Bedarfsgerechte Gestaltung des studentischen Praktikums. Wie kann der öffentliche Dienst als Arbeitgeber an Attraktivität gewinnen?


Bachelorarbeit, 2016
67 Seiten, Note: 2

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Ausgangssituation und Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Vorgehensweise

2 Dem ografische Situation in der öffentlichen Verwaltung
2.1 Beschäftigungsentwicklung von Bund, Länder und Kommunen
2.2 Altersstruktur der Beschäftigten im öffentlichen Dienst

3 Studentisches Praktikum als Mittel der Personalgewinnung
3.1 Definition studentisches Praktikum
3.1.1 Ziel eines studentischen Praktikums
3.1.2 Anforderungen an ein bedarfsgerechtes Praktikum
3.1.2.1 Vorbereitung, Betreuung und Nachbereitung durch die Hochschulen
3.1.2.2 Vorbereitung, Betreuung und Nachbereitung durch die Praktikumsbehörde
3.1.3 Wechselseitige Vorteile
3.1.3.1 Vorteile, welche sich für den Praktikant ergeben können
3.1.3.2 Vorteile, welche sich für die Praktikumsbehörde ergeben können
3.1.3.3 Vorteile, welche sich für die Hochschule ergeben können

4 Forschungsdesign
4.1 Forschungsfrage
4.2 Hypothesenbildung zur studentischen Praktikantenbefragung
4.2.1 Definition der Variablen
4.3 Untersuchungsdesign der Befragung
4.3.1 Ziel der Befragung und Eingrenzung des Untersuchungsgegenstandes
4.3.2 Fragebogenkonzeption
4.3.2.1 Durchführung der Umfrage

5 Forschungsergebnisse
5.1 Interpretation der Ergebnisse und Überprüfung der Hypothese
5.1.1 Zusammenfassende Betrachtung

6 Fazit

Literatur-und Internetquellenverzeichnis

Anhang

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Beschäftigungsentwicklung des öffentlichen Dienstes (2000 - 2014)

Abbildung 2: Altersstruktur der Beschäftigten im öffentlichen Dienst am 30.06.2014

Abbildung 3: Ziele/ Erwartungshaltung der Studierenden an ein Praktikum

Abbildung 4: Modell zur Auswirkung von nicht bedarfsgerechten Praktikumsinhalten

Abbildung 5: Anforderungen an ein bedarfsgerechtes studentisches Praktikum

Abbildung 6: Häufigkeit der gegebenen Antworten auf Frage 1 des Fragebogens, in Prozent

Abbildung 7: Häufigkeit der gegebenen Antworten auf Frage 2 des Fragebogens, in Prozent

Abbildung 8: Häufigkeit der gegebenen Antworten auf Frage 3 des Fragebogens, in Prozent

Abbildung 9: Häufigkeit der gegebenen Antworten auf Frage 4 des Fragebogens, in Prozent

Abbildung 10: Häufigkeit der gegebenen Antworten auf Frage 5 des Fragebogens, in Prozent

Abbildung 11: Häufigkeit der gegebenen Antworten auf Frage 6 des Fragebogens, in Prozent

Abbildung 12: Häufigkeit der gegebenen Antworten auf Frage 7 des Fragebogens, in Prozent

Abbildung 13: Häufigkeit der gegebenen Antworten auf Frage 8 des Fragebogens, in Prozent

Abbildung 14: Häufigkeit der gegebenen Antworten auf Frage 9 des Fragebogens, in Prozent

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Ausscheiden der Beschäftigten im öffentlichen Dienst in den nächsten Jahren nach Beschäftigungsbereichen (stand 30.06.2014)

Tabelle 2: Häufigkeit der gegebenen Antworten auf Frage 1 des Fragebogens, in absoluten Zahlen sowie in Prozent

Tabelle 3: Häufigkeit der gegebenen Antworten auf Frage 2 des Fragebogens, in absoluten Zahlen sowie in Prozent

Tabelle 4: Häufigkeit der gegebenen Antworten auf Frage 3 des Fragebogens, in absoluten Zahlen sowie in Prozent

Tabelle 5: Häufigkeit der gegebenen Antworten auf Frage 4 des Fragebogens, in absoluten Zahlen sowie in Prozent

Tabelle 6: Häufigkeit der gegebenen Antworten auf Frage 5 des Fragebogens, in absoluten Zahlen sowie in Prozent

Tabelle 7: Häufigkeit der gegebenen Antworten auf Frage 6 des Fragebogens, in absoluten Zahlen sowie in Prozent

Tabelle 8: Häufigkeit der gegebenen Antworten auf Frage 7 des Fragebogens, in absoluten Zahlen sowie in Prozent

Tabelle 9: Häufigkeit der gegebenen Antworten auf Frage 8 des Fragebogens, in absoluten Zahlen sowie in Prozent

Tabelle 10: Häufigkeit der gegebenen Antworten auf Frage 9 des Fragebogens, in absoluten Zahlen sowie in Prozent

Tabelle 11: Kreuztabelle der Häufigkeit der gegebenen Antworten der Frage 2 und Frage 9 des Fragebogens, in absoluten Zahlen

Tabelle 12: Kreuztabelle der Häufigkeit der gegebenen Antworten der Frage 4 und Frage 7 des Fragebogens, in absoluten Zahlen

Tabelle 13: Kreuztabelle der Häufigkeit der gegebenen Antworten der Frage 6 und Frage 8 des Fragebogens, in absoluten Zahlen

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichwohl für beiderlei Geschlecht.

1 Einleitung

1.1 Ausgangssituation und Problemstellung

Die Entscheidung, das Thema „Bedarfsgerechte Gestaltung des studentischen Praktikums als Beitrag zur Steigerung der Arbeitgeberattraktivität der öffentlichen Verwaltung“ zu wählen, ergab sich aus der Relevanz dieser Thematik während meines Bachelorpraktikumsaufenthaltes.

Gemäß der Studienordnung für die Bachelor- Studiengänge Verwaltungsökonomie, Öffentliche Verwaltung, Europäisches Verwaltungsmanagement und Verwaltungsmanagement/ eGovernment am Fachbereich Verwaltungswissenschaften der Hochschule Harz, haben Studenten während Ihrer Regelstudienzeit mehrere Pflichtpraktika mit einem Umfang von bis zu 52 Wochen zu absolvieren.[1] Ziel der Praktika ist es, theoretische Ansätze des Studiums mit der Berufspraxis zu verknüpfen. Mit dem in der Foundation- Phase erworbenen Grundlagenwissen sollen Fähigkeiten der Wissensanwendung und praktische Erfahrungen vermittelt und die Bearbeitung konkreter Probleme im angestrebten Berufsfeld ermöglicht werden.[2]

Während meines Bachelorpraktikumsaufenthaltes, ließ eine angemessene Vorbereitung, Betreuung sowie Nachbereitung des Praktikums durch die Praktikumsbehörde, zu wünschen übrig. Ich konnte weder mein im Grundlagenstudium angeeignetes Wissen während des Praktikumsaufenthaltes anwenden, noch konnte ich meine eigenen gesetzten Ziele in Form der Erlangung neuer fachlicher Handlungskompetenzen erreichen. Die gesammelten Erfahrungen führten dazu, dass ich einen negativen Eindruck von der Praktikumsbehörde gewonnen habe und mir im Anschluss des Studiums nicht vorstellen kann, bei dieser Praktikumsbehörde beruflich tätig zu werden.

Studentische Erfahrungen machen darauf aufmerksam, dass die in der Studienordnung verankerten Ziele des Praktikums nicht immer erreicht werden. Nicht nur die eigens gesammelten Erfahrungen, auch die Praxiserfahrungen von Kommilitonen bestätigen, dass die Qualität der Praktikumsinhalte des Öfteren nicht gegeben war und gleichermaßen nicht genügend Rücksicht auf die Ziele und Erwartungshaltung der Studierenden genommen wurde. Einige Praktika erwiesen sich demzufolge als nicht bedarfsgerecht und konnten nicht den erwarteten Anforderungen und Standards an ein studentisches Praktikum gerecht werden. Die aus den Praktika resultierende Unzufriedenheit der Studenten kann zu einer Ablehnung gegenüber der Praktikumsbehörde als zukünftigem Arbeitgeber führen. Des Weiteren kann die Kommunikation schlechter Erfahrungen einen negativen Einfluss auf das Image und die Arbeitgeberattraktivität der jeweiligen Praktikumsbehörden haben.

1.2 Zielsetzung

Diese Arbeit hat zum Ziel, einen Beitrag zur Steigerung der Arbeitgeberattraktivität, der durch die Studierenden der Hochschule Harz wahrgenommenen Praktika im öffentlichen Dienst, zu leisten.

Auf der Grundlage einer studentischen Umfrage, sollen Praktikantenprogramme, welche von Organisationen des öffentlichen Dienstes bereitgestellt werden, hinsichtlich ihrer bedarfsgerechten Ausgestaltung untersucht werden. Dabei soll in Erfahrung gebracht werden, wie und in welcher Form sich die im Praktikum gewonnenen Erfahrungen auf die Arbeitgeberattraktivität der Praktikumsbehörde auswirken. Demzufolge soll herausgefunden werden, ob die Qualität der Praktikumsinhalte sowie die Berücksichtigung der Erwartungshaltung der Studierenden, Auswirkungen auf die Attraktivität der Praktikumsbehörden als potenzieller Arbeitgeber hat.

Demnach soll gleichermaßen herausgefunden werden, ob mit der Bereitstellung bedarfsgerechter Praktika auch gleichermaßen die Arbeitgeberattraktivität der Organisationen, welche Praktika anbieten, steigt.

1.3 Vorgehensweise

Im Anschluss der Einführung des Untersuchungsgegenstandes, der Zielsetzung sowie der Vorgehensweise der Bachelorarbeit sollen im Kapitel zwei die theoretischen Grundlagen der Thematik zur Herleitung der verwaltungswissenschaftlichen und praktischen Relevanz der Problemstellung beitragen.

Die theoretischen Grundlagen beinhalten unter anderem eine Analyse der demographischen Situation im öffentlichen Dienst bezogen auf die Beschäftigungsentwicklung sowie Altersstruktur von Bund, Länder und Kommunen. Die Analyse soll dabei verdeutlichen, dass auf Grund der gegenwärtigen Beschäftigungssituation ein vorhersagbarer Rückgang des Erwerbspotentials[3] im öffentlichen Sektor unumgänglich ist. Demzufolge müssen personalpolitische Entscheidungen und Maßnahmen getroffen werden, um diesen negativen Trend entgegenzuwirken. Im Anschluss wird im Kapitel drei das studentische Praktikum als personalpolitisches Mittel zur Personalgewinnung fokussiert. Dabei soll aufgezeigt werden, welche signifikanten Wechselwirkungen zwischen dem Inhalt eines studentischen Praktikums und der Arbeitgeberattraktivität der Organisationen welche Praktika anbieten, entstehen können. Der vorherige Blick auf die demographische Situation im öffentlichen Dienst soll dabei die Signifikanz eines langfristigen und kontinuierlichen Einsatzes von Demografie orientierten Instrumenten verdeutlichen.

Im Kapitel vier erfolgt der praktische Teil der wissenschaftlichen Arbeit, die Untersuchung des Forschungsgegenstandes auf der Grundlage einer studentischen Online- Befragung. Dazu gibt ein ausführliches Forschungsdesign Auskunft über die Herleitung von zentralen Forschungsfragen, welche als Grundlage für die Bildung der Forschungshypothese dienen. Die aufgestellte Forschungshypothese und deren Variablen werden im Anschluss mit der Durchführung einer studentischen Online-Befragung überprüft. Demzufolge erfolgt im Kapitel vier eine detaillierte Beschreibung des Untersuchungsdesigns, des Ziels sowie der praktischen Durchführung der studentischen Befragung.

Die Auswertung der Forschungsergebnisse wird im anschließenden Kapitel fünf dargestellt. Des Weiteren werden die Ergebnisse analysiert sowie interpretiert und in eine anschließende Handlungsempfehlung einfließen. Der Abschluss der Wissenschaftlichen Arbeit beinhaltet ein Fazit, welches die Ergebnisse der wissenschaftlichen Arbeit reflektiert.

2 Demografische Situation in der öffentlichen Verwaltung

Der demografische Wandel und die daraus resultierenden Konsequenzen wirken sich zunehmend auf den deutschen Arbeitsmarkt aus. Ein aufgrund rückläufiger Geburtenraten wahrzunehmender Bevölkerungsrückgang, eine in Folge der steigenden Lebenserwartung älter werdende Bevölkerung sowie eine verstärkte Landflucht und zunehmende Verstädterung[4], beeinflussen das Angebot an Arbeitskräften und demzufolge die Entwicklung des Fachkräftemangels. Als Fachkräftemangel wird dabei die Situation beschrieben, in der die Nachfrage der Wirtschaft nach qualifizierten Fachkräften über einen längeren Zeitraum nicht ausreichend abgedeckt werden kann.[5]

Dies hat zur Folge, dass die Zahl nachrückender Fachkräfte sich zunehmend verringert, wobei im Gegenzug das Durchschnittsalter der Mitarbeiterstruktur beständig steigt. Dieser Trend ist bereits in zahlreichen Branchen am deutschen Arbeitsmarkt zu erkennen und erstreckt sich ebenso durch die Strukturen der öffentlichen Verwaltung. Welche Auswirkungen der demografische Wandel sowie die Personalpolitik der vergangenen Jahre konkret auf die personelle Struktur auf Bundes-, Landes- sowie kommunaler Ebene haben, wird in den folgenden Absätzen näher erläutert.

2.1 Beschäftigungsentwicklung von Bund, Länder und Kommunen

Den Angaben des Statistischen Bundesamtes zufolge ist die Zahl der Beschäftigten im öffentlichen Dienst seit der Wiedervereinigung Deutschlands um etwa ein Drittel gesunken. In Zahlen ausgedrückt, sank die Zahl der Beschäftigten im Zeitraum von 1991 bis 2008 von 6,74 auf 4,51 Millionen, bis 2014 erhöhte sie sich leicht auf 4,65 Millionen.[6]

Abbildung 1 : Beschäftigungsentwicklung des öffentlichen Dienstes (2000 - 2014)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: eigene Abbildung* ohne Sozialversicherungen, einschließlich Bundesagentur für Arbeit

Quelle der zugrunde liegenden Daten: Statistisches Bundesamt, Finanzen und Steuern- Personal des öffentlichen Dienstes 2014, Fachserie 14 Reihe 6

Die Abb. 1: „Beschäftigungsentwicklung des öffentlichen Dienstes (2000 – 2014)“, illustriert die Beschäftigungsentwicklung von Bund, Länder und Kommunen im Zeitraum von 2000 bis 2014. Wie dem Diagramm zu entnehmen ist, reduzierte sich die Zahl der Beschäftigten zwischen 2000 und 2014 von 4,56 Millionen auf 4,28 Millionen und somit um einen Prozentsatz von 6,54 Prozent.[7] Die Bundesebene verzeichnete mit 20,36 Prozent den höchsten Beschäftigungsrückgang, gefolgt von der kommunalen Ebene mit 10,8 Prozent und der Landesebene mit 1,45 Prozent.[8]

Dieser drastische Personalabbau im öffentlichen Dienst ist überwiegend auf Rationalisierungs- sowie Sparmaßnahmen zurückzuführen. Auf Bundesebene erfolgten zusätzlich die Privatisierung der Bahn 1993 und der Post 1994 sowie eine Auslagerung von Tätigkeitsfeldern an externe Dienstleister.[9] Des Weiteren ist der Grafik in Abb. 1 zu entnehmen, dass der Personalabbau im Jahr 2008 ein Ende findet und sich bis zum Jahr 2014 ein leichter Wachstumstrend ereignete. Dieser Wachstumstrend von 2008 begrenzt sich auf die kommunale Ebene mit einem Beschäftigungszuwachs von 4,15 Prozent und auf die Landesebene mit einem Beschäftigungszuwachs von 7,26 Prozent. Grund dafür ist der Ausbau von Kindertagesbetreuungseinrichtungen sowie Personalaufstockungen im Schul- sowie Hochschulsektor.[10]

Ein weiterer wichtiger Grund für die sinkende Beschäftigungsquote im öffentlichen Dienst, ist das Ausscheiden der Beschäftigten aus dem Beschäftigungsverhältnis vor dem Hintergrund einer nicht ausreichenden Sicherung von Nachwuchskräften. Aufgrund dessen stellt die zunehmend alternde Belegschaft des öffentlichen Dienstes in absehbarer Zukunft eine große personelle Herausforderung für den gesamten Verwaltungsapparat dar. Um eine Sensibilität für die Ausgangssituation hervorzurufen, wird im nächsten Abschnitt näher auf die Altersstruktur der Mitarbeiterbelegschaft aller drei politischen Ebenen eingegangen.

2.2 Altersstruktur der Beschäftigten im öffentlichen Dienst

Abbildung 2: Altersstruktur der Beschäftigten im öffentlichen Dienst am 30.06.2014

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Abbildung *Ohne Personal in Ausbildung; Berufs- und Zeitsoldaten, ohne Sozialversicherungen einschließlich Bundesagentur für Arbeit

Quelle der zu Grunde liegenden Daten: Statistisches Bundesamt, Finanzen und Steuern- Personal des öffentlichen Dienstes 2014, Fachserie 14 Reihe 6, S. 33

Die Grafik der Abb. 2 zeigt die Altersstruktur der Beschäftigten im öffentlichen Dienst untergliedert nach Alter und Beschäftigungsbereichen am 30.06.2014. Wie der Grafik und der dazugehörigen Tabelle zu entnehmen ist, sind mit 2.510.385 Beschäftigten 59,40 Prozent[11] aller Beschäftigten im öffentlichen Dienst älter als 45 Jahre. Betrachtet man im Gegensatz dazu die jüngere Generation der Beschäftigten in einem Alter unter 25 Jahre, so machen diese gerade einmal 3,29 Prozent[12] der gesamten Beschäftigtenbelegschaft aus. Aufgrund der stetig älter werdenden Belegschaft wird die Gesamtbeschäftigung aller drei Verwaltungsebenen stark zurückgehen. Ausschlaggebend dafür ist das Ausscheiden der Beschäftigten aus dem Beschäftigtenverhältnis. Die Tabelle 1 zeigt, wie viele Beschäftigte in den nächsten 20 Jahren voraussichtlich aus der Beschäftigungsbelegschaft des öffentlichen Dienstes ausscheiden werden.

Tabelle 1 : Ausscheiden der Beschäftigten im öffentlichen Dienst in den nächsten 20 Jahren nach Beschäftigungsbereichen (stand 30.06.2014)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: eigene Abbildung *Ohne Personal in Ausbildung; Berufs- und Zeitsoldaten, ohne Sozialversicherungen einschließlich Bundesagentur für Arbeit

Quelle der zugrunde liegenden Daten: Bundesleitung des dbb Beamtenbund und Tarifunion, Zahlen Daten Fakten 2016, S. 15

Trotz der leicht steigenden Beschäftigungszahlen seit dem Jahr 2008 (siehe Abb.1) wird deutlich, dass in den kommenden Jahren ein drastischer Rückgang der Gesamtbeschäftigung unumgänglich ist. Den Daten der Bundesleitung des dbb Beamtenbund und Tarifunion zu folge scheiden bis zum Jahr 2034 voraussichtlich 56,89 Prozent aller Beschäftigten aus dem Beschäftigungsverhältnis des öffentlichen Dienstes aus. Das sind in ganzen Zahlen 2.2351.975 Mitarbeiter. Die kommunale Verwaltungsebene hat bis zum Jahr 2034 den größten Beschäftigungsrückgang mit über 62 Prozent der Gesamtbelegschaft des kommunalen Verwaltungsapparates. Jedoch werden die Landesebene mit einem Beschäftigungsrückgang von 57,22 Prozent sowie die Bundesebene mit einem Beschäftigungsrückgang von 40,28 Prozent gleichermaßen massive Einschnitte unterliegen. Fakt ist, dass der Einschnitt durch den erheblichen Anteil der in Altersrente gehenden Beschäftigten keines Falls durch die in Ausbildung nachrückenden Jahrgänge ausgeglichen werden kann.

Insgesamt betrachtet, ist die Beschäftigungssituation im öffentlichen Sektor durch eine Zunahme des Durchschnittsalters bei gleichzeitiger kontinuierlicher Abnahme der Gesamtbeschäftigtenzahl geprägt. Die haushaltsbedingten Umstrukturierungsmaßnahmen der vergangenen Jahre in Bezug auf Personalausgliederungen, Privatisierungsmaßnahmen, dem generellen Personalabbau, aber auch die fehlende Neubesetzung vakanter Stellen, haben zu dieser gegenwärtigen Ausgangssituation geführt. Dem öffentlichen Dienst stehen demzufolge in absehbarer Zukunft drastische Pensionierungswellen gegenüber. Dieser Aspekt wird angesichts einer zu geringen Nachwuchsrekrutierung bereits in wenigen Jahren vermutlich bemerkenswerte Auswirkungen auf die Strukturen sowie Leistungsfähigkeit der öffentlichen Verwaltung haben. Diese Arbeitshypothese wird aus den zugrunde liegenden Daten vertreten. Damit die Leistungsfähigkeit der öffentlichen Verwaltung hingehend sichergestellt werden kann, bedarf es notwendige personalpolitische Entscheidungen, um den vorhersagbaren Fachkräftemangel entgegen zu wirken. Eine personalpolitische Maßnahme wäre beispielsweise eine frühzeitige Rekrutierung und Bindung geeigneten Personals durch eine effiziente Nutzung sowie Bereitstellung von studentischen Praktika. Ein studentisches Praktikum bietet als Mittel der Personalgewinnung eine effektive Möglichkeit, potenzielle Fachkräfte unternehmensstrategisch ausfindig zu machen und letzten Endes auch zu binden.[13]

3 Studentisches Praktikum als Mittel der Personalgewinnung

3.1 Definition studentisches Praktikum

Auf der Internetseite des Informationsportales www.Buchkarriere.de wird der Begriff Praktikum wie folgt definiert:

Der Begriff Praktikum bezeichnet eine auf eine bestimmte Dauer ausgelegte Vertiefung erworbener oder zu erwerbender Kenntnisse in praktischer Anwendung bzw. das Erlernen neuer Kenntnisse und Fähigkeiten durch praktische Mitarbeit in einer Organisation oder Institution. Nach deutscher Rechtsprechung [14] sind Praktikanten keine Arbeitnehmer. Es kann jedoch sein, dass ein als Praktikum bezeichnetes Dienstverhältnis entgegen der Bezeichnung in der Realität ein Arbeitsvertrag ist.“ [15]

Eine weitere Internetplattform www.Onpulson.de bezeichnet ein Praktikum, als eine befristete Tätigkeit in einem Unternehmen, mit der Zielstellung, dem Praktikanten einen Eindruck von der Arbeitswelt zu vermitteln. Des Weiteren bedürfen erfolgreiche Praktikantenprogramme einer angemessenen Vorbereitung aller beteiligten Parteien.[16]

Zu unterscheiden sind im groben drei grundlegende Praktikumsarten bestehend aus dem Schulpraktikum, dem Pflichtpraktikum im Rahmen eines Studiums sowie dem freiwilligen Praktikum mit der Zielführung eines erfolgreichen Berufseinstieges.[17] Diese wissenschaftliche Arbeit bezieht sich ausschließlich auf das während des Studiums zu absolvierende Pflichtpraktikum.

Ein sinnvoll gestaltetes Praktikum bietet nicht nur den Studierenden die Möglichkeit wertvolle Praxiserfahrungen zu sammeln und von diesem generierten Wissen zu profitieren, auch die Praktikumsbehörden und Hochschulen können einen Mehrwert erlangen. Damit diese „win - win“ Situation entstehen kann, müssen sich die Praktikumsbehörden in Zusammenarbeit mit den Hochschulen einen konkreten Überblick über die Vorstellung der Studenten, deren Schlüsselqualifikation und mögliche Tätigkeitsfelder beschaffen. Um zu sehen welche Vorteile sich im Einzelnen ergeben können, wird im nächsten Schritt genau definiert, welchen Sinn und Zweck ein studentisches Praktikum hat.

3.1.1 Ziel eines studentischen Praktikums

Das Ziel eines studentischen Praktikums muss aus zwei verschiedenen Sichtweisen beleuchtet werden. Auf der einen Seite stehen die Ziele und Ambitionen der Praktikumsbehörden und auf der anderen die Ziele der Studierenden. In einem Leitfaden für eine erfolgreiche Organisation und Durchführung von Praktika in Unternehmen der IHK Berlin, werden die Ziele aus unternehmerischer Sicht mit der Bereitstellung neuem Wissens und neuer Impulse für die Unternehmen beschrieben.[18] Des Weiteren bieten Praktikanten eine flexible Arbeitsunterstützung, sie helfen bei der Lösung konkreter Probleme und können letztendlich zur Sicherung des unternehmenseigenen Fachkräftebedarfs beitragen.[19] Der Ansatz des studentischen Praktikums dient daher als Instrument der Nachwuchsgenerierung und demzufolge als gezielte Positionierung als potenziellen attraktiven Arbeitgeber der Zukunft.

Im Gegensatz zu den Praktikumsbehörden liegt die Erwartungshaltung der Studierenden hinsichtlich Ihrer Wünsche und Ziele darin, berufliche Handlungskompetenzen zu erwerben. Das bedeutet, dass die Studierenden bestrebt sind, fachliches Wissen und fachtheoretische Kenntnisse in einem verantwortungsvollen und selbständigen aber auch teamorientiertem Arbeitsumfeld zu erlangen. Des Weiteren ist anzunehmen, dass Studenten erwarten, anspruchsvolle und herausfordernde Aufgaben übertragen zu bekommen, um erste Erfahrungen mit der Übernahme von Verantwortung zu sammeln. Dabei soll das theoretisch erworbene Wissen des Studiums mit der Praxis verknüpft und darüber hinaus neue wertvolle Erfahrungen gesammelt werden. Neben der Chance sich frühzeitig beruflich orientieren zu können und das individuelle Fachwissen zu erweitern, besteht eine weitere Zielstellung darin, das individuelle Netzwerk durch das Knüpfen neuer Kontakte auszuweiten.[20]

Das konkrete Ziel der Studierenden der Hochschule Harz wird auf der Internetseite der Hochschule wie Folgt definiert:

„Das Ziel liegt auf der Hand: Es soll eine enge Verbindung zwischen den in der Hochschule angebotenen Veranstaltungen und der Berufspraxis geschaffen werden. Weiterer Vorteil ist, dass der Einblick in die verschiedenen Rechtsgebiete in den jeweiligen Praktika die Theorie an der Hochschule vertiefen bzw. erweitern kann, so dass ein besseres Verständnis für das gesamte Studium entwickelt werden kann. Darüber hinaus kann durch den hohen Praxisanteil der Berufseinstieg erleichtert werden.“[21]

Grafisch lassen sich die Ziele und demzufolge die Erwartungshaltung der Studierenden in folgendem Modell illustrieren:

Abbildung 3: Ziele/ Erwartungshaltung der Studierenden an ein Praktikum

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Abbildung

Quelle der zugrunde liegenden Daten: IHK Berlin, Praktika in Unternehmen

Damit ein studentisches Praktikum ein beidseitiger Erfolg wird, bedarf es einer zweckmäßigen und bedarfsgerechten Struktur, einer guten Vorbereitung, Begleitung sowie Nachbereitung aller beteiligten Parteien. Im Nächstfolgenden Punkt soll aufgezeigt werden, welche Anforderungen und Standards ein studentisches Praktikum mit sich bringen muss, um es im qualitativen Sinn als bedarfsgerecht bezeichnen zu können.

3.1.2 Anforderungen an ein bedarfsgerechtes Praktikum

Um die in den Praktikumsverordnungen fundierten Ziele letztendlich realisieren zu können, muss ein studentisches Praktikum gegenüber dem Praktikanten individuell und bedarfsgerecht angepasst werden. Der Nutzen eines Praktikums hängt von mehreren grundlegenden Faktoren ab. Neben einer anspruchsvollen Gestaltung des Aufgabenbereiches gehören unter anderen eine angemessene Vorbereitung, Betreuung sowie Nachbereitung aller beteiligten Parteien.

In den folgenden Absätzen soll aufzeigen, welche Bedingungen erfüllt werden müssen, um den Anforderungen an ein bedarfsgerechtes studentisches Praktikum gerecht zu werden.

3.1.2.1 Vorbereitung, Betreuung und Nachbereitung durch die Hochschulen

Die Vorbereitung, Betreuung und Nachbereitung der Praktika durch die Hochschulen ist von grundlegender Bedeutung. Die Hochschulen müssen vor Antritt der Praktika sicherstellen, dass die Studierenden mit allen wichtigen Informationen rund um das Praktikum versorgt sind. Vorbereitungsmaßnahmen wie die Bereitstellung von Praktikumsinformationsportalen, vorbereitenden Seminaren oder auch Praktikumsstellenausschreibungen helfen den Studierenden dabei sich optimal auf die Praxis vorzubereiten.

Neben der Vorbereitungsfunktion ist es wichtig, Fachpersonal für die Betreuung während des Aufenthaltes in der Praktikumsorganisation zu gewährleisten. Im § 8 der Praktikumsordnung der Hochschule Harz wird die Betreuung der Praktikanten durch die Hochschule definiert. Demnach müssen die Studierenden jederzeit die Möglichkeit besitzen, bei aufkommenden Fragen und Sorgen einen zugeordneten Praktikumsbetreuer der Hochschule, um Rat bitten zu können. Des Weiteren ist die fachliche Betreuerin bzw. der fachliche Betreuer dazu beauftragt, den Kontakt während des Praktikumsaufenthaltes zu den Studierenden und zu der persönlichen Ansprechpartnerin bzw. dem persönlichen Ansprechpartner der Praktikumsorganisation zu halten und mit den von ihm betreuten Praktikanten die Erfahrungen in dem Praktikum auszuwerten.[22]

Besonders die Nachbereitung eines studentischen Praktikums sollte nicht unterschätzt werden. Aufgrund dessen ist eine ausführliche Auswertung des Praktikums in Zusammenarbeit mit dem Praktikanten notwendig. Die gemeinsam erörterten Erkenntnisse des Praktikumsaufenthaltes können anschließend zum Zwecke der Nachhaltigkeitsprüfung verwendet werden. Dieser Prozess kann dabei helfen, die Qualität der angebotenen Praktika langfristig zu wahren und bietet gleichermaßen die Möglichkeit vorhandene Mängel abzustellen.

3.1.2.2 Vorbereitung, Betreuung und Nachbereitung durch die Praktikumsbehörde

Ein weiterer durchaus wichtiger Aspekt hinsichtlich einer bedarfsgerechten Gestaltung der Praktika beinhaltet die Vorbereitung, Betreuung sowie Nachbereitung durch die Praktikumsbehörde.

Die Praktikumsbehörden sollten optimal auf den Praktikanten vorbereitet sein. Grundlegende Aspekte welche den Arbeitseinsatz des Studierenden betreffen, wie z.B. die Bereitstellung eines Arbeitsplatzes und den notwendigen Materialien sowie die Berechtigungen zur Autorisierung für das Arbeiten mit der unternehmensinternen Betriebssoftware, sollten bereits vor Beginn der Praktikumsaufnahme zur Verfügung stehen. Des Weiteren ist es wichtig, sich im Vorfeld in einem ausführlichen Gespräch zwischen dem Praktikumsbeauftragten der Unternehmung und dem Studierenden die Inhalte des Studiums sowie mögliche Einsatzbereiche und Aufgabenfelder zu besprechen, um die theoretischen Ansätze des Studiums gezielt mit der Berufspraxis verknüpfen zu können.

Zu Beginn des Praktikums sollte dafür gesorgt werden, dass stets Fachpersonal bereitgestellt wird, um den Studenten eine reibungslose und optimale Einarbeitung in die für ihnen vorgesehenen Arbeitsprozesse zu ermöglichen.

Ein weiterer wichtiger Punkt stellt die Betreuung der Studierenden während des gesamten Praktikumsaufenthaltes dar. Es muss dafür gesorgt werden, dass Praktikanten jederzeit einen Ansprechpartner besitzen, um mögliche anfallende Schwierigkeiten, Probleme oder Sorgen bezüglich eines Sachverhaltes diskutieren zu können. Eine gute Praktikumsbetreuung setzt des Weiteren voraus, dass die Studierenden mit genügend und gleichermaßen anspruchsvollen Aufgaben ausgestattet werden. Durch die Übertragung von individuellen Projekten beispielsweise können die studentischen Praktikanten erstmals eigene Verantwortung übernehmen, eigene konstruktive Ideen einbringen und einen Beitrag zur Produktivität der Praktikumsbehörde beitragen.[23]

Ein weiterer wichtiger Aspekt beinhaltet die Nachbereitung des Praktikums durch die Praktikumsbehörde. Die Nachbereitung beinhaltet ein ausführliches Beurteilungsgespräch, um die positiven und negativen Ansätze des Praktikumsaufenthaltes heraus kristallisieren zu können und somit die Weiterentwicklung des Praktikanten zu fördern. Das aus dem Beurteilungsgespräch generierte Wissen kann letztendlich zur Verbesserung und Nachhaltigkeit des angebotenen Praktikumprogrammes des jeweiligen Unternehmens bzw. der jeweiligen Behörde beitragen.[24]

3.1.3 Wechselseitige Vorteile

Wie bereits erwähnt, kann ein studentisches Praktikum eine Vielzahl von Vorteilen für alle Beteiligten mit sich bringen. Welche Diese Vorteile im Einzelnen konkret sein können, wird im nächst folgenden Absatz näher erläutert.

3.1.3.1 Vorteile, welche sich für den Praktikant ergeben können

Praktische Expertise kann ein sehr hilfreicher Aspekt für die zukünftige berufliche Orientierung sein. Insbesondere ist dieser Punkt für Studenten der Hochschule Harz des Fachbereiches Verwaltungswissenschaften interessant, da es für Absolventen ein breites Spektrum an Berufsfeldern gibt. Aus diesem Grund ist es für Studenten empfehlenswert, sich bereits während des Studiums Gedanken zu den späteren beruflichen Tätigkeiten zu machen, um bereichernde und hilfreiche berufliche Erfahrungen zu generieren. Darüber hinaus wird es den Studenten ermöglicht die theoretischen Ansätze des Studiums mit der Berufspraxis zu verknüpfen. Dieser Aspekt befähigt den Studierenden besser einschätzen zu können, welche Tätigkeitsfelder bzw. welche Behörde oder welches Unternehmen für die spätere Berufsauswahlentscheidung in Frage kommen könnten. Aufgrund der neuen gesammelten Erfahrungen besteht die Chance, das berufliche Ziel näher konkretisieren zu können.[25]

Ein weiterer signifikanter Vorteil besteht im Bewerbungsprozess für das Praktikum. Der Bewerbungsprozess umfasst zahlreiche Schritte von der Recherche nach geeigneten Praktikumsbehörden bis hin zum persönlichen Vorstellungsgespräch in der Unternehmung. Dieser Prozess fördert die Selbstständigkeit und schult gleichermaßen die Fähigkeit sich vorzustellen und sich zu präsentieren.[26]

Ein weiterer durchaus wichtiger Punkt besteht in der Möglichkeit wertvolle Kontakte zu knüpfen. Demzufolge kann das persönliche Netzwerk weiter ausgebaut und zum knüpfen neuer Kontakte genutzt werden, um sich für den späteren Berufseinstieg mehr Möglichkeiten und bessere Chancen zu ermöglichen. Letztendlich bietet ein Praktikum den Studierenden nicht nur die Möglichkeit neue wertvolle praktische Erfahrungen zu sammeln, sondern auch die Chance, vorhandene Fähigkeiten und Kenntnisse auszubauen oder zu vertiefen.[27]

3.1.3.2 Vorteile, welche sich für die Praktikumsbehörde ergeben können

Mit der Heranführung der Studierenden an die Berufspraxis wird es den Praktikumsbehörden ermöglicht, potenzielle Fachkräfte zu sichten und von deren Wissenstransfer zu profitieren.[28]

Ein weiterer Vorteil aus der Praktikantenbeschäftigung resultiert aus der Verstärkung der personellen Ausstattung der Organisation welches studentische Praktika anbietet. Aufgrund einer flexiblen und vielseitigen Einsatzmöglichkeit kann die durch den Praktikanten bereitgestellte Arbeitskraft zur Produktivität des operativen Tagesgeschäftes beitragen. Des Weiteren können konkrete Projekte und Aufgaben übertragen werden, für deren Tätigkeit sonst keine personellen Ressourcen zur Verfügung stehen.[29]

Ein weitaus wichtigerer Vorteil welcher sich für die Praktikumsbehörde ergeben kann, besteht in der Chance, sich durch ein gut strukturiertes Praktikantenprogramm als attraktiven Arbeitgeber der Zukunft zu positionieren.

3.1.3.3 Vorteile, welche sich für die Hochschule ergeben können

Ein durchaus wichtiger Vorteil für Hochschulen besteht in den generierten Praxiserfahrungen der Studierenden. Die Reflektion der gesammelten Erfahrungen und Erkenntnisse in einem Praxissemesterbericht und dessen Auswertung können der Hochschule dabei helfen, die Inhalte des Grundlagenstudiums stetig zu verbessern. Demnach können die gewonnenen Erkenntnisse zur Optimierung der Lehrphase, der wissenschaftlichen Fertigkeiten und grundlegenden Fachkenntnissen des Grundstudiums beitragen. Somit können theoretische Ansätze des Studiums besser mit der Berufspraxis greifen.

Des Weiteren können durch die Zusammenarbeit zwischen den Hochschulen und den Praktikumsbehörden neue wichtige Kontakte geknüpft werden, welche zur Qualität der Praktikumsgestaltung beitragen können. Ein weiterer positiver Nebeneffekt dieser Netzwerkerweiterung besteht in der möglichen Zusammenarbeit bei zukünftigen Hochschulprojekten.

4 Forschungsdesign

4.1 Forschungsfrage

Wie bereits in der Einleitung dieser wissenschaftlichen Arbeit erwähnt wurde, machen studentische Erfahrungen immer wieder darauf aufmerksam, dass die in der Studienordnung verankerten Ziele des Praktikums des Öfteren nicht erreicht werden. Theoretische Ansätze des Grundlagenstudiums können aus verschiedenen Gründen nicht mit der Berufspraxis verknüpft werden. Folglich sammeln Studenten Erfahrungen, welche zum einen Auswirkungen auf den späteren beruflichen Werdegang und zum anderen durch Kommunikation einen negativen Einfluss auf das Image und die Arbeitgeberattraktivität der jeweiligen Praktikumsunternehmungen haben können. Vor diesem Hintergrund erschließt sich die Annahme, dass die gesammelten Erfahrungen während des Praktikums auf die qualitativen Inhalte des Praktikumsprogrammes zurück zu führen sind. Demnach liegt die Vermutung nahe, dass die Inhalte der Praktika nicht mit den Anforderungen an ein studentisches Praktikum konform sind und sich demzufolge nicht als bedarfsgerecht erweisen. Des Weiteren wird angenommen, dass durch Kommunikation der negativen gesammelten Erfahrungen die Arbeitgeberattraktivität der Organisationen welche Praktikantenprogramme anbieten sinkt. Grafisch lässt sich diese Überlegung in folgendem Modell zusammenfassen:

Abbildung 4 : Modell zur Auswirkung von nicht bedarfsgerechten Praktikumsinhalten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: eigene Abbildung

Quelle der zugrunde liegende Daten: eigene Überlegungen sowie persönliche Kommunikation mit Prof. Dr. Andreas Schmid, 30.05.2016

Aus diesen theoretischen Annahmen wurden folgende Zentrale Forschungsfragen abgeleitet:

1. Entsprechen die Qualität der Praktikumsinhalte sowie die Berücksichtigung der individuellen Erwartungshaltungen des Praktikanten, den Anforderungen an ein bedarfsgerechtes Praktikum?

2. Wie wirken sich die generierten Praxiserfahrungen auf die Attraktivität der Praktikumsbehörde als potenziellen zukünftigen Arbeitgeber aus?

Die deduzierten Forschungsfragen enthalten drei relevante Untersuchungsfelder bestehend aus der Qualität der Praktikumsinhalte, der individuellen Erwartungshaltung der Studierenden sowie die Arbeitgeberattraktivität der Praktikumsunternehmung.

Die Qualität der Praktikumsinhalte wird durch die im Punkt 3.1.2.2 beschriebenen Kriterien hinsichtlich der Vorbereitung, Betreuung sowie Nachbereitung des Praktikums durch die Praktikumsbehörde überprüft. Ansatzpunkte hinsichtlich der Individuellen Erwartungshaltung der Studierenden sind im Punkt 3.1.1 ersichtlich. Eine Übersicht möglicher zu überprüfender Kriterien bezüglich der Erwartungshaltung der Studierenden an ein Praktikum ergibt sich aus der Abbildung 3 auf Seite 12. Die Arbeitgeberattraktivität wird letztendlich an der Erfüllung der individuellen Erwartungshaltung der Studenten in Verbindung mit der Qualität der Praktikumsinhalte gemessen.

Folgende Fragestellungen sollen zur Überprüfung dieser Schwerpunkte beitragen und Aufschluss auf die eingangs formulierten Forschungsfragen geben:

1. Fragen zur Überprüfung der Qualität der Praktikumsinhalte:

- Wurden vor Beginn deines Praktikums mögliche Einsatzbereiche und Aufgabenfelder besprochen?
- Wie intensiv wurdest du während deines Praktikumsaufenthaltes betreut?
- Wurde am Ende deines Praktikums ein Beurteilungsgespräch bezüglich deines Praktikumsaufenthaltes durchgeführt?

2. Fragen zur Überprüfung der Erwartungshaltung der Studierenden an ein Praktikum:

- Konntest du während deines Praktikums neues fachliches Wissen sowie theoretische Erkenntnisse erlangen?
- Konntest du das im Studium erlernte Wissen im Praktikum anwenden?
- Wurden deine Erwartungen an das Praktikum erfüllt?

3. Fragen hinsichtlich der Arbeitgeberattraktivität der Praktikumsunternehmung:

- Würdest du die Praktikumsbehörde einer Kommilitonin bzw. einem Kommilitonen weiterempfehlen?
- Kannst du dir vorstellen, im Anschluss deines Studiums bei der Praktikumsbehörde beruflich tätig zu werden?
- Welchen Eindruck hast du durch das Praktikum von deiner Praktikumsbehörde gewonnen?

Basierend auf die abgeleiteten Forschungsfragen wurde eine Forschungshypothese entwickelt, welche im nächst folgenden Punkt näher definiert wird.

4.2 Hypothesenbildung zur studentischen Praktikantenbefragung

Anhand der Überlegungen zu den Forschungsfragen stellt sich die Grundannahme in den Raum, dass Organisationen welche Praktika anbieten des Öfteren keine bedarfsgerechten Praktikumsinhalte für Studenten bereitstellen und es aufgrund dessen zu nicht produktiven Praxiserfahrungen kommt. Des Weiteren wird angenommen, dass die gesammelten schlechten Erfahrungen durch Kommunikation negative Auswirkungen auf die Praktikumsbehörde als zukünftigen potenziellen Arbeitgeber haben.

Ableitend wird folgende Hypothese bezüglich der Kausalität von Praktikumsinhalten und deren Auswirkung auf die Arbeitgeberattraktivität formuliert:

„Wenn das studentische Praktikum bedarfsgerecht ausgestaltet ist, dann steigt die Attraktivität der Praktikumsbehörden als potenzieller Arbeitgeber.“

4.2.1 Definition der Variablen

Die Forschungshypothese besteht aus zwei Variablen. Zum einen wird im nächsten Schritt definiert, welche Eigenschaften ein bedarfsgerechtes Praktikum mit sich bringen muss und zum anderen muss der Aspekt der Arbeitgeberattraktivität definiert werden. Die Eigenschaften die ein bedarfsgerechtes und demzufolge dem studentischen Anforderungen gerechtes Praktikum mit sich bringen muss, wurden bereits in den Punkten 3.2.1 ff. erläutert. Demzufolge müssen die Erwartungshaltungen und Ziele der Studierenden im Einklang mit der Qualität des Praktikumsinhaltes, sprich der angemessenen Vorbereitung, Betreuung sowie Nachbereitung des Praktikums durch die Praktikumsbehörde sein. Diese signifikanten Merkmale lassen sich grafisch in folgendem Modell zusammenfassen:

[...]

[1] Vgl. § 4 Abs.1 S.1, S.2 Studienordnung für den Bachelorstudiengang Verwaltungsökonomie; Öffentliche Verwaltung; Europäisches Verwaltungsmanagement; Verwaltungsmanagement / eGovernment am Fachbereich Verwaltungswissenschaften der Hochschule Harz

[2] Vgl. § 2 S.1, S.2 Praktikumsordnung für den Bachelorstudiengang Verwaltungsökonomie; Öffentliche Verwaltung; Europäisches Verwaltungsmanagement; Verwaltungsmanagement / eGovernment am Fachbereich Verwaltungswissenschaften der Hochschule Harz

[3] Das Erwerbspersonenpotenzial (Zahl der Personen im erwerbsfähigen Alter) ist ein Maß für das im Inland maximal zur Verfügung stehende Arbeitskräfteangebot. Vgl. Gabler Wirschaftslexikon, http://wirtschaftslexikon.­­­gabler.de/Definition/erwerbspersonenpotenzial.html, aufgerufen am 01.06.2016

[4] Mit dem Begriff Verstädterung, ist eine zunehmende Konzentration von Menschengruppen in städtischen Gebieten. Vgl.: http://www.seos-project.eu/modules/landuse/landuse-c02-s02-p01.de.html, aufgerufen am 16.05.2016

[5] Vgl.: http://www.42why.de/demografischer-wandel-als-ursache-des-fachkraeftemangels/, aufgerufen am 16.05.2016

[6] Vgl. Statistisches Bundesamt, Finanzen und Steuern- Personal des öffentlichen Dienstes 2014, Fachserie 14 Reihe 6

[7] Eigene Berechnung

[8] Eigene Berechnung

[9] Vgl. https://www.demografie-portal.de/SharedDocs/Informieren/DE/ZahlenFakten/Oeffentlicher_Die–
nst_Anzahl.htmll, aufgerufen am 24.05.2016

[10] Vgl. https://www.demografie-portal.de/SharedDocs/Informieren/DE/ZahlenFakten/Oeffentlicher_Die–
nst_Anzahl.html, aufgerufen am 24.05.2016

[11] Eigene Berechnung

[12] Eigene Berechnung

[13] Vgl. IHK Berlin, Praktika in Unternehmen

[14] Vgl. BAG, Urteil vom 5. August 1965, 2 AZR 439/64)

[15] Zitat aus: http://www.buchkarriere.de/wordpress/praktikum/was-genau-ist-ein-praktikum/ , aufgerufen am 10.02.2016

[16] Vgl. http://www.onpulson.de/lexikon/praktikum/ , aufgerufen am 10.02.2016

[17] Vgl. http://www.praktikum-bewerbungen.de/alle-praktikumsarten/ , aufgerufen am 10.02.2016

[18] Vgl. IHK Berlin, Praktika in Unternehmen, S. 5

[19] Vgl. IHK Berlin, Praktika in Unternehmen , S. 6

[20] Vgl. IHK Berlin, Praktika in Unternehmen , S. 6

[21] Zitat aus: https://www.hs-harz.de/studium/fb-verwaltungswissenschaften/praktikum/, aufgerufen am 23.02.2016

[22] Vgl. § 8 2.HS Praktikumsordnung für den Bachelorstudiengang Verwaltungsökonomie; Öffentliche Verwaltung; Europäisches Verwaltungsmanagement; Verwaltungsmanagement / eGovernment am Fachbereich Verwaltungswissenschaften der Hochschule Harz

[23] Vgl. IHK Berlin, Praktika in Unternehmen, S. 7

[24] Vgl. IHK Berlin, Praktika in Unternehmen, S. 8

[25] Vgl. Sarcletti, A., die Bedeutung von Praktika und studentischen Erwerbstätigkeiten für den Berufseinstieg (2009), S. 119

[26] Vgl. Sarcletti, A., die Bedeutung von Praktika und studentischen Erwerbstätigkeiten für den Berufseinstieg (2009), S. 119

[27] Vgl. Sarcletti, A., die Bedeutung von Praktika und studentischen Erwerbstätigkeiten für den Berufseinstieg (2009), S. 135

[28] Vgl. IHK Berlin, Praktika in Unternehmen, S. 5

[29] Vgl. IHK Berlin, Praktika in Unternehmen, S. 6

Ende der Leseprobe aus 67 Seiten

Details

Titel
Bedarfsgerechte Gestaltung des studentischen Praktikums. Wie kann der öffentliche Dienst als Arbeitgeber an Attraktivität gewinnen?
Hochschule
Hochschule Harz - Hochschule für angewandte Wissenschaften (FH)
Note
2
Autor
Jahr
2016
Seiten
67
Katalognummer
V378233
ISBN (eBook)
9783668570375
ISBN (Buch)
9783668570382
Dateigröße
1168 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Studentisches Praktikum, Öffentlicher Dienst, Arbeitgeberattraktivität
Arbeit zitieren
Maik Teutloff (Autor), 2016, Bedarfsgerechte Gestaltung des studentischen Praktikums. Wie kann der öffentliche Dienst als Arbeitgeber an Attraktivität gewinnen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/378233

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