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Wie bringt Bellini seine Bilder zum Weinen? Zum Forschungsstand der neurologischen Basis der Empathie und ihrem Beitrag zur kunstwissenschaftlichen Empathietheorie

Título: Wie bringt Bellini seine Bilder zum Weinen? Zum Forschungsstand der neurologischen Basis der Empathie und ihrem Beitrag zur kunstwissenschaftlichen Empathietheorie

Trabajo Escrito , 2016 , 25 Páginas

Autor:in: Michelle Sorin (Autor)

Arte - Historia del Arte
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Nachdem ich die Forschungsgeschichte und -erkenntnisse der Empathieforschung abgehandelt habe, werde ich diese schließlich durch die neugewonnenen Erkenntnisse der besagten Neurologen kompletieren. Anschließend werde ich die besprochenenen Erkenntnisse kunsttheoretisch anhand eines Gemäldes von Bellini erproben. Wie genau lässt Bellini seine Bilder denn nun weinen? Diese Frage, und ihre Implikationen, soll am Ende noch einmal in Erwägung gezogen werden.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Bellinis Pietà – Beschreibung

3. Die historische Entwicklung der Empathietheorie

3.1. Albertis „Della Pittura“

3.2. Empathie und Emotionen im 19. und 20. Jahrhundert

4. Die neuronale Basis der Empathie

4.1. Die Entdeckung der Spiegelneuronen und ihre Funktion

4.2. Die Wirkung der Spiegelneuronen am Beispiel des Ekels

4.3. Der As-if Body Loop nach Damasio

5. Bellinis Pietà – Neurologische Rekonstruktion physischer Empathie

6. Endbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die neuronale Basis der Empathie im Kontext der Kunstgeschichte, um zu klären, wie bildnerische Darstellung durch gezielte Betrachterlenkung emotionale Reaktionen beim Rezipienten auslösen kann, exemplarisch verdeutlicht an Giovanni Bellinis Pietà.

  • Kulturwissenschaftliche Empathietheorien von der Frührenaissance bis zum 20. Jahrhundert
  • Neurowissenschaftliche Grundlagen der Empathie, insbesondere Spiegelneuronen
  • Die Funktion von Spiegelneuronen bei der affektiven Übertragung von Emotionen
  • Das Konzept des "As-if Body Loop" als Erklärungsmodell für emotionale Teilhabe
  • Interdisziplinäre Analyse der künstlerischen Strategien in Bellinis Pietà

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

„Sobald die (vom Weinen) geschwollenen Augen die Klagen hervorbrechen ließen, konnte das Werk des Giovanni Bellini weinen.“ Diese im ersten Augenblick undurchsichtig erscheinende Formulierung, die man auf dem Cartellino auf Bellinis „Piéta di Brera“ (ca. 1465, Abb. 1) zu sehen ist, fasst Bellinis künstlerisches Credo zusammen, dass ein Bildprogramm deutlich macht, welches an die Emotionen des Betrachters appelliert. Das Bild soll eine empathische Reaktion bei dem Betrachter auslösen, ganz so „als ob“ er physisch an der dargestellten Szene teil hätte.

Sicherlich ist eine solche gezielte Betrachterlenkung keine Innovation, die erst die Frührenaissance, geschweige denn Bellini, hervorbrachte; nichtsdestotrotz war der Wandel der Ikonenmalerei in der Frührenaissance prägend für die Kunstgeschichte. Heiligen-darstellung erhalten in der Frührenaissance eine weitaus menschlichere Gestalt, als es in vergangenen Jahrhunderten üblich war. Der Betrachter wurden nun aktiv in das sakrale Geschehen, welches sich in einer theatrale Bildsprache vor ihm ausbreitete, eingebunden mit dem Ziel eine empathische Reaktion bei dem Betrachter auszulösen und ihn emotional zu bewegen.

Welche Elemente jener Bildsprache sind es im Besonderen, die im Stande sind die Emotionen des Betrachters zu bewegen? Was bedeutet das überhaupt, „etwas bewegt jemanden“? Hat die körperliche Bewegung etwas mit der emotionalen zu tun? Diese und ähnliche Fragestellungen sind es, die im Verlauf dieser Hausarbeit geklärt werden sollen. Dabei sollen jedoch vorallem kunstwissenschaftliche und neurologische Theorien der Empathie im Fokus meiner Betrachtungen stehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Fragestellung ein, wie Bellinis Bildsprache gezielt emotionale Reaktionen beim Betrachter hervorruft und definiert den Rahmen der interdisziplinären Untersuchung.

2. Bellinis Pietà – Beschreibung: Dieses Kapitel liefert eine detaillierte formale Analyse der Pietà von Giovanni Bellini und beschreibt die Komposition der zentralen Figurengruppe.

3. Die historische Entwicklung der Empathietheorie: Es wird die kunsttheoretische Genese des Empathiebegriffs von Leon Battista Alberti über die "Einfühlungstheorie" des 19. Jahrhunderts bis hin zu Aby Warburg nachgezeichnet.

4. Die neuronale Basis der Empathie: Dieses Kapitel erläutert die neurowissenschaftlichen Grundlagen der Empathie, insbesondere die Entdeckung der Spiegelneuronen, die Funktion bei Ekel sowie das Modell des "As-if Body Loop" von Antonio Damasio.

5. Bellinis Pietà – Neurologische Rekonstruktion physischer Empathie: Die theoretischen Erkenntnisse aus der Neurowissenschaft werden hier auf die visuelle Analyse von Bellinis Pietà angewendet, um die empathische Wirkung auf den Betrachter zu erklären.

6. Endbemerkung: Die Endbemerkung resümiert, dass die moderne Hirnforschung das Verständnis für die empathische Wirkung von Kunstwerken schärft und das Konzept der künstlerischen Vermittlung motorischer und emotionaler Erfahrungen bestätigt.

Schlüsselwörter

Empathie, Bellini, Pietà, Spiegelneuronen, Einfühlung, Kunstgeschichte, Neurowissenschaft, As-if Body Loop, Betrachterlenkung, Affektübertragung, Bildtheorie, Emotion, Mimik, Gestik, Rezeption.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie durch künstlerische Gestaltung in Gemälden, speziell in Bellinis Pietà, empathische Reaktionen beim Betrachter hervorgerufen werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umspannen die kunsthistorische Entwicklung des Empathiebegriffs sowie aktuelle neurowissenschaftliche Erkenntnisse über die Funktionsweise des menschlichen Gehirns bei der emotionalen Teilhabe.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, eine Brücke zwischen der kunstgeschichtlichen Analyse der Bildsprache und der neurowissenschaftlichen Erklärung von Empathie zu schlagen, um die Wirkung der Pietà präzise zu begründen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin kombiniert formale kunsthistorische Bildanalyse mit einer theoretischen Aufarbeitung der historischen Empathie-Diskursgeschichte und verknüpft diese mit biologischen Modellen der Neuropsychologie.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historische Entwicklung der Einfühlungstheorie, erklärt die Funktion der Spiegelneuronen und des "As-if Body Loop" und führt diese auf das spezifische Beispiel von Bellinis Werk zurück.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Empathie, Spiegelneuronen, Einfühlung, Affektübertragung und Bildtheorie.

Warum spielt die Figur des Johannes in Bellinis Pietà eine so große Rolle für die Empathie?

Johannes fungiert als Mittlerfigur zwischen der internen Bildhandlung und der Welt des Betrachters; sein Blick und seine Körperhaltung binden den Betrachter aktiv in das theatrale Geschehen ein.

Was genau beschreibt der "As-if Body Loop" nach Damasio in diesem Kontext?

Das Konzept beschreibt, wie das Gehirn in der Lage ist, emotionale Zustände eines Gegenübers zu simulieren, ohne dass der Betrachter selbst die körperliche Handlung vollständig physisch vollziehen muss.

Final del extracto de 25 páginas  - subir

Detalles

Título
Wie bringt Bellini seine Bilder zum Weinen? Zum Forschungsstand der neurologischen Basis der Empathie und ihrem Beitrag zur kunstwissenschaftlichen Empathietheorie
Universidad
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Kunst- und Bildgeschichte)
Autor
Michelle Sorin (Autor)
Año de publicación
2016
Páginas
25
No. de catálogo
V377762
ISBN (Ebook)
9783668554696
ISBN (Libro)
9783668554702
Idioma
Alemán
Etiqueta
bellini bilder weinen forschungsstand basis empathie beitrag empathietheorie
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Michelle Sorin (Autor), 2016, Wie bringt Bellini seine Bilder zum Weinen? Zum Forschungsstand der neurologischen Basis der Empathie und ihrem Beitrag zur kunstwissenschaftlichen Empathietheorie, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/377762
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