Der Begriff der Logistik kommt ursprünglich aus dem militärischen Bereich. Hier geht es hauptsächlich darum, Ausrüstungen, Soldaten, Güter und Waffen zu beschaffen und zum richtigen Zeitpunkt, in richtiger Menge an den richtigen Ort zu transportieren. Eine gute Logistik war folglich eine wesentliche Voraussetzung für einen erfolgreichen Feldzug [Arnd04, S.26].
Aufgrund der wachsenden industriellen Arbeitsteilung und dem Aufbau standortteiliger Produktionsverbunde in den letzten zehn Jahren hat die Logistik wieder an Bedeutung gewonnen. Diese Entwicklung wird verstärkt durch fortschreitende Globalisierung, zunehmenden internationalen Wettbewerb, verkürzte Produktlebenszyklen und verstärkte Kundenorientierung [Gabr03, S.30f.]. Die Logistik wird immer mehr zu einem wichtigen Erfolgsfaktor für das Unternehmen, die im Rahmen einer geeigneten Strategie formuliert und umgesetzt werden muss. Das Supply Chain Management (SCM) gilt hierbei als hilfreicher Ansatz, der in amerikanischen Unternehmen bereits hohe Bedeutung erlangt hat und auch in Deutschland zunehmend verbreitet ist. Bisher jedoch können nicht alle Nutzenpotentiale des SCM voll ausgeschöpft werden, da entlang der gesamten logistischen Kette nach wie vor Schwachstellen auftreten. Eine Lösungsmöglichkeit für diese Schwachstellen sind mobile Geschäftsprozesse. Sie ermöglichen die Integration mobiler Arbeitsplätze in inner- und zwischenbetriebliche Prozesse, so dass eine einheitliche Prozesskette entsteht [TuPo04, S.189]. In der vorliegenden Arbeit werden die Schwachstellen entlang der gesamten Supply Chain und ihre jeweiligen Lösungsmöglichkeiten durch mobile Technologien dargestellt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Definition der Supply Chain
3 Definition und Schwachstellen des Supply Chain Management
3.1 Definition
3.2 Schwachstellen in der Praxis
3.2.1 Allgemeine Probleme
3.2.2 Bereichsspezifische Probleme
4 Automatische Identifikationssysteme zur Schwachstellenreduzierung
4.1 Definition automatischer Identifikationssysteme
4.2 Barcode-System
4.3 Optical Character Recognition
4.4 Biometrische Verfahren
4.5 Kontaktbehaftete Chipkarten
4.6 Radio-Frequency-Identification System
5 Mobile Geschäftsprozesse in der Supply Chain
5.1 Definition mobiler Geschäftsprozesse
5.2 Mobile Geschäftsprozesse in der internen Supply Chain
5.2.1 Lager
5.2.2 Beschaffung
5.2.3 Produktion
5.2.4 Innerbetrieblicher Transport
5.3 Mobile Geschäftsprozesse in der externen Supply Chain
5.3.1 Zulieferer
5.3.2 Kunde
5.3.3 Außerbetrieblicher Transport
5.4 Einordnung in die Location Based Services
5.5 Erreichbare Mehrwerte
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, Schwachstellen entlang der logistischen Kette (Supply Chain) zu identifizieren und aufzuzeigen, wie mobile Technologien – insbesondere RFID – zu deren Reduzierung und Prozessoptimierung beitragen können.
- Grundlagen des Supply Chain Managements und Definition logistischer Abläufe.
- Analyse praktischer Schwachstellen in internen und externen Prozessen.
- Detaillierte Untersuchung automatischer Identifikationssysteme (Auto-ID).
- Einsatzmöglichkeiten mobiler Geschäftsprozesse im Lager, in der Produktion und beim Transport.
- Bewertung der erzielbaren Mehrwerte durch den Einsatz mobiler Technologien.
Auszug aus dem Buch
4.6 Radio-Frequency-Identification System
Radio-Frequency-Identification (RFID) ist keine vollkommen neue Technologie, sondern wurde bereits im zweiten Weltkrieg von den Alliierten in Spionageflugzeugen eingesetzt [Koha04, S.2]. RFID-Systeme sind kontaktlose ID-Systeme die mit den kontaktbehafteten Chipkarten eng verwand sind. Auch bei ihnen werden die Daten mobil auf einem elektronischen Datenträger gespeichert. Ein wichtiger Unterschied zur kontaktbehafteten Chipkarte ist jedoch der Datenaustausch zwischen dem Datenträger, auch Transponder genannt, und dem Lesegerät. Anders als bei der kontaktbehafteten Chipkarte erfolgt dieser kontaktlos über magnetische oder elektromagnetische Felder [Fink02, S.7].
Aufbau
Wie oben aufgeführt baut sich das RFID-System aus einem Transponder und einem Lesegerät auf. Das Lesegerät ist je nach Technologie, als Lese- oder Schreib- und Lese-einheit erhältlich und beinhaltet ein Hochfrequenzmodul mit Sender und Empfänger, eine Kontrolleinheit sowie eine Antenne. Der Transponder besteht in der Regel aus einem Mikrochip und einer Antenne in Form einer Spule, die in einem Träger eingebettet sind [Fink02, S.7]. Auf den Transpondern ist eine Nummer, der so genannte elektronische Produktcode (EPC), gespeichert der eine eindeutige Identifikation des gekennzeichneten Artikels ermöglicht. Je nach Anwendungssoftware können dem Artikel Informationen wie beispielsweise Hersteller, Versanddatum, Preis oder Gewicht zugeordnet werden [Metr04d, S.5].
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Entwicklung der Logistik ein und beleuchtet die steigende Bedeutung des Supply Chain Managements sowie das Potenzial mobiler Technologien zur Prozessverbesserung.
2 Definition der Supply Chain: In diesem Kapitel wird der Aufbau der Supply Chain erläutert, welche die Bereiche Zulieferer, Beschaffung, Produktion und Kunde umfasst.
3 Definition und Schwachstellen des Supply Chain Management: Hier werden die Ziele des SCM definiert und kritische Schwachstellen in der Praxis, wie mangelnde Kommunikation und Medienbrüche, analysiert.
4 Automatische Identifikationssysteme zur Schwachstellenreduzierung: Dieses Kapitel stellt verschiedene Auto-ID-Technologien wie Barcode, OCR und RFID vor und vergleicht deren spezifische Eigenschaften und Eignung.
5 Mobile Geschäftsprozesse in der Supply Chain: Der Hauptteil beschreibt detailliert den Einsatz mobiler Technologien in internen und externen logistischen Abläufen sowie die resultierenden Mehrwerte.
Schlüsselwörter
Supply Chain Management, Logistik, RFID, Auto-ID, Mobile Geschäftsprozesse, Prozessoptimierung, Warenwirtschaftssystem, Lagerlogistik, Identifikation, Transponder, WLAN, Produktion, Bestandsführung, Echtzeit, Mehrwerte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Optimierung von Geschäftsprozessen innerhalb der logistischen Kette durch den gezielten Einsatz mobiler Technologien.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Themenfelder umfassen die Definition der Supply Chain, die Identifikation betrieblicher Schwachstellen und die Analyse technischer Lösungen wie RFID und Auto-ID-Systeme.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel besteht darin, aufzuzeigen, wie mobile Technologien Schwachstellen in den logistischen Prozessen mindern und eine durchgängige Prozesskette schaffen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Auswertung von Fallbeispielen aus der Wirtschaft zur Anwendung mobiler Identifikationstechnologien.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung von Identifikationssystemen und die detaillierte Darstellung mobiler Geschäftsprozesse in Lager, Produktion und Transport.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Supply Chain Management, RFID-Technologie, Prozessoptimierung und mobile Geschäftsprozesse.
Warum spielt RFID eine so zentrale Rolle in dieser Arbeit?
RFID bietet gegenüber anderen Auto-ID-Systemen wie dem Barcode den Vorteil der kontaktlosen und schnellen Erfassung, was für die Prozessautomatisierung in Echtzeit entscheidend ist.
Welche Rolle spielt die Metro Group in den Fallbeispielen?
Die Metro Group dient als Praxisbeispiel für den erfolgreichen Einsatz von RFID-gestützten Systemen zur Lagerinventur und Warenflussoptimierung.
Welche Bedenken gibt es bezüglich der RFID-Technologie?
Ein zentrales Problem ist der Datenschutz, da die Kennzeichnung von Alltagsgegenständen Sorgen vor dem Verlust der Anonymität des Konsumenten auslöst.
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- Odine Wulsch (Author), 2005, Mobile Geschäftsprozesse in der Supply Chain, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/37755