicher und ökonomischer Konzepte, die durch aktuelle empirische Befragungsdaten der IG Metall und Arbeitgeberverbände ergänzt wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit den rechtlichen Grundlagen, den verschiedenen Formen der Arbeitsentgrenzung sowie detaillierten Mitbestimmungsrechten nach dem Betriebsverfassungsgesetz.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?

Die wichtigsten Begriffe sind Digitalisierung, Mitbestimmung, Betriebsrat, Arbeitsrecht und Rationalisierung.

Welche Rolle spielen die Umfragedaten in dieser Bachelorarbeit?

Die Umfragen dienen dazu, die theoretischen Ausführungen zu untermauern und die praktische Realität in der M+E Industrie bezüglich Arbeitszeit und Digitalisierung abzubilden.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich der Betriebsratsarbeit?

Der Autor schlussfolgert, dass Betriebsräte trotz begrenzter wirtschaftlicher Mitbestimmungsrechte über signifikante Handlungspotenziale verfügen, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern.

Final del extracto de 46 páginas  - subir

Detalles

Título
Entgrenzung der Arbeit durch die Digitalisierung der Arbeitswelt
Universidad
University of Hamburg  (Fachbereich Sozialökonomie)
Calificación
1,3
Autor
Sven Mattheß (Autor)
Año de publicación
2017
Páginas
46
No. de catálogo
V377530
ISBN (Ebook)
9783668556898
ISBN (Libro)
9783668568198
Idioma
Alemán
Etiqueta
Digitalierung Arbeitswelt Betriebsrat Mitbestimmung BR JAV Jugend- und Auszubildendenvertretung BetrVG Arbeitsort Arbeitszeit ArbZG Arbeitszeitgesetz Home-Office Arbeitsvertrag Kollektivvertrag Betriebsvereinbarung Personalrat PR Rationalisierung Industrie 4.0 Arbeit 4.0 Mitbestimmung 4.0 Humanisierung der Arbeitswelt Digitalisierung der Arbeitswelt Arbeitnehmerhaftung Datenschutz Bring Your Own Device Beschäftigungsort Arbeitszeitverkürzung Überstunden BV Dienstvereinbarung DV Wirtschaftsausschuss Arbeitsschutz Arbeitsschutzgesetz Erfüllungsort Telearbeit mobiles Arbeiten Gute Arbeit Arbeitsbedingungen personelle Einzelmaßnahmen SBV Arbeitsrecht Wirtschaftsrecht Jura BWL VWL Soziologie Personal Zivilrecht Schwerbehindertenvertretung Qualifizierung Weiterbildung BYOD Betriebsverfassung Gutes Leben Tarifvertrag Gewerkschaft Personalplanung
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Citar trabajo
Sven Mattheß (Autor), 2017, Entgrenzung der Arbeit durch die Digitalisierung der Arbeitswelt, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/377530
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