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Die wirtschaftlichen und politischen Beziehungen Deutschlands und Argentiniens zwischen 1917/1918 und 1933

Titel: Die wirtschaftlichen und politischen Beziehungen Deutschlands und Argentiniens zwischen 1917/1918 und 1933

Bachelorarbeit , 2016 , 35 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Oliver Blau (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - Erster Weltkrieg, Weimarer Republik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Bachelorarbeit beschäftigt sich mit den Beziehungen der Weimarer Republik und Argentinien bis zur Machtergreifung Adolf Hitlers. Dabei wird auf die vielfältigen wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Beziehungen eingegangen, sowie deren Bedeutung.

Fußball, Rindfleisch, Staatspleiten und Nazis sind die Begriffe, die den meisten Menschen in Deutschland bei Argentinien in den Sinn kommen. die lange Geschichte kultureller und wirtschaftlicher Beziehungen ist allerdings den wenigsten bekannt. Die heute eher geringe ökonomische Bedeutung Argentiniens für Deutschland mag ihr Übriges getan haben.

Diese Unkenntnis und die Wahl der konservativ-liberalen Koalition unter Mauricio Macri Ende 2015, die Frank-Walter Steinmeier veranlasste, nach mehr als 10 Jahren das Land wieder zu besuchen und ein neues Momentum in der Beziehung der Länder zu deklarieren, soll zum Anlass einer eingehenderen Beschäftigung ebender Beziehung dienen. Die Weimarer Republik war hierbei einer der prägendsten Zeitabschnitte: Der kulturelle und wirtschaftliche Austausch florierte und es wurde die Basis für die späteren Beziehungen gelegt, die in der Gründung von kulturellen, wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Einrichtungen dies- und jenseits des Atlantiks zum ausdruck kam.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Historischer Hintergrund

3. Die Wirtschaftsbeziehungen 1917/1918 bis 1933

3.1 Die Wiederaufnahme der Wirtschaftsbeziehungen 1917/1918 bis 1924

3.1.1 Kapitalentwicklung

3.1.2 Die Erholung der Handelsbeziehungen und des Güterverkehrs

3.2 Die Hochphase der Wirtschaftsbeziehungen 1924 bis 1929

3.2.1 Handel und Investitionen

3.3 Die Folgen der Weltwirtschaftskrise 1929 bis 1933

3.3.1 Der Niedergang des Handels und der Schifffahrt

3.3.2 Kapital

4. Die politischen Beziehungen

4.1 Völkerbund

4.2 Besuche deutscher und argentinischer Offizieller

4.3 Deutsche Militärmission

5. Die auswärtige Kulturpolitik

5.1 Auswanderung

5.2 Deutschtumspolitik

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die komplexen wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zwischen Deutschland und Argentinien in der Zwischenkriegszeit (1917/18 bis 1933), um die deutsche Außenpolitik und ihre Zielsetzungen sowie die dabei eingesetzten Mittel in Bezug auf den südamerikanischen Staat zu analysieren.

  • Entwicklung der Wirtschaftsbeziehungen und des deutschen Kapitalexports
  • Rolle der deutschen Handelsschifffahrt und Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise
  • Politische Interaktionen, insbesondere im Kontext des Völkerbundes und der Militärberatung
  • Auswärtige Kulturpolitik und der Einfluss der Deutschtumspolitik
  • Bedeutung von Migration und Bildungseinrichtungen für den kulturellen Austausch

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Kapitalentwicklung

Die Auswirkungen des Versailler Vertrags blieben für deutsches Kapital in Argentinien weitgehend wirkungslos, da es diesen nicht unterschrieben hatte. Nichtsdestoweniger kam es in vielen Fällen dazu, dass deutsche Unternehmen sich dem jeweiligen Landesrecht unterstellten und ihren Namen änderten. Dies lag hauptsächlich an zwei Gründen. Zum einen befürchteten sie die Konfiszierung durch die Alliierten, jedoch viel schwerwiegender, durch die Reichsregierung, die damit versuchte, die Reparationsschuld zu begleichen.

Neben der Angst vor Konfiszierungen spielten auch die ökonomischen und rechtlichen Vorteile solcher Umwandlungen eine Rolle. Der einst mächtige diplomatische Schutz des Reiches hatte seinen Wert verloren und ausländische Kapitalgeber waren weniger geneigt, in deutsche Unternehmen zu investieren. Überdies gab es teilweise die Möglichkeiten Zollbarrieren zu umgehen als auch enge Beziehungen zu den jeweiligen Regierungen zu knüpfen.

Aufgrund der zuvor genannten Problematik kam es zu vielen Neugründungen deutsch-argentinischer Unternehmen als auch zu Investitionen in die nationale Wirtschaft, die mithilfe deutschen Kapitals getätigt wurde. Darunter waren unter anderem die Telefongesellschaft Transradio (1920), die Versicherung La Protectora, die Fábrica Argentina de Productos Químicos (1921) und die Industrial und Mercantil Thyssen Limitada (1921). Die Deutsche Erdöl Gesellschaft beteiligte sich am größten argentinischen Erdöl Produzenten La Astra.

Bei Kriegsausbruch betrug das in Argentinien investierte deutsche Kapital ca. 500 Mill. argentinische Papierpeso (ca. 200 Mill. US Dollar). Darunter fielen hauptsächlich Unternehmensbeteiligungen, das Kapital deutscher Banken als auch argentinische Staatsanleihen. Während weltweit, einschließlich Argentinien, der Zustrom deutschen Kapitals zum Erliegen gekommen war, stiegen dort die von Deutschen gemachten Investitionen. Bei Kriegsende lagen sie bei 250 Mill. US Dollar. Dies lag hauptsächlich daran, dass die Kapitalgewinne, in Argentinien sofort reinvestiert wurden und nicht nach Deutschland zurück transferiert wurden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage und Einordnung der deutsch-argentinischen Beziehungen in den Kontext der Weimarer Republik.

2. Historischer Hintergrund: Darstellung der frühen wirtschaftlichen und militärischen Anfänge der bilateralen Kontakte seit der Reichsgründung 1871.

3. Die Wirtschaftsbeziehungen 1917/1918 bis 1933: Analyse der drei Phasen von Handelsentwicklung, Kapitalflüssen und dem Einfluss der Weltwirtschaftskrise auf den Austausch.

4. Die politischen Beziehungen: Untersuchung der diplomatischen Annäherung, der Rolle im Völkerbund sowie der Militärberatung.

5. Die auswärtige Kulturpolitik: Analyse der staatlichen Einflüsse auf die Auswanderung und die Bemühungen zur Erhaltung des Deutschtums durch Bildungseinrichtungen.

6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Beziehungen als ökonomisch geprägt, jedoch politisch und diplomatisch hinter den Erwartungen bleibend.

Schlüsselwörter

Deutsch-argentinische Beziehungen, Weimarer Republik, Weltwirtschaftskrise, Außenhandel, Kapitalexport, Militärmission, Auswärtige Kulturpolitik, Deutschtumspolitik, Handelsbeziehungen, Auswanderung, Völkerbund, Diplomatie, Deutsche Investitionen, Zwischenkriegszeit, Wirtschaftsgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die wechselseitigen politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Argentinien in der Zeit von 1917/18 bis 1933.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Bereiche sind der deutsche Außenhandel, Investitionen, die Rolle der Militärmission, Kulturpolitik und die Situation der deutschen Einwanderer in Argentinien.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu klären, welche spezifischen Ziele die deutsche Außenpolitik gegenüber Argentinien in diesem Zeitraum verfolgte und welche Instrumente zur Durchsetzung dieser Ziele genutzt wurden.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine historische Analyse auf Basis von Literaturstudien und Quellen, die die wirtschaftliche und politische Entwicklung im Untersuchungszeitraum nachzeichnet.

Was ist der inhaltliche Schwerpunkt des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in die ökonomische Entwicklung, die politischen Interaktionen (Diplomatie und Militär) sowie die Bemühungen zur kulturellen Einflussnahme durch die Deutschtumspolitik.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen deutsche Kapitalinteressen, der Einfluss der Weltwirtschaftskrise auf den Handel und die Rolle der diplomatischen Vertretungen.

Wie wirkten sich die beiden Weltkriege auf die wirtschaftlichen Beziehungen aus?

Während der Erste Weltkrieg den Handel massiv unterbrach, gelang in den 1920er Jahren ein Wiederaufbau, bevor die Weltwirtschaftskrise ab 1929 erneut den Güterverkehr und die Investitionsbedingungen erschwerte.

Welche Rolle spielten die deutschen Militärberater in Argentinien?

Trotz der Bestimmungen des Versailler Vertrags wurde eine Militärmission aufrechterhalten, die primär dazu diente, den Einfluss des deutschen Militärs im argentinischen Heer zu festigen und Absatzmärkte für Rüstungsgüter zu sichern.

Warum war die Kulturpolitik für das Deutsche Reich in Argentinien so relevant?

Sie sollte das "Deutschtum" bewahren, die kulturelle Identität der Auswanderer sichern und Deutschland als Partner in Lateinamerika verankern, um indirekt auch wirtschaftliche Interessen zu stützen.

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Details

Titel
Die wirtschaftlichen und politischen Beziehungen Deutschlands und Argentiniens zwischen 1917/1918 und 1933
Hochschule
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf  (Neuere Geschichte)
Note
2,3
Autor
Oliver Blau (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
35
Katalognummer
V378191
ISBN (eBook)
9783668556263
ISBN (Buch)
9783668556270
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Deutschland Argentinien Beziehungen Kulturpolitik Wirtschaft Handel Schifffahrt Rüstungindustrie Weimar Außenpolitik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Oliver Blau (Autor:in), 2016, Die wirtschaftlichen und politischen Beziehungen Deutschlands und Argentiniens zwischen 1917/1918 und 1933, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/378191
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Leseprobe aus  35  Seiten
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