Im Hinblick auf die immer wieder stattfindenden Demonstrationen gegen "alte" und für "neue" Energieformen, Nuklearkatastrophen, wie Fukushima und Tschernobyl, die Absicht der Bundesregierung zum Atomausstieg und der damit einhergehenden Energiewende, sollen nun die Geschäftsmodelle, sowohl die klassischen als auch die neu entstehenden und im Wandel befindlichen, betrachtet werden. Dabei spielen vor allem die externen Akteure, wie die Kunden oder der Staat, eine bedeutende Rolle.
Bevor man sich nun mit den externen Akteuren und dem Wandel der Geschäftsmodelle im Bereich der erneuerbaren Energien beschäftigen kann, muss definiert werden, was unter Geschäftsmodellen und erneuerbaren Energien zu verstehen ist und wer genau die essenziellen Akteure sind.
Aufgrund der Komplexität des Geschäftsmodell-Konzepts, oder auch Business Model, gibt es bis heute keine allgemein gültige Definition des Begriffs. Daher ist die nachfolgende Definition auch nicht als eine abschließende zu betrachten: "Ein Geschäftsmodell (engl. Business Model) ist eine modellhafte Repräsentation der logischen Zusammenhänge, wie eine Organisation bzw. Unternehmen Mehrwert für Kunden erzeugt und einen Ertrag für die Organisation sichern kann."
Aus dieser Definition lassen sich drei Kernfragen ableiten:
1. Welchen Nutzen stiftet das Unternehmen seinen Kunden und seinen Partnern?
2. Wie erbringt das Unternehmen diesen Nutzen?
3. Wie verdient das Unternehmen sein Geld bzw. wie erwirtschaftet es seinen Ertrag?
Die Frage nach dem Nutzen, den das Unternehmen stiftet, bezieht gleichzeitig die externen Akteure des Geschäftsmodells mit ein. Dabei sind mit externen Akteuren die Kunden, der Staat, hier insbesondere die staatlichen Marktregulatoren, und die Wettbewerber des Unternehmens gemeint. Als erneuerbare Energien werden die regenerativen Energieformen verstanden, d.h. solche Energieformen, die nicht auf fossile, endliche Energieträger, wie Öl oder Kohle, zurückgreifen .
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Geschäftsmodelle
2.1 Akteure
2.2 Business Model-Change
2.3 Umfang der Veränderungen
3. Neue Geschäftsmodelle
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den fundamentalen Wandel der Geschäftsmodelle in der Energiewirtschaft, der durch externe Faktoren wie politische Entscheidungen, technologische Fortschritte und veränderte Verbraucherbedürfnisse ausgelöst wird. Dabei steht die zentrale Frage im Fokus, wie sich klassische Energieunternehmen angesichts dieser neuen Rahmenbedingungen und neuer Wettbewerber neu positionieren müssen, um zukunftsfähig zu bleiben.
- Analyse der Rolle externer Akteure (Staat, Kunden, Wettbewerber)
- Untersuchung der Triebkräfte für den "Business Model-Change"
- Klassifizierung von Change-Modellen in der Energiebranche
- Vorstellung innovativer Geschäftsmodelle der Solarwirtschaft
- Bedeutung der Digitalisierung und technischer Neuerungen
Auszug aus dem Buch
2.2 Business Model-Change
Um auf lange Sicht erfolgreich zu sein oder es zu bleiben, bedarf es unternehmerischer Veränderungen. Dieser Wandel wird Business Model-Change genannt. Dabei können die Veränderungen durch interne als auch durch externe Einflüsse hervorgerufen werden. Der Wandel kann von einer eher geringen bis zu einer radikalen Neuorientierung geprägt sein. Am Beispiel der erneuerbaren Energien handelt es sich um einen eher radikaleren Wandel, da hier nicht nur einzelne Teile der Wertschöpfungskette, sondern vielmehr die gesamte Wertschöpfungskette sowie die Kundenstruktur und der Markt betroffen sind.
Triebkräfte von unternehmerischen Wandel sind insbesondere die Märkte, welche stetigen Schwankungen, durch z. B. den Neueintritt eines Konkurrenten, unterliegen, sowie der Technologiesektor, durch Weiterentwicklungen, Verbesserungen und Neuentwicklung verwendeter Technologien. Dazu gehören auch sogenannte Disruptive Technology. Darunter versteht man, Technologien die bislang schlechtere Leistungsmerkmale aufweisen als die herkömmlichen. Diese Defizite können durch Weiterentwicklungen und neue Leistungsmerkmale ausgeglichen werden und die vorher „schlechtere“ Technologie kann die bisherige ersetzen. Als ein Beispiel hierfür kann man die Solartechnologie nehmen, war der Wirkungsgrad anfangs noch defizitär und dadurch die Menge an erzeugter Energie mit Hilfe von Photovoltaikanlagen noch recht gering, hat sich dies in den letzten Jahren gewandelt. Durch neue Technologien konnte der Wirkungsgrad erhöht werden und die Stromerzeugung hat infolge dessen zugenommen. Gleiches gilt auch für die Windkraftanlagen, wie man sehr gut an der nachfolgenden Grafik erkennen kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Energiewende ein und definiert grundlegende Begriffe wie Geschäftsmodelle und erneuerbare Energien als Basis für die weitere Analyse.
2. Geschäftsmodelle: Hier wird der Druck auf traditionelle Energieunternehmen beleuchtet und der Prozess des unternehmerischen Wandels sowie dessen Umfang anhand verschiedener Modelle analysiert.
3. Neue Geschäftsmodelle: Das Kapitel beschreibt konkrete innovative Ansätze in der Solarwirtschaft, wie den Eigenverbrauch und die Direktbelieferung, sowie neue Rollen der Energieversorger.
4. Fazit: Das Fazit fasst den grundlegenden Wandel zusammen und gibt einen Ausblick auf die steigende Nachfrage durch Elektromobilität und die Herausforderungen der Gesetzgebung.
Schlüsselwörter
Energiewende, Geschäftsmodelle, Business Model-Change, erneuerbare Energien, externe Akteure, Energiewirtschaft, Digitalisierung, Photovoltaik, Stromerzeugung, Infrastruktur, Elektromobilität, Wertschöpfungskette, Dezentralisierung, Smart Grid, Nachhaltigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Transformation der Geschäftsmodelle von Energieunternehmen infolge der Energiewende und der zunehmenden Bedeutung externer Einflussfaktoren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den Schwerpunkten zählen der Einfluss von Staat und Kunden, die Notwendigkeit des Business Model-Change sowie die technologischen Entwicklungen im Bereich der erneuerbaren Energien.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, den Wandel der Geschäftsmodelle zu erklären und aufzuzeigen, wie Unternehmen auf veränderte Marktbedingungen reagieren müssen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse und die Untersuchung theoretischer Change-Modelle im Management-Kontext.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Akteure, die Prozesse des Wandels sowie spezifische neue Geschäftsmodelle wie den Eigenverbrauch und infrastrukturelle Anpassungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Energiewende, Business Model-Change, Dezentralisierung und Digitalisierung der Energiewirtschaft.
Warum ist das "Smart Grid" ein wichtiges Beispiel in der Arbeit?
Es dient als Beispiel für eine technologische Entwicklung, die eine multidirektionale Vernetzung von Erzeugern und Verbrauchern erfordert und bestehende Geschäftsmodelle verändert.
Wie beeinflusst der Staat als externer Akteur die Branche?
Durch Gesetze zur Energiewende und zum Umweltschutz setzt der Staat neue Rahmenbedingungen, die sowohl Druck auf alte Marktführer ausüben als auch Chancen für neue Geschäftsmodelle schaffen.
- Arbeit zitieren
- Maximilian Schmitz-Klüner (Autor:in), 2016, Erneuerbarer Energien. Die Rolle von externen Akteuren im Wandel von Geschäftsmodellen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/377714