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Administrativer Umgang mit der "Lese-Rechtschreibschwäche" in Brandenburg und Bayern

Unterscheide zur Legasthenie und Möglichkeiten für betroffene Schüler

Title: Administrativer Umgang mit der "Lese-Rechtschreibschwäche" in Brandenburg und Bayern

Bachelor Thesis , 2016 , 35 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Anonym (Author)

Didactics - Regional History and Geography
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Aufgrund dessen, dass in Bayern noch heute der Begriff „Legasthenie“ verwendet und eine Unterscheidung zwischen den betroffenen Schülern vorgenommen wird, wird bereits hier der erste Unterschied zwischen Brandenburg und Bayern deutlich. Zur weiteren Unterscheidung der beiden Bundesländer wird hier ein ausführlicher Vergleich erstellt. Es wird vermutet, dass die verschiedenen Definitions- und Erklärungsansätze, auf die sich in Brandenburg und Bayern gestützt wird, den Umgang mit Schülern mit besonderen Schwierigkeiten im Lesen und Rechtschreiben in der Grundschule hinsichtlich ihrer Anerkennung sowie deren Berücksichtigung innerhalb des Unterrichts beeinflussen. In dieser Arbeit soll ermittelt werden, inwiefern sich differente Definitionsansätze und pädagogische Maßnahmen identifizieren lassen und welche Konsequenzen diese Differenzen für die betroffenen Schülerinnen und Schüler nach sich ziehen könnten. Es soll ermittelt werden, inwiefern die Grundsätze zur Förderung der Kultusministerkonferenz in den Bundesländern Brandenburg und Bayern umgesetzt werden oder voneinander abweichen. Zusätzlich wird untersucht, welche besonderen Privilegien hinsichtlich des Notenschutzes oder des Nachteilausgleiches die betroffenen Schüler durch die rechtlichen Grundlagen und Verwaltungsvorschriften der Bundesländer Brandenburg und Bayern erhalten sowie welche Differenzen darin bestehen.

Zu Beginn der Arbeit wird eine theoretische Grundlage zu den Begriffen „Legasthenie“ und „Lese-Rechtschreibschwierigkeiten“ geschaffen, um ein Verständnis für das darauffolgende Themengebiet aufzubauen. Es ist von großer Bedeutung, die Definitionen, Ursachen sowie Diagnostik und Förderung der beiden Begriffe „Legasthenie“ und „Lese-Rechtschreibschwierigkeiten“ gegenüberzustellen, um sie anschließend voneinander abgrenzen zu können. Weiterhin wird darauf eingegangen, wie groß der Anteil der Schüler mit besonderen Schwierigkeiten im Lesen und Rechtschreiben in Deutschland ist und welche Bildungswege für die betroffenen Schüler vorgesehen sind. In diesem Zusammenhang wird ein Bezug zu dem Beschluss der KMK hergestellt, da hierbei die Grundsätze der Förderung für die betroffenen Schüler festgelegt werden. Anschließend werden Brandenburg und Bayern direkt anhand ihrer administrativen Schriften, wie Verwaltungsvorschriften, rechtliche Grundlagen für Schüler mit Schwierigkeiten beim Erlernen des Lesens und Schreibens sowie Handreichungen, miteinander verglichen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

2. LEGASTHENIE UND LESE-RECHTSCHREIBSCHWIERIGKEITEN

2.1 DEFINITIONEN DER BEGRIFFE „LEGASTHENIE“ UND „LESE-RECHTSCHREIBSCHWIERIGKEITEN“ UND IHRE MÖGLICHEN URSACHEN

2.2 DIAGNOSEVERFAHREN UND FÖRDERMÖGLICHKEITEN FÜR EINE LEGASTHENIE UND FÜR LESE-RECHTSCHREIBSCHWIERIGKEITEN

2.3 ZUSAMMENFASSUNG

3. SCHÜLER MIT BESONDEREN SCHWIERIGKEITEN IM LESEN UND RECHTSCHREIBEN

3.1 PROZENTUALER ANTEIL AN SCHÜLER MIT BESONDEREN SCHWIERIGKEITEN IM LESEN UND RECHTSCHREIBEN

3.2 BILDUNGSVERLÄUFE DER SCHÜLER MIT BESONDEREN SCHWIERIGKEITEN IM LESEN UND RECHTSCHREIBEN

3.3 GRUNDSÄTZE DER KMK ZUR FÖRDERUNG VON SCHÜLERN MIT BESONDEREN SCHWIERIGKEITEN IM LESEN UND RECHTSCHREIBEN

4. VERGLEICH DER BUNDESLÄNDER BRANDENBURG UND BAYERN

4.1 VERGLEICH DER DEFINITIONEN UND DER MÖGLICHEN URSACHEN

4.2 VERGLEICH DER DIAGNOSEVERFAHREN

4.3 VERGLEICH DER FÖRDERMAßNAHMEN

4.3.1 Grundsätze der Förderung

4.3.2 Besondere Fördermaßnahmen bei Lese-Rechtschreibschwierigkeiten

4.4 VERGLEICH DER LEISTUNGSFESTSTELLUNG UND LEISTUNGSBEWERTUNG

5. AUSWERTUNG DER ERGEBNISSE

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den administrativen Umgang mit Schülern mit Lese-Rechtschreibschwierigkeiten (LRS) in den Bundesländern Brandenburg und Bayern. Ziel ist es, die unterschiedlichen Definitionsansätze, Diagnoseverfahren, Fördermaßnahmen sowie Regelungen zur Leistungsfeststellung und -bewertung zu analysieren und zu vergleichen, um Konsequenzen für die betroffenen Schüler zu identifizieren.

  • Differenzierung der Begriffe Legasthenie und Lese-Rechtschreibschwierigkeiten
  • Vergleich bildungspolitischer Rahmenbedingungen in Brandenburg und Bayern
  • Analyse von Diagnoseverfahren und Förderdiagnostik
  • Untersuchung von Nachteilsausgleichen und Notenschutzregelungen
  • Diskussion der Auswirkungen der Diskrepanzdefinition auf die Schulförderung

Auszug aus dem Buch

2.1 Definitionen der Begriffe „Legasthenie“ und „Lese-Rechtschreibschwierigkeiten“ und ihre möglichen Ursachen

Der Begriff „Legasthenie“ ist auf Ranschburg zurückzuführen, der 1928 zwischen der ‚eigentlichen infantilen Leseblindheit’ und der ‚eigentlichen Lese- und Schreibschwäche (Legasthenie)’ unterschied (vgl. Scheerer-Neumann 2001, S. 44f.). Die „eigentliche infantile Leseblindheit“ stellte hierbei die „Fälle extremen Leseversagens“ (ebd., S. 45) dar. Ranschburg definiert dieses Leseversagen als einen „isolierten Defekt“ (ebd.), der „durch physiologische oder anatomische Abweichungen in der Großhirnrinde“ (ebd.) verursacht wurde.

Die „eigentliche Lese- und Schreibschwäche (Legasthenie)“ verstand er dagegen als ein „Versagen geringeren Schweregrades, das bei allen Intelligenzgraden auftreten kann (…)“ (ebd.) und durch „eine Entwicklungsverzögerung (…) in der geistigen Entwicklung des Kindes“ (ebd.) bedingt wurde. Ranschburg verwendete diese Begriffe ohne einen Bezug zur Intelligenz. „Heute wird Legasthenie (…) nicht nur über eine Minderleistung im Lesen und Rechtschreiben definiert, vielmehr muss gleichzeitig eine Diskrepanz zur relativ höheren Intelligenz und/ oder zu den übrigen Schulleistungen gegeben sein“ (Scheerer-Neumann 2015, S. 23f.).

Linder war „(e)ine frühe Vertreterin der Diskrepanzdefinition“ (ebd. S.24) und prägte mit ihrer Legastheniedefinition die Begriffsbildung in der Bundesrepublik Deutschland (vgl. Scheerer-Neumann 2001, S. 45):

„Unter Legasthenie verstehen wir eine spezielle, aus dem Rahmen der übrigen Leistungen fallende Schwäche im Erlernen des Lesens (und indirekt auch des selbstständigen fehlerfreien Schreibens) bei sonst intakter – oder im Verhältnis zur Lesefertigkeit – relativ guter Intelligenz. Von Legasthenikern sprechen wir also nur, wenn ein Kind ungefähr normale Intelligenz unter normalen Schulverhältnissen und trotz aller Bemühungen der Erwachsenen das Lesen (oder Schreiben) nicht oder nur mit größter Anstrengung erlernen kann, während in den übrigen Fächern keine auffallenden Probleme vorhanden sind“ (Linder 1951, zit. nach Matthys-Egle 1996, S. 65).

Zusammenfassung der Kapitel

2. LEGASTHENIE UND LESE-RECHTSCHREIBSCHWIERIGKEITEN: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der verschiedenen Definitionsansätze, insbesondere die Diskrepanzdefinition gegenüber der leistungsbezogenen Definition, sowie deren mögliche Ursachen.

3. SCHÜLER MIT BESONDEREN SCHWIERIGKEITEN IM LESEN UND RECHTSCHREIBEN: Hier werden der prozentuale Anteil betroffener Schüler, Bildungswege in den beiden Ländern sowie die KMK-Grundsätze zur Förderung dargestellt.

4. VERGLEICH DER BUNDESLÄNDER BRANDENBURG UND BAYERN: Das Hauptkapitel vergleicht detailliert Definitionen, Diagnoseverfahren, Fördermaßnahmen sowie Leistungsbewertungen der beiden Bundesländer anhand ihrer administrativen Schriften.

5. AUSWERTUNG DER ERGEBNISSE: In diesem Kapitel werden die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Systeme zusammenfassend bewertet und die Diskrepanzdefinition kritisch hinterfragt.

Schlüsselwörter

Legasthenie, Lese-Rechtschreibschwierigkeiten, LRS, Diskrepanzdefinition, Förderdiagnostik, Brandenburg, Bayern, KMK, Nachteilsausgleich, Notenschutz, Schriftspracherwerb, Bildungswege, Leistungsbewertung, Schulförderung, Intelligenztest.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den administrativen Regelungen und dem praktischen Umgang mit LRS-Schülern im Vergleich der Bundesländer Brandenburg und Bayern.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt Definitionsunterschiede, Diagnoseverfahren, Fördermaßnahmen im Schulalltag sowie Bestimmungen zu Nachteilsausgleichen und Leistungsbewertungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unterschiedliche Definitionsansätze (z.B. Diskrepanzdefinition in Bayern vs. leistungsbezogene Definition in Brandenburg) die pädagogische Förderung und Privilegien der Schüler beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um einen komparativen Vergleich auf Basis der administrativen Schriften, Verwaltungsvorschriften und KMK-Beschlüsse der beiden Bundesländer.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert spezifisch die Unterschiede in den Diagnoseverfahren (z.B. Einbezug medizinischer Gutachten), die Fördermaßnahmen im Unterricht sowie die rechtlichen Grundlagen für Notenschutz und Nachteilsausgleich.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind Legasthenie, Lese-Rechtschreibschwierigkeiten, Diskrepanzdefinition, Förderdiagnostik und Nachteilsausgleich.

Wie unterscheidet sich die Diagnose in Bayern von der in Brandenburg?

In Bayern spielt bei der Legasthenie-Diagnose oft ein Intelligenztest sowie die Einbeziehung medizinischer Fachkräfte eine große Rolle, während Brandenburg sich stärker auf pädagogische Förderdiagnostik durch die Deutschlehrkräfte fokussiert.

Welche Konsequenzen hat die Diskrepanzdefinition für Schüler?

Die Diskrepanzdefinition kann dazu führen, dass Schüler mit Lese-Rechtschreibschwierigkeiten, bei denen keine ausreichende Differenz zur Intelligenz gemessen wird, von bestimmten Fördermaßnahmen oder Privilegien ausgeschlossen werden.

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Details

Title
Administrativer Umgang mit der "Lese-Rechtschreibschwäche" in Brandenburg und Bayern
Subtitle
Unterscheide zur Legasthenie und Möglichkeiten für betroffene Schüler
College
University of Potsdam
Grade
1,7
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2016
Pages
35
Catalog Number
V378147
ISBN (eBook)
9783668555211
ISBN (Book)
9783668555228
Language
German
Tags
Lese-Rechtschreibschwäche Legasthenie Schreiben Umgang Grundschule Bayern Brandenburg Lesen Rechtschreibung Pädagogik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2016, Administrativer Umgang mit der "Lese-Rechtschreibschwäche" in Brandenburg und Bayern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/378147
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