Weltwirtschaftliche Handelsbeziehungen werden von international agierenden Institutionen und deren Regelungen geordnet. Eine globale Gültigkeit hat das allgemeine Zoll- und Handelsabkommen (GATT), aus dem 1994 die Welthandelsorganisation (WTO) gegründet wurde.
Zwischenstaatliche Außenhandelsbeziehungen werden vermehrt durch protektionistische Eingriffe gestört. Die Welthandelsorganisation erfasst in einem halbjährlichen Bericht alle protektionistischen Maßnahmen der 20 größten Volkswirtschaften (G20): In den letzten sechs Jahren hat sich die Zahl der importbeschränkenden Maßnahmen der G20 fast vervierfacht. Dieser Trend zeigt, dass nur eine multilaterale Ordnungsform den Welthandel regulieren kann.
Die Zunahme der Handelshemmnisse dient als Anlass den „Protektionismus“ in der vorliegenden Arbeit zu untersuchen. Im Folgenden soll dieser definiert und dessen Ziele erläutert werden. Darauf aufbauend wird auf mögliche Maßnahmen und Instrumente eingegangen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition Protektionismus
3. Ziele des Protektionismus
4. Instrumente des Protektionismus
5. Fazit und Ausblick
Zielsetzung und Themenfelder
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen des Protektionismus vor dem Hintergrund zunehmender Handelshemmnisse im internationalen Kontext. Ziel ist es, den Begriff präzise zu definieren, die zugrunde liegenden staatlichen Zielsetzungen zu analysieren sowie die verschiedenen tarifären und nicht-tarifären Instrumente der Außenwirtschaftspolitik darzustellen und kritisch einzuordnen.
- Grundlagen und Begriffsbestimmung des Protektionismus
- Staatliche Motive und Ziele protektionistischer Eingriffe
- Differenzierung zwischen tarifären und nicht-tarifären Instrumenten
- Analyse administrativer und gefühlsorientierter Maßnahmen
- Aktuelle handelspolitische Entwicklungen im Kontext der G20
Auszug aus dem Buch
4. Instrumente des Protektionismus
Einem Staat stehen politische Instrumente und Maßnahmen zu Verfügung, um die in Kapitel 3 genannten Ziele einer protektionistisch orientierten Außenpolitik umzusetzen. Diese sind in Tabelle 1 zusammengefasst dargestellt. Man unterscheidet dabei zwischen dem tarifären- und nicht-tarifären Protektionismus.12
Der tarifäre Protektionismus beinhaltet alle direkten staatlichen Importbeschränkungen, die zum Schutz inländischer Branchen vollzogen werden. Zum Beispiel durch anfallende Importzölle (u.a. Mengen-, Wert und Gleitzoll). Hier liegt eine direkte Preisbeeinflussung von Gütern vor, darunter fallen auch Subventionszahlungen an Exporteure oder inländische Anbieter von Importsubstitutionsgütern.
Nicht-tarifärer Protektionismus dient als Sammelbegriff für alle sonstigen handelsbeschränkende Maßnahmen, in dem indirekt Einfluss auf Warenströme genommen wird. Beispielweise durch die Verhängung von Importkontingenten.
Ebenfalls können Güterpreise durch Mengen- und Wertbegrenzungen beim Import beeinflusst werden. Im Extremfall kann eine solche Kontingentbegrenzung bis zum Importverbot führen.14
Den internationalen Austausch von Gütern und Dienstleistungen können staatliche Instanzen durch qualitative Mittel, deren Auswirkungen nicht direkt messbar sind, beeinflussen. Dies kann beispielsweise über Ausschreibungskriterien bei öffentlichen Aufträgen oder durch technische Normen für Produkte geschehen. Diese können gezielt aus übergeordneten sachlichen Gründen (z.B. Umweltschutz) festgelegt werden, mit denen vor allem ausländische Anbieter betroffen sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung protektionistischer Eingriffe in den Welthandel und begründet die Notwendigkeit einer Definition sowie Analyse dieses Phänomens.
2. Definition Protektionismus: Dieses Kapitel definiert Protektionismus als Summe wirtschaftspolitischer Maßnahmen, die darauf abzielen, heimische Wirtschaftszweige vor internationaler Konkurrenz zu schützen.
3. Ziele des Protektionismus: Hier werden die Gründe dargelegt, warum Staaten protektionistisch handeln, etwa zur Sicherung von Arbeitsplätzen, der Zahlungsbilanz oder dem Erhalt gefährdeter Industriezweige.
4. Instrumente des Protektionismus: Dieses Kapitel klassifiziert und erläutert die verschiedenen politischen Werkzeuge, wie Zölle, Importquoten oder administrative Hemmnisse, die Staaten zur Handelssteuerung einsetzen.
5. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und stellt fest, dass trotz internationaler Bekenntnisse zum Freihandel, insbesondere durch die G20, der Spielraum für protektionistische Maßnahmen weiterhin besteht.
Schlüsselwörter
Protektionismus, Außenhandel, Welthandel, Handelshemmnisse, Zölle, Importkontingente, Wirtschaftspolitik, G20, Freihandel, Marktintervention, Subventionen, Wirtschaftsschutz, Handelsbeziehungen, Wettbewerb, Globalisierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Definition und der praktischen Anwendung des Protektionismus als wirtschaftspolitisches Instrument im internationalen Handel.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der begrifflichen Einordnung, den ökonomischen Beweggründen für protektionistische Maßnahmen sowie der detaillierten Beschreibung verschiedener handelshemmender Instrumente.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, ein Verständnis dafür zu schaffen, warum Staaten den Freihandel einschränken und welche konkreten Mittel sie dafür nutzen, um inländische Wirtschaftszweige zu stützen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die einschlägige Quellen der Außenwirtschaftstheorie und aktuelle handelspolitische Berichte miteinander verknüpft.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsbestimmung, die Analyse staatlicher Ziele und eine detaillierte Aufschlüsselung tarifärer sowie nicht-tarifärer Protektionismus-Instrumente.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Protektionismus, Handelshemmnisse, Zölle, staatliche Markteingriffe und internationale Handelsbeziehungen.
Was unterscheidet den tarifären vom nicht-tarifären Protektionismus?
Während der tarifäre Protektionismus durch direkte Preisbeeinflussung mittels Zöllen wirkt, umfasst der nicht-tarifäre Protektionismus indirekte Maßnahmen wie Quoten, technische Normen oder administrative Hürden.
Wie bewerten die G20-Staaten den Protektionismus laut der Arbeit?
Die G20-Staaten bekennen sich zwar zum Freihandel, halten sich jedoch explizit die Nutzung "rechtmäßiger Handelsschutzinstrumente" offen, was ihren Spielraum für protektionistisches Handeln wahrt.
Was versteht man unter dem Begriff Gefühlsprotektionismus?
Gefühlsprotektionismus bezeichnet Maßnahmen, die direkt an das Konsumverhalten appellieren, wie zum Beispiel "Buy National"-Kampagnen oder Boykottaufrufe gegen ausländische Waren.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2017, Protektionismus im globalen Handel. Definition, Ziele und Instrumente des Protektionismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/378038