Crowdinvesting als alternatives Finanzierungsinstrument für den deutschen Mittelstand


Bachelorarbeit, 2017
79 Seiten, Note: 1,5

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Mittelständische Unternehmen
1.1.1 Definitorische Abgrenzung
1.1.2 Volkswirtschaftliche Bedeutung des Mittelstandes
1.1.3 Aktuelle Finanzierungssituation des Mittelstandes
1.2 Herleitung des Crowdinvesting-Begriffes
1.2.1 Crowdsourcing
1.2.2 Crowdfunding
1.2.3 Crowdinvesting

2 Crowdinvesting als Finanzierungsalternative
2.1 Ablauf von Crowdinvesting-Projekten
2.2 Crowdinvesting-typische Formen der Unternehmensbeteiligung
2.2.1 Stille Beteiligung
2.2.2 Genussrecht
2.2.3 Partiarisches Nachrangdarlehen
2.2.4 Abgrenzung zwischen den Beteiligungsinstrumenten

3 Eignung des Crowdinvestings für mittelständische Unternehmen
3.1 Allgemeine Anforderungen der Mittelstandsfinanzierung
3.2 Evaluierung der Unternehmensbeteiligungen aus Unternehmenssicht
3.3 Vorteile und Chancen des Crowdinvestings
3.4 Nachteile und Risiken des Crowdinvestings

4 Zusammenfassung und Ausblick

Anhang

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Teilbereiche des Crowdsourcings

Abbildung 2: Teilbereiche des Crowdfundings

Abbildung 3: Crowdfunding-Prinzip

Abbildung 4: Volumenentwicklung Crowdinvesting in Deutschland

Abbildung 5: Crowdinvesting-Markt nach Segmenten

Abbildung 6: Anzahl mittelständischer Weltmarktführer im Jahr 2012

Abbildung 7: Kreditnachfrage im Mittelstand

Abbildung 8: Zusammensetzung Verbindlichkeiten je Umsatzgrößenklasse

Abbildung 9: Zusammensetzung Verbindlichkeiten nach Gläubiger

Abbildung 10: Entwicklung der Umsatzrendite nach Umsatzgrößenklassen

Abbildung 11: Entwicklung durchschnittliche Eigenkapitalquote

Abbildung 12: Bewertungsschema von Mezzanine-Kapital

Abbildung 13: Risiko-Rendite-Profil

Abbildung 14: Beispielhaftes Zielsystem von KMU

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: KMU-Definition des IfM Bonn

Tabelle 2: KMU-Definition nach §§ 267 und 267a HGB

Tabelle 3: KMU-Definition nach der EU-Kommission

Tabelle 4: Eigenschaften von Crowdinvesting (Prüfschema)

Tabelle 5: Fragebogen zur Eignung des Crowdinvestings

Tabelle 6: Abgrenzung Mezzanine-Finanzierungsinstrumente

Tabelle 7: Übersicht Bewertung Mezzanine-Kapital

Tabelle 8: Überblick atypisch stille Beteiligung

Tabelle 9: Überblick Genussrecht

Tabelle 10: Überblick partiarisches Nachrangdarlehen

Tabelle 11: Charakteristische Merkmale von KMU

Tabelle 12: Auswirkungen auf Finanzierungsentscheidungen

Tabelle 13: Finanzwirtschaftliche Ziele mit Auswirkungen

Tabelle 14: Bewertung von atypisch stillen Beteiligungen

Tabelle 15: Bewertung von Genussrechten

Tabelle 16: Bewertung von partiarischen Nachrangdarlehen

Tabelle 17: Vergleich ursprüngliches zu heutiges Crowdfunding

Tabelle 18: Vergleich möglicher Crowdinvesting-Plattformen

Tabelle 19: Eigen-, Fremd- und Mezzanine-Kapital im Vergleich

1 Einleitung

Die deutschen mittelständischen Unternehmen gestalteten in der Vergangenheit ihre Kapitalversorgung traditionell konservativ und kapitalmarktfern. Finanziert wird vor allem durch die Thesaurierung von Gewinnen und die Aufnahme von Bankkrediten.[1] Modernere, kapitalmarktnahe Finanzierungsinstrumente wurden nur wenig genutzt, da eine Auseinandersetzung mit alternativen Formen der Kapitalbeschaffung lange Zeit nicht notwendig war. Stattdessen wurde mit einer oder mehreren Hausbanken zusammengearbeitet, die den notwendigen Kredit zur Verfügung gestellt haben.[2] Erst wenn ein Finanzierungsbedarf anstand, hat man sich mit dem Thema Finanzierung beschäftigt, was oftmals zu kurzfristigen und häufig nicht gewollten Zugeständnissen der Unternehmer gegenüber den Banken führte.[3] Dennoch ist ein diversifizierter Finanzierungsmix für Unternehmen, die bislang auf einen monotonen Mix aus Innenfinanzierung und Bankkredit gesetzt haben, von Vorteil, da dadurch Finanzkrisen mit den verbundenen Kreditklemmen[4] besser abgefangen werden können.[5] Durch Fehlberatungen der Kunden zum eigenen Nutzen und durch vertriebs- statt kundenorientiertes Denken und Handeln entstand der derzeit schlechte Ruf der Banken. Der deutsche Mittelständler möchte, auf den ersten Blick, ungern mit Banken zusammenarbeiten. Speziell auf die Bedürfnisse der Kunden ausgerichtete Produkte und Leistungen sind bei Banken eher eine Seltenheit.[6] Sogenannte „FinTech-Unternehmen“[7] drängen laut Beck seit den letzten drei bis vier Jahre als bankenunabhängige Anbieter von Finanzdienstleistungen auf den Markt und bearbeiten die von den Banken offengelassene Lücke.[8] Dennoch ändern die genannten Umstände die Tatsache nicht, dass auch 2016 die Bankkredite als häufigste Form der Unternehmensfinanzierung genutzt wurden und dies trotz eines immer schwerer werdenden Kreditzugangs.[9] Der Zugang zu Fremdkapital ist in der Regel von der ausgewiesenen Bonität und somit auch wesentlich von der Eigenkapitalausstattung des Unternehmens abhängig.

Zwar ist die Eigenkapitalausstattung der deutschen Mittelständler seit 2004 steigend, jedoch sind die immer größer werdenden Anforderungen der Banken an Sicherheiten und Eigenkapitalquoten hinderlich. Auch der Zuschuss von externem Eigenkapital, durch bisherige oder neue Gesellschafter, ist nicht erstrebenswert, da dadurch die Kontroll-, Stimm- und Mitwirkungsrechte zum Nachteil der bisherigen Gesellschafter verändert werden.[10] Das KfW-Mittelstandspanel bestätigt den erschwerten Zugang zu Investitionskrediten im Vergleich mit den Vorjahren und nennt als Folge, dass für fast jeden fünften Kreditanfragenden, insbesondere Kleinstunternehmen mit weniger als neun Mitarbeitern, die Anfrage nicht erfolgreich endet.[11] Der Mittelstand benötigt attraktive Alternativen, auch wenn in den letzten Jahren eine Veränderung der Kapitalstruktur festgestellt werden konnte, die unter anderem auf die strengeren Anforderungen der Banken an die Kreditvergabe zurückzuführen ist.[12] Die damaligen Kredite wurden mit vergleichsweise niedrigem Einheitszinssatz, ohne dabei zwischen den Unternehmen zu differenzieren, ausgegeben.[13] Heutzutage haben die Banken ein deutlich strengeres internes Ratingverfahren und zum Nachteil vieler Kleinst- und kleineren Unternehmen statischere Anforderungen, was die Vertragsanbahnung und Dokumentation bzw. Informationspflichten betrifft. Dadurch sollen stärker risikoorientierte und differenzierte Kreditkonditionen angeboten werden.[14]

Die genannte wichtige Diversifizierung des Finanzierungsmix scheint in den letzten Jahren immer stärker in den Fokus der deutschen Mittelständler gerückt zu sein, wie auch verschiedene Untersuchungen zeigen.[15] Voraussetzung für eine funktionierende Diversifikation ist die intensive Auseinandersetzung mit alternativen Finanzierungsformen und deren Eignung für den deutschen Mittelstand. Auch die Problematik mit dem erschwerten Zugang zu Krediten und dem Zuschuss von externem Eigenkapital durch bisherige oder neue Gesellschafter und den damit verbundenen Änderungen der Kontroll-, Stimm- und Mitwirkungsrechte begründet die Suche nach Alternativen.

Zur Lösung dieser Probleme könnten sogenannte hybride Finanzierungsinstrumente, oder auch Mezzanine-Kapital genannt, eingesetzt werden. Das Modell des Crowdinvestings bedient sich eben dieses Finanzierungsmodells.[16]

Zusammengefasst ergibt sich die Frage, warum finanziert sich der deutsche Mittelständler weiterhin über Bankkredite, obwohl eine Abhängigkeit von der Bank nicht erwünscht wird und manche Unternehmen[17] den Kredit nicht oder nur schwer erhalten? Diese Fragestellung lässt vermuten, dass keine alternativen Finanzierungsinstrumente für den Mittelstand geeignet oder diese nicht bekannt sind.[18] Diese Annahme lässt sich durch den Blick auf die Statistiken entschärfen, denn dadurch ist erkennbar, dass das Crowdinvesting in Deutschland bekannt ist. Im Jahr 2011 waren es ca. 1,4 Millionen Euro und 2016 etwa 64 Millionen Euro, die durch ein Crowdinvesting eingesammelt wurden.[19] Vertieft man den Blick in die Statistiken, bleibt dennoch die Frage offen, ob das Crowdinvesting auch im Mittelstand bekannt ist. Von den 64 Millionen Euro entfallen ca. 19 Millionen in auf das Segment der Unternehmen und davon lediglich 7 Investmentrunden auf mittelständische Unternehmen.[20] Die Datenbank von „crowdinvesting.de“ bestätigt dies. Demnach wurden von Beginn des Crowd­investings in Deutschland bis Juni 2017 rund 220 Millionen Euro eingesammelt.[21] Davon fallen ca. 6,8 Millionen Euro auf die Finanzierung von kleinen und mittleren Unternehmen.[22] Folglich kann angenommen werden, dass das Crowdinvesting nicht völlig unbekannt, aber im Mittelstand noch nicht ausreichend angekommen ist, um von einer Finanzierungsalternative zu sprechen. Die Tatsache, dass seit dem Start des Crowd­investings in Deutschland der Fokus verstärkt auf Start-ups und Immobilienprojekte ist und sich auch die Literatur darauf beschränkt, bestätigt diese Vermutung.[23]

Die vorliegende Arbeit soll das Instrument des Crowdinvestings aus Unternehmenssicht dahingehend untersuchen, ob es als Finanzierungsalternative für den deutschen Mittelstand geeignet ist und infrage kommt. Um dabei den vorgegebenen Umfang der Abhandlung nicht zu überschreiten, müssen wesentliche Abgrenzungen des komplexen Crowdinvestings vorgenommen werden.

Zum Beispiel wird durch die Definition des deutschen Mittelstandes in Abschnitt 1.1 lediglich ein bestimmter Teil der deutschen Unternehmen betrachtet. Auch soll eine Begrenzung auf sogenannte Privatplatzierungsinstrumente erfolgen, was eine Abgrenzung von Instrumenten an Börsen bedeutet. Die Auswirkung hiervon wird in Abschnitt 2.2 behandelt. Des Weiteren sollen ausschließlich die Grundformen der drei typischsten Beteiligungsinstrumente des Crowd­investings analysiert werden, da diese auf dem Markt primär angeboten werden. Ebenfalls wird keine tiefgreifende steuerliche und bilanzielle Betrachtung durchgeführt.

Als Grundlage wird in Kapitel eins eine Definition und Abgrenzung des deutschen Mittelstandes erfolgen. Zudem werden die volkswirtschaftliche Bedeutung und die aktuelle Finanzierungsituation des Mittelstandes beleuchtet Dadurch soll vor allem die Relevanz dieser Arbeit, aber auch die Reichweite und die Höhe des möglichen Potenzials greifbar gemacht werden. Im zweiten Theorieabschnitt erfolgt eine Abgrenzung des Crowdinvestings anhand der Herleitung von dem Begriffsursprung „Crowdsourcing“. Ergänzend wird das Crowdfunding-Prinzip, auf das das Crowdinvesting aufbaut, dargestellt und werden die rechtlichen Rahmenbedingungen beleuchtet. Kapitel zwei widmet sich ausschließlich der Analyse des Crowdinvestings und der Frage, ob dieses als Finanzierungsalternative geeignet ist. Dabei wird zum einen der Ablauf von Crowdinvesting-Projekten aus Unternehmenssicht dargestellt und werden zum anderen die drei typischsten Beteiligungsinstrumente mit Abgrenzung untereinander aufgeführt. Um in das Thema der Beteiligungsinstrumente einzuleiten, wird zunächst ein Vergleich zwischen Eigen-, Fremd- und Mezzanine-Kapital gezogen und eine Übersicht über das Mezzanine-Kapital gegeben. In Kapitel drei wird das Crowdinvesting auf dessen Eignung für den deutschen Mittelstand analysiert, indem zunächst die Anforderungen der Mittelständler an die Finanzierung und deren Ziele herausgearbeitet und dann für die Evaluierung der drei vorgestellten Beteiligungsinstrumente verwendet werden. Der Schluss dieses Kapitels beinhaltet die Darstellung der Vorteile/Chancen und Nachteile/Risiken. In Kapitel vier erfolgt eine Zusammenfassung mit Ausblick auf offene Themen.

1.1 Mittelständische Unternehmen

1.1.1 Definitorische Abgrenzung

Der Begriff des Mittelstandes ist ein historisch gewachsener Begriff, für den in Deutschland keine allgemein anerkannte Definition existiert.

Im internationalen Sprachgebrauch wird von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) gesprochen, die einen rein statistisch und quantitativ definierten Teil der Gesamtwirtschaft darstellen.[24] Der Begriff des Mittelstandes ist eine deutsche Besonderheit, deren inhaltliche Bedeutung über die Definition der KMU hinausgeht. Die deutsche Bedeutung von Mittelstand umfasst zusätzlich zu quantitativen auch qualitative Kriterien, wie die Heimatgebundenheit, die starke Fokussierung auf eine Nische und das Anstreben der Marktführerschaft.[25] Weitere Besonderheiten des deutschen Mittelstandes sind laut dem Debatten-Magazin „The European“ die oftmals motivations- und leistungsfördernde Unternehmenskultur, da die Mitarbeiter als zentrale Quelle für Innovation, Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit stehen, und die Tatsache, dass einige Unternehmen seit vielen Generationen von einer Familie geführt werden.[26] Dieses Führen von Unternehmen seit Generationen mit den entsprechenden Anforderungen und Ansprüchen greift das Institut für Mittelstandsforschung Bonn (IfM Bonn) in seiner Definition des Mittelstandes mit „Einheit von Eigentum und Leitung“ [27] auf. Folglich dürfen Eigentum und Leitung nicht auseinanderfallen und sollten in den Händen einer überschaubaren Zahl von Personen liegen.[28]

Um sich dem Begriff der KMU zu nähern, werden quantitative und qualitative Kriterien verwendet, die nach den Ansätzen des IfM Bonn, des Handelsgesetzbuchs (HGB) oder der Europäischen Kommission (EU-Kommission) unterschiedliche Statistiken/Datengrundlagen auslösen. Bei den quantitativen Kriterien finden vor allem die Höhe der Umsatzerlöse, die Bilanzsumme und die Anzahl der beschäftigten Mitarbeiter Anwendung. Nach der Definition des IfM Bonn sind die qualitativen Merkmale für die Bewertung der Zugehörigkeit eines Unternehmens zum Mittelstand entscheidend, da die Zugehörigkeit nicht nur von der Größe des Unternehmens abhängt.[29] Auch die EU-Kommission hat eigene qualitative Kriterien entwickelt. Die drei Ansätze sollen im folgenden Abschnitt verglichen werden, um letztlich einen davon als Grundlage für die vorliegende Arbeit festzulegen.

Das IfM Bonn unterscheidet zwischen Kleinst-, kleinen und mittelgroßen Unternehmen und versteht unter KMU Unternehmen, die weniger als 500 Beschäftigte und einen jährlichen Umsatz unter 50 Millionen Euro haben. Folglich sind Unternehmen, die eines der beiden Merkmale übertreffen, Großunternehmen.[30]

Tabelle 1: KMU-Definition des IfM Bonn

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: IfM Bonn, 2017b, S. 1.

Wie bereits erläutert, wird der Mittelstand nach dem IfM Bonn als die Einheit von Eigentum und Leitung definiert. Kennzeichnend für die Einheit von Eigentum und Leitung ist, dass die Eigentümer einen erheblichen persönlichen Einfluss ausüben, das unternehmerische Risiko tragen und im Gegenzug dafür das Unternehmen die persönliche Erwerbs- und Existenzgrundlage des Eigentümers sichert.[31] Das IfM Bonn verwendet die Begriffe „Familienunternehmen“, „Eigentümerunternehmen“ und „familiengeführte Unternehmen“ als Synonyme für den Mittelstand.[32] Ebensolche Unternehmen werden nach ihren Eigentums- und Leitungsrechten definiert. Deshalb werden Unternehmen als Familienunternehmen klassifiziert, wenn bis zu zwei Personen mindestens 50 % der Anteile eines Unternehmens halten und diese Personen zusätzlich der Geschäftsführung angehören.[33] Durch diese Abgrenzung lassen sich beispielsweise Großunternehmen/Tochterunternehmen von Konzernen, die nach der quantitativen Bewertung zur Gruppe der KMU gehören würden, herausfiltern. Eine weitere Abgrenzung kann anhand der Unabhängigkeit eines Unternehmens vorgenommen werden, da unabhängige Unternehmen ihre strategischen Entscheidungen ausschließlich an ihren eigenen Bedürfnissen ausrichten und entsprechend handeln.[34]

Die Definition nach dem HGB ist in den §§ 267 und 267a des HGB festgehalten. Dort werden für die gleichen Unternehmensgrößenkategorien andere Schwellenwerte genannt, die durch die Änderungen des Bilanzrichtlinien-Umsetzungsgesetzes (BilRUG) aktualisiert wurden. Nach diesem Ansatz darf maximal eines der drei Merkmale überschritten werden, da sonst das Unternehmen der nächsthöheren Unternehmensgröße zugeordnet wird. Höhergruppierungen können eine erweiterte Pflicht zur Aufstellung, Offenlegung oder Prüfung von Jahresabschlüssen bedeuten.[35] Das HGB verzichtet auf qualitative Merkmale.

Tabelle 2: KMU-Definition nach §§ 267 und 267a HGB

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Bundesanzeiger Verlag GmbH, 2017, S. 1 f.

Zuletzt soll auch der Ansatz der EU-Kommission vorgestellt werden, bei dem verpflichtend die Anzahl an Mitarbeitern und entweder der Umsatz oder die Bilanzsumme im Jahr eingehalten werden müssen. Die Option, nur eine der beiden Kriterien einhalten zu müssen, gewährleistet eine faire Behandlung von KMU unterschiedlicher Wirtschaftszweige.[36]

Tabelle 3: KMU-Definition nach der EU-Kommission

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union, 2015, S. 11.

Nach den quantitativen Kriterien der EU kann ein Unternehmen sehr klein sein und dennoch die Kriterien für den KMU-Status nicht erfüllen. Eine Ursache kann der Zugriff auf erhebliche zusätzliche Ressourcen sein. Dies ist dann der Fall, wenn sich das Unternehmen im Eigentum eines größeren Unternehmens befindet, mit diesem verflochten oder dessen Partner ist.[37] Im Einzelfall muss das Unternehmen in eine der drei nachfolgenden Kategorien eingestuft werden:[38]

1. Das Unternehmen ist völlig unabhängig oder es bestehen Partnerschaften mit anderen Unternehmen mit einer oder mehreren Minderheitsbeteiligungen von jeweils weniger als 25 %

2. Als Partnerunternehmen sind diese Unternehmen einzustufen, wenn sich eine Beteiligung auf mindestens 25 % bis maximal 50 % beschränkt

3. Wird die Beteiligung von über 50 % überschritten, spricht man von einem verbundenen Unternehmen

1.1.2 Volkswirtschaftliche Bedeutung des Mittelstandes

In Anlehnung an die genannten quantitativen und qualitativen Abgrenzungskriterien soll nun den Kriterien des IfM Bonn gefolgt werden, da in diesen die Besonderheiten des deutschen Mittelstandes ausreichend Berücksichtigung finden.

Die wirtschaftliche Bedeutung der deutschen Mittelständler kann anhand der Statistiken des IfM Bonn für das Jahr 2014[39] verdeutlicht werden. 2014 sind laut Unternehmensregister 3,65 Millionen Unternehmen aktiv. Davon zählen 3,63 Millionen zum deutschen Mittelstand, was einen Anteil an der Gesamtheit von ca. 99,6 % bedeutet. Der Umsatz dieser Unternehmen wird 2014 mit 2,204 Billionen Euro beziffert. Das ist ein Anteil von 35,3 % am Gesamtumsatz aller deutschen Unternehmen. Auch die Anzahl der Beschäftigten im deutschen Mittelstand zeigen dessen Wichtigkeit, denn 2014 sind ca. 16,4 Millionen sozialversicherte Arbeitnehmer bei einem deutschen Mittelständler angestellt. Von der Gesamtheit der 28,1 Millionen Beschäftigten sind dies 58,5 %. Der Mittelstand ist auch für die Auszubildenden in Deutschland ein wichtiger Arbeitgeber, da ca. 81,8 %, also 1,24 Millionen aller Auszubildenden, bei einem Mittelständler beschäftigt sind.

Der Exportumsatz beträgt mit 201 Milliarden Euro ca. 17,5 % des Exportumsatzes aller deutschen Unternehmen. Somit steuern die KMU rund 55 % zur gesamten Nettowertschöpfung aller deutschen Unternehmen bei.[40]

Die hohe Anzahl an Unternehmen, die unter den Begriff der KMU fallen, lässt eine große Vielfalt erahnen, was die Branche, die Struktur, den Geschäftszweck und auch das Portfolio betrifft.[41] Einige dieser KMU sind international agierende Unternehmen, die regional ein bedeutender Wirtschaftsfaktor und global in ihrer Nische Weltmarktführer sind.[42] Hermann Simon bezeichnet solche Unternehmen auch als „hidden champions“ (deutsch: heimliche Gewinner).[43] Für den weiteren Verlauf der Arbeit wird unterstellt, dass der Datenschutz für solche Unternehmen von hoher Bedeutung ist, da vor allem die schützenswerten Wettbewerbsvorteile der „hidden champions“, wie die Qualifikationen und Wertesysteme der Mitarbeiter, aber auch die Produkte und vor allem die dahintersteckenden Prozesse, im Fokus stehen.[44]

1.1.3 Aktuelle Finanzierungssituation des Mittelstandes

Die Finanzierungssituation befindet sich im Jahr 2016 auf einem Allzeithoch. Dazu haben die derzeit niedrigen Zinsen, die Lockerung der Kreditlinien der deutschen Banken, die hohe Eigenfinanzierungskraft der Unternehmen und die gute Geschäftsentwicklung der deutschen Mittelständler beigetragen.[45] Aufgrund der gestiegenen durchschnittlichen Eigenkapitalquoten hat sich die Abhängigkeit der Unternehmen vom Bankkredit etwas verringert, dennoch ist der Bankkredit weiterhin die wichtigste externe Finanzierungsquelle für Unternehmen.[46] Betrachtet man die Kreditnachfrage im Mittelstand, so werden Kredite von 20000 bis 100.000 Euro mit insgesamt 63 % am öftesten nachgefragt. Kredite von 100.000 bis 500.000 Euro dagegen mit 25 % und Kredit über 500.000 Euro mit 12 %. Dennoch ist die Kreditnachfrage nach sehr großen Kreditvolumina so hoch wie nie. Allein 78 Milliarden Euro, oder 60 % der gesamten Kreditnachfrage des Mittelstands, entfielen auf die Nachfrage von mindestens einer Million Euro.[47] Diese Erkenntnis ist für die Evaluierung in Abschnitt 3.2 wichtig, da bei der Wahl des Beteiligungsinstrumentes die Kreditsumme ein wesentlicher Faktor ist.

Laut der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) entwickelt sich das Finanzierungsklima, das den Kreditzugang für Unternehmen misst, in Deutschland positiv.[48] 2016 konnte eine leichte Verbesserung um 2,6 Prozentpunkte auf 14,7 % des Anteils der Unternehmen verzeichnet werden, die Schwierigkeiten beim Kreditzugang haben. Eine Verbesserung des Finanzierungsklimas melden mit 11,5 % auch 2016 unverändert viele Unternehmen. Von einem Anstieg der Schwierigkeiten beim Kreditzugang berichten 22,4 % der KMU, die unter die Unternehmensgröße Kleinstunternehmen mit einem Jahresumsatz bis 1 Million Euro fallen. Als Ursache werden der gestiegene Informationsbedarf der Kreditinstitute, die höheren Forderungen von Sicherheiten, die gestiegene Anforderung an die Eigenkapitalquote, die lange Bearbeitungsdauer der Banken, das Klima in der Firmenkundenbetreuung sowie die Zinshöhe genannt.[49] Die Ursachen resultieren davon, dass die Kreditinstitute ihr verbessertes Risikomanagement unabhängig von der Größe und Branche bei allen ihren Kunden identisch anwenden.[50] Vor Kreditentscheidungen erstellen Kreditgeber häufig ein individuelles Rating des Kreditnehmers, um so eine Ausfallwahrscheinlichkeit zu schätzen und schlussendlich die Konditionen des Kredits zu bestimmen. Bewertet werden hierbei die Liquiditätssituation, die Ertragslage und die Kapitalstruktur.[51] Auch die Entwicklung von Rendite und Eigenkapitalquote können einen wichtigen Beitrag zur Beurteilung der Kreditaufnahmebedingungen leisten und sollen im Folgenden untersucht werden.[52]

Bei der Kapitalstruktur der Unternehmen und somit dem Mix der eingesetzten Finanzierungsmittel kann von 2000 bis 2012 eine kontinuierliche Veränderung festgestellt werden.[53] Aus einem Jahresabschlussdatenpool der Deutschen Bundesbank wurde der KfW Bank eine Sonderauswertung der Kapitalstrukturen von 2000 bis 2012 ermöglicht. Ein klarer Trend von immer höheren Eigenmittel, geringer werdenden Verbindlichkeiten und folglich einem abnehmenden Verschuldungsgrad ist hierbei erkennbar.[54] Auch die Veränderung der Gläubigerstruktur, die sich in der Struktur der Kreditgeber widerspiegelt, kann seit dem Jahr 2000 festgestellt werden. Der Trend geht eher weg von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und hin zu Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen.[55] In Abbildung 8 kann erkannt werden, dass Kleinst- und Kleinunternehmen mit ca. 36 % und mittelgroße Unternehmen mit etwa 28 % von Kreditinstituten abhängig sind. Im Vergleich zu großen Unternehmen ab 50 bis 500 Millionen Euro Umsatz liegt die durchschnittliche Abhängigkeit bei rund 21 % und bei Unternehmen mit mehr als 500 Millionen Euro Umsatz sogar nur noch bei etwa 6 %. Festgehalten werden kann die deutlich stärkere Abhängigkeit der KMU von Bankkrediten, als es bei größeren Unternehmen der Fall ist. Laut Analyse der KfW Bank kann der steigende Anteil der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen als Suche nach Alternativen zum Bankkredit gedeutet werden.[56]

Nach der Unternehmensbefragung der KfW Bank im Jahr 2016[57] meldeten 37,7 % der befragten Unternehmen eine gestiegene Umsatzrendite innerhalb der zurückliegenden zwölf Monate. Dagegen gaben 19,2 % eine gesunkene Umsatzrendite an. Der positive Saldo spiegelt laut KfW Bank eine solide konjunkturelle Lage in Deutschland wider.[58] Zwar weist die Studie von Creditreform zur Wirtschaftslage und Finanzierung im Mittelstand im Jahr 2016 einen etwas höheren positiven Saldo aus, bestätigt aber dadurch die angesprochene solide konjunkturelle Lage in Deutschland. In dieser Umfrage meldeten 41,1 % der befragten Unternehmen eine gestiegenen und 12,6 % eine gesunkene Umsatzrendite.[59]

Die Veränderung der Kapital- und folglich der Gläubigerstruktur kann auch durch die Veränderung der durchschnittlichen Eigenkapitalquote der deutschen KMU bestätigt werden. Laut dem IfM Bonn konnte diese von 20,8 % im Jahr 2009 auf 26,6 % im Jahr 2014 gesteigert werden. Zwar ist die Eigenkapitalquote der größeren Unternehmen mit knapp 5 % höher als bei den KMU, jedoch kann über die Jahrzehnte hinweg betrachtet ein Ausbalancieren beider Werte festgestellt werden.[60]

Eine weitere interessante Erkenntnis liefern Bendel et al., die eine Studie für das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) erstellten und dabei die kurz- und langfristigen Finanzierungen untersuchten. Nach der Analyse der Bilanzen kann kein klarer Trend bei der Substitution kurzfristiger durch langfristige Kredite ausgemacht werden. Dennoch ist besonders bei KMU ein Rückgang der kurzfristigen Bankkredite[61] zu beobachten und somit eine größere Diversifikation.

Die kurzfristigen Bankkredite haben an Bedeutung verloren, wohingegen die langfristige Finanzierung weiterhin mehrheitlich in den Händen der Banken liegt.[62] Crowdinvestings fallen durch Laufzeiten von ca. fünf bis zehn Jahren[63] unter die langfristige Finanzierung, somit bestätigt auch diese Studie die Aussage, dass KMU mehrheitlich durch Banken finanziert werden.

1.2 Herleitung des Crowdinvesting-Begriffes

1.2.1 Crowdsourcing

Der Neologismus „Crowdsourcing“ oder zu Deutsch „Schwarmauslagerung“ wurde 2006 durch den Journalisten Jeff Howe geprägt, als er in einem Artikel des Wired Magazins einen neuen Produktionsmodus ausrief und dabei das Buch „The wisdom of the crowd“ von James Surowiecki als Grundlage heranzog. Crowdsourcing besteht nach Howe aus den beiden Begriffen „Crowd“ und „Outsourcing“.[64]

„Crowdsourcing is the act of taking a job traditionally performed by a designated agent (usually an employee) and outsourcing it to an undefined, generally large group of people in the form of an open call.“ [65]

Howe definiert den Begriff als den Prozess, in dem Unternehmen Aufgaben und Projekte auslagern, indem sie über das Internet Freiwillige suchen, die die Teilaufgaben oder Arbeitspakete übernehmen.[66] Dieses Zitat präzisiert den Grundgedanken des Crowdsourcings, da Unternehmen aufgrund von internem Ressourcenmangel oder auch fehlendem Know-how Aufgaben und Projekte nicht mehr an kostengünstige Unternehmen in beispielsweise Drittländern auslagern, sondern über das Internet dazu aufrufen diese kostenfrei zu erbringen.[67]

Uehlecke spricht in seiner Kritik an einer angezweifelten gerechten Entlohnung für die an einer Crowdsourcing-Aufgabe teilnehmenden Menschen vornehmlich die kollektive Intelligenz[68] an:

„Draußen vor den Werkstoren gibt es Millionen kluge Köpfe. Man muss sie nur zum Mitdenken bewegen.“ [69]

Auch Heimbuch verwendet in seiner Definition von Crowdsourcing den Begriff der kollektiven Intelligenz und definiert diesen als die spezifischen Handlungen von Individuen, die bei kollektiver Tätigkeit zu intelligenten Verhaltensweisen der sozialen Gruppe führen.[70] Die Teilnahme kann sowohl das Einbringen von Wissen in die Produktion, die Bewertung und Empfehlung zu verschiedenen Sachverhalten als auch die monetäre Unterstützung bedeuten. Jahnke schreibt über den steigenden Nutzereinfluss durch das Crowdsourcing, dass vor allem durch die Menge der teilnehmenden Nutzer oftmals gleichwertige oder sogar bessere Inhalte zum Endergebnis beitragen, als es durch Experten der Fall ist.[71] Surowiecki stellt recht früh die Behauptung auf, dass eine Gruppe an eigenständigen Menschen die Gesamtheit aller möglichen Ausgänge eines Ereignisses eher repräsentieren kann, als dies von einzelnen Experten der Fall wäre.[72]

Wie bereits zu Beginn der Definition genannt, besteht die Wortschöpfung Crowdsourcing aus den beiden Begriffen „Crowd“ und „Outsourcing“. Der Vollständigkeit halber müssen „Outsourcing“ und der verwandte Begriff „Open Source“ von Crowd­sourcing abgegrenzt werden, um das Potenzial des Crowdsourcings zu verdeutlichen. Outsourcing ist das Auslagern von Aufgaben oder ganzen Unternehmensbereichen an externe Dritte.[73] Als Open Source hingegen wird eine Herstellungsmethode bezeichnet, bei der ein Produkt oder Endergebnis meist unentgeltlich und ungebunden durch die Mitarbeit vieler Personen entsteht und am Ende der Allgemeinheit gehört.[74] Alle drei Begriffe bauen bei der Erledigung von Aufgaben auf die Mitarbeit von unternehmensexternen Personen auf, sind jedoch bei genauerem Hinsehen dennoch unterschiedlich. Bei Outsourcing werden Aufgaben komplett an Externe ausgelagert, bei Crowdsourcing werden die Externen hingegen nur beteiligt.

Auch die Anzahl an teilnehmenden Auftragnehmern ist unterschiedlich, da beim Outsourcing beispielsweise nur einer oder wenige und beim Crowdsourcing eine Vielzahl an Auftragnehmern beteiligt ist.

Weitere Unterschiede bestehen im Hinblick auf die Motive der Teilnahme und den Grad des Einflusses der Externen auf das Produkt oder Endergebnis.

Im Laufe der Zeit entwickelten sich vier verschiedene Arten der Beteiligung durch die Crowd. Aus diesen wurden neue Teilbereiche des Crowdsourcings generiert. Die Teilbereiche „Crowdfunding“, „Crowdcreation“, „Crowdwisdom“ und „Crowdvoting“ sollen im Folgenden erläutert werden.[75]

Abbildung 1: Teilbereiche des Crowdsourcings

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Howe, J., 2008, S. 280 ff.

Das Crowdvoting baut auf das Urteilsvermögen der Crowd auf und besagt, dass die Urteilskraft einer Vielzahl an Personen durchschnittlich bessere Prognosen oder Resultate erzielt als das Urteilsvermögen einzelner Personen.[76] Bei der objektiven Auswertung der Urteile werden bereits bewusst und unbewusst abgegebene Urteile der Einzelnen berücksichtigt.[77] Ein prominentes Beispiel für ein Crowdvoting ist der „Like-Button“ der auf der Social-Media-Plattform Facebook zu finden ist. Ein Crowdvoting wird dann eingesetzt, wenn es darum geht Produkte oder Meinungen zu organisieren, zu filtern oder zu ranken.[78] Beim Crowdwisdom geht es um die Nutzung der Intelligenz der Vielen für die Lösung eines Problems. Durch die Veröffentlichung einer Problemstellung sollen durch konstruktive Diskussionen neue Lösungsansätze entstehen.[79] Durch Veröffentlichungen einzelner Manuskriptteile können beispielsweise Buchautoren schon vor dem Erscheinungsdatum die Inhalte von einer Fachcommunity kommentieren lassen, um dadurch unverständliche Passagen rechtzeitig zu korrigieren.[80]

Das Crowdwisdom geht über die reine emotionale Bewertung des Crowdvoting hinaus, da die Schwerpunkte auf der sachlichen Richtigkeit und der Vollständigkeit liegen.[81] Wenn die Kreativität und der Erfindungsreichtum der Crowd nachgefragt werden, spricht man von Crowdcreation.[82] Ziel bei diesem Modell ist es, die Ideen der Vielen für die Schaffung eines neuen Gesamtwerkes zu nutzen.[83] Das Crowdcreation stellt dann eine Erweiterung des Crowdwisdoms dar, wenn die Crowd ihr Wissen in Form von zum Beispiel eigenen Textpassagen eines Buches einbringt.[84] Unter Crowdfunding, das nachfolgend weitergehend betrachtet werden soll, wird die finanzielle Unterstützung eines Projekts oder einer Unternehmung verstanden.[85] In der vorliegenden Arbeit soll lediglich der Teilbereich des Crowdfundings weiterverfolgt werden.

1.2.2 Crowdfunding

Bevor verschiedene Definitionsansätze von Crowdfunding dargestellt werden, soll die Entwicklung des Crowdfundings betrachtet werden, um in das Thema einzuleiten.

Das ursprüngliche Crowdfunding setzte auf Unterstützer, die ein Projekt nicht vorsätzlich auf dessen Renditefähigkeit prüfen und somit ohne Gewinnabsichten handeln. Diese Geldgeber erhielten für ihr eingesetztes Kapital eine vorab vereinbarte Gegenleistung, die sich nach der Höhe der geleisteten Unterstützung richtet.[86]

Zwar wird oftmals die Finanzierung des Sockels der Freiheitsstatue im Hafen von New York als erstes Crowdfunding-Projekt genannt, jedoch wird laut der Definition zur Gewinnung von Kapitalgebern als Medium das Internet genutzt, das im Jahre 1885 schlichtweg noch nicht existierte. Die versprochene namentliche Erwähnung in der Zeitung „The New York World“ kann als Gegenleistung für die Unterstützer verstanden werden. Wobei auch hier über die fehlende, typische Abstufung der Gegenleistung je nach Höhe der Unterstützung diskutiert werden kann und somit das Projekt von der Definition abweicht.[87] Die Finanzierung erinnert aufgrund der einzelnen Eigenschaften sehr an das heutige Crowdsupporting.

Der weltweit ersten Crowdfunding-Plattform „ArtistShare“ wird 2003 das erste Crowdfunding-Projekt, in der geschilderten ursprünglichen Form, zugeschrieben. Die Plattform richtet sich primär an Musiker und Künstler, die Hilfe bei der Produktion, dem Vertrieb von CDs oder auch bei der Durchführung von kleinen Festivals benötigen.

Im Vordergrund steht nicht der Renditeaspekt, da vor allem Fans die Finanzierung übernehmen, sondern eher emotionale Aspekte. Als Gegenleistungen bekommen die Kreditgeber CDs, Tickets zu den Konzerten oder, bei entsprechend hoher Unterstützung, ein persönliches Kennenlernen mit der Band oder dem Künstler.[88] Nach Europa kam dieses Prinzip im Jahr 2006 mit der Plattform „Sellaband“.[89] 2010 folgten dann mit „Startnext“ und „MySherpas“ die ersten deutschen Plattformen.[90] Seit 2009 wurde der Fokus des Crowdfundings auf Produkte und die jungen Unternehmen dahinter erweitert, was gleichzeitig als die Weiterentwicklung zum Crowdfunding heutiger Zeit verstanden wird.[91] Da für eine Vielzahl der Unterstützer der emotionale Bezug zu dem Unternehmen oder Produkt ausbleibt, rückt die Rendite der Kreditgeber in den Vordergrund. Durch das Medium Internet kann eine Vielzahl an Personen, auch über Ländergrenzen hinweg, in Projekte investieren.[92]

Mit Hintergrund der aufgezeigten Entwicklung des Crowdfundings sollen nachfolgend verschiedene Definitionsansätze aufgeführt werden.

Das Gabler Wirtschaftslexikon definiert den Begriff als eine Art der Finanzierung (engl.: „funding“) durch eine Menge (engl.: „crowd“) im Internet.[93] Mahlstede versteht Crowdfunding als besondere Form des Crowdsourcings. Hier wird nicht auf die Ideen oder Arbeitsleistung der Masse abgezielt, sondern vorrangig auf die Gewinnung von Kapitalgebern.[94] In Deutschland wird für Crowdfunding oftmals das Synonym „Schwarm­finanzierung“ verwendet, das den Fokus dieser Methode, also das Finanzieren durch mehrere Personen, verdeutlichen soll.

Abbildung 2: Teilbereiche des Crowdfundings

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Howe, J., 2009, S. 146 ff.

Aus dem Crowdfunding entwickelten sich die Arten „Crowddonating“, „Crowdsupporting“, „Crowdlending“ und „Crowdinvesting“.[95] Ähnlich wie beim Crowdsourcing und den dortigen verschiedenen Arten der Beteiligung der Crowd wird beim Crowdfunding zwischen den verschiedenen Arten der Verwendung der finanziellen Mittel sowie deren Rückflüsse an die Unterstützer unterschieden.

Die Terminologie der verschiedenen Crowdfunding-Arten ist in der Fachliteratur nicht eindeutig festgehalten, weswegen auf den Definitionen des „Crowdfunding Industry Reports“ aufgebaut werden soll, nach welchem auch Sixt vorgeht. Diese Studie kategorisiert die vier Unterformen des Crowdfundings nach der Art der Gegenleistung, also in „mit“ und „ohne“ finanzieller Gegenleistung. Ohne finanzielle Gegenleistungen werden Crowddonating und Crowdsupporting eingeordnet, wogegen das Crowdlending und das Crowdinvesting auf finanziellen Gegenleistungen basieren.[96]

Das englische Wort Crowddonating setzt sich aus „crowd“ und „donating“ zusammen und kann frei mit „Menschenspende“ übersetzt werden. Beim spendenbasierten Crowdfunding werden Spenden durch die Crowd eingesammelt, ohne dafür eine Gegenleistung zu erhalten.[97] Ein Beispiel für ein Crowddonating ist das Sammeln von Spenden über das Internet für die Erhaltung des Regenwaldes. Sobald der Unterstützer für die getätigte Spende eine materielle Gegenleistung erhält, spricht man von einem gegenleistungsbasierten Crowdfunding (oder engl.: reward-based-Crowdfunding) was auch als Crowdsupporting bekannt ist.[98] Als ein Crowdsupporting kann demzufolge das erste Crowdfunding-Projekt auf „ArtistShare“ eingeordnet werden. Charakteristisch für dieses Modell sind die meist ideellen Prämien, die an die Unterstützer ausgegeben werden.[99]

Als Crowdlending oder auch Peer-to-Peer Online Lending wird die Art der Finanzierung verstanden, wenn den Unterstützern die Rückzahlung mit oder ohne Zinsen der investierten Beträge zugesichert wird. Letztendlich ist ein Crowdlending ein über eine Internetplattform vermittelter Kredit von Privatpersonen, ohne dabei auf kostentreibende Banken zurückgreifen zu müssen. Mit dieser Finanzierungsart ist durch TV-Spots die Plattform „Auxmoney“ bekannt geworden.[100]

Der Begriff Crowdinvesting (engl.: equity-based Crowdfunding) wird ausführlich im nachfolgenden Abschnitt definiert. Zunächst soll jedoch auf das allgemeine Crowdfunding-Prinzip eingegangen werden, um den Grundgedanken dahinter zu verdeutlichen.

Das Prinzip hinter Crowdfunding ist so einfach wie wirksam, denn kleine Geldbeträge multipliziert mit vielen Personen ergeben hohe Summen, die für die Verwirklichung von Projekten eingesetzt werden können. Als Gegenleistung werden je nach Crowdfunding-Art Sachleistungen oder eine Beteiligung am Gewinn vergeben.[101] Dabei ist dieses Prinzip keineswegs neu, denn auch Hilfsorganisationen funktionieren so. Gerade zur Weihnachtszeit werden durch Hilfsorganisationen Weihnachtskarten produziert, die gegen eine kleine Geldspende erworben werden können.[102] Der Unterschied zwischen Crowdfunding früher und heute ist, dass durch das Web 2.0 vor allem die Anzahl der möglichen Förderer angestiegen ist, aber auch die Kommunikation durch die Systemunterstützung erheblich vereinfacht und beschleunigt wurde.[103]

Abbildung 3: Crowdfunding-Prinzip

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Beck, R., 2014, S. 9.

1.2.3 Crowdinvesting

Der Begriff Crowdinvesting setzt sich aus „crowd“ und „investing“ zusammen und lässt sich mit „eine größere Menge an Personen investieren“ übersetzen. Das Wort Crowd­investing ist eine deutsche Wortschöpfung für das, was international als „Equity Crowdfunding“, also Finanzierung („funding“) durch Eigenkapital („equity“) von einer Masse an Menschen („crowd“), bezeichnet wird.[104] Beck bemängelt jedoch die internationale Bezeichnung, da sich diese an der formalen Abgrenzung zwischen Eigen- und Fremdkapital orientiert, was aber bei den für Crowdinvesting typischen hybriden Finanzierungsformen nicht eindeutig zutrifft.[105] Nach Hornuf und Klöhn, die in ihrer Definition die hybriden Instrumente bereits berücksichtigen, ist Crowdinvesting eine Form von Crowd­funding, wo Emittenten Eigenkapital oder hybride Finanzierungsinstrumente an Kleinanleger aus dem Internet ausgeben.[106] Der Autor folgt der Definition nach Beck, der einen Perspektivwechsel von den emittierenden Unternehmen hin zu den Investoren vorschlägt und dadurch eine höhere Praxisorientierung verfolgt. Aus Sicht der Investoren stellt ein Kapitalgeber Geld für ein Unternehmen zur Verfügung, und das unabhängig davon, ob es sich hierbei um Eigen- oder Fremdkapital handelt. Beck definiert das Crowdinvesting als die Suche nach Kapitalgebern über das Internet, welche geringe Beiträge beisteuern, die der Finanzierung von Unternehmen dienen. Als Gegenleistung erhalten diese einen finanziellen Rückfluss über die Beteiligung am Unternehmen. Für eine wirksame Finanzierung wird zu Beginn ein Mindestfinanzierungs­betrag festgelegt, der zwingend zu erreichen ist.[107] Folgende Eigenschaften müssen gegeben sein, um eine Finanzierung dem Crowdinvesting zuordnen zu können:

Tabelle 4: Eigenschaften von Crowdinvesting (Prüfschema)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Vgl. Beck, R., 2014, S. 30.

Da sich die rechtlichen Rahmenbedingungen für das Crowdinvesting in den letzten Jahren erheblich verändert haben, werden diese nun betrachtet.

Durch Crowdinvesting erhalten Kleininvestoren erstmals Zugang zu einer Anlagenklasse, die bisher Business Angels und/oder Venture-Capital-Gesellschaften vorbehalten war. Diese Anlagenklasse ist unter anderem durch schwer absehbare Risiken gekennzeichnet, die durch das Kleinanlegerschutzgesetz vom Juli 2015 und seine Maßnahmen zum Schutz der Kleinanleger verringert werden konnten.[108] Bis Mitte 2015 waren Crowdinvesting-Plattformen so ausgestaltet, dass zum Anbieten von Finanzdienstleistungen keine Erlaubnis durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) benötigt wurde und somit auch keine staatliche Regulierung stattgefunden hat.[109] Aus den neuen Regeln des Kleinanlegerschutzgesetzes resultieren wirksamere Informationen für Anleger, Hinweise auf risikobehaftete Vermögensanlagen, erweiterte Anforderungen an Anbieter und Vermittler, verstärkte Sanktionen bei Verstößen und zuletzt eine gestärkte Aufgabenstellung der BaFin.[110]

Die Kapitalgeschäfte auf dem sogenannten Grauen Markt haben durch das Kleinanlegerschutzgesetz ein Ende. Beispielsweise müssen Plattformen gemäß §§ 34 f. der Gewerbeordnung (GewO) eine Erlaubnis als Finanzanlagenvermittler, wenn sie nur vermittelnd oder beratend tätig werden, und zusätzlich eine Erlaubnis nach dem Kreditwesengesetz, sofern sie auch als Anbieter tätig werden, vorlegen.[111] Die Neuregelungen betreffen vor allem das Crowdinvesting und dessen typische Beteiligungs­instrumente. Hintergrund ist zum einen die Erweiterung der Prospektpflicht um die partiarischen Nachrangdarlehen und zum anderen das Verbot von Vermögensanlagen, die eine Nachschusspflicht vorsehen.[112] Damit die Ausdehnung des Anwendungsbereichs vor allem für junge Start-up-Unternehmen nicht zum Hindernis wird, sieht das Gesetz eine Privilegierung der partiarischen Nachrangdarlehen vor, was letztendlich eine Prospektpflichtbefreiung bis zu einer Wertgrenze von 2,5 Millionen Euro bedeutet.[113] Auch bisher existierende Ausnahmen laut Gesetz bleiben bestehen. So müssen Unternehmen für öffentlich angebotene Vermögensanlagen, die aus höchstens 20 Anteilen bestehen, wenn Anteile im Wert von 100.000 Euro p.a. angeboten werden oder der Preis jedes Anteils mindestens 200.000 Euro je Investor beträgt, ebenfalls keinen Verkaufsprospekt erstellen.[114] Richtet sich das Angebot ausschließlich an qualifizierte Investoren gemäß Vermögensanlagengesetz (VermAnlG) und Wertpapierprospektgesetz (WpPG), oder werden die Vermögensanalagen ausschließlich an die Arbeitnehmer des emittierenden Unternehmens oder von einem verbundenen Unternehmen angeboten, so ist ebenfalls keine Prospekterstellung verpflichtend.[115] Wird vorsätzlich oder versehentlich kein Verkaufsprospekt erstellt, oder dieser unrichtig oder unvollständig abgegeben, so droht für den Prospektverantwortlichen eine Prospekthaftung.

Bei unvollständigen oder unrichtigen Prospekten hat außerdem der Investor einen Anspruch auf Erstattung des ersten Erwerbspreises. Wenn ein Prospekt trotz bestehender Pflicht nicht veröffentlicht wurde, haben Investoren einen Schadenersatzanspruch gegenüber den Anbietern und den ausgebenden Unternehmen.[116] Auch das zu jeder Vermögensanlage zu erstellende Vermögensanlagen-Informationsblatt (VIB) wird durch das Kleinanlegerschutzgesetz verbessert. So enthält das VIB nicht nur alle relevanten Informationen und Daten für den Investor, sondern auch einen deutlich sichtbaren Warnhinweis zu risikobehafteten Anlagen für den Anleger.[117] Auch was die Werbung für ein Crowdinvesting-Projekt betrifft, gibt es neuerdings Vorschriften, die einen Warnhinweis auf sämtlichen Werbemaßnahmen fordern. Nach dem Gesetz muss dieser dann wie folgt lauten: „Der Erwerb dieser Vermögensanlage ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum Verlust des eingesetzten Vermögens führen“. [118]

Die genannte Verstärkung der Aufgabenstellung der BaFin macht sich dadurch bemerkbar, dass die BaFin künftig bei Rechtsverstößen oder Gefahren für den Anlegerschutz intervenieren und dadurch die Vermarktung der Vermögensanlage beschränken oder verbieten kann.[119] Folglich müssen alle Vermögensanlagen-Verkaufsprospekte nicht nur freigegeben, sondern bei Mängeln oder sonstigen Bedenken der BaFin auch ergänzt werden. Außerdem gilt die Pflicht zur ständigen Aktualisierung und erneuten Freigabe durch die BaFin, damit keinerlei veraltete Informationen im Umlauf sind.[120] Damit den Investoren nicht fälschlicherweise suggeriert wird, dass ein behördliches Gütesiegel durch die Prüfung der BaFin vorliegt, dürfen Hinweise auf die Aufgaben der BaFin nicht genannt werden.[121]

Eine Maßnahme zum Schutz der Investoren ist das 14-tägige Widerrufsrecht für die Investoren, die eine Vermögensanlage erwerben, für die kein Vermögensanlagen-Verkaufsprospekt erstellt werden musste.[122] Ein verbesserter Verbraucherschutz soll auch durch die Einführung von Einzelanlageschwellen je Investor erreicht werden. Laut dieser Vorschrift dürfen Privatinvestoren lediglich bis zu einem Betrag von 1000 Euro in ein Projekt investieren, außer es wird nachgewiesen, dass ein Betrag bis maximal 10000 Euro nicht das doppelte Monatseinkommen des Investors übersteigt oder der Investor über ein liquides Vermögen von mindestens 100.000 Euro verfügt.[123] Die Einhaltung dieser Grenzen ist durch die jeweilige Crowdinvesting-Plattform, in Form einer Selbstauskunft des Investors, zu prüfen. Diese Regelung gilt nicht für Investoren, die sich in den Unternehmensformen GmbH, AG oder KGaA firmiert haben.[124]

Unabhängig von dem neuen Gesetz gilt, wenn Unternehmen vertragliche Beziehungen mit den Investoren eingehen, bestehen sowohl ausdrückliche als auch ungeschriebene Pflichten, die es einzuhalten gilt. Werden diese Pflichten verletzt, können sich Schadensersatzansprüche des jeweiligen Vertragspartners ergeben. Ein Beispiel hierfür ist die Tatsache, dass es sich beim Crowdinvesting um eine Finanzierung über den Kapitalmarkt handelt und somit kapitalmarktrechtliche Pflichten wie beispielsweise die Informationspflicht einzuhalten sind. Bei Nichteinhaltung drohen auch hier finanzielle Risiken. Zivil- und strafrechtliche Konsequenzen können für die Geschäftsführer bei Verstößen gegen die Erlaubnispflicht durch das Betreiben unerlaubter Bankgeschäfte drohen. Die Erlaubnis kann dabei durch eine unwirksame oder ungenügende Rechtswirksamkeit von zum Beispiel (qualifizierten) Rangrücktritten laut den Beteiligungsverträgen ohne Absicht verletzt werden. Die WSS Redpoint Rechtsanwälte empfehlen hierzu eine tiefgehende Prüfung der Beteiligungsverträge, die oftmals von den Plattformbetreibern zur Verfügung gestellt werden.[125]

2 Crowdinvesting als Finanzierungsalternative

2.1 Ablauf von Crowdinvesting-Projekten

Nachfolgend wird exemplarisch der Verlauf einer Finanzierungsrunde dargestellt. Der Ablauf kann in acht wesentliche Phasen eingeteilt werden:[126]

[...]


[1] Vgl. Achleitner, A.-K. et al., Mittelstandsfinanzierung, 2008, S. 27 ff.

[2] Vgl. Kracht, F., Finanzierungsinstrumente, 2010, S. 5.

[3] Vgl. Achleitner, A.-K. et al., Mittelstandsfinanzierung, 2008, S. 29.

[4] Kreditklemme: Zurückhaltung der Banken bei der Vergabe von Krediten an beispielsweise Unternehmen.

[5] Vgl. Achleitner, A.-K. et al., Mittelstandsfinanzierung, 2008, S. 25 ff.; hierzu auch Langer, C. et al., Mittelstandsfinanzierung, 2013, S. 19.

[6] Vgl. Beck, R., Alternative Bankfinanzierung, 2016, o.S.

[7] FinTech-Unternehmen: Unternehmen, die moderne Technologien im Bereich der Finanzdienstleistungen anbieten. Crowdinvesting-Portale sind hierfür ein Beispiel.

[8] Vgl. Beck, R., Alternative Bankfinanzierung, 2016, o.S.

[9] Vgl. Zimmermann, V., Unternehmensfinanzierung, 2016, S. 5.

[10] Vgl. Seehausen, S., Unternehmensfinanzierung, 2014, S. 159.

[11] Vgl. KfW Bankengruppe, Finanzierungssituation, 2016, S. 15.

[12] Vgl. Gerstenberger, J., Kapitalausstattung, 2015, S. 1 f.

[13] Vgl. Kracht, F., Kapitalausstattung, 2010, S. 5.

[14] Vgl. ebd.

[15] Vgl. Ernst, V., Unternehmensfinanzierung, 2016, S. 24; Bendel, D. et al., Unternehmensfinanzierung, 2016, S. 37 ff.

[16] Vgl. Seehausen, S., Unternehmensfinanzierung, 2014, S. 159.

[17] Vor allem Kleinstunternehmen, siehe dazu Zimmermann, V., Unternehmensfinanzierung, 2016, S. 1.

[18] Vgl. Achleitner, A.-K. et al., Mittelstandsfinanzierung, 2008, S. 29.

[19] Vgl. Crowdfunding.de, Statistiken, 2017b, S. 1-7; siehe dazu Abbildung 4 auf S. VI.

[20] Vgl. ebd.; siehe dazu Abbildung 5 auf S. VI.

[21] Vgl. Crowdinvest.de, Statistiken, 2017a, S. 1.

[22] Vgl. ebd., 2017b, S. 1.

[23] Vgl. Unternehmerich, Crowdinvesting, 2015, S. 1 f.

[24] Im Rahmen dieser Arbeit werden die Begriffe Mittelstand, mittelständische Unternehmen oder KMU als Synonyme verwendet.

[25] Vgl. Hauser, H.-E., Wolter, H-J., Mittelstandsdefinition, 2001, S. 29-33.

[26] Vgl. Welter, F., Mittelstandsdefinition, 2013, S. 1 ff.

[27] IfM Bonn, Mittelstandsdefinition, 2017a, S. 1.

[28] Vgl. ebd.

[29] Vgl. Hauser, H.-E., Wolter, H-J., Mittelstandsdefinition, 2001, S. 29-33.

[30] Vgl. IfM Bonn, KMU-Definition, 2017b, S. 1.

[31] Vgl. ebd., 2017c, S. 1.

[32] Vgl. ebd., 2017a, S. 1.

[33] Vgl. ebd., 2017a, S. 1.

[34] Vgl. ebd., 2017c, S. 1.

[35] Vgl. Handelsgesetzbuch, §§ 267 und 267a.

[36] Vgl. Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union, KMU-Definition, 2015, S. 3 f.

[37] Vgl. Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union, KMU-Definition, 2015, S. 7.

[38] Vgl. ebd., S. 7 ff.

[39] Die Statistiken für das Jahr 2015 werden im September 2017 erwartet. Die Aussagekraft dieser Daten wird aufgrund der geringen jährlichen Veränderungen der Daten nur geringfügig geschmälert.

[40] Vgl. Haunschild, L. et al., Volkswirtschaftliche Bedeutung, 2007, S. 11 ff.

[41] Vgl. Achleitner, A.-K. et al., Mittelstandsfinanzierung, 2008, S. 13 f.

[42] Vgl. Abbildung 6 auf S. VII.

[43] Vgl. Simon, H., Hidden Champions, 2012, S. 83 ff.

[44] Siehe dazu, Simon, H., Hidden Champions, 2007, S. 237 ff.

[45] Vgl. Zimmermann, V., Unternehmensfinanzierung, 2016, S. 1.

[46] Vgl. KfW Bankengruppe, Finanzierungssituation, 2016, S. 14 f.

[47] Vgl. ebd., S. 12; siehe dazu Abbildung 7 auf S. VII im Anhang.

[48] Vgl. Zimmermann, V., Unternehmensfinanzierung, 2016, S. 5.

[49] Vgl. ebd., S. 5 f.

[50] Vgl. ebd., S. 8.

[51] Vgl. Kracht, F., Kapitalausstattung, 2010, S. 5.

[52] Vgl. Zimmermann, V., Unternehmensfinanzierung, 2016, S. 11-15.

[53] Vgl. Gerstenberger, J., Kapitalausstattung, 2015, S. 1.

[54] Vgl. ebd., S. 2 f.

[55] Siehe dazu Abbildung 9 auf S. VIII im Anhang.

[56] Vgl. Gerstenberger, J., Kapitalausstattung, 2015, S. 1 ff.

[57] Siehe dazu Abbildung 10 auf S. IX im Anhang.

[58] Vgl. Zimmermann, V., Unternehmensfinanzierung, 2016, S. 11-15.

[59] Vgl. Creditreform Wirtschaftsforschung, Unternehmensfinanzierung, 2016, S. 5-9.

[60] Vgl. IfM Bonn, KMU-Definition, 2017b, o.S; siehe dazu Abbildung 11 auf S. IX im Anhang.

[61] Kurzfristige Bankkredite mit Laufzeiten von zwölf Monaten.

[62] Bendel, D. et al., Unternehmensfinanzierung, 2016, S. 43-49.

[63] Vgl. Abschnitt 2.2 auf S. 33.

[64] Vgl. Howe, J., Crowdsourcing, 2008, S. 1.

[65] Howe, J., Crowdsourcing, o.J., S. 1.

[66] Vgl. Howe, J., Crowdsourcing, o.J., S. 1.

[67] Vgl. Unterberg, B., Crowdsourcing, 2012, S. 121.

[68] Kollektive Intelligenz, auch Schwarmintelligenz genannt, spricht das Wissen der Vielen an; siehe dazu Sixt, E., Kollektive Intelligenz, 2014, S. 19 f.; Surowiecki, J., Kollektive Intelligenz, 2005, S. 17 ff.

[69] Uehlecke, J., Kollektive Intelligenz, 2007, S. 2.

[70] Vgl. Heimbuch, A., Crowdfunding, 2010, S. 6.

[71] Vgl. Jahnke, I., Prilla, M., Crowdsourcing, 2008, S. 132 ff.

[72] Vgl. Surowiecki, J., Kollektive Intelligenz, 2005, S. 17 ff.

[73] Vgl. Lackes, R. et al., Outsourcing, o.J., S. 1.

[74] Vgl. Lackes, R., Siepermann, M., Open-Source, o.J., S. 1.

[75] Vgl. Howe, J., Crowdsourcing, 2008, S. 280 ff.

[76] Vgl. Leimeister, J.M., Crowdvoting, 2012, S. 389.

[77] Vgl. ebd., S. 388-392.

[78] Vgl. Georgy, U., Crowdvoting, 2015, S. 35.

[79] Vgl. Pelzer, C., Crowdwisdom, 2011, S. 2 f.

[80] Vgl. Letz, S., Crowdwisdom, 2014, S. 1.

[81] Vgl. Unterberg, B., Crowdwisdom, 2012, S. 128 f.

[82] Vgl. Letz, S., Crowdcreation, 2014, S. 5 f.

[83] Vgl. Pelzer, C., Crowdcreation, 2011, S. 2.

[84] Vgl. Georgy, U., Crowdcreation, 2015, S. 33.

[85] Vgl. Bendel, O., Crowdfunding, 2017, S. 1.

[86] Vgl. Kortleben, H., Vollmar, B., Crowdfunding, 2012, S. 4 f.

[87] Vgl. BBC News, Crowdfunding Beispiel, 2013, S. 1-10.

[88] Vgl. ArtistShare, Crowdfunding-Plattform, 2017, S. 1 ff.

[89] Vgl. Unterberg, B., Crowdfunding-Plattform, 2012, S. 130.

[90] MySherpas hat mittlerweile den Betrieb eingestellt.

[91] Vgl. Kaltenbeck, J., Crowdfunding, 2011, S. 8.

[92] Siehe dazu Tabelle 17 auf S. IX.

[93] Vgl. Bendel, O., Crowdfunding, 2017, S. 1.

[94] Vgl. Mahlstede, S., Crowdfunding, 2012, S. 1-4.

[95] Vgl. Sixt, E., Crowdfunding, 2014, S. 56 ff.

[96] Vgl. ebd., S. 56.

[97] Vgl. ebd., S. 57.

[98] Vgl. Kaltenbeck, Crowddonating, 2011, J., S. 8.

[99] Vgl. Kortleben, H., Vollmar, B., Crowdfunding, 2012, S. 5 f.

[100] Vgl. Beck, R., Crowdlending, 2014, S. 26 f.

[101] Vgl. Carstens, J., Schramm, D., Crowdfunding-Prinzip, 2014, S. 4.

[102] Vgl. Lufthansa, Crowdfunding-Prinzip, 2010, S. 71-75.

[103] Vgl. Harzer, A., Web 2.0, 2013, S. 39-42; Sixt, E., Crowdfunding, 2014, S. 7 ff.; siehe dazu Tabelle 17 auf S. IX.

[104] Vgl. Crowdfunding.de, Crowdinvesting, 2017a, S. 1 ff.

[105] Vgl. Beck, R., Crowdinvesting, 2014, S. 28 f.; siehe dazu Abschnitt 2.2 auf S. 33.

[106] Vgl. Hornuf, L., Klöhn, L., Crowdinvesting, 2012, S. 239.

[107] Vgl. Beck, R., Crowdinvesting, 2014, S. 30 f.

[108] Vgl. Löher, J. et al., Unternehmensfinanzierung, 2015, S. 1 f.

[109] Vgl. Bundesfinanzministerium, Kleinanlegerschutzgesetz, 2015, S. 1 f.

[110] Vgl. ebd., S. 2.

[111] Vgl. Bußalb, J.-P., Kleinanlegerschutzgesetz, 2015a, S. 12-15.

[112] Vgl. Vermögensanlagengesetz, § 5b, Artikel 2, Nr. 5.

[113] Vgl. Bundesfinanzministerium, Kleinanlegerschutzgesetz, 2015, S. 12.

[114] Vgl. Vermögensanlagengesetz, § 2, Absatz 1, Nr. 3.

[115] Vgl. WSS Redpoint Rechtsanwälte, Prospektpflicht, 2016, S. 38-41.

[116] Vgl. WSS Redpoint Rechtsanwälte, Prospektpflicht, 2016, S. 54 ff.

[117] Vgl. Bundesfinanzministerium, Kleinanlegerschutzgesetz, 2015, S. 9.

[118] Vgl. Vermögensanlagengesetz, § 13, Absatz 6.

[119] Vgl. Bundesfinanzministerium, Kleinanlegerschutzgesetz, 2015, S. 5.

[120] Vgl. Vermögensanlagengesetz, § 11.

[121] Vgl. Bundesfinanzministerium, Kleinanlegerschutzgesetz, 2015, S. 3.

[122] Vgl. ebd., S. 11.

[123] Vgl. Bundesfinanzministerium, Verbraucherschutz, 2015, S. 10.

[124] Vgl. Haake, K., Verbraucherschutz, 2015, S. 2-4.

[125] Vgl. WSS Redpoint Rechtsanwälte, Rechtliche Risiken, 2016, S. 51-57.

[126] Quelle: Eigene Aufteilung.

Ende der Leseprobe aus 79 Seiten

Details

Titel
Crowdinvesting als alternatives Finanzierungsinstrument für den deutschen Mittelstand
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Stuttgart
Note
1,5
Autor
Jahr
2017
Seiten
79
Katalognummer
V377606
ISBN (eBook)
9783668551404
ISBN (Buch)
9783668551411
Dateigröße
1341 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Crowdinvesting, KMU, Deutscher Mittelstand, Alternative Finanzierung, Finanzierungsalternative, Schwarmfinanzierung
Arbeit zitieren
B.A. Jan-Philip Kraut (Autor), 2017, Crowdinvesting als alternatives Finanzierungsinstrument für den deutschen Mittelstand, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/377606

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