1. Einleitung
Diese Hausarbeit befasst sich mit der Entwicklung der Staatsunternehmen in der Volksrepublik China unter besonderer Betrachtung der zahlreichen Reformen seit 1949 bis zum Paradigmenwechsel hin zur sozialistischen Marktwirtschaft 1997.
Nach einer kurzen Bestimmung der relevanten Begriffe erfolgt ein quantitativerer Überblick über die gesamtwirtschaftliche Bedeutung der Staatsunternehmen. Den Hauptteil der Arbeit bildet eine Darstellung über die Entwicklung der Staatsunternehmen und die
Reformen im Zeitablauf. Hierbei werden jeweils die Auswirkungen der Reformen auf das interne Führungssystem und die externe Organisationsstruktur betrachtet. Weiterhin werden die Gründe aufgezeigt, die letztendlich zum nächsten Reformversuch führten.
Aus dieser Darstellung werden abschließend die grundlegenden Ursachen abgeleitet, die für den mangelnden Erfolg der Staatsunternehmen auch nach zahlreichen Reformen verantwortlich sind. Als Ausblick werden die aktuellen Reformbemühungen und die
damit verbundenen Herausforderungen kurz angesprochen.
[...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsbestimmung
3. Bedeutung der Staatsunternehmen im Vergleich zu anderen Eigentumsformen
4. Historische Entwicklung der Staatsunternehmen in der V.R. China und Reformen bis 1997
4.1 Entstehung der Staatsunternehmen
4.2 Die Machtübernahme der Kommunisten und das „one-man management“-System
4.3 DRSULP, Großer Sprung und Kulturrevolution
4.4 Einleitung der Reform- und Öffnungspolitik
4.5 Das vertragsgebundene Verantwortungssystem
5. Gründe für die nicht zufriedenstellenden Ergebnisse der Reformpolitik
6. Privatisierung und sozialistische Marktwirtschaft als Ausweg?
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung und die verschiedenen Reformphasen der Staatsunternehmen in der Volksrepublik China von 1949 bis 1997. Ziel ist es, die Ursachen für das Scheitern zahlreicher Reformversuche sowie die strukturellen Herausforderungen der Transformation zur sozialistischen Marktwirtschaft aufzuzeigen.
- Historische Genese der chinesischen Staatsunternehmen.
- Einfluss politischer Kampagnen auf das Management und die Organisationsstruktur.
- Analyse des "vertragsgebundenen Verantwortungssystems" und dessen Grenzen.
- Ökonomische Auswirkungen staatlicher Preispolitik und Planvorgaben.
- Die Prinzipal-Agent-Problematik in einem sozialistischen Wirtschaftssystem.
Auszug aus dem Buch
4.4 Einleitung der Reform- und Öffnungspolitik
Das DRSULP wurde offiziell 1978 wieder eingeführt, wobei Reformen 1982 und 1983 die Rolle des Direktors im Bereich der Verwaltung des Unternehmens stärkten. Dennoch behielt das Parteikomitee die führende Rolle in allen wichtigen Bereichen. Weiterhin tendierten die an sich für Tagesgeschäft zuständigen Direktoren dazu, für sämtliche Tätigkeiten die Zustimmung der Parteisekretäre zu suchen. Dies führte allerdings letztendlich dazu, dass das Parteikomitee auf seinen Sitzungen nicht in der Lage war, alle anfallenden Managementaufgaben wahrzunehmen. Das DRSULP entwickelte sich somit zu einem „one-man management“ der Parteisekretäre, die aber in den meisten Fällen nicht die notwendigen betriebswirtschaftlichen Kompetenzen besaßen und vor ihrem parteiideologischen Hintergrund wirtschaftliche Überlegungen den parteipolitischen Prinzipien unterordneten.
Wie DING (1999:34) schreibt, war das Ziel der 1978 eingeleiteten Reformpolitik allerdings nicht die Marktwirtschaft. Vielmehr gingen die wirtschaftspolitischen Entscheidungsträger davon aus, dass die Ineffizienz der Staatswirtschaft auf zu wenig Anreiz zu besserer Arbeit zurückzuführen sei. Folglich wurden die Kompetenzen der Staatsunternehmen erweitert und ein Gewinnanreizsystem eingeführt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die historische Entwicklung der chinesischen Staatsunternehmen ein und benennt den Untersuchungszeitraum von 1949 bis zum Paradigmenwechsel 1997.
2. Begriffsbestimmung: Es werden die zentralen Begriffe Staatsunternehmen, Organisationsstruktur und Führungssysteme im Kontext der chinesischen Planwirtschaft definiert.
3. Bedeutung der Staatsunternehmen im Vergleich zu anderen Eigentumsformen: Dieses Kapitel liefert einen statistischen Überblick über den Anteil der Staatsunternehmen an der Industrieproduktion im Vergleich zu Kollektiv- und Privatunternehmen.
4. Historische Entwicklung der Staatsunternehmen in der V.R. China und Reformen bis 1997: Eine detaillierte Analyse der verschiedenen Epochen, von der Machtübernahme der Kommunisten über den Großen Sprung bis hin zum vertragsgebundenen Verantwortungssystem.
5. Gründe für die nicht zufriedenstellenden Ergebnisse der Reformpolitik: Untersuchung der strukturellen Defizite, wie das mehrdimensionale Zielsystem, fehlende Haftung und das sozialistische Menschenbild, welche die Reformen behinderten.
6. Privatisierung und sozialistische Marktwirtschaft als Ausweg?: Das Fazit bewertet die Bemühungen um eine moderne Unternehmensführung und diskutiert den notwendigen Paradigmenwechsel.
Schlüsselwörter
Staatsunternehmen, Volksrepublik China, Planwirtschaft, Reformpolitik, DRSULP, Privatisierung, sozialistische Marktwirtschaft, Organisationsstruktur, Parteikomitee, Wirtschaftsreform, Eigentumsformen, Industriereform, Unternehmensführung, Transformationsökonomie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die Entwicklung und die systemischen Reformen der staatlichen Unternehmen in der Volksrepublik China von 1949 bis 1997.
Welche Themenfelder stehen im Fokus?
Zentrale Themen sind die historische Entwicklung der Industriestruktur, die Machtverteilung zwischen Parteikomitees und Management sowie die Transformation von der zentralen Planwirtschaft hin zu marktwirtschaftlichen Ansätzen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Ableitung der grundlegenden Ursachen für den mangelnden Erfolg der Staatsunternehmen trotz zahlreicher Reformversuche im betrachteten Zeitraum.
Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?
Die Autorin oder der Autor verwendet eine deskriptive Darstellung der historischen Entwicklung auf Basis von wirtschaftswissenschaftlicher Literatur und statistischen Daten zur Industrieproduktion.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Reformphasen, angefangen beim "one-man management" über das DRSULP bis hin zum vertragsgebundenen Verantwortungssystem.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren den Text?
Wichtige Begriffe sind Staatsunternehmen, China, Reformpolitik, Planwirtschaft und sozialistische Marktwirtschaft.
Wie wirkte sich das vertragsgebundene Verantwortungssystem in der Praxis aus?
Obwohl es die Autonomie der Direktoren stärken sollte, blieb das System aufgrund von Koordinationsproblemen, fehlender Klarheit in der Kompetenzverteilung und der fortbestehenden politischen Einflussnahme weitgehend ineffektiv.
Warum wird die Rolle der Parteisekretäre als problematisch dargestellt?
Die Parteisekretäre besaßen oft keine ausreichenden betriebswirtschaftlichen Kenntnisse und mussten wirtschaftliche Entscheidungen parteipolitischen Prinzipien unterordnen, was die Effizienz der Unternehmen minderte.
- Quote paper
- Stephan Lechner (Author), 2001, Entwicklung und Reformen der Staatsunternehmen in der VR China unter der sozialistischen Planwirtschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/377